Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Von Auswanderern für Auswanderungswillige! Alle Fragen zu Planung und Durchführung, zu Umzug, Integration und Umgang mit den Behörden. Interessante Erlebnisse und Tipps der Expats.
Link zum Portal: http://www.schwedentor.de/auswandern-leben
Fhre Schweden: Mit Stena Line nach Skandinavien: Sassnitz-Trelleborg

Benutzeravatar
janaquinn
Alter Schwede
Alter Schwede
Beiträge: 2203
Registriert: 5. Oktober 2006 09:29
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon janaquinn » 14. November 2009 13:04

Ganz ehrlich, wenn ich die Postings von Schwedenoma so lese, werde ich richtig richtig wütend. Denn wenn unsere Familie sich in den letzten 9 Jahren so verhalten hätte, wäre unser Kind nicht da wo es heute ist.
Auch wir mussten teilweise bis zu 9 Monate auf Termine bei Spezialisten warten, habe unzählige Ärzte und Untersuchungen über uns und unseren Sohn ergehen lassen, damit wir eine Diagnose bekommen, ohne jeden Erfolg. Ich bin teilweise über 600km gefahren, damit ich zu einem bestimmten Arzt komme, der mir eventuell sagen kann, was mein Sohn eigentlich hat und bin für Therapien durch ganz München gefahren...mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Wir haben uns teilweise offen anfeinden lassen, weil wir ein behindertes Kind haben. Aber wir haben niemals sooo gejammert und gemeckert wie er. Ich kann erst seit ca. 4 Wochen endlich mal wieder einige Nächte am Stück durchschlafen, weil wir, z.Z. ein Medikament haben, dass beim Schlafen UND Durchschlafen hilft. Vorher hat unser Sohn jede Nacht max. 3 Stunden geschlafen und ich habe einen täglichen Arbeitstag von 16h. Ich kann es mir nicht erlauben ständig zu jammern und zu schimpfen, denn es bringt nichts, mein Sohn ist nunmal ein Pflegefall...da hilft alles nichts.

Ich stecke die wenige Energie, die ich noch in mir habe, lieber in die Hilfe für andere Menschen, die entweder auch behinderte Kinder haben oder selber eine Behinderung haben. Ich komme täglich an meine Grenzen, aber ich muss, für meine Kinder, darüber hinaus gehen und mache es auch. Aber ich weiss auch, dass ich gute Freunde und Bekannte habe, die mich auffangen, wenn ich am Ende bin und nicht mehr weiter weiss.


Sorry, ich weiss, es steht mir als Mod. nicht zu, so zu schreiben, aber diese Postings machen mich einfach nur wütend. Es gibt sooo viele Menschen, die chronisch krank sind, Kinder, die täglich vom Tode bedroht sind und mit dem bisschen Kraft, die sie haben, um ihr Leben kämpfen, Eltern, die ihren Kindern beim Sterben zu schauen müssen, weil es keine Heilung ect. gibt und die nicht wissen, wie es weitergehen wird. Wenn all diese Menschen nur jammern und meckern würden, hätten sie keine Kraft mehr für sich und ihre Angehörigen.

JANA
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk

Benutzeravatar
Älven
Aktives Mitglied
Aktives Mitglied
Beiträge: 175
Registriert: 2. November 2009 19:36
Schwedisch-Kenntnisse: gut
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Älven » 14. November 2009 13:16

:smt041 :smt041 :smt041

jätte bra janaquinn

auch ich arbete als krankenschwester und habe schon viele menschen in den tod begleitet, schwer kranke menschen, aber noch nie einen getroffen der so ist wie schwedenoma.

liebe gruesse
Älven
:smt006

sommen

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon sommen » 15. November 2009 22:26

hallo!

das gesundheitssystem ist überall in der sagen wir europäischen welt fraglich!

in deutschland wird geschumpfen...über das krankensystem!!
aber es ist immer noch besser als in schweden!
das merkt man vor allem bei schwierigen und notwendigen operationen!

sommen

Sumac
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 523
Registriert: 25. August 2009 06:42
Schwedisch-Kenntnisse: Grundkenntnisse
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Sumac » 16. November 2009 06:11

sommen hat geschrieben:das gesundheitssystem ist überall in der sagen wir europäischen welt fraglich!
sommen


nenn mir bitte ein land auf der erde (aussereuropäisch), welches ein besseres gesundheitssystem hat, als deutschland oder schweden oder finnland usw.

Tip für Schwedenoma

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Tip für Schwedenoma » 16. November 2009 19:08

Ich denke, die Beschwerden (und den Kummer) chronisch Kranker muß man immer respektieren. Wem es elend geht, der darf (und sollte!) jammern, zumal wenn gar keine Besserung in Sicht ist. Das diesbezügliche deutsche Jammerverbot und der ewige Appell, sich stets zusammenzureißen und den Mund zu halten - ein solches Klima im Umgang zwischen Menschen führt nicht selten zu Verzweiflung oder gar zum Selbstmord Betroffener, wie z.B. im aktuellen Fall Robert Enke. Man darf nicht versagen, leiden, elend oder schwach sein....m.E. ganz besonders nicht in Deutschland.

Schwedenoma- hier ist Link zu einem deutschsprachigen Forum, in dem sich Leute mit unbehandelten/nicht behandelten/ falsch diagnostizierten und falsch behandelten/seltenen und ungewöhnlichen Symtomen, Krankheiten und Diagnosen treffen und austauschen, vielleicht findest Du dort Tips, Hife, Rat und Verständnis

http://www.symptome.ch/vbboard/

Alles Gute!

Sumac
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 523
Registriert: 25. August 2009 06:42
Schwedisch-Kenntnisse: Grundkenntnisse
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Sumac » 16. November 2009 19:21

an der richtigen stelle ist es auch OK zu jammern, aber hier???

wenn jeder jammern würde, dann würde aus dem Schwedentor ein Jammertor werden... gott bewahre mich davor.
by the way... ich habe auch eine chronische krankheit, die nicht heilbar ist... also ich weiß, wovon ich rede.

hansbaer

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon hansbaer » 16. November 2009 19:29

Sumac hat geschrieben:wenn jeder jammern würde, dann würde aus dem Schwedentor ein Jammertor werden...


Klingt irgendwie nach Klagemauer.

Das ist irgendwie das Schizophrene an der deutschen Mentalität - der Indianer kennt keinen Schmerzen, aber im Jammern sind wir Weltmeister :-)

Sumac
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 523
Registriert: 25. August 2009 06:42
Schwedisch-Kenntnisse: Grundkenntnisse
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Sumac » 16. November 2009 19:36

hansbaer hat geschrieben:Das ist irgendwie das Schizophrene an der deutschen Mentalität - der Indianer kennt keinen Schmerzen, aber im Jammern sind wir Weltmeister :-)



bitte nicht verallgemeinern... :D

Benutzeravatar
janaquinn
Alter Schwede
Alter Schwede
Beiträge: 2203
Registriert: 5. Oktober 2006 09:29
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon janaquinn » 16. November 2009 20:02

@Tip für Schwedenoma:
Der Fall Robert Enke ist ein sehr spezieller Fall, denn dieser Mann hat 6 Jahre gegen seine Erkrankung gekämpft und ihn am Ende verloren. Er hat alles versucht und hatte Rückhalt in der Familie. Wir verbieten Schwedenoma nicht zu jammern, wenn es denn Jammern wäre, aber schimpft die ganze Zeit auf ein System, auf welches er doch trotzdem immer wieder regelmässig zurückgreift. Warum Robert Enke am Schluss nur noch diesen einen Ausweg wusste, könnte er nur selber beantworten. Sein Tod geht mir sehr sehr nah, zumal er aus meiner Nachbarstadt Jena stammt und nur wenige Monate jünger ist als ich.

Meine Mutter hat nach der Krebsdiagnose nicht geheult und gejammert, sondern sie hat gekämpft, solange bis sie keine Kraft mehr hatte, dann haben ihre Kinder für sie gekämpft und ihr ein würdevolles Sterben ermöglicht. Allein dies hat jeden von uns an seine Grenzen gebracht, nur wer dies persönlich erlebt hat,kann sich wirklich vorstellen was es heisst, seine eigne Mutter in den Tod zu begleiten.
Ja man kann jammern, wenn es einem elend zu mute ist, aber es sollte nicht das ganze Leben bestimmen, darüber vergisst man die wirklich wichtigen Dinge nämlich: die Familie und die Freunde, die einem Rückhalt geben können.

Grüsse JANA
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk

sommen

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon sommen » 16. November 2009 22:08

hallo!

das beste gesundheitssystem hat mit abstand deutschland!!!
es ist zwar am bröckeln, aber immer noch besser als in schweden!
auch wenn wir schimpfen..das problem sind nur die kosten!
bei schweren fällen bekomm tman gleich einen termin zur operation, in schweden muß man warten!!

sommen


  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Auswandern“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast