Master-Studium in Schweden

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MichaelR
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Re: Master-Sudium in Schweden

Beitragvon MichaelR » 13. Mai 2008 13:04

Hej,

ich hab nur meine Masterthesis in Schweden geschrieben, aber nach deutschen Vorgaben und die Bewertung + Kolloquium fand auch in Deutschland statt. Aber ich habe andere Masterstudenten in Schweden gesehen, deren Präsentationen gesehen und auch schriftliche Arbeiten gesehen. Und ich muss sagen, dass deren Masterthesis in Schweden wesentlich lockerer war:
- 2 Studenten haben eine Masterthesis mit zusammen 20 Seiten (+20 Seiten Appendix) geschrieben
- es gibt keine Deadline, wenn man nicht fertig ist, dann schreibt man einfach ein paar Monate weiter
- Kolloquien finden auch einfach mal nicht statt, der Student besteht dann ohne

Wobei dies wohl auch stark von den Unis und den Fachbereichen abhängt. Aber so wie ich das verstanden habe läuft das mit den Deadlines ueberall ähnlich ab. Ein Student sollte doch aber lernen mit Deadlines umzugehen, sonst hält er als leitender Angestellter evtl. die Deadlines nicht ein oder dem Zeitdruck nicht stand.

Zu Lund und BWL: Ein Bekannter von mir, der an der EBS in Deutschland seinen Bachelor gemacht hat, wird im Sommer in Lund ein Masterstudium (BWL - Marketing) beginnen. Ich gehe davon aus, dass er sich entsprechend informiert hat und dass Lund im Bereich BWL einen guten "Ruf" hat. Ansonsten hätte er wohl seinen Master in D gemacht.

Falls es mit Lund nicht klappt, kannst Du ja evtl. auch in Deutschland studieren und ein oder zwei Auslandssemester in Schweden machen. Evtl. kommt dann ja auch ein Erasmus-Stipendium in Frage, wenn Du von einer deutschen Uni aus nach Schweden gehst.

Gruss aus Schweden,
Michael
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Re: Master-Sudium in Schweden

Beitragvon fencejumper » 13. Mai 2008 14:05

Hallo Michael!

Vielen Dank die Infos! :)

Was die Deadlines angeht, scheint es echt komisch zu sein :) und ein Masterthesis von insg. 40 Seiten ist auch eine Überraschung :)

an der Lund möchte ich M.Sc. in Finance machen, und es wäre wohl ineressant ein paar Meinungen zu diesem Master Programm (oder internationalem BWL Master generell) zu hören..

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Re: Master-Sudium in Schweden

Beitragvon Wolfi » 18. Mai 2008 13:11

Hej Marina!

Ich hab vor zwei Jahren ein Master-Studium (Computer Systems Engineering) in Schweden gemacht. Dazu war ich zwei Semester in Halmstad, was als Uni (genauer Högskolan) wohl nicht so bekannt ist, sich aber durch eine Kooperation mit meiner Heimat-FH (Salzburg) angeboten hat.
Ich kann mich den Erfahrungen von Berta nur anschließen, denn ich habe es in Schweden auch "schulmäßig" empfunden, also ähnlich, wie ich es von daheim an der FH gewohnt war (nahezu fix vorgegebener Stundenplan, Hausaufgaben, dafür auch einen festen Zeitplan für den Studiengang). Auch der Umgang mit den Vortragenden war immer sehr locker und freundschaftlich, und Lehrveranstaltungen (auch Vorlesungen) waren in kleineren Gruppen organisiert und "interaktiv" (also kein sturer Frontalunterricht, sondern immer auf Feedback der Studenten bedacht). Wobei ich natürlich nicht weiß, ob die kleinen Gruppen nicht dadurch zustandekamen, dass ich alle LVAs in Englisch besucht habe und da leider nahezu keine Schweden dabei waren. Aufgaben erledigten wir fast immer in Kleingruppen, so auch die Masterarbeit selbst. Wobei uns dabei unser Betreuer weitaus mehr unterstützt hat, als dies bei meiner Diplomarbeit in Österreich der Fall war!

Sonst hat sich das Studentenleben kaum gemeinsam mit Schweden ereignet, und da ging es den anderen Austauschstudenten nicht besser, selbst wenn sie in Kursen mit überwiegend Schweden waren. Vermutlich liegt das an der Sprache, da sich die typischen Feste (Gasques) eben auf Schwedisch abspielen. Und wohl auch daran, dass man als Exchange viel mehr herumkommen und sich das Land anschauen will. Und dies geschieht eben wiederum meist mit anderen Austauschstudenten. Das einzig wirklich Gemeinsame war das Nollningen am Anfang des Jahres, eine Tradition, mit der neue Studenten (Noller) ins Studentenleben eingeführt werden. Nur waren wir als Exchange immer eine eigene (englischsprachige) Gruppe und danach in den Kursen nichts mehr mit diesen Schweden (da ja Erstsemestrige) zusammen. Falls es das Nollningen für Austauschstudenten auch in Lund gibt, solltest du allerdings unbedingt dabei sein!

Zur Qualität der Ausbildung: Wie überall kommt es meiner Meinung nach sehr auf das eigene Engagement und die Lehrpersonen drauf an. Und ich denke, wenn du einen Master machen willst, wirst du dich garantiert mehr reinhängen als wenn du als "normaler" Austauschstudent kommst (die dann neben dem Basis-Schwedischkurs oft nur die Mindest-LVAs fürs Erasmusstip belegt und den Rest der Zeit einfach als "Urlaubs- und Partysemester" genossen haben). Grundsätzlich habe ich es in Schweden nicht besser oder schlechter als in Österreich empfunden. Eben in manchen Dingen tiefgehender, dann wieder oberflächlicher als daheim. Der Masterabschluss an sich hat mir für den Arbeitseinstieg wohl nicht mehr gebracht, als wenn ich ihn nicht gemacht hätte. Vielleicht auch deshalb, weil viele Leute mit Bachelor/Master in Österreich noch nicht viel anfangen können. Doch die Tatsache, Auslandserfahrung zu sammeln ist garantiert ein Vorteil (und hat mich eben beruflich gleich wieder für eine Zeit nach Schweden zurückgeführt)! In vielen, vor allem persönlichen Dingen, hat mich diese Erfahrung sehr geprägt, und das möchte ich nicht mehr missen!

Schöne Grüße,
Wolfi

P.S.: Noch eine Besonderheit ist mir hier aufgefallen: Nach jeder Lehrstunde (also 45min) gibts in SE eine Pause, auch wenn die LVA danach noch weitergeht! Angeblich, damit man mal wieder lüften kann :-)

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Re: Master-Sudium in Schweden

Beitragvon Berta » 18. Mai 2008 14:36

Hallo Ihr,

ja:
Wolfi hat geschrieben:P.S.: Noch eine Besonderheit ist mir hier aufgefallen: Nach jeder Lehrstunde (also 45min) gibts in SE eine Pause, auch wenn die LVA danach noch weitergeht! Angeblich, damit man mal wieder lüften kann :)
So ist das - im StudiVz gibt es eine "Keine Vorlesung ohne Fika-Pause"-Gruppe...

Hat auch was für sich, wobei ich persönlich es noch gerade so schaffe, mich anderthalb Stunden am Stück zu konzentrieren :wink: ...

Gruß,
Berta.

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Re: Master-Sudium in Schweden

Beitragvon tjejen » 18. Mai 2008 14:59

Berta hat geschrieben: im StudiVz gibt es eine "Keine Vorlesung ohne Fika-Pause"-Gruppe...

Hat auch was für sich, wobei ich persönlich es noch gerade so schaffe, mich anderthalb Stunden am Stück zu konzentrieren :wink: ...


Bin sofort Mitglied geworden :kaffee:

Diese Einführung für die Erstsemestler: "N0llningen" hat auch den Effekt, dass sich sogleich Lerngruppen bilden, die bis zum Ende des Studiums beibehalten werden. Da ist kein Reinkommen getreu dem Motto: never change a winning team. Da hilft auch das Können der schwed. Sprache nicht viel.
Gnäll suger, handling duger.

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Re: Master-Sudium in Schweden

Beitragvon Wolfi » 18. Mai 2008 15:39

Berta hat geschrieben: im StudiVz gibt es eine "Keine Vorlesung ohne Fika-Pause"-Gruppe...

Für die Gruppe ists leider schon etwas zu spät für mich... Ich könnt dafür eine "Kein Arbeitstag ohne Fikapaus" gründen! ;-)

tjejen hat geschrieben:Diese Einführung für die Erstsemestler: "N0llningen" hat auch den Effekt, dass sich sogleich Lerngruppen bilden, die bis zum Ende des Studiums beibehalten werden. Da ist kein Reinkommen getreu dem Motto: never change a winning team. Da hilft auch das Können der schwed. Sprache nicht viel.

Ja, das ist leider schade. Umgekehrt muss ich natürlich auch zugeben, dass sich durch Nollningen gleich mal viele Austauschler kennengelernt haben. Und das war dann auch bis zum Semester- bzw. Jahresende so, dass die, die schon beim Nollningen dabei waren, auch später noch viel Kontakt untereinander hatten, während man die anderen oft kaum kannte.

Tja, war schon eine tolle Zeit, das Studieren! Vielleicht sollt ich doch noch einen PhD oder ein anderes Postgraduatestudium machen :)

Lg,
Wolfi

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Re: Master-Sudium in Schweden

Beitragvon fencejumper » 20. Mai 2008 20:34

Hi Wolfi!

ganz lieben Dank für die ausführliche Infos! :) :danke:
ich frage mich eben auch, ob ich beim "Internationalen Masterstudiengang" auch keine Schweden "sehen" werde :))) da hast du vollkommen recht, dass man als Exchange eher mit den anderen Austauschstudierenden in Verbindung bleibt.. ich würde aber gerne Schwedisch lernen (und deswegen wäre es auch schön, öfter mit den Schweden zu tun haben :))) na ja.. wenn ich doch ein Stipendium an der Lund bekomme, werde ich im Sommer unbedingt einen Sprachkurs machen (vielleicht auch autodidaktisch), so dass ich am Anfang meines Aufenthalts in Schweden wenigstens einbisschen Schwedisch kann :) lol :)

Grüße

marina

helden

Re: Master-Sudium in Schweden

Beitragvon helden » 21. Mai 2008 08:10

fencejumper hat geschrieben:
ich frage mich eben auch, ob ich beim "Internationalen Masterstudiengang" auch keine Schweden "sehen" werde :))) da hast du vollkommen recht, dass man als Exchange eher mit den anderen Austauschstudierenden in Verbindung bleibt.. ich würde aber gerne Schwedisch lernen (und deswegen wäre es auch schön, öfter mit den Schweden zu tun haben :)))
marina


Hallo Marina,

es hängt halt auch von Dir ab, ob Du im Grüppchen "Deutsche" oder bewußt auf die Schweden zugehst.

Ich lernte mehrere Schweden kennen und es klappte gute mit dem Schwedischlernen, es gab auch einen guten Schwedischkurs auf hohem Niveau an der Uni. Leider findet sich sowas an der Uni bei uns hier nicht :-(

Wünsche Dir viel Erfolg und nur Mut beim Ansprechen.

LG Rita

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Re: Master-Sudium in Schweden

Beitragvon fencejumper » 21. Mai 2008 10:10

Hallo Rita!

ja, ich weiss, was du meinst :) ich sehe das Ganze genau so :) es kommt alles darauf an, wie locker und aktiv man eigentlich ist.. :D

Nina07

Re: Master-Sudium in Schweden

Beitragvon Nina07 » 25. Juli 2010 09:10

Hallo,

ich bin gerade auf dieses Forum gestoßen und bin nun doch sehr neugierig geworden. Ich bin gerade dabei das 4. Semester abzuschließen und würde ganz gerne nach dem 6. Semester meinen Master in Schweden machen. Habe nun auch gesehen, dass man sich auf der besagten Seite einen account zulegen muss etc. Mein Hauptproblem ist, dass ich mich ja für das WS2011 schon bis zum 15. Januar bewerben muss und bis dahin habe ich ja gerade mal die Noten vom 4. Semester. Reicht das erstmal aus? Vielleicht hat ja einer von euch Erfahrungen damit gemacht.

Liebe Grüße!


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