Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Von Auswanderern für Auswanderungswillige! Alle Fragen zu Planung und Durchführung, zu Umzug, Integration und Umgang mit den Behörden. Interessante Erlebnisse und Tipps der Expats.
Link zum Portal: http://www.schwedentor.de/auswandern-leben
Fhre Schweden: Mit Stena Line nach Skandinavien: Sassnitz-Trelleborg

hansbaer

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon hansbaer » 24. März 2009 08:25

Auch in deutschen Medien findet sich auch etwas zu dem Thema:
http://www.daserste.de/weltspiegel/beitrag_dyn~uid,p6zeh4jpq4ob4ema~cm.asp

Ziemlich krass...

vinbär
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 304
Registriert: 14. Juli 2007 07:39
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon vinbär » 24. März 2009 08:55

Das ist leider seit Jahren bekannt. Danke fuer den Link.

Tulipa
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 949
Registriert: 19. November 2008 21:51
Schwedisch-Kenntnisse: gut
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Tulipa » 24. März 2009 10:15

Imrhien hat geschrieben:
Gruselig der Gedanke. Natürlich kann der Ultraschall das nicht verhindern. Er kann aber die Zeit verkürzen bis man es erfährt und das finde ich enorm wichtig. In meinem Fall (wenn ich von Entdecken der Schwangerschaft in der 5. Woche ausgehe) wären das 13 Wochen bis man erfährt, dass man doch nicht schwanger ist... Ok, ich weiss, dass der Körper oft entsprechend reagiert und die Frau Blutungen hat und so. Aber auch die müssen nicht sofort kommen und es kann noch eine Weile dauern und auch da habe ich von jemandem gehört, dass die Hebamme meinte: Blutungen sind normal in der Schwangerschaft.


Ich hatte keider schon mehrere Schwangerschaftsmisserfolge in den ersten Wochen, einen davon in Schweden.
In D bin ich bei Blutungen jeweils sofort beim Arzt drangekommen und auch mehrfach einige Tage im Krankenhaus "festgehalten" worden. Genützt hat alles medizinische Bemühen dann aber nichts.
In Schweden rief ich mehrere Tage immer in der gynäkologischen Akuten an und berichtete von meinen Beschwerden. Erst als es sich dramatisch zuspitzte, sollte ich sofort kommen und lag dann auch innerhalb einer Stunde auf dem OP.
Mittlerweile weiss ich, dass man in solchen Fällen auch mit bester Technik und Fürsorge meist nicht viel machen kann. Deswegen kann ich die "schwedische Variante" objektiv gar nicht mal kritisieren, ist ja auch wirklich kosten- und auch für die Patientin zeitsparend. Aber unter Kontrolle ist da gar nichts in der ersten Schwangerschaftszeit, und vielleicht gibt es in Einzelfällen ja doch begründeten Handlungsbedarf.

LG
Tulipa
man vet aldrig, vem som finns där ute

Nanna
Aktives Mitglied
Aktives Mitglied
Beiträge: 282
Registriert: 8. Januar 2008 12:10
Schwedisch-Kenntnisse: Muttersprache

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Nanna » 24. März 2009 10:48

Wir wohnen seit nunmehr bald 14 Jahren hier und alle drei Kinder sind hier geboren. Ich durfte bei Problemen in der Schwangerschaft immer reinkommen zum checken, ich bin auch mal dabehalten worden über Nacht, da sie sich nicht sicher waren, ob alles ok war usw. Nie ein Problem, die Hebamme, die mich sonst betreute, sagte selber, dass ich lieber reinfahren sollte zum checken, eine nervöse Mutter sei auch nicht gut :) . Ich weiss auch von sehr vielen, die ein US gemacht haben, um festzustellen, wieweit sie sind, wenn man nicht mehr genau wusste, wann die letzte Montsblutung war. Und dann nachher in Woche 18-20 das Routine US. Sind beim Routine US irgendwelche Unsicherheiten, macht man auch mehr US, oft um Woche 32. In einigen Landstings ist das auch schon Routine geworden.
Ehrlich gesagt, finde ich es übertrieben, bei jedem Besuch ein US zu machen. Es gibt Behauptungen, das US auch Probleme verurssachen können, da ich abe kein Mediziner bin, bin ich nicht so in die Materie bewandert, weiss nur, dass ich mal was gelesen hatte. Man darf auch nicht vergesssen, dass die Hebammen hier sehr gut viele Sachen an Hand der Grösse der Gebärmutter erkennen können, die sind etwas anders ausgebildet und arbeiten anders als in Deutschland z.B. .
Ich habe mich jedenfalls sehr gut aufgehoben gefühlt, ich habe auch immer einen Termin bei der VC bekommen, wenn akut was war, egal ob mit mir oder den Kindern.
Nur wenn es um Allergien und Asthma geht, bin ich nicht mit der VC zufrieden, aber dafür gibt es auch hier private Ärzte, der Kinderarzt wird von der FK voll gedeckt.
AUs Deutschland hören wir genauso viele klagen, ich glaube, es hängt auch ein bisschen davon ab, wo man wohnt, sowohl in Deutschland als auch hier. Es gibt eine ganze Reihe lokaler Unterschiede.
Und wenn man eine Wartezeit als zu lang ansieht, hat man ja das Recht, sich woanders hin zu wenden, auf Kosten der Kasse. Hier in Schweden dann. Und es gibt Instanzen, an die man sich wenden kann, um sich zu beschweren. Vielleicht sinnvoller als auf einem deutschen Forum, da WIR ja nichts bewirken können :) (aber Frust muss man natürlilch mal ablassen :) ).
Gruss
Nanna

Tulipa
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 949
Registriert: 19. November 2008 21:51
Schwedisch-Kenntnisse: gut
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Tulipa » 24. März 2009 11:01

Nanna hat geschrieben: Man darf auch nicht vergesssen, dass die Hebammen hier sehr gut viele Sachen an Hand der Grösse der Gebärmutter erkennen können, die sind etwas anders ausgebildet und arbeiten anders als in Deutschland z.B. .



Ja, die schwedische Hebamme hat immer meinen Bauch mit dem Bandmass vermessen. Und als ich dann zur Entbindung in D war, hat der dt. Arzt diese Werte in US-Grössen umgerechnet, weil mein ungeborenes Kind für sein Alter zu klein war und er wissen wollte, ob es überhaupt gewachsen war :)

Ansonsten kann ich mich bei der Hebamme fast nur an ihre Fragen erinnern, sehen wollte die ausgesprochen wenig von mir.

LG
Tulipa
man vet aldrig, vem som finns där ute

Benutzeravatar
Imrhien
Alter Schwede
Alter Schwede
Beiträge: 3310
Registriert: 6. Dezember 2006 10:31
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Imrhien » 24. März 2009 11:36

Tulipa hat geschrieben: Genützt hat alles medizinische Bemühen dann aber nichts.


Hej,
Ich will noch mal sagen, dass ich auch nicht glaube, dass man durch die Kontrollen etwas verhindern kann oder eine Fehlgeburt gar abwenden. Nein, das geht wohl leider nicht. Aber für die betreffende Frau sind doch die Stunden bis zur Erkenntnis echt schrecklich. Da will ich so schnell wie möglich wissen was los ist und dann auch entsprechend schnell eine op haben oder eben nicht, wenn alles ok ist. In Deutschland wurde ich da sehr ernst genommen. Im Zweifelsfall wurde halt ein US mehr gemacht. Klar, das kostet Geld und gerade wenn alles ok ist und so, dann kann man sich schon fragen was das soll. Aber für die Frauen die eine Fehlgeburt haben ist es toll, wenn sie schnell Gewissheit haben.
Ich habe die Erfahrung einmal gemacht und war da gerade zum Glück zufällig in Deutschland. In Schweden hätte ich noch locker 8 Wochen auf einen Termin gewartet oder es von selbst gemerkt.... Aus Berichten anderer Frauen hier in der Gegend weiss ich, dass auch der OP-Termin nicht immer sofort vergeben wird. Man bemüht sich. Manchmal kann es aber eine ganze Weile dauern... In Deutschland kommt man sofort dran und muss dann halt ein wenig warten um irgendwo dazwischengeschoben zu werden. Medizinisch sicher alles nicht nötig. Die Psyche ist das was mir dabei wichtig ist.

Grüsse
WIebke

vinbär
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 304
Registriert: 14. Juli 2007 07:39
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon vinbär » 24. März 2009 12:04

Ich bin auch nicht dafuer, dass in der Schwangerschaft das Ultraschall zum Babyfernsehen "missbraucht" wird, jedoch gibt es Indikationen, in denen ich es fuer sinnvoll erachte ein extra Ultraschall zu machen, um z.B der Schwangeren zu vermitteln, dass alles okay ist oder das etwas nicht stimmt. Ich habe zumindestens erlebt, dass der psychische Aspekt oft aussen vor gelassen wurde. Wenn jemand angenommen Blutungen in der Fruehschwangerschaft hat und vielleicht eine Geschichte von Fehlgeburten,Eileiterschwangerschaften etc hinter sich, dann finde ich es zweifelhaft telefonisch beraten/heimgeschickt zu werden mit den Worten, na ja, wenn´s nicht sein soll, dann klappt´s eben beim nächsten Mal. Somatik und Psyche gehören fuer mich zur Medizin, insofern erachte ich ein US in so einer Situation als med. notwendig, auch wenn er die Schwangerschaft nicht erhalten kann.

Tulipa
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 949
Registriert: 19. November 2008 21:51
Schwedisch-Kenntnisse: gut
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Tulipa » 24. März 2009 12:10

Imrhien hat geschrieben: Aber für die betreffende Frau sind doch die Stunden bis zur Erkenntnis echt schrecklich. Da will ich so schnell wie möglich wissen was los ist und dann auch entsprechend schnell eine op haben oder eben nicht, wenn alles ok ist.

Medizinisch sicher alles nicht nötig. Die Psyche ist das was mir dabei wichtig ist.


Ja, das stimmt selbstverständlich. Und wenn klar ist, dass die Schwangerschaft nicht intakt ist, sollte aus diesen Gründen sofort gehandelt werden.

Aber in den ersten Wochen gibt es ja so eine Art Grauzone, wo sich noch immer ein Herzschlag zeigen oder alles wachsen kann. Und da sollte man natürlich weder den Abbruch überstürzen noch sich selbst beim Warten verrückt machen.

Ich sehe es wohl durch meine wiederholten Erfahrungen zu sehr aus meiner Warte. Falls ich noch mal schwanger werden sollte, würde ich wohl nicht in der 5. oder 6. Woche zum Arzt rennen, weil man da eben nichts sicher sieht. Ruhig bleiben und gesund leben ist da wohl förderlicher. Aber spätestens so 9./10. Woche würde ich Mittel und Wege finden, um eine konkrete Auskunft zu bekommen und gegebenenfalls ein schnelles Ende mit Schrecken.

LG
Tulipa
man vet aldrig, vem som finns där ute

Tulipa
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 949
Registriert: 19. November 2008 21:51
Schwedisch-Kenntnisse: gut
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Tulipa » 24. März 2009 12:16

vinbär hat geschrieben: Wenn jemand angenommen Blutungen in der Fruehschwangerschaft hat und vielleicht eine Geschichte von Fehlgeburten,Eileiterschwangerschaften etc hinter sich, dann finde ich es zweifelhaft telefonisch beraten/heimgeschickt zu werden mit den Worten, na ja, wenn´s nicht sein soll, dann klappt´s eben beim nächsten Mal.


Hmmm, fällt mir jetzt erst auf: Ich habe zwar keine richtig guten schwedischen Freundinnen, aber hier eigentlich noch nie Geschichten über Fehlgeburten oder Nicht-Schwangerwerden gehört. In D hingegen, sobald ich mich oute, heisst es sofort "Ist mir auch schon passiert", oder der Schwester oder Kollegin oder sonst wem.

Kann es sein, dass Schwedinnen mit der Schwangerwerden und dem Kinderkriegen wirklich gesundheitlich weniger Probleme haben, als deutsche Frauen ?

LG
Tulipa
man vet aldrig, vem som finns där ute

vinbär
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 304
Registriert: 14. Juli 2007 07:39
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon vinbär » 24. März 2009 12:28

Kann es sein, dass Schwedinnen mit der Schwangerwerden und dem Kinderkriegen wirklich gesundheitlich weniger Probleme haben, als deutsche Frauen ?

LG
Tulipa[/quote]


Dieser Rueckschluss trifft so nicht zu.


  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Auswandern“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste