Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

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janaquinn
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon janaquinn » 19. Mai 2009 18:29

Ihr Lieben,
ich habe mal die letzten Beiträge auf die Wiese verschoben..auf Wunsch einer Userin...
hier: beitrag81378.html#p81378 könnt ihr weitertoben...

LG JANA
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Tommy3

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Tommy3 » 19. Mai 2009 22:15

Hej,

da ist dieser Thread mal wieder, wie so viele vorher auch, entglitten. Wie kommts?
Einige Ausgewanderte schildern ihre guten und schlechten Erfahrungen mit verschieden Aspekten in S, was andere User so deuten, dass man ewig rummeckert und das Auswanderland schlecht machen möchte. Was natürlich nicht stimmt, sondern die in Schweden Wohnenden zeigen das auf, was in Schweden verbesserungswürdig ist.
Wir, die wir in Schweden wohnen, brauchen nicht nur als jasagende Trottel rumlaufen, nur weil wir Gäste sind. Wir sind keine Gäste, sondern arbeiten hier, zahlen Steuern (und das nicht zu knapp), und haben ein Recht und eine Pflicht daran, an der öffentlichen Diskussion teilzunehmen. Und wenn da sone Hobby-Schweden kommen und sagen, wir sollten die Klappe halten und uns fügen, dann ist das fehl am Platze.
Einige von uns in Schweden sind nicht wegen Bullerby und Enge in Deutschland hergekommen, sondern aus beruflichen Gründen. Für uns ist Schweden ein Land wie jedes andere Ausland. Und dann muss sich Schweden natürlich messen lassen gegen USA, Australien, Dubai, Chile, usw. Völlig unsentimental.
Andere Leute hier in diesem Forum möchtgen gerne Weihrauch über dieses Land streuen für ihren zukünftigen Aufenthalt im Rentnerdasein. Solln sie doch, aber das ist eine andere Nummer. Und daher kommt dieser ewige Streit. Träumer gegen Realisten.

unbekannt

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon unbekannt » 20. Mai 2009 08:39

Hallo zusammen,

hier prallen eben zwei vollkommen verschiedene Gesundheitssysteme zusammen. Insbesondere kann es doch für viele, die ihren Lebensabend im kuscheligen Schweden verbringen möchte, ein große Ernüchterung sein, wenn man mitkriegt, wie das schwedische Gesundheitssystem funktioniert. Gerade im Alter legt man auf die ärztliche Rundum-Versorgung besonderen Wert und lässt sich lieber einmal zu viel als zu wenig untersuchen und möchte vielleicht wie in Deutschland seine jährliche Runde von einem Facharzt zum anderen beibehalten, die einigen wie das Selbstverständlichste von der Welt vorkommt. Schließlich möchte man noch was vom Leben haben. Völlig verständlich - vor allen Dingen, wenn´s dem Einzelnen fast nix kostet.

Bis jetzt bin ich mit meinem Erfahrungen hier ins Schweden relativ zu Frieden. Denn ich habe ja etwas Unkompliziertes. Unnötige Arztbesuche bleiben mir erspart und Aufenthalte im Wartezimmer sind auf ein Minimum reduziert. Ich muss noch nicht einmal ein Rezept abholen. Meine Rezepte sind im Computersystem der Apotheken abgespeichert und gegen Vorlage der ID-kort kann ich meine Medikamente wo auch immer in Schweden abholen. Das ist die praktische Seite an Schweden, die mir so gut gefällt.

Allerdings frage ich mich wirklich, wie es aussieht, wenn ich hier mal ins Rentenalter komme, denn dann bin ich nicht mehr eine Arbeitskraft, die erhalten werden muss, sondern koste nur noch Geld. Und ich kenne die Geschichten aus erster Hand, wie Rentner fast ein Jahr überhaupt mal auf eine Computertomografie warten müssen geschweige denn auf eine Operation, besonders wenn sie "nur" die Lebensqualität verbessert. Eine Hüftoperation z.B. ist eben viel teurer als so ein Rolator (Gehhilfe mit vier Rädern, "Rentnerporsche"). Der Rolator ist übrigens eine schwedische Erfindung und auch ein Teil der schwedischen Kultur.

Soll ich deshalb dann als Rentner wieder nach Deutschland ziehen? Ich denke, in 10 oder 20 Jahren lässt sich auf Grund er Überalterung das jetzige deutsche Luxus-System überhaupt nicht mehr finanzieren und wir werden in Deutschland ähnliche Verhältnisse wie in Schweden vorfinden, allerdings kein staatliches System. Kassenpatienten werden ein Minimalversorgung ähnlich wie in Schweden erhalten. Wer Geld hat, bekommt natürlich mehr wie fast überall auf der Welt.

Noch etwas zum Zahnartzbesuch: Die meisten, die ich kenne, zahlen lieber etwas mehr und gehen zu einem privat niedergelassenen. Abgesehen davon gibt es jetzt auch für die Zahnbehandlung Zuschüsse von der Krankenkasse. Meines Wissens ein völliges Novum, den seit ewigen Zeiten musste man als Erwachserner alles komplett selber zahlen. Seit letztem Jahr gibt es ein jährliche Untergrenze und ab einem bestimmten Betrag muss man einen bestimmten %-Satz zuschießen. Viele machen auch einen Kurzurlaub in Ungarn (Fliegen ist ja so billig) und lassen sich da die Zähne machen.

Noch ein Nachsatz: Schweden befindet in einer noch nie dagewesenen Rezession. 25% der jungen Menschen sind arbeitslos. Wer hier seine Brötchen verdienen muss und um seine Arbeitstelle fürchtet und die täglichen Nachrichten hört, reagiert verständlicherweise empfindlich auf eine romantisierte Vorstellung von Schweden. Dazu sei gesagt, dass einem in Schweden betriebsbedingt - also auftragsbedingt - schneller gekündigt werden kann als in Deutschland. Wer das Wort "varsel" noch nicht kennt, hat hier wahrscheinlich einiges noch nicht mitbekommen.

Ehrlich gesagt bin ich kein Realist sondern lieber Optimist, denn der Realismus liegt hauchdünn zwischen Optimismus und Pessimismus und ist kaum zu treffen. Auf der leicht optimistisch zugewandten Seite lebt es sich nachweislich besser, gesünder und erfolgreicher. Einfach gelassener. Und diese Gelassenheit, wie ich sie in Schweden kenne und in Deutschland vermisse, nehme ich mir immer wieder zum Vorbild.
Zuletzt geändert von unbekannt am 20. Mai 2009 09:09, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Aelve » 20. Mai 2009 09:07

Hallo Volker,

Deine postings sind stets sachlich und auch nüchtern beschrieben, deshalb finden sie fast immer meine volle Zustimmung.
Es ist so wie Du sagst, es wird auch in D beim Gesundheitssystem immer schlechter werden, da brauchen wir uns gar nichts vorzumachen.

http://nachrichten.t-online.de/c/18/78/ ... 84954.html

Man braucht ja nur den vorherigen Artikel mal zu lesen und aus guter Quelle weiß ich, dass den Arztpraxen auch die Felle wegschwimmen, weil sie nur eine Pauschale im Quartal für einen Patienten bekommen. Davon kann eine kostenintensive Praxis nicht existieren. Viele Ärzte blocken deshalb, weil der zweite Besuch sich für den Arzt nicht mehr rechnet. Es werden immer neue Sparmaßnahmen seitens der Regierungen oder auch Krankenkassen beschlossen, dieses wirkt sich natürlich auf die Behandlung aus. Wir werden damit rechnen müssen, dass man sich über die gesetzliche vorgeschriebene Sozialversicherung hinaus noch Privat versichern muß. Das bedeutet, aus dem Pflichtprogramm kann man sich als Arbeitnehmer nicht verabschieden, aber man darf dann außerdem noch eine Privatversicherung bezahlen, um Leistungen zu erhalten. Ergo zahlt man doppelt, besonders wenn man hohe Pflichtbeiträge zahlen muß. Und jeder Arztbesuch im Quartal oder jedes Medikament kostet ohnehin Zuzahlungen, wir kaufen, wenn wir krank sind, gleich selber einige Mittel auf unsere Kosten, ohne überhaupt zum Arzt zu gehen, wenn es nicht gravierende Krankheiten sind.

Wir alle wissen nicht, was auf uns zukommt, weder in Schweden noch in Deutschland. Vielleicht sagen wir in 10 Jahren, das war 2009 noch ein gutes Jahr gegen das Jahr 2019.

Ehrlich gesagt bin ich kein Realist sondern lieber Optimist, denn der Realismus liegt hauchdünn zwischen Optimismus und Pessimus und ist kaum zu treffen. Auf der leicht optimistisch zugewandten Seite lebt es sich nachweislich besser, gesünder und erfolgreicher. Einfach gelassener. Und diese Gelassenheit, wie ich sie in Schweden kenne und in Deutschland vermisse, nehme ich mir immer wieder zum Vorbild.

Dieser Satz ist für mich der beste Satz, den ich seit langer Zeit irgendwo gelesen habe.

Grüße Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
http://www.traumhausschweden.de

hansbaer

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon hansbaer » 20. Mai 2009 09:20

Volker hat geschrieben:Soll ich deshalb dann als Rentner wieder nach Deutschland ziehen? Ich denke, in 10 oder 20 Jahren lässt sich auf Grund er Überalterung das jetzige deutsche Luxus-System überhaupt nicht mehr finanzieren und wir werden in Deutschland ähnliche Verhältnisse wie in Schweden vorfinden, allerdings kein staatliches System. Kassenpatienten werden ein Minimalversorgung ähnlich wie in Schweden erhalten. Wer Geld hat, bekommt natürlich mehr wie fast überall auf der Welt.


Das ist leider zu befürchten - sowohl Schweden als auch Deutschland arbeiten letztendlich mit einem Umlagesystem, bei dem die Gesunden die Kranken unterstützen. Mit einer Überalterung besteht die Gefahr, dass dies nicht mehr getragen werden kann. Die Frage ist natürlich, was man dagegen tun kann.

Noch etwas zum Zahnartzbesuch: Die meisten, die ich kenne, zahlen lieber etwas mehr und gehen zu einem privat niedergelassenen. Abgesehen davon gibt es jetzt auch für die Zahnbehandlung Zuschüsse von der Krankenkasse. Meines Wissens ein völliges Novum, den seit ewigen Zeiten musste man als Erwachserner alles komplett selber zahlen. Seit letztem Jahr gibt es ein jährliche Untergrenze und ab einem bestimmten Betrag muss man einen bestimmten %-Satz zuschießen. Viele machen auch einen Kurzurlaub in Ungarn (Fliegen ist ja so billig) und lassen sich da die Zähne machen.


Ich habe mal zwei Grafiken angehängt, die ich vor einer Weile erstellt habe. Diese zeigen, wieviel man selbst bezahlt. Es gibt weiterhin einen jährlichen Zuschuss des Staates. Dieser beträgt 300 kr wenn man jünger als 30 oder älter als 74 ist, ansonsten 150 kr. Dieser Zuschuss läuft natürlich unter der Rubrik "gut gemeint, aber vollkommen wirkungslos".

Die Bezuschussung bezieht sich allerdings auf Referenzpreise. Kostet die Behandlung mehr als dieser Referenzpreis, zahlt man die Differenz komplett selbst.
Dateianhänge
kosten.jpg
Eigenanteil an den Zahnbehandlungskosten (absolut)
anteil.jpg
Eigenanteil an den Zahnbehandlungskosten (prozentual)

blueII
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon blueII » 20. Mai 2009 10:15

Nun das was geändert werden muß ist absolut klar.
Es gibt Vardcentralen die noch funktionieren aber die Verbreitung der ärtzlichen Versorgung - gerade in den nördlichen Bereichen ist katastrophal.
Ich erlebe es hier genauso, wie wahrscheinlich im Norden. Sind wir doch in einer recht wohlhabenden Region (Westküste), verfügt die ansässige Kommune auf unserer Insel jedoch nicht über die gewünschten Mittel und so finde ich mich oft in den Beschreibungen aus den nördlichen Teilen Schwedens wieder.

Was machen die Schweden hier?....man hilft sich selbst und das nimmt manchmal sehr skurrile Formen an. :?

Ein kleiner Pferdehof z.b. bietet Schmerzlinderungen durch Stromtherapie an.
Eigentlich hatte er die Geräte für seine Tiere gekauft aber nach vermehrter Nachfrage aus der Nachbarschaft, hat er begonnen es nach Feierabend als Dienstleistung zu verkaufen. Ausbildung/Lehrgang? achwo.....er besitzt ein tolles Handbuch, das muß reichen :roll:

Ein anderes Beispiel.
Ich lernte vor kurzem ein älteres deutsches Ehepaar kennen, mit den üblichen Wehwehchen des Alters und sie leidet unter einem chronischen Wirbelsäulen Problem.
Als ich zum Ausdruck brachte, dass ich es ziemlich mutig finde, in unsere ärztliche Sahara im Rentenalter zu ziehen, erklärten sie mir, dass sie eine Lösung gefunden haben.
Anstatt wochenlang auf Akutbehandlung in der Vardcentral zu warten, wäre ihnen ein privater Arzt empfohlen worden.
Der würde nicht die vollen Sätze berechnen, es wäre geradezu billig! oh wie toll, dachte ich.
Die Sache hat nur einen Haken.
Der Arzt ist schon sehr alt und leidet an Parkinson.
Durch seine Schüttellähmung kann er die Spritzen nicht mehr selber setzen, dass macht dann seine Frau für ihn...selbstverständlich unter Anleitung...nur die ist noch nicht mal eine Krankenschwester. :roll: :shock:

Ich frage Euch, was sagt es über die offizielle medizinische Versorgung aus, wenn sich Menschen, denen ich nicht einen gesunden Selbstherhaltungstrieb absprechen möchte, sich solchen Umständen aussetzen? :x

Mir rollen sich bei solchen Erlebnissen die Fußnägel auf und ich werde und habe Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt um wenigstens für unsere Tochter eine halbwegs gute Versorgung sicherzustellen.

Von mir aus kann man mich deswegen als nörgelnde nur deutschdenkende, chronisch Unzufriedene beschimpfen. :twisted:

Ich für meinen Teil werde mich diesbezüglich auf keinen Fall anpassen. Für mich ist es z.b. ein Nogo diese telefonische Beratungen anzurufen. Als halbwegs klardenkender Mensch findet man meiner Überzeugung nach, bessere Hausmittelchen als die, durch Ferndiagnose geleitete Damen.

Habt ihr eigentlich schon mal in dem Handbuch der Vardcentral gelesen, die den Patienten zur Verfügung gestellt wird, um sich Selbst zu helfen?
Habe erst gedacht es wäre von einem Kabarettisten geschrieben u.a. steht dort, dass man sich einen gequetschten Fingernagel am besten SELBST aufbohrt……es lebe der nächste Infektionsherd im Körper!!! :twisted:

...Zustände wie vor hundert Jahren, nur hat man zu der Zeit noch ein gutes Wissen über Heilkräuter gehabt...aber das ist in Schweden leider auch ganz verloren gegangen.

Heike

nysn

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon nysn » 20. Mai 2009 10:55

Habt ihr eigentlich schon mal in dem Handbuch der Vardcentral gelesen, die den Patienten zur Verfügung gestellt wird, um sich Selbst zu helfen?


Oh ja, das hatte ich schon fast vergessen! Habe es gerade mal aus dem Schrank hervorgekramt: Ein wirklich nettes Heftchen - bei uns sogar mit einem lustigen Männchen drauf, das uns auf pädagogisch wertvollste Art und Weise alle möglichen Schrecken gelassen vergessen lässt:
Egenvard.JPG


Besonders nett auch der Tipp, an wen man sich "im Notfall" noch wenden könnte:

Bildlich sehr schön wiedergegeben: die weißen, erschrockenen - fast fragenden, traurigen - Augen der "telefonischen Auskunft", die irgendwo im tiefschwarzen Universum anzutreffen sind ....

S-nina :lol:

blueII
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon blueII » 20. Mai 2009 11:12

Klasse Nina...ich hab es damals erbost weggeworfen.
Ich hätte es wie Du, wie ein Comic lesen sollen, dann ist es echt lustig :lol: :wink:

nysn

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon nysn » 20. Mai 2009 11:26

... ja, dieses Büchlein ist ein richtiger kleiner Schatz - das werde ich auch gut aufbewahren ...
(Lachen ist ja bekanntlich sehr gesund!)

Hier z. B. aufschlussreich illustriert, wie z. B. Läuse übertragen werden ...

- herzallerliebst ...
LÖSS.JPG

unbekannt

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon unbekannt » 20. Mai 2009 11:35

Hallo zusammen,

mir ist noch etwas eingefallen: Unser Kater hatte einen Abszess am Schwanz. Ein Anruf beim Tierarzt hatte genügt und mit dem Zauberwort "akut" lag der Kater zwei Stunden später in Vollnarkose auf dem OP und wurde vom Tierarzt operiert. Heute ist das Tierchen wieder putzmunter und klettert wagemutig die Bäume hoch. Vielleicht weiß er, dass die ärztliche Versorgung für ihn in Schweden stimmt. Wenn wir wollen, können wir in auch versichern. Dann ist er sozusagen Privatpatient. Auch mit den Impfungen ist das alles kein Problem.

Wenn man als Mensch im Gegensatz dazu eine Blinddarmentzündung bekommt, hat man es manchmal nicht so eilig und muss tagelang auf eine Operation warten, die bis kurz vorm Durchbruch stattfindet. Am Wochenende wird nämlich nicht gerne operiert (Information aus erster Hand von einer Betroffenen).

Das sind zwar jetzt zwei plakativ gegenübergestellte Einzelfälle, die mir aber trotzdem zeigen, dass so ein staatliches System nicht optimal funktioniert. Aber warum und was man dagegen tun kann, wäre eine elend lange Diskussion.

Natürlich gibt es auch für Tiere am Wochenende eine Noftaufnahme, die dann 30 km entfernt wäre. Für Tiere wird gut gesorgt, weil jeder Patient das Einkommen verbessert. Geld regiert die Welt und nicht jeder Kater hat so ein Personal (Hunde haben Herrchen oder Frauchen, Katzen haben Personal).


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