Mein erster Besuch in der Sprach Schule

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Aurora

Re: Mein erster Besuch in der Sprach Schule

Beitragvon Aurora » 27. Februar 2008 23:15

NI2012 hat geschrieben:... jetzt spreche ich vieeel besser als die meisten einwanderer die den SFI u svenska två hinter sich haben... Warum? weil ich egal wo ich war, einfach angefangen habe los zu babbeln :oops:
also leute einfach rausgehen und losreden, das ist nähmlich der bester sprachkurs.....


:supz:
Dem kann ich nur zustimmen, wer sich wirklich für die Sprache interessiert, eignet sich die Grammatik auch nebenbei zusätzlich an und liest in Büchern nach, um alles richtig zu machen. Aber dieses darf nie der Vordergrund sein, so wie ich es leider zu Beginn getätigt habe.
Automatisch, ohne diesen Druck fallen einem viel mehr Varianten ein , um etwas auszudrücken.Und man fängt nicht an, nach einem "bestimmten Wort" zu suchen, das einem gerade in dieser Sprache nicht einfällt. Vielleicht blockiert das Gehirn auch, wenn man so unter Druck daran geht?

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Imrhien
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Re: Mein erster Besuch in der Sprach Schule

Beitragvon Imrhien » 27. Februar 2008 23:20

Man darf allerdings nicht vergessen auch hin und wieder mal zu schauen wie es wirklicht richtig heisst. Viel Reden und sich trauen ist wichtig keine Frage. Aber es gibt genug Leute, die nach 5 und mehr Jahren im Land dann doch mal den SFI besuchen und palppern, plappern, plappern, aber soooo viele Fehler machen, dass es einem schwindlig wird.
Es ist toll, dass sie sich trauen. Aber es ist auch kein Wunder wenn die Schweden dann den Kopf schütteln und sich fragen wieso man es nach so viel Jahren nicht besser kann. Da geht es nicht um Aussprache oder ausgefeilte Grammatik, sondern um einfache Dinge.
Ich finde man muss das richtig Mittelmass finden. Kurse mit Anleitung und den Mut die Sprache täglich zu benutzen und damit zu arbeiten (sie als Werzeug nutzen).
Wenn man das schafft, dann macht es nichts wenn man am Anfang viele Fehler macht. Man merkt es selbst und verbessert sich dann durch den Kurs, bzw. den Lehrer.

Grüsse

Wiebke
(die grade ganz viele Bewerbungen schreibt, allerdings oft nur zum eigenen Testen... )

nysn

Re: Mein erster Besuch in der Sprach Schule

Beitragvon nysn » 28. Februar 2008 09:15

Meine Meinung zum Sprachenlernen ist, dass man eigentlich NIE aufhört zu lernen - täglich gibt es eigentlich etwas zu verbessern. Das Problem (bei mir) ist allerdings die Motivation, die von Zeit zu Zeit schwankt.
Schwedisch an sich fiel mir recht leicht - d. h. nach ca. drei Monaten konnte ich die Zeitung lesen und das meiste verstehen, mit dem Reden hat es etwas länger gedauert, da ich mich auch nicht getraut hatte, etwas zu sagen. Selbst das "hej" an der Kasse im Supermarkt hat mich anfänglich Überwindung gekostet.
Aber irgendwann muss man ja mal was sagen, und wenn das Eis erst mal gebrochen ist, dann "sprudelt die Quelle" sozusagen.
Fehler wird man immer machen.

Was mir aber aufgefallen ist, ist das die Schweden (natürlich wieder nicht alle) etwas mehr empfindlich sind gegenüber Akzenten. Wenn man mit wenig möglichst Akzent spricht, dann werden einem anscheinend auch mehr Grammatikfehler verziehen, d. h. die fallen dann wohl weniger auf. Die Kombination "starker" Akzent und "falsche" Grammatik führt wohl dazu, dass es dann heißt "die/der hat es nicht gelernt".

In einer "kurzen" Phase der "Hochmotivation" habe ich dann mal zwischendurch wieder einen Kurs bei "Folkuniversitetet" besucht, wo man lernen sollte, mehr "schwedisch" zu klingen. Dazu gab es dann auch eine CD-ROM zum Üben für zu Hause:

Die heißt:

"Så ska det låta" - interaktiva uttalsövningar i svenska
ISBN 91-574-5981-9
http://www.bildaforlag.se

ist allerdings nicht ganz billig: 1.844 SEK

Wie man es allerdings anstellt, richtig akzentfrei zu werden - keine Ahnung! Bei mir hat es noch nicht funktioniert - nach dem Sprachkurs dachte ich, dass der Satz "Vill du ha en kaka?" schon recht perfekt klingen müsste an "Flyg fula fluga flyg" übe ich "sporadisch" immer noch und ich vermeide möglichst die Zahlen "4" und "20" ... :)

Euch allen noch einen schönen, sonnigen Frühlingstag!

S-nina

Manty

Re: Mein erster Besuch in der Sprach Schule

Beitragvon Manty » 28. Februar 2008 12:24

"Så ska det låta" - interaktiva uttalsövningar i svenska
ISBN 91-574-5981-9
http://www.bildaforlag.se

Wie man es allerdings anstellt, richtig akzentfrei zu werden - keine Ahnung! Bei mir hat es noch nicht funktioniert "

Also kann man den nicht empfehlen? Ich hatte den mal in D in der Hand, habe ihn dann aber doch nicht gekauft.

"Meine Meinung zum Sprachenlernen ist, dass man eigentlich NIE aufhört zu lernen - täglich gibt es eigentlich etwas zu verbessern. Das Problem (bei mir) ist allerdings die Motivation, die von Zeit zu Zeit schwankt.
Schwedisch an sich fiel mir recht leicht - d. h. nach ca. drei Monaten konnte ich die Zeitung lesen und das meiste verstehen, mit dem Reden hat es etwas länger gedauert, da ich mich auch nicht getraut hatte, etwas zu sagen. Selbst das "hej" an der Kasse im Supermarkt hat mich anfänglich Überwindung gekostet.
Aber irgendwann muss man ja mal was sagen, und wenn das Eis erst mal gebrochen ist, dann "sprudelt die Quelle" sozusagen.
Fehler wird man immer machen."

Genauso geht/ging es mir auch.
Es ist aber auch nicht einfach mit den Schweden. Draußen einfach drauf losplappern ist ja schön und gut und sicherlich eine gute Ergänzung zu einem Sprachunterricht, aber wenn einen Niemand verbessert, macht man seine Fehler immer weiter. Viele denken dann auch, oh, die haben mich ja verstanden, aber wenn man genau hinsieht, kann man bei einigen Schweden schon im Gesicht lesen, ob sie einen wirklich verstanden haben oder einfach nur freundlich lächeln und wenn man dann einige Tage später, wenn ein Thema nochmal aufgegriffen wird, dann feststellt, daß man eben nicht wirklich verstanden wurde bzw. das, was man eigentlich aussagen wollte, dann befriedigt mich das nicht ungemein.
Wenn man die Grammatik halbwegs gut beherrscht, hat man es meiner Meinung nach auch einfacher, sich wirklich so auszudrücken, wie man es auch meint und hat eher Chancen auch wirklich verstanden zu werden. Und dafür werde ich bestimmt noch ewig brauchen, man ist der Weg lang, aber ich glaub ich kann schon den Horizont weit weg schimmern sehen.

nysn

Re: Mein erster Besuch in der Sprach Schule

Beitragvon nysn » 28. Februar 2008 17:03

Also kann man den nicht empfehlen? Ich hatte den mal in D in der Hand, habe ihn dann aber doch nicht gekauft.


Wir konnten den Kurs damals zum halben Preis kaufen, da der auch bei Folkuniversitetet im Sprachlabor verwendet wurde. Ich denke, wenn man viel Disziplin hat und jeden Tag mit dem Kurs arbeiten würde, dann würde/könnte es was bringen.

Wie gesagt, bei mir hängt das sehr von meiner jeweiligen Stimmung ab und dann habe ich wohl auch nicht die richtige Einstellung dazu, ich strenge mich sicher auch zu wenig an, meinen Akzent los zu werden - bin wohl von Haus aus etwas "unangepasst".

Habe in dem Kurs aber auch interessante Leute getroffen, die z. B. in der Psychiatrie, Krankenpflege und mit alten Menschen zu tun haben, und für die war es sehr wichtig, so perfekt/akzentfrei wie möglich zu reden, denn das hatte wohl dirket Auswirkungen das Vertrauen der Leute zu gewinnen und ihnen so ein bisschen die "Angst vor dem Fremden" zu nehmen.

Arbeitet man aber z. B. in einem internationalen Konzern (hier in GBG z. B. Volvo, Astra usw.), wo die Konzernsprache Englisch ist und wo es viele verschiedene andere "Ausländer" gibt, dann sind die meisten an verschiedene Akzente gewöhnt und es stört nicht besonders.

Es kommt also ganz auf die jeweilige Situation an und auch ein bisschen auf den Akzent. Mit einem "kleinen deutschen Akzent" befindet man sich direkt auch etwas in "königlicher Gesellschaft" :D

Manty

Re: Mein erster Besuch in der Sprach Schule

Beitragvon Manty » 28. Februar 2008 17:11

Ich finde Akzent ist ja völlig ok, aber manche sprechen die Wörter so schlecht aus, das man 3 x nachfragen muß, was sie einem eigentlich sagen wollen und damit meine ich nicht die nuschelnden Schweden.

Ich hatte heute übrigens ein interessantes Gespräch mit meiner Nachbarin, die sich darüber aufregte, daß einige ihren Müll nicht richtig sortieren. Sie sagte, daß sind die Ausländer. Ich sagte, daß ich doch auch Ausländerin bin und ja auch richtig sortiere. Da sagte sie, na, ich meine doch die Ausländer, die kein schwedisch können. :shock: War mir ganz neu, daß da auch nochmal unterschieden wird. Ich bin also ein Ausländer, der schwedisch kann. :D
Das einfach mal am Rande.

Manty

Re: Mein erster Besuch in der Sprach Schule

Beitragvon Manty » 28. Februar 2008 17:28

Appropo Akzent: Hat Jemand eigentlich Erfahrungen damit, wie ein deutsches Kind nach längerer Zeit in Schweden deutsch spricht? Mit schwedischem Akzent oder akzentfrei?

Aurora

Re: Mein erster Besuch in der Sprach Schule

Beitragvon Aurora » 29. Februar 2008 18:32

Ich tippe mal zu 99,9 % mit schwedischem Akzent, wenn das Kind lange genug in Schweden gelebt hat. Haben schwedische Freunde, die nächste Woche uns besuchen kommen. Der Mann hat vor vielen, vielen Jahren in D gewohnt und man merkt die Veränderung in seiner Sprache.

Aurora

Re: Mein erster Besuch in der Sprach Schule

Beitragvon Aurora » 29. Februar 2008 18:45

S-nina hat geschrieben:Meine Meinung zum Sprachenlernen ist, dass man eigentlich NIE aufhört zu lernen - täglich gibt es eigentlich etwas zu verbessern. ... - nach dem Sprachkurs dachte ich, dass der Satz "Vill du ha en kaka?" schon recht perfekt klingen müsste an "Flyg fula fluga flyg" übe ich "sporadisch" immer noch


Den Satz kann ich auch nicht fließend sprechen. Er erinnert mich an den Zungenbrecher "Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid." Bekomme ich schnell gesprochen einfach nicht hin, trotz üben!
Vielleicht habe ich ja eine Sprachstörung. :wink:

Das Lernen ist ohne Ende. Durch die neue deutsche Rechtschreibung bin ich ständig am überprüfen, ob meine Schreibweise noch aktuell ist.Das nervt! :!:

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Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Mein erster Besuch in der Sprach Schule

Beitragvon Imrhien » 29. Februar 2008 19:57

Manty hat geschrieben:wie ein deutsches Kind nach längerer Zeit in Schweden deutsch spricht? Mit schwedischem Akzent oder akzentfrei?


Nicht hundertprozentig vorhersagbar aber schon eher mit schwedischem Akzent, vor allem, wenn es wenig Deutsch hört. Es gibt aber genug die akzentfrei bleiben. Das hängt mit unterschiedlichen Faktoren ab, auch davon wie konsequent die Eltern bei der eigenen Sprache bleiben und da auf gute Aussprache achten. Natürlich aber nicht nur davon.

Zum Zungenbrecher, da hab ich auch noch einen, kennt man sicher schon, oder?

Sju sjuksköterskor skötte sjuttiosju sjösjuka sjömän

Der ist meiner Meinung nach total schwer. Vorallem für uns Deutsche, glaube ich. Ich stolpere jedenfalls gewaltig und kann es nicht annähernd wie ein Schwede...

Grüße
Wiebke


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