Meine Auswanderung - meine Gedanken dazu

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Petergillarsverige
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Re: Meine Auswanderung - meine Gedanken dazu

Beitragvon Petergillarsverige » 14. Januar 2017 19:04

Schweden ist nicht nur ein schönes Land - das ist ein Virus!

EuraGerhard
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Re: Meine Auswanderung - meine Gedanken dazu

Beitragvon EuraGerhard » 15. Januar 2017 22:27

Keiler23 hat geschrieben:Wie funktioniert dieser Nachweis dem saktteverket gegenüber, einfach mit einem Kontoauszug winken, oder eher die jährliche Steuererklärung vorlegen? Und dann beglaubigt übersetzt ins schwedische - so wie es wahrscheinlich hier wäre, oder reicht dazu eine mündliche Erklärung?

Ich weiß es nicht sicher, denn ich bin als normaler Angestellter mit unbefristetem Arbeitsvertrag bei einer schwedischen Firma ins Land gekommen. Aber wenn ich mir die entsprechende Seite beim Skatteverket so durchlese, dann sieht es so aus, als ob Kontoauszüge ausreichen.

Keiler23 hat geschrieben:Es gibt tatsächlich Länder, in denen noch abstrusere Bauvorschriften herrschen als hier?? Zugegebenermaßen hat' ich mir das dann leichter vorgestellt, als erstmal das schwedische Gesetz oder Richtlinie zur Wärmedämmung zu studieren :mrgreen:
Habt Ihr da ad hoc einige Lesetipps fürs Selbststudium parat?

Ja! Hat allerdings nur 157 Seiten und ist auf Schwedisch: Klick!

Ab Seite 136 findest Du hier die Vorschriften zum Energieverbrauch. Der maximal zulässige Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser richtet sich nach der Heizungsart und der Klimazone. Bei uns zum Beispiel - elektrische Wärmepumpe, also "Elvärme", Klimazone III und Einfamilienhaus, sind das derzeit maximal 55 kWh/m²/a ("Kilowattstunden pro Quadratmeter pro Jahr"). Für die Baugenehmigung muss dieser Wert für das geplante Haus von einem Sachverständigen berechnet werden. (Unser Sachverständiger hat damals für unser Haus 36 kWh/m²/a errechnet, tatsächlich verbrauchen wir sogar nur ca. 28 kWh/m²/a.) Västerbotten wäre allerdings Klimazone I, da sind maximal 95 kWh/m²/a zulässig.

Insgesamt habe ich aber schon den Eindruck, dass zumindest die zentralstaatlichen Bauvorschriften in Schweden relativ vernünftig und durchdacht ist. Problematisch könnte sein, dass die Kommunen hier relativ viel Spielraum für eigene Vorschriften haben. Wenn man Pech hat und die eigene Kommunalverwaltung sich hier mit irgendwelchen Sonderwünschen profilieren will, dann muss man das entweder schlucken oder auf Risiko spielen und vor Gericht ziehen. (Noch problematischer wird es, wenn man für die eigene Baugenehmigung einen Sachbearbeiter zugewiesen bekommt, der sich als kleinkarierter Korinthenkacker herausstellt und der zwecks Durchdrücken seiner eigenen Vorstellungen auch schon mal rechtliche Vorgaben ignoriert. Ich spreche da aus Erfahrung ...)

Dein Plan, erst mal ein kleineres Objekt als "Sprungbrett" zu erwerben, ist sicherlich eine gute Idee.

Wir hatten halt damals Glück: Wir waren mit einem Stapel von Maklerangeboten nach Uppsala gereist. Noch während wir unterwegs waren, trieben sich zwei Bieter für das Objekt, für dass wir uns am meisten interessierten, gegenseitig dermaßen in die Höhe, dass ich kurz nach der Landung in Stockholm mein Handy gezückt und mein Angebot zurückgezogen habe. (Das waren möglicherweise Strohmänner, die im Auftrag des Verkäufers den Preis hochtreiben sollten.) Alle anderen Besichtigungen waren auch nicht wirklich das Wahre: Mal stellte sich heraus, dass die angeblich total verkehrsarme Landstraße vor der Tür eine Haupteinfallstraße nach Uppsala war. Mal steckte so viel Schimmel in den Wänden, dass es mich sofort rückwärts zur Tür wieder hinaustrieb. (Ich bin da allergisch.) Und als wir schließlich (mit dem Bus) zu einem weiteren Objekt hinausfuhren, sahen wir in einer Zweigstraße noch ein paar Maklerschilder stehen. Die wollten wir uns am nächsten Tag noch einmal anschauen. Das taten wir auch, wir gingen die Straße hinter, und beim letzten zu verkaufenden Grundstück am Ende der Straße sahen wir uns an und wussten: Das ist es! Also Handy gezückt, Makler angerufen, Termin vereinbart, und gekauft. Da wohnen wir jetzt.

MfG
Gerhard

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Re: Meine Auswanderung - meine Gedanken dazu

Beitragvon Hanna » 16. Januar 2017 13:39

Oh ja, Korinthenkacker beim Bauamt! Mit so einem mussten wir uns auch rumärgern.
Sein Steckenpferd war "Säker vatten". Der hat, unter anderem, bis zu den Knien in unserem Spülenunterschrank gehangen, um zu sehen, wie die Wasserleitungen verlegt sind und ob auch unter Kühlschrank, Spülmaschine und Spülenunterschrank diese Plastikwannen liegen.
Jetzt haben wir gehört, dass er wegen Burn-out nicht mehr arbeitet! :roll:

Gruß Hanna

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Re: Meine Auswanderung - meine Gedanken dazu

Beitragvon Auswanderer » 23. Januar 2017 13:26

EuraGerhard hat geschrieben:Doch, ich schon. War allerdings in Italien.


Ich habe auch Pizza in Italien gegessen, auch in der bekanntesten und besten Pizzeria in Bologna. Die aus dem Imbiss in Schweden war besser.
Alla dessa dagar som kom och gick, inte visste jag att det var livet.

---Stig Johansson

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Re: Meine Auswanderung - meine Gedanken dazu

Beitragvon Keiler23 » 13. Februar 2017 10:24

So, in der zweiten Fallstudie muss ich berichten, dass der Test in einer zweiten Pizzeria zwar wieder zu Gunsten Schwedens Pizzabäcker ausgefallen ist, kam jedoch nicht an die erste ran :D
Nein, wir leben nicht nur von Pizza :mrgreen:

Unsere zweite Besichtigung neigt sich dem Ende, nun bin ich wieder mit neuen Gegebenheiten konfrontiert, und versuche diese jetzt hier einigermaßen geordnet wieder zu geben.

Ich hörte, dass es schwedische websites gäbe, die allein aufgrund der Lage und Größe ( die ja stets wohlbekannt sind im weltoffenen Schweden ) einen geschätzten Wert der Liegenschaft abbilden. Kann dies hier jemand bestätigen und wenn ja, mir bitte einen Verweis zukommen lassen?
Vergleichsweise zu Deutschland und insbesondere NRW fällt mir da spontan BORIS NRW ein, welches einen Überblick zu Boden,- und Immobilienrichtwerten liefert.

Mir ist der Onlinedienst zu den Slutprises der Liegenschaften bekannt, spannend finde ich allerdings allemal, wie innerhalb weniger Jahre solche Preissteigerungen zu stande kommen.
Mir fehlt bedauerlicherweise die entsprechende Erfahrung zu Preissteigerungen schwedischer Immobilien.

Was ich allerdings als sicher erachte ( alles im Bezug zu Nordschweden )

- In den letzten Jahren scheinen vermehrt "Ausländer" den Immobilienmarkt zu leeren.
( Sorry für diese Ausdrucksweise, bei meinen - zugegeben - wenigen Besuchen dort, war die einzige Konstante herauszuhören, dass ach so viele deutsche Familien in der näheren Umgebung wohnen.)
- Seegrundstücke sind besonders beliebt
- Kleinere Liegenschaften ( von einigen 1000m² bis wenigen hektaren ) sind auch gefragt
- Vielen Einheimischen die dort dauerhaft, in ländlicher Umgebung wohnen, sind Zustand/Komfort fremd; praktisch/zweckmäßig muss es halt sein sein!
Wir sind dieses mal mit dem Auto dort hin, und haben dementsprechend auch deutlich mehr gesehen. Ich unterstelle jetzt einmal pauschal, dass wenn ein Haus 50 Jahre oder älter ist, es von außen aussieht wie Dresden '45, es innen nicht besser ist...

Nun die Frage: Ist der nordschwedische Immobilienmarkt ( für kleinere Anwesen/Höfe ) tatsächlich so astronomisch explodiert, dass innerhalb weniger Jahre bishin zu einem Jahrzent nach Erwerb ein Aufschlag bis 400% auf den damaligen Kaufwert realistisch ist??? Irgendwie mangelt es mir an Vorstellungskraft, Nordschweden mit Frankfurt zu vergleichen.

Ich vermute fast, dass es sich um reine Dummenaufschläge für Ausländer handelt :roll:
Korrigiert mich bitte, sollte ich mich irren.

Ich würde gerne noch eine Frage aus einem meiner ersten Postings wiedeholen:
Lohnt es sich, einen Makler mit der Suche zu beauftragen, oder landen ohnehin alle Angebote bei hemnet.se und Konsorten?

Absolut positiv in Erinnerung geblieben ist die Freundlichkeit und insbesondere die Hilfsbereitschaft, die uns nach einem nächtlichen Ausrutscher in einer Kurve widerfahren ist.
Hier noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle Schweden, die Mentalität dort oben und den unbekannten Bauern mit seinem dicken Fendt!!! :danke: :danke:

Grüße

Mit freundlichen Grüßen

EuraGerhard
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Re: Meine Auswanderung - meine Gedanken dazu

Beitragvon EuraGerhard » 13. Februar 2017 11:24

Keiler23 hat geschrieben:Mir ist der Onlinedienst zu den Slutprises der Liegenschaften bekannt, spannend finde ich allerdings allemal, wie innerhalb weniger Jahre solche Preissteigerungen zu stande kommen.
Mir fehlt bedauerlicherweise die entsprechende Erfahrung zu Preissteigerungen schwedischer Immobilien.

Wenn Du damit die Preissteigerungen vom ursprünglichen Angebotspreis bis hin zum Slutpris meinst, dann hat das wohl vor allem zwei Gründe: Erstens stellen manche Makler gerne mal Lockvogelangebote auf ihre Seiten, und wenn sie einen potenziellen Käufer erst mal an der Angel haben, dann wird an der Preisschraube gedreht. Und zweitens werden dann während des Budgivning-Verfahrens gerne auch mal (oft über Strohmänner) Scheinangebote abgegeben, nur um den Preis hochzutreiben.

Darüber hinaus gibt es aber auch eine allgemeine, erhebliche Preissteigerung bei Immobilien, die schon seit einigen Jahren nicht mehr nur auf den Umkreis der großen Städte begrenzt ist, sondern mehr und mehr auch die entlegenen Gegenden Nordschwedens erfasst.

Keiler23 hat geschrieben:- In den letzten Jahren scheinen vermehrt "Ausländer" den Immobilienmarkt zu leeren.

Wenn Du dabei, bezogen auf Nordschweden, auch die Südschweden als "Ausländer" rechnest, dann trifft das sicherlich zu. :wink: Richtig ist aber auch, dass gerade bei Ferienhäusern und -grundstücken der Markt in Süd- und in zunehmendem Maße auch in Mittelschweden weitgehend leergefegt ist, die Käufer weichen also mehr und mehr nach Norden aus.

Keiler23 hat geschrieben:- Seegrundstücke sind besonders beliebt

Das war schon immer so.

Keiler23 hat geschrieben:- Vielen Einheimischen die dort dauerhaft, in ländlicher Umgebung wohnen, sind Zustand/Komfort fremd; praktisch/zweckmäßig muss es halt sein sein!

Auch nichts Neues. Hinzu kommt, dass in Nordschweden, abgesehen von wenigen Ausnahmen wie z.B. Umeå, der Altersdurchschnitt in der permanent wohnenden Bevölkerung sehr hoch ist und überdies oft auch das Geld nicht so locker sitzt. Da wird dann z.B. die Kücheneinrichtung aus den 1950ern gerne noch weiter benutzt.

Keiler23 hat geschrieben:Nun die Frage: Ist der nordschwedische Immobilienmarkt ( für kleinere Anwesen/Höfe ) tatsächlich so astronomisch explodiert, dass innerhalb weniger Jahre bishin zu einem Jahrzent nach Erwerb ein Aufschlag bis 400% auf den damaligen Kaufwert realistisch ist??? Irgendwie mangelt es mir an Vorstellungskraft, Nordschweden mit Frankfurt zu vergleichen.

Ich vermute fast, dass es sich um reine Dummenaufschläge für Ausländer handelt :roll:

Tatsache ist: Die Preise sind in den letzten Jahren explodiert, und sie steigen weiter. Man spricht hier in Schweden längst schon von einer Immobilienblase und befürchtet, dass diese in nicht allzu ferner Zukunft platzt. Eine, wenn auch sicher nicht die einzige, Ursache dafür ist, dass sog. ablösefreie Hypotheken hier bis vor kurzem nahezu der Standard waren und es überdies für Hypothekenzinsen großzügige steuerliche Absetzmöglichkeiten gab bzw. gibt.

Keiler23 hat geschrieben:Lohnt es sich, einen Makler mit der Suche zu beauftragen, oder landen ohnehin alle Angebote bei hemnet.se und Konsorten?

Meine Meinung: Nein!

Denn erstens geht in Schweden praktisch kein Immobilienverkauf ohne Makler über die Bühne. Falls eine Immobilie nicht unter der Hand an Verwandte oder Bekannte verkauft wird (und davon bekommst Du so oder so nichts mit), so wird der Verkäufer praktisch immer einen Makler beauftragen. Und dann landet das Angebot tatsächlich bei hemnet & Co. Zweitens gilt in Schweden bei Maklern ein striktes Bestellerprinzip, d.h. wer den Makler beauftragt, bezahlt ihn auch. Wenn Du also einen Makler mit der Suche beauftragst, musst Du ihn dafür bezahlen, dass er Dir aus seinem - i.d.R. ohnehin bei Hemnet veröffentlichten - Angebot Objekte zuschiebt. (Für deren eventuellen Verkauf er dann zusätzlich auch noch den Verkäufer zur Kasse bittet.)

Gerade wenn ein älteres Objekt erworben werden soll, ist es viel wichtiger, anstatt eines Maklers einen Bau-Sachverständigen (sog. Besiktningsman) zu beauftragen, der dann die Immobilie vor Vertragsabschluss gründlich auf Mängel abklopft.

MfG
Gerhard

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Re: Meine Auswanderung - meine Gedanken dazu

Beitragvon Keiler23 » 14. Februar 2017 09:41

Hallo Gerhard,

Ich meinte die Differenz zwischen dem "alten" slutpris und dem nun aufgerufenen Verkaufspreis. Der Weltoffenheit sei Dank, ist es ja kein Geheimnis zu erfahren, wieviel der aktuelle Besitzer dafür einmal zahlte. Dass diese Information nicht das Maß aller Dinge und nicht absolute Verhandlungsgrundlage ist, ist mir wohl bekannt.
Ungeachtet dessen, muss man für sich selber entscheiden, wieviel Aufschlag, bestehend aus (üblicher) "spekulativer" Wertsteigerung z.B. durch Nachfragesteigerung und Wertsteigerung aus tatsächlich geleisteten Investitionen gerechtfertigt sind.


Dann Danke auch nochmal für den Hinweis auf den besiktningsman, ja, erscheint mir sinnvoll.
Gibt es so etwas wie einen Immobilienspiegel in Schweden?

:danke:

Grüße, Torsten

unbekannt

Re: Meine Auswanderung - meine Gedanken dazu

Beitragvon unbekannt » 14. Februar 2017 12:08

In Schweden gibt es deutliche Anzeichen, dass die Immobilienblase zu platzen droht. Vermutlich 2018 oder 2019. Wann und ob weiß natürlich niemand. Aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch. Besonders bitter wirkt sich das für hochverschuldete Immobilienbesitzer der Großstadt-Regionen aus, die ihren gestiegenen Immobilienzins jeden Monat abbezahlen müssen. Dann droht eine Rezession wegen fehlender Binnennachfrage und die Abwertung der schwedischen Krone. In abgeschwächter Form sind auch Immobilien in strukturschwachen Gebieten betroffen. Gerade dort werden die noch wenigen vorhandenen Arbeitsplätze wegbrechen. Eine weitere Abwanderung droht, Schulen, Kindergärten, Einkaufsmöglichkeiten und Einrichtungen des Gesundheitswesens sind dann trotz Protestaktionen nicht mehr zu halten. Zahlreiche Artikel wie http://www.di.se/nyheter/experterna-da- ... dsbubblan/ und http://www.di.se/nyheter/professor-bopr ... att-falla/ zum Beispiel sprechen für diese Entwicklung. 2018 sind Wahlen. Bis dahin wird die schwedische Konjunktur noch mit allen möglichen Programmen durch eine zunehmende Haushaltsverschuldung und hilflosen Versprechungen gepuscht. Aber dann ist bald die Luft raus. Danach werden viele Menschen in Schweden um den Schlaf gebracht.

Wie viele aus unserem Bekannten- und Freundeskreis überlegen wir uns auch langfristig Schweden zu verlassen und auszuwandern, wenn wir in Rente gehen. Wir hatten viele schöne Jahre in Schweden, die wir im Leben nicht vermissen wollten. Die schwedischen Sommer sind ja wunderschön, aber die kalte Jahreszeit ist meistens kein Vergnügen.

In welches Land wir ziehen wollen, wissen wir noch nicht. Eventuell Italien, Spanien oder Südfrankreich. Eine romanische Sprache zu lernen trauen wir uns noch zu, da Grunkenntnisse vorhanden sind. Da diese Länder aus ökonomischer Sicht ungünstig sind und drohen aus der EU herauszufallen, müssen noch Vorkehrungen für eine eventuelle Rückwanderung nach Deutschland oder Schweden in Betracht gezogen werden. Italien wäre als Rentnerzuflucht interessant. Im Moment ist der Euro dort 30% überbewertet im Vergleich mit der Produktivität der Wirtschaft. Die Stimmung ist EU-feindlich in diesem Land. Nach einem Austritt Italiens würden dort die Immobilienpreise in den Keller gehen. Das sind so die Gedanken, die uns derzeit durch den Kopf gehen.

Ich will hier keine Horror-Szenarien verbreiten. Wir hatten aber schon in Schweden die Weltwirtschaftkrise ab 2008 hautnah erlebt. Damals hatten wir Glück mit sicheren Arbeitsplätzen, einem Finanzpolster und einer günstigen Immobilie gehabt. Wären wir nur ein paar Jahre später eingewandert, hätten wir wahrscheinlich Pech gehabt.

So - jetzt habe ich mir hier wahrscheinlich wieder bei einigen unbeliebt gemacht. Ist mir aber egal. Vernünftige Entscheidungen sind nicht immer angenehme Entscheidungen.

Vor über einem Jahr hatte ich hier mit meiner vorsichtigen Prognose über die Masseneinwanderung und den Einfluss fremder Kulturen recht gehabt. Eigentlich ist es noch schlimmer gekommen als ich dachte. Siehe Malmö! Oder das kleine verschlafene Vingåker im Nirgendwo, wo gleich 10 Autos in Flammen aufgingen. Damit hatte selbst ich nicht gerechnet. Und wenn der Innenminister Ygeman als eine weitere Maßnahme gegen die mordende Bandenkriminalität in Malmö allen Ernstes empfiehlt, man solle sich für 50 Kronen nicht mehr die Haare schneiden lassen oder nicht bilig mit dem Taxi fahren, dann fehlen mir die Worte. Wen kümmert es, der auf offener Straße Menschen abknallt, ob sein Friseur Steuern zahlt oder nicht. Ich kenne mein Schweden nicht mehr wieder.

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Re: Meine Auswanderung - meine Gedanken dazu

Beitragvon Swanhild » 23. Februar 2017 05:14

Guten Morgen, Volker.

Ich möchte mich zu deinem Beitrag kurz äußern.

Volker hat geschrieben:In welches Land wir ziehen wollen, wissen wir noch nicht. Eventuell Italien, Spanien oder Südfrankreich. [...] Da diese Länder aus ökonomischer Sicht ungünstig sind und drohen aus der EU herauszufallen, müssen noch Vorkehrungen für eine eventuelle Rückwanderung nach Deutschland oder Schweden in Betracht gezogen werden.


Was ich hierbei nicht verstehe ist, warum sollte man nach Schweden auswandern und wenn es da nicht gut läuft, nochmal woanders hin und wenn es da auch nicht gut läuft, zurück nach Deutschland. Gerade wenn es um die Kosten geht, scheint mir dein Vorschlag ein enormer Aufwand zu sein, von den verschwendeten Kosten mal abgesehen. Ich habe mehr als 10 Umzüge hinter mir, dank meiner Mutter. Das alleine war enorm stressig und sehr, sehr teuer. Im Ausland verkauft man vielleicht seine Möbel, wenn die noch jemand haben will, wenn es da um das Geld nicht mehr gut bestellt ist. Dann muss man im neuen Land wieder neue Möbel oder Gebrauchte kaufen. Wer weiß, wie es in Deutschland und anderen EU-Ländern finanziell aussehen wird. Diese ganzen Rücklagen würde ich lieber sparen und schauen, in eine andere Kommune zu ziehen. Wäre das keine Alternative? Was wäre mit Norwegen oder Finnland?

Beste Grüße.

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Re: Meine Auswanderung - meine Gedanken dazu

Beitragvon Gottfried » 23. Februar 2017 09:02

Volker hat geschrieben:So - jetzt habe ich mir hier wahrscheinlich wieder bei einigen unbeliebt gemacht. Ist mir aber egal. Vernünftige Entscheidungen sind nicht immer angenehme Entscheidungen.


Danke Volker ! Wie immer, mit offenen und klugen Beschreibungen! Ich finde das gut...... :D
Übrigens: Deutschland ist nicht sooooo schlecht. Wir sind bereits 2007 wieder "rückgewandert" und haben diesen Schritt nicht eine Minute bereut! Alles gute für Euch!
Viele Grüsse

:smt024 Gottfried :smt024

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