Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

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nysn

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon nysn » 25. Mai 2009 21:05

Hej Aelve,
am besten du schaust in dem oben genannten Link nach - dann weißt du, was es kostet und wie sich der hemtjänst berechnet.

Hier kannst du auch nachlesen - was hemtjänst ist:

http://sv.wikipedia.org/wiki/Hemtj%C3%A4nst

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Faxälva » 26. Mai 2009 16:40

...jepp, wir haben hier auch einen "fixarnisse", der kostenlos kleine Reparaturen ausfuehrt, kleine Malararbeiten oder auch die Gardinen aufgängt und von der Kommune bezahlt wird.... die Klienten muessen 65+ sein.... hat nix mit dem hemtjänst zu tun....(da arbeite ich nämlich)...

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Aelve » 26. Mai 2009 17:34

Hallo Faxälva,

danke für die Aufklärung Deinerseits. In der Art muß es sich bei unseren schwedischen Bekannten auch um solche kostenlose Hilfe handeln, die evtl. auch von der Kommune bezuschußt wird, ist mein Gedanke dazu. Wie ich bereits sagte, die alten Herrschaften dürfen im Winter kostenlos in die Schwimmhalle gehen und es werden auch Kurse für alte Leute angeboten. Meine Bekannte meinte, es geht nach der finanziellen Situation der Kommune.

LG Aelve
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon glada » 26. Mai 2009 17:51

Aelve, wäre das nicht eine Herausforderung, so einen Dienst auch den älteren Menschen in Deutschland zur Verfügung zu stellen? Wenn ich das richtig verstehe, engagieren sich hier Menschen für ihre älteren Mitbürger.

Schön, wenn man sich in seinem Urlaub Ideen mitnehmen kann und versucht, solche Hilfen in seiner Heimat zu installieren.

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Aelve » 26. Mai 2009 18:30

Lieber Glada,

die Idee ist hervorragend und verdient gewiss der Umsetzung. Wenn ich nicht mehr arbeiten gehen muß, zur Zeit arbeite ich in Hamburg und bin von morgens 7 Uhr bis abend 18 Uhr nicht zuhause, somit bin ich persönlich noch nicht in der Lage, solche Dienste anderen Leuten anbieten zu können. Aber ich hatte mir schon vorgenommen, mich später im Kirchenkreis einzubringen, sobald meine Zeit es erlaubt. Das werden zwar keine Haushaltshilfen sein, sondern dort wird eher etwas für die Gemeinsamkeit getan, wie z.B. gemeinsames Kaffeetrinken mit Senioren, wobei man dann seine Hilfe mit Vorbereiten solcher Treffen einbringen kann und mit der Betreuung älterer Bürger. Dann gibt es speziell hier in Reinfeld die Reinfelder Tafel, da erbringen Bürger auch Hilfe für Bedürftige, indem ihnen Lebensmittel von Lebensmittelketten angeboten werden. Es finden extra Bücherbasare statt, der Erlös daraus wird solchen sozialen Einrichtungen gespendet. Bei den öfter stattfindenen Bücherbasaren helfen meine Kinder und ich stets beim Auf- und Abbauen mit.
Wie ich sicherlich schon einmal berichtet habe, war ich 12 Jahre lang ehrenamtlich für den Legasthenieverband tätig, davon 4 Jahre im Bundesverband Legasthenie als Schatzmeisterin. Kürzlich bin ich hier im Ort in die CDU eingetreten, ich kann mir gut denken, dass ich dort einen Posten in der gleichen Art übernehmen würde, sobald hierfür Bedarf besteht. Im Sportverein bin ich Mitglied des Ältestenrats, das ist praktisch eine Schiedsstelle bei Streitigkeiten unter den Mitgliedern, wo der Ältestenrat dann angerufen werden kann. Insofern bin ich auch jetzt schon gemäß meiner Möglichkeit ehrenamtlich involviert.
Hier mal ein Foto, welches aufgrund meines Eintritts in die CDU in den Lokalnachrichten erschien, da der schleswig-holsteinische MP Peter Harry Carstensen mir einen Blumenstrauß zum Eintritt überreichte. Vielleicht kann man als Parteimitglied mehr bewirken, auch mein Sohn engagiert sich mit Hilfe für die Partei in Form von Internethilfe.
Da in Schweden ja für diese sozialen Dienste der Haushaltshilfe Gelder von der Kommune bereit gestellt werden, wäre es eine gute Idee diese Dienste, die im Ausland gut ankommen, bei Sitzungen innerhalb der Partei anzusprechen und zu hoffen, dass die Politiker dafür Geld zur Verfügung stellen.

Grüße Aelve
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glada

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon glada » 26. Mai 2009 18:41

Klasse, Aelve, vielen Dank für dein Engagement. Mit deinem Wissen über Schweden und Deutschland kannst du sicherlich dazu beitragen, dass beide Seite voneinander lernen können. Mit ein wenig Diplomatie wird dir das sicherlich gelingen.

nysn

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon nysn » 26. Mai 2009 18:45

Da in Schweden ja für diese sozialen Dienste der Haushaltshilfe Gelder von der Kommune bereit gestellt werden, wäre es eine gute Idee diese Dienste, die im Ausland gut ankommen, bei Sitzungen innerhalb der Partei anzusprechen und zu hoffen, dass die Politiker dafür Geld zur Verfügung stellen.


Ein bisschen finde ich es schon bedauerlich, dass man für eigentlich selbstverständliche Nachbarschaftshilfe Gelder zur Verfügung stellen muss, damit man/frau mal Hilfe beim Gardinenaufhängen, Rasenmähen usw. bekommt. :(

@Aleve: schönes Foto - und die mit dem Blumenstrauß bist also du - oder?

S-nina

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Aelve » 26. Mai 2009 19:02

Hallo S-Nina,

ja, die mit dem Blumenstrauß bin ich, wie Du siehst bin ich nicht mehr ganz so frisch wie die schönen Blumen auf dem Foto. :wink:

Nachbarschaftshilfe sollte auch so schon überall gegeben sein, da hast Du vollkommen Recht.
Meine Begabung liegt mehr darin, dass ich Tipps über Finanzen erteilen kann oder über Steuerangelegenheiten, Aufstellungen über Einnahmen/Ausgaben sind mein Metier, da ich das beruflich mache. Da helfe ich jetzt schon gerne, wenn jemand meinen Ratschlag haben will, deshalb hatte ich ja auch als Schatzmeisterin im BVL die Möglichkeit genutzt, dort für diese finanziellen Angelegenheiten ehrenamtlich tätig zu sein.

Ich finde, dass man auch von seinen eigenen Problemen etwas abgelenkt ist, wenn man sich ein wenig ehrenamtlich betätigt, man erhält Anerkennung und wird gebraucht, das ist das was jeder Mensch möchte.

Grüße Aelve
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nysn

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon nysn » 26. Mai 2009 19:16

Ich finde, dass man auch von seinen eigenen Problemen etwas abgelenkt ist, wenn man sich ein wenig ehrenamtlich betätigt, man erhält Anerkennung und wird gebraucht, das ist das was jeder Mensch möchte.

Da gebe ich dir auch Recht! :D

S-nina

P.S. Habe heute in der Zeitung auch über eine gute Sache gelesen: Eine Journalistin hat mit einigen älteren Damen (70 - 90 Jahren) eine Schreibwerkstatt gegründet. D. h. sie hat sich jede Woche für einige Stunden lang mit den Damen getroffen, die so ihre Erinnerungen aufgeschrieben haben. Es hat wohl sehr viel Spaß gemacht - vor allem, weil die Arbeiten dann auch als Buch gedruckt wurden. Leider sind die Bücher aber privat - ich hätte sonst gerne eines gekauft.

hansbaer

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon hansbaer » 29. Mai 2009 10:22

Kurz am Rand möchte ich auch meinen Respekt für ehrenamtliche Tätigkeit bekunden. Es ist nicht nur eine Bereicherung der Gesellschaft - es ginge auch nicht ohne.

Allerdings möchte ich zum eigentlichen Thema zurückkehren. Im Zusammenhang mit der EU-Wahlberichterstattung ist auch das Gesundheitssystem ein Thema. In Schweden ist ein zentraler Punkt - wenig überraschend - die Wartezeit auf Behandlungen und unter welchen Konditionen man ins EU-Ausland gehen können soll, um sich dort behandeln zu lassen.
Dazu gab es diesen Bericht eines stark übergewichtigen Mannes, der sich den Magen verkleinern lassen wollte und darauf nicht bis zu zwei Jahre warten wollte. So landete er in Deutschland.
Über den Sinn und Unsinn gerade dieser Operation kann man sicherlich streiten. Jedoch berührt sie natürlich eine Kernfrage, nämlich ob eine solche nicht akute Operation direkt bezahlt werden soll oder ob man das Geld erst einmal selbst auslegen muss. Zudem wird debattiert, ob man dazu vorher erst einmal die Genehmigung der Versicherung einholen muss oder gleich ins Ausland gehen kann.
Aus schwedischer Sicht ist das natürlich auch die Erinnerung daran, dass man zwar selbst die höchsten Standards vom eigenen Land erwartet, aber viele Menschen für eine einigermaßen zeitnahe Durchführung zur Behandlung ins Ausland gehen müssen.
Hier ist der Bericht:
http://www.dn.se/fordjupning/europa2009/han-trottnade-pa-kon-fick-vard-i-tyskland-1.879149

Ich selbst war heute morgen wegen eines entzündeten Zehnagels beim Arzt, nachdem ich gestern angerufen hatte. Ich musste zwar zehn Minuten länger warten, was aber verglichen mit deutschen Verhältnissen ja wirklich nicht viel ist. Die Ärztin meinte, wir warten noch bis Montag ab, und sie ruft mich dann. Wenn es dann nicht besser ist, verschreibt sie mir (telefonisch) Antibiotika, die ich dann direkt bei der Apotheke abholen kann. Eine Woche später gibt es dann einen neuen Termin. Soweit alles prima, was die Behandlung angeht, würde ich sagen.
Sie hat mich aber gleich darauf vorbereitet, dass es notwendig werden könnte, zu operieren (hatte ich auch erwartet). Und das birgt dann wohl die düstere (und schmerzhafte) Aussicht, bis mindestens September auf eine solche Operation zu warten.


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