Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

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nysn

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon nysn » 14. September 2009 11:22

Hej Berta,

genau, eine solche "Fachkraft" meine ich - wusste echt nicht, dass es die inzwischen in Deutschland auch gibt. Früher "zu meiner Zeit" - gab es nur die Zahnarzthelferin oder wie sich diese heute nun auch immer nennen mag.

In Schweden scheint dieser Service dann doch günstiger zu sein - allerdings zahlen wir hier für die Routineuntersuchung plus die Zahnhygiene/Prophylaxe jeweils ca. 60 Euro (dafür aber in der Regel auch nur einmal jährlich).

Herzliche Grüße ins Ländle
S-nina :D

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Ukkat » 9. November 2009 18:47

hey.
ich muss ja sagen, ich hab mich vor meinem Jahr in Schweden über so ziemlich alles informiert, nur nicht so richtig, was ich alles machen muss, wenn ich mal krank bin.
Medikamente hab ich massig mit, weil ich ja weiß, woran man im Jahr so erkranken kann.

Auf jeden Fall hab ich seit letzten Mittwoch Rückenschmerzen in der oberen Hälfte und weiß nicht, woher die kommen könnten bzw. warum die nicht weggehen.
Hab auch schon nen bisschen rumgegoogelt, aber nicht viel gefunden, was wirklich nützlich war.
Muss ja zugeben, anfangs gehofft zu haben, dass das nach 3 Tagen gegessen ist.

Nun hab ich auch schon mal geschaut, ob es Orthopäden in Uppsala gibt, konnte 3 finden.

Nun aber die Frage an euch:
Kann man einfach so zum Orthopäden gehen und dort schön warten oder sollte ich vorher anrufen und einen Termin ausmachen??
Sollte ich überhaupt zu nem Orthopäden gehen oder wem anders?

Vielen lieben Dank für eure Antworten im voraus.

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon jörgT » 9. November 2009 19:06

Der normale Weg: Geh zur vårdcentral. Dort wird Dir häufig schon geholfen. Der (deutsche) Weg direkt zu einem Spezialisten funktioniert meist nicht. Viele Fachärzte haben remiss-Pflicht, d.h. Du brauchst eine Überweisung. Wenn es ganz schlimm ist, hilft die Akuten (Notaufnahme) weiter ...
Nebenbei: In Deutschland brauchst Du eigentlich auch eine Überweisung, wenn Du zu einem Orthopäden willst ...
Jörg

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Ukkat » 9. November 2009 19:18

ja da hast du wohl recht, dass ich die Überweisung für den Orthopäden in Deutschland brauche oder zumindestens die 10€ Praxisgebühr :)

schwedenoma

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon schwedenoma » 9. November 2009 20:59

Hier in Schweden habe ich mit Fachärzten eine schlechte Erfahrung gemacht.
Auch die sogenannte Notaufnahme bringt für mich nichts.
Ich war 14 Tage in der Charite in Berlin. Mein Status deutscher Rentner in Schweden und somit
anspruch in Deutschland auf Behandlung.
Nachdem ich nach Schweden zurück gekommen bin und die deutschen Empfehlungen hier in
Schweden umsetzen wollte, war ich sehr erstaunt, das ich keinen Orthopheten für meine
Erkrankung erhalten habe. Die Orthopheten in Schweden operieren nur, mit solchen Problemen
wie meines habe ich keine Chanse, in Schweden einen Orthopheten zu bekommen. Ich bin also
gezwungen, mich immer noch auf Deutschland zu konzentrieren und damit meine Krankheit von
Deutschland zu behandeln lassen. Ich muß allerdings dazu sagen, das ich eine Erkrankung habe,
die bei 1 zu einer Million vorkommen. Deswegen war ich auch in der Charite in Berlin, das Krankenhaus,
was mich behandeln wollte, obwohl ich zig Universitätskrankenhäuser angeschrieben hatte?
Fazit:
In Schweden habe ich keine Chanse, das meine Krankheit behandelt wird. Auch das krauchen auf
allen Vieren und nicht mehr laufen können, hat keine Reaktion bei die behandelten Ärzten hier in
Schweden ausgelößt. Du wirst irgentwie auf das Abschiebegleis gestellt. Aber das ist ja für mich
nichts Neues. Auch in Deutschland wurde ich schon 1997 auf dieses Gleis gestellt. Schon damals
wollte man mir eine Morphiumpumpe einbauen. Nur weil ich es nicht wollte, lebe ich Heute zwar mit
Schmerzmitteln, aber ich habe noch ein Leben, welches für mich besser als eine Morphiumpumpe ist.
Für mich zählt eigentlich die Versorgung durch unsere Ärtzte nur noch in Geldverdienen. Sollte es in
dieser Richtung wegfallen, so hat man eben keine Chanse und muß mit seinem Problem leben und
keiner wird Dir in Zukunft helfen. Was für ein Krankensystem?
Das meine Gedanken dazu.
LG schwedenoma

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon blueII » 9. November 2009 21:41

Da der Thread mal wieder nach oben geholt wurde und ich was aktuelles (schreck) noch in Blut und Knochen schreckt, will ich mal meine heutige Meinung loswerden.

Also...wir durften ja auch im Sommmer eine andere Vardcentral wählen...das haben wir getan und siehe da...alles prima.
Tolle Ärzte, gute Behandlung...und haltet euch fest..auch schnell

ich rufe morgensan...bin 2 Stunden später beí der Krankenschwester...spätestens nochmals 2 Stunden später wenn notwendig beim Arzt.

SUPER!!!!!!!!!!!!!!!!

Im Sommer hatten wir einen Supergau.
Mein Mann wurde recht schwer krank...aber mit etwas wofür man nur schwer eine Diagnose bekommt.
Nachts 1177 angerufen...morgens drauf um 10.oo Termin beim Facharzt gehabt.....der sah seine Kompetenz überschritten also weitergegeben zur Notaufnahme Krankenhaus...1 Stunde Wartezeit = medikamente in der Hand.
Nachbetreuung wurde selbstständig von der Vardcentral organisiert, wir wurden 2 Tage später angerufen, um uns die nächsten Termine bekannt zugeben.

Ich war PAFF, SPRACHLOS, DANKBAR!!!!

Super gelaufen...ein hoch auf das neue Gesetz...die Vardcentral selbst wählen zu dürfen und ein Hoch auf unsere neue Vardcentral mit ihren tollen Ärzten und Krankenschwestern!!!!!!!!!!!! :huepf: :huepf: :huepf:

schwedenoma

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon schwedenoma » 9. November 2009 22:10

Es ist schon richtig, man kann gewisse Dinge wählen?
Eigentlich hatte ich das auch mit meinem Problem gedacht. Hatte auch extra
meine Empfehlungen von der Charite nach Schweden in dem Sjukjournal
niedergelegt. In dem Sjukhuset i Jönköping und auch im Sjukhuset bzw. in der Värdcentral
i Tranas. Aber auf meine Probleme ist man garnicht eingegangen. Nun bin ich also nur noch
auf Deutschland angewiesen.
Aber ich kämpfe mich mit meinen Problem irgendwie durch. Das mache ich schon 13 Jahre.
Noch lebe ich und wenn ich mich nicht selber helfe, andere helfen mir nicht. Es ist in dieser
Gesellschaft traurig, das nur noch Krankheiten zählen, die durch Behandlungen Geld bringen.
Für mich ist das Gesundheitssystem, egal in welchen Land, für den Kleinen immer mehr
reduziert wird und nur noch durch gut verdienende bezahlt werden kann. Hoch auf unsere
Politiker, sie sind diejenigen Leute, die Menschen wie mich versuchen, in die Kiste wünschen.
Schwedenoma

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Ukkat » 10. November 2009 00:48

Also ich bin noch net so alt, sodass ich halt auch net weiß, inwiefern die hier überhaupt was tun werden.
Ich hatte schon mal in nem anderen Berich Rückenschmerzen gehabt und da bin ich damals in Berlin zum Orthopäden gegangen und der hat mir nach x Stunden Wartezeit, was ja normal ist, gesagt: ach da kann ich auch nix gegen machen, das wird in ner Woche wieder weg sein, hast nur auf dem falschen Stuhl gesessen.
Hab halt so das Gefühl, dass die mir in Schweden hier sowas ähnliches erzählen würden, daher hab ich irgendwie noch nicht so die Motiviation gehabt, zum Arzt zu gehen, wenn er mir - wie doch so oft in den letzten Jahren - immer nur erzählt, was ich bereits weiß :)

schwedenoma

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon schwedenoma » 10. November 2009 01:34

Hallo Ukkat,
Ich bin leiter schon 65 Jahre und seit 14 Jahren in Deutschland eine sogenannte
Karteileiche. Ich habe eine Krankheit, die nur einer von 1Million Patienten bekommt.
Wie in Deutschland, so bin ich auch in Schweden nicht mehr teraphiefähig. Also man
hat mit mir nichts mehr vor und wird mir auch nicht mehr helfen. Hier in Schweden
als ich mich bei der värdcentral angemeldet habe und einen Orthopeten haben wollte,
hat mir meine Hausärztin erklährt, Orthopeten machen in Schweden nur Operationen.
Mein Problem wird also nicht mehr Behandelt, da die Ärzte mit mir wie auch in Deutschland
kein Geld mehr mit mir verdienen können. Da habe ich mich aber schon in Deutschland daran
gewöhnt, wenn Du nichts mehr Wert bist, so mußt Du eben in die Kiste springen.
Für mich ist so etwas unsozial? Aber der Kapitalismus bestimmt ja unser Leben.
Aber ich möchte Dich nicht durch meine Worte entmudigen. Seih stark und Kämpfe für Dich.
Das ist das beste Rezept. Wenn Du an Dich glaubst, dann kannst Du Berge versetzen.
LG
Schwedenoma

Sumac
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Sumac » 10. November 2009 06:14

ich möchte als erstes voraussschicken, das mir jeder kranke leid tut.

nun zu dir schwedenoma...

was hat die industrie für ein interesse daran, sich deiner krankheit anzunehmen?
da ja im kapitalismus eben nun mal der profit wichtig ist, wäre eine forschung in richtung deiner krankheit, rausgeschmissenes geld.. sorry, klingt hart, aber so ist das nun mal.

abgesehen davon, zeige mir ein land auf dieser erde, welches in puncto krankenbehandlung besser ist, als DE... schweden war es mal, aber auch hier mußte der staat federn lassen (kostenexplosion als stichwort).

sei du doch einfach zufrieden, das du die möglichkeit hast, das du auch in DE zum arzt gehen kannst, obwohl dein lebensmittelpunkt schweden ist (übrings bin ich mir da nicht so sicher, ob das statthaft ist).
soweit meine informationen stimmen, hast du bei deiner deutschen krankenkasse das formblatt E121 ausfüllen lassen und dieses hier bei der staatlichen krankenkasse eingereicht, somit bist du nur in SE berechtigt, die ärztlichen leistungen in anspruch zu nehmen, sicher kannst du in DE zum arzt gehen, wie jeder EU-Bürger, aber es darf nicht den anschein des "krankentourimus" haben.
ob das alles der richtigkeit entspricht, weiß ich nicht, aber so habe ich es gelesen und gehört... falls da was verkehrt sein sollte entschuldige ich mich und würde mich über eine richtigstellung freuen.
übrings ich hab mal so überlegt... da du ja rente in DE bekommst und da die KV gleich abgezogen wird (ca.14%), muss doch deine kasse mit dir zufrieden sein, da hier in SE ja nur 11% vom Brutto für die KV bezahlt wird, also 3% unterschied...oder liege ich da in meiner logik falsch?


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