Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

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Aelve
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Aelve » 19. Mai 2009 15:20

Hallo Tommy3,

schmiedest Du immer noch Deine Verschwörungstheorie, dass hier irgendwer irgendjemanden rauswirft? Ich glaubte, gelesen zu haben, dass Dietmar Dir schon einige Male erläutert hat, dass Du es selbst zu verantworten hattest, wenn er als zuständiger Admin einige Deiner postings gelöscht hat.

Und, S-Nina, ich lasse jedem seine Meinung, aber trotzdem mußt Du mir auch zugestehen, wie einigen anderen Kritikern auch, dass man bei ständigem Wehklagen, wie schlecht es doch in Schweden alles ist, mal hinterfragt, wie das angehen kann und ob es nicht auch an Deiner Mentalität liegt, die nicht schwedengeeignet zu sein scheint. Darf ich daran erinnern, dass ein Forum mit Thema Schweden nicht nur dafür da ist, seinen täglichen Frust über Bewohner eines Landes, über die Politik eines Landes, über alles Ungemach, was Dir anscheinend täglich passiert, hier breitzutreten?
Kritik und Erfahrungen ja, aber wenn es - das ist meine persönliche Meinung - nur noch um das Schlechtreden eines Landes geht, dann ist es in meinen Augen nicht der Sinn eines Schwedenforums. Und hier bin ich mit meiner persönlichen Meinung bei weitem nicht alleine.
Gibt es nicht ein Forum in Schweden, wo man seine täglichen Sorgen, seine Kümmernisse, seine täglichen Probleme mit anderen diskutieren und besprechen kann?
Früher hast Du oft gute Tipps und Ratschläge gegeben, tut mir leid, aber das gefiel mir besser als dieses tägliche Gejammer um ein angeblich schlechtes Leben in Schweden. Für mich ist auch ein Ratschlag, dass man sich nicht in ein solches Jammertal begeben soll, ein gutgemeinter Ratschlag.

Aber ich weiß nicht, ob Du mir das abnimmst, dass es von mir nur gutgemeint ist, wenn ich sage, dass das Leben eben nirgends ein Zuckerschlecken ist.

Grüße Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
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hansbaer

Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon hansbaer » 19. Mai 2009 15:24

Aelve hat geschrieben:Aber man kann nicht davon ausgehen, nur weil eine Person mal gescheitert ist bei der Auswanderung, dass dann jede andere Person auch scheitert.


Ich wüsste jetzt kaum einen Fall von einer gescheiterten Auswanderung hier im Forum. Diejenigen, die hierher gekommen sind, zeigen nämlich, dass sie sich informieren wollen - und wenn man das tut, scheitert es nur dann, wenn einfach keine Voraussetzungen für eine erfolgreiche Jobsuche vorhanden waren.

Oder man kann nicht davon ausgehen, dass bei einem Patient eine Diagnose falsch war, dass das dem anderen Patienten genauso passieren muß.
Dazu gibt es zuviele verschiedene Menschen und möglicherweise bekommt ein Patient keinen schnellen Termin, weil er sich nicht richtig ausdrücken kann, der andere Patient aber bekommt früher einen Termin, weil er seine Sache wichtig machen kann oder sich durchzusetzen vermag.


Das ist nicht nur spekulativ, sondern schlichtweg nicht zutreffend. Es geht nicht um Fehldiagnosen, sondern um fehlende Behandlungskapazitäten. Was hier beklagt wird, ist nicht, dass die Ärzte Krankheiten nicht erkennen, sondern dass man weggeschickt wird oder ewig warten muss, weil einfach kein Platz zur Verfügung steht. Wenn sogar die Gesundheitsbehörde zugibt, dass das System in einem Viertel der Fälle nicht in der Lage ist, einen Termin rechtzeitig zuzuweisen, dann ist das nicht aus der Luft gegriffen. Im übrigen verläuft die Terminvergabe (nach meinen Erfahrungen) nicht so, dass man diesen Termin im persönlichen Gespräch ausmacht. Man wird vom Hausarzt überwiesen und erhält dann den Termin per Post. Die Terminvergabe beim Facharzt erfolgt also nur auf Basis der Unterlagen, die der Hausarzt schickt. Der Patient hat praktisch keinen Einfluss darauf.

Was die Sache mit der Bananenrepublik angeht, kannst Du schauen, dass es genügend Leute gibt, die genau das Gleiche behaupten wie ich, weil ihre Erfahrungen dementsprechend waren. Auch wenn Du es persönlich nicht für möglich hälst.


Es gibt auch eine Menge Leute, die behaupten, die Amerikaner waren nie auf dem Mond. Die Leute behaupten viel, wenn der Tag lang ist. Und wenn man genau schaut, dann wird jeder in seiner Umgebung eine Baufirma finden, die sich einen Auftrag ermauschelt, einen Bürgermeister, der bestimmten Leuten ganz besonders gewogen ist, und noch vieles mehr. Ich komme aus dem Land des G'schmäckle und wüsste da auch so manche Geschichte zu erzählen.

Jedoch landen wir dabei wieder einmal bei der gleichen Leier - subjektive Einzelerfahrungen werden zu einem großen Ganzen zusammengekittet, und das soll dann als vermeintliche Wahrheit herhalten.
Dagegen wehre ich mich - man kann gerne über Einzelerfahrungen sprechen, aber man sollte nicht anhand solcher Dinge versuchen, die Welt zu erklären.

Was ist in Deinen Augen eine richtige Diskussion, dass der andere mundtot gemacht wird und am Ende sagt, dass er sich geirrt hat?
Ich gebe mal zu bedenken, dass Du es warst, der gesagt hat, in Deutschland wollen mehr Leute auswandern als in anderen Ländern.
Als ich dem zustimmte und meinte, dass ja auch viele Leute mit D unzufrieden sind, da sollte es plötzlich nicht mehr sein.
Für mich ist Diskussion auch, dass man die Meinung des anderen toleriert und dass man auch akzeptiert, dass jeder andere Erfahrungen gesammelt hat, die er in einer Diskussionsrunde schildert, ohne dass die anderen Teilnehmer ihm seine Erfahrungen absprechen wollen. Und auch, dass gleiches Recht für alle gilt und nicht, dass einer stöhnen und schimpfen darf, der andere aber hat den Mund zu halten.


Du bist, wie gesagt, frei, hier zu äußern was du möchtest - unter der Gefahr, dass du Erwiderungen erhältst, die du nicht möchtest.
Ich erwarte gar nicht, dass du mit mir einer Meinung bist, und spreche dir auch deine Erfahrungen nicht ab.

Jedoch kannst du nicht erwarten, dass ich mit deinen Ansichten konform gehe, nur weil du älter bist.

Dazu gehört auch, dass jemand, der gute Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem in Schweden gesammelt hat, dieses hier auch schildern darf.


Sicherlich darf er das - nur ist es das in rund 160 Beiträgen kaum vorgekommen. Ich würde gerne mal lesen, dass jemand seinen Zehnagel in 7 Tagen operiert bekommen hat. Oder dass schon am Tag nach der Überweisung der Termin für den Augenarzt im Briefkasten lag.
Es ist leider nur recht unwahrscheinlich, dass das passieren wird - und zwar ganz einfach deswegen, weil solche wunderbaren Dinge leider selten in Schweden passieren.

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon HeikeBlekinge » 19. Mai 2009 15:33

Erstmal vorweg:
Ich kann mich hansbears und Janas letzten Postings zu 100% anschliessen. Besonders hansbears vorletztem.
Ich blicke nicht so ganz durch von was Du uns hier ueberzeugen möchtest, Aelve! Als Diskussion empfinde ich das leider nicht. Natuerlich gehört dazu das man die Äusserungen anderer akzeptiert - aber wer tut das hier nicht? wo und wann?

z.B.

Und meine Meinung ist eben die, dass ich meine, dass es seltsam ist, wenn ich als Einwanderer in ein anderes Land gehe und mich hinterher beschwere, dass die Bevölkerung eine andere Mentalität hat, das als Beispiel.


Beschweren wir uns "hinterher"wenn wir offen und ehrlich von unseren Erfahrungen reden? Erfahrungen, Erlebnisse die halt ihre Zeit brauchen weil man nicht von heut auf morgen alles mitbekommt, es durchschaut?
Das habe ich so noch nie gesehen! Und ich muss zugeben ich werde leicht säuerlich das mir deshalb der Mund verboten werden soll weil ich als AUSLÄNDER in einem anderen Land mich nicht zu beschweren habe? Nennt man soetwas Demokratie??
Missstände anzuprangen ist der erste Schritt um sie ändern zu können.
Ich bin ueberzeugt davon, das sich ueber kurz oder lang die Verhältnisse im Gesundheitssystem hier ändern (muessen). Dazu tragen Menschen wir wir (Ausländer) bei, weil wir andere Erfahrungen, Ansichten mit einbringen können.
Der Schwede selbst ist gewohnt - ueber Jahrzehnte - im grossen und ganzen alles hinzunehmen was ihm vorgesetzt wurde. Erst seit er dabei ist zu lernen ueber seine Grenzen hinweg zu schauen, merkt er allmählich das es auch anders sein kann. Davon bin ich ueberzeugt. Denn Integration bedeutet nicht nur Anpassung von einer Seite aus!


Aber man kann nicht davon ausgehen, nur weil eine Person mal gescheitert ist bei der Auswanderung, dass dann jede andere Person auch scheitert.




WER sagt das und WO/WIE?
Du nennst es scheitern wenn man etwas anprangert? Meinst du nicht, Christa, das das eine sehr gewagte Äusserung ist? Noch dazu sehr subjektiv?

Die Erfahrungen bezuegl. des schwedichen Gesundheitssystemes die hier bisher aufgefuehrt wurden – zumeist sogar ueberwiegend persönliche! - kannst du nicht als gescheitert oder als individuelle Einzelfälle abtun! Das geht einfach nicht!
Eine Reaktion, welche da einer Diskussiun wuerdig wäre, ist vielleicht die Nachfrage nach dem ”warum”. Warum empfinden wir dieses oder jenes als negativ, ja teilweise als beängstigend. Wie äussert sich soetwas. In dieser Form!
Nicht mit: ”Dann seit ihr halt mit falschen Erwartungen in ein Land gekommen, denkt zu deutsch oder seit ständig unzufrieden mit dem was ihr habt” Das sind pure Angriffe, Christa! Oder ”Dann tut doch etwas anstatt hier rumzumeckern!” Ja, denkst du denn das Leben besteht nur daraus das man sich hier im Forum ”auslässt”? Ich persönlich rede viel mit Schweden ueber solche Themen weil ich einfach versuchen will herauszufinden warum manches so ist oder wie sie dazu stehn, was man tun könne. Das ist sehr zäh, und denk mal nicht, das da die Schweden gerade da auf den Ausländer gewartet haben der ihnen erklärt wie was abzugehen hat! Aber immerhin kan man Denkanstösse geben! Mehr erwarte ich da momentan gar nicht. Und da denke ich schon, das es vielen hier nicht anders ergeht.
Du versuchst ständig zu definieren weshalb wir uns ”beschweren”, weshalb Schweden etc hier im Forum ständig irgendwie mies gemacht wird. Da solltest du dich nicht wundern, wenn so mancher nicht mehr so gelassen reagiert. Denn mit gescheiterten Existenzen verglichen zu werden die nicht das bekommen haben was sie wollten, evtl. weil sie zu hohe Erwartungen oder sonstwas haben und einfach nicht kapieren wollen das in D alles ja noch viel, viel schlimmer ist macht keine Freu(n)de! Du tutst das! (Ich lese das mittlerweile so bei dir, und du weisst, das ICH sehr viel Wert darauf lege das richtig gelesen wird!)
Schweden h a t seine miesen Seiten. Das ist unabänderlich!

Für mich ist Diskussion auch, dass man die Meinung des anderen toleriert und dass man auch akzeptiert, dass jeder andere Erfahrungen gesammelt hat, die er in einer Diskussionsrunde schildert, ohne dass die anderen Teilnehmer ihm seine Erfahrungen absprechen wollen.



Aber genau das tust du selbst doch, wenn du schreibst wir wollen nur miesreden oder uns beschweren! Ich bitte dich Christa! Ueberdenk das doch einmal! Akzeptier DU doch bitte einmal, das unsere Erlebnisse in diesem Land Tatsachen sind! Keine gescheiterten Auswanderungen, keine zu hohen Erwartungen, keine verklemmten Individuen … Schlichtweg: Persönliche Erfahrungen!

Etwas nicht äussern, es zu verschweigen, es totschweigen, das ist genauso schlimm wie die Sache selbst. Und genau deswegen sollte man negative Erfahrungen nicht mit beschweren gleichsetzen!

Und mal ganz ehrlich, Christa: Deine negativen Erfahrungen im Bezug auf Deutschland sind doch dann auch nichts anderes als Beschwerden, oder? Meinst Du nicht, das da der Vergleich in der Waagschale stimmt?
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon HeikeBlekinge » 19. Mai 2009 15:42

....ich lasse jedem seine Meinung, aber trotzdem mußt Du mir auch zugestehen, wie einigen anderen Kritikern auch, dass man bei ständigem Wehklagen, wie schlecht es doch in Schweden alles ist, mal hinterfragt, wie das angehen kann und ob es nicht auch an Deiner Mentalität liegt, die nicht schwedengeeignet zu sein scheint.


Genau DAS meine ich, Christa!

Das ist ganz schön harter Tobak!
Sagt hier jemand zu dir du bist "Deutschland-untauglich" weil du halt da schlechte Erfahrungen gesammelt hast?
Ich persönlich sehe es 1. nicht ein, als nicht schwedengeeignet betrachtet zu werden, nur weil ich am System dieses oder jenes nicht gutheissen kann, einfach weil es nicht gutzuheissen ist! Und 2., weil ich Mensch bin, und nicht in irgendeine Schublade mit Schweden oder auch Deutschen geworfen werden möchte, weil ich mich nämlich schlichtweg mit keiner Nation identifiziere!
Betrachte bitte deine Äusserungen mal näher!
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Aelve » 19. Mai 2009 15:49

Hallo Heike,

was Du bei mir anprangerst, das tut Ihr genau in dem Maße, in dem hier Leute, die wagen zu sagen, sie möchten aus irgendwelchen Gründen aus Deutschland auswandern, diesen sofort Unwissenheit und Blauäuigkeit sowie Bullerby-Denken vorwerft.
Nur da Ihr ja schon ausgewandert seid, da dürft Ihr das? Ihr dürft anderen sagen, in D ist alles super, was wollt Ihr hier in Schweden, da ist ja eh alles nicht so toll. So kommt es leider bei mir an und da stehe ich mit meiner Meinung nicht alleine da. Alle die sich hierüber beschweren, dass in diesem Forum wohl nur noch Personen schreiben, die kein gutes Haar an Schweden lassen, denen wird sofort über den Mund gefahren.

Das ist dann wohl richtig, da Ihr ja so gut Bescheid wißt, wie es in Schweden ist. Sobald ich etwas hier schreibe, dann seid Ihr paar Peoples abwechselnd auf dem Plan, da es ja nicht angehen kann, dass es auch positive Erfahrungen von bereits Ausgewanderten gibt.
Ich will niemanden überzeugen, nach Schweden zu gehen, aber Ihr solltet auch aufhören, Euch darüber auszulassen, dass Ihr hier Richter darüber sein wollt, wer Probleme und in welchem Land haben darf.

Gruß Christa
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon HeikeBlekinge » 19. Mai 2009 16:06

Tvärtom - precis, Christa!
Zur Erinnerung: ICH finde so etliches an D sch.... und bin genau deswegen nach S gegangen. Deswegen lasse ich mir noch lange nicht unter die Nase reiben ich sei hier gescheitert weil ich mit dem Gesundheitssystem nicht klarkomme!
DU hast Bullerbyn-Vorstellungen, davon bin ich leider mittlerweile ueberzeugt.
Aber wenn man andere davor warnt, das einem in Schweden bzgl. des Gesundheitssystems etwas unangenehmes erwarten könnte, sehe ich in keinerlei Weise das dann Auswanderwilligen ausgeredet wird herzukommen, geschweige denn ihnen Bullerbydenken unterstellt wird. Solch ein Unsinn!
Und wenn hier mittlerweile so viele - und sogar ich! - deine Bemerkungen kritisieren, solltest Du vielleicht doch langsam anfangen ueber sie nachzudenken!
Ich weiss, es verlangt unheimlich viel Mut sich selbst etwas einzugestehen.
Wahrscheinlich ist das der schwerste Berg den man ueberhaupt besteigen kann! Glaub mir, da spreche ich aus Erfahrung.
Dir trotzdem alles Gute weiterhin im Leben.
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon blueII » 19. Mai 2009 16:31

schade, wiedermal ein sehr informativer Thread gesprengt....

Applaus Christa

und viel Spaß in 10 Jahren in Schweden mit deutscher Adresse und deutscher Krankenkassenkarte


und wenn es kalt und dunkel wird in Schweden...schnell retour ins deutsche warme Nest.


Dies ist zwar unangebrachte Ironie, aber alle anderen haben schon sehr gut argumentiert und versucht sich zu erklären.
Aber sie sind alle abgeprallt und ins Kreuzfeuer genommen worden.
Also spare ich mir meinen Atem.
Vielleicht erhalten ja HeikeBlekinge´s eindringliche Worte Gehör, aber auch das wage ich zu Bezweifeln.

Inspiriert von einzelnen Angaben in diesem Thread habe ich, denke ich, eine gute Lösung für unsere familäre ärtzliche Versorgung bekommen. Danke schön, dafür.

Vielleicht sollten wir alle unsere Nerven schonen und die wiederholend unangemessenen, themensprengenden, beleidigenden Einwürfe unserer lieben Christa übergehen und bei unseren Unterhaltungen bleiben.

Frei nach dem Motto..."schenk der nächsten Parkuhr 10 Cent" :wink:

Heike

PS noch ein kleiner Nachtrag an Jana:
stimmt was Du schreibst...glückwunsch zu Eurer "besonderen" Region....lag mir schon die ganze Zeit auf den Lippen bzw. in den Fingern :wink:

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Samweis » 19. Mai 2009 16:33

Hallo Aelve,

bei all' dem "Ihr" und "Eure Erfahrungen" fühle ich mich hier:
Aelve hat geschrieben:Hallo Heike, hej Samweis,

mal direkt angesprochen, lese Dein Posting - und finde keinen Bezug zu meinem vorhergehenden Posting.

Statt dessen finde ich:
Aelve hat geschrieben:Warum ist seit einiger Zeit in diesem früher so liebenswerten Forum in Schweden nur noch alles mies? [...]
ich kenne mich schon ganz gut aus[...]
ich selber war in Schweden noch nie in irgendeiner Behandlung,[...]
dass Deutschland eine Bananenrepublik ist, [...]
weiß ich wovon ich spreche und woher meine Meinung kommt. [...]
nur weil eine Person mal gescheitert ist bei der Auswanderung, [...]
ob es nicht auch an Deiner Mentalität liegt, die nicht schwedengeeignet zu sein scheint. [...]
aber wenn es - das ist meine persönliche Meinung - nur noch um das Schlechtreden eines Landes geht [..]
dieses tägliche Gejammer um ein angeblich schlechtes Leben in Schweden. [...]
dass Ihr hier Richter darüber sein wollt,[...]
Gibt es nicht ein Forum in Schweden, wo man seine täglichen Sorgen, seine Kümmernisse, seine täglichen Probleme mit anderen diskutieren und besprechen kann? [...]

Hmmmm, ist es möglich, dass es Dir hier gar nicht darum geht, anderen Deine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem mitzuteilen?
Sondern dass Du vielleicht etwas ganz anderes aussagen möchtest?

Ich denke, dass Dietmar in seinem Schweden-Forum zur Not auch noch Platz für einen Thread hat, in dem Du Deine täglichen Sorgen, Deine Kümmernisse, Deine täglichen Probleme in D mit anderen diskutieren und besprechen kannst.

Schließlich wirst Du dort ja einigen Zuspruch finden:
Aelve hat geschrieben: Und hier bin ich mit meiner persönlichen Meinung bei weitem nicht alleine. [...]
wie einigen anderen Kritikern auch [...]
da stehe ich mit meiner Meinung nicht alleine da. [...]

Legitimation durch andere... ganz übel... ist mir in diesem Ausmaß seit 40 Jahren nicht mehr begegnet

Und wenn Dein Thread gar zu einsam wird, werde ich mich gerne dort beteiligen.

Viele Grüße

Samweis

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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon janaquinn » 19. Mai 2009 16:49

Ich sehe es wie Heike, auch ich sehe nicht, dass auf den Punkt gebrachte Kritik etwas mit Scheitern zu tun hat und ich würde es mir verbitten, unsere Auswanderung als gescheitert zu betrachten, nur weil ich einige Sachen, welche mir nunmal quer im Magen liegen anspreche.
Wenn man nach nur 2 Jahren in einem Land sich ein komplett anderes Leben aufgebaut hat, nachdem man ohne kaum einen Cent in der Tasche, ohne Möbel und nur mit seinem Träumen bewaffnet auswandert, dann kann es entweder fürchterlich schief gehen oder ab auch, wie bei uns, ein sehr schwerer Beginn, ein durchwachsenes Mittelfeld und dann eine, hoffentlich, gute Zukunft geben.
Und ich habe in den letzten WOchen kaum irgendwo in einem Thread gelesen, dass die Foris jemanden ein Bullerbü-Syndrom vorgeworfen haben, vielmehr waren es wie immer grundlegende Info´s, welche Hand und Fuss hatten.

Nach 2 oder mehr jahren im Land ist nun einfach der helle Glanz des Beginn´s weg und es ist alles Normalität geworden, aber an Sachen, wie ewig auf einen Arzttermin warten, kann und darf keine Normalität sein.
Und wie kann man ein Gesundheitssystem als absolut positiv bewerten, wenn man es selber garnicht kennt, wenn man nie einen Fuss in ein schwedisches Vårdcentral gesetzt hat?? Das ist, als wenn ich das Amerikanische System in den Himmel hebe, obwohl ich noch nie in meinem Leben in den Staaten war.
Zum Thema Ausländer und die "Klappe halten": Welch ein Schmarr´n, mein Mann ist sowohl in Schweden als auch in Deutschland Ausländer und er hat nirgendswo seine Meinung verheimlicht. Warum sollte er auch? Schliesslich arbeitet er, zahlt seine Steuern und hat einen Kopf mit dem er denken und einen Mund mit dem er reden darf. Integration beginnt mit der Akzeptanz von Meinungen Andersdenkender, egal ob Schwede, Deutscher, Amerikaner oder was auch immer....
Zum Thema "Bananenrepublik" werde ich mich erst garnicht äußern, denn es sind schlicht und ergreifend Stammtischparolen, die ich als Gebildeter und Belesener Mensch erst garnicht in den Mund nehmen würde, schon garnicht in Bezug auf Deutschland oder irgendein anderes halbwegs zivilisiertes Land...
Zumal es eine Beleidigung einem Grossteil meiner Familie in Deutschland ist, die im Öffentlichen Dienst arbeiten und keineswegs korrupt sind, sondern hartarbeitende und ehrliche Menschen, sowie 99,9 % ihrer Kollegen.

Und nochmal zum Gesundheitssystem:
Wenn ich in Deutschland morgens mit Zahnschmerzen aufwache, kann ich zum nächsbesten Zahnarzt gehen und werde als Akkuttermin betrachtet, zahle 10,-€ Praxisgebühr und werde so behandelt, wie ich es will. Bin ich mit der Behandlung nicht einverstanden, kann ich aufstehen und zum nächsten Zahnarzt gehen.
In Schweden habe ich diese Möglichkeit nicht, da muss ich hoffen innerhalb von 10 Tagen einen Akkuttermin zu bekommen, im Norrland paradiesische Vorstellungen, und dann werde ich nicht so behandelt wie ich es wünsche, sondern wie der Arzt es für richtig hält. Ausweichmöglichkeiten habe ich keine, da es beim nächsten Arzt wahrscheinlich ähnlich aussieht.
Aber es ist nunmal so, dass eine Wurzelbehandlung von der F-Kassa besser bezahlt wird, als einen Zahn zu ziehen...

Man kann nur hoffen, dass die Schwedische Regierung endlich ihre Verantwortung sieht und Reformen auf den Weg bringt, denn so kann es nicht weitergehen...weder für die Patienten noch für die Ärzte

In diesem Sinne
JANA....möge die Schlacht beginnen :twisted:
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk

Samweis
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Re: Meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem

Beitragvon Samweis » 19. Mai 2009 17:20

Hallo,

um das Ganze mal etwas aufs Thema zurückzuführen, hier meine Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem.
- ich werde mir auch Mühe geben, keine gotteslästerliche Kritik am Paradiese vorzubringen -

Tatsächlich haben meine Familie und ich keine negativen Erfahrungen mit dem schwedischen Gesundheitssystem. Allerdings auch keine beeindruckend positiven.
Da liegt daran, dass keiner von uns in den letzten 10 Jahren ernstlich krank war und wir uns, nachdem wir in mehreren Ländern gelebt und gearbeitet haben, sehr genau überlegen, wohin wir mit welchen Anforderungen oder "Aufträgen" gehen.

So kann ich z.B. mit einem schwedischen Arzt prima diskutieren, wie Spulwurm-Eier auf schwedisches Biogemüse kommen (wird hier etwa mit menschlichen Fäkalien gedüngt?). Einen deutschen Arzt könnte ich da vergessen - der hätte kein Verständnis und würde mich eher überrascht fragen, wo ich denn Urlaub gemacht habe.

Zahnbehandlung in Schweden? Ein Blick auf die Ruinen 40jähriger Schweden in der Nachbarschaft erinnert mich zu sehr an 80jährige Rumänen in den Nord-Karpaten, als dass ich das riskieren würde. Beide lächeln mit gleichermaßen überschwänglicher Freundlichkeit.

Da einer meiner Nachbarn 9 Monate auf eine Augenoperation warten musste (war ja nicht so wichtig, nur Netzhautablösung 8) , der halbblinde Mann fuhr dann 500km weit zur Behandlung mit dem Auto), werde ich in solchen Fällen die Landesflucht antreten - wie in einigen anderen Ländern dieser Welt auch. Dabei hilft eine zusätzliche private Krankenversicherung mit weltweiter Deckung und (damit es nicht unerschwinglich wird) hohem Selbstbehalt.

Meine Meinung zur allseits beliebten Frage: Welches System ist besser?
Mit fällt kein sinnvoller, begründbarer Einwand dagegen ein, dass
- in Deutschland, ... und USA die Zugänglichkeit von Ärzten größer ist,
- in Deutschland, ... und USA die Wartezeiten geringer sind,
- in Deutschland, ... und USA die Wahlfreiheit und die Einflußmöglichkeit auf die Behandlung größer ist.
Dagegen bezahle ich in D grundsätzlich bei exakt gleicher Leistung das 2,3fache des normalen Tarifs, und die hohe Zugänglichkeit verteuert das Gesundheitssystem. Allerdings ist D in einer Situation, in der eine Herabsetzung der Versicherungsleistungen dazu führen würde, dass der verwöhnte Deutsche nicht mehr zum Arzt geht (er könnte ja etwas bezahlen müssen), was entsprechend negative Auswirkungen auf die Volksgesundheit hätte.
Wobei in anderen Ländern bei geringerer Leistungspflicht der Krankenversicherungen die Gesundheitsausgaben pro Kopf eher höher sind - dort ist man also nicht so geizig wenn's um die eigene Gesundheit geht.

Fazit: Sowohl schwedische Bevormundung des Kranken als auch deutsche all-inclusive Mentalität sind Folgen eines allzu großzügig gedachten Sozialstaates. Der Schwedische ist Anfang der 90er vor den Baum gefahren, der Deutsche gibt noch Gas.

Viele Grüße

Samweis


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