mal was anderes: Anerkennung umgekehrt

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mal was anderes: Anerkennung umgekehrt

Beitragvon belanna » 27. November 2008 21:04

Hallo zusammen und gleich mal zum Thema: hat ein Schueler in Schweden den gymnasialen Abschluss in, nehmen wir mal an dem Bereich "Omvårdnad" gemacht: kann dieser in D irgendetwas damit anfangen?
Gruss Bel
Für fehler in Der groß-Und kleinschreibung Ist ganz allein meine heimtückische tastatur Verantwortlich! ich Geb´s auf!

hansbaer

Re: mal was anderes: Anerkennung umgekehrt

Beitragvon hansbaer » 27. November 2008 22:56

Ich kann es natürlich nicht mit Sicherheit sagen, aber es ist stark anzunehmen, dass dies nicht anerkannt wird.

Die Anerkennung von Berufen in der EU geschieht unter der Voraussetzung, dass die Ausbildung zumindest annähernd gliech lang ist. Ich kann mir nicht so ganz vorstellen, dass eine dreijährige gymnasiale Ausbildung mit einer dreijährigen Vollzeitausbildung gleichgesetzt wird.

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Re: mal was anderes: Anerkennung umgekehrt

Beitragvon blueII » 28. November 2008 00:33

Hej

das ist ein ziemlich komplexes Thema und kann sehr von Beruf zu Beruf schwanken.
Hinzu kommt, dass die Anerkennung den einzelnen Bundesländern unterliegt und nicht einheitlich für Deutschland geregelt wird.

Meistens ist die IHK der einzelnen Länder dafür zuständig. Aber das ist wirklich wieder ein Fall wo Du direkten Kontakt mit den Ämtern suchen solltest, um eine verläßliche Auskunft zu erhalten.

Google mal unter z.b. "Anerkennung ausländischer Bildungsnachweise", vielleicht kannst Du Dir dort einen ersten Überblick verschaffen und eine Anlaufstelle finden.

Viel Glück
Heike

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Re: mal was anderes: Anerkennung umgekehrt

Beitragvon Aelve » 28. November 2008 08:38

Hallo Hans, hallo Bel,

sicherlich wird eine gymnasiale Ausbildung nicht mit einer Lehre gleichzusetzen sein.
Wenn man in Deutschland aus dem Gymnasium entlassen wird oder Fachabitur hat, dann muß man auch eine Lehre oder Studium anfangen, sonst kann man auch nichts weiter vorweisen als seinen Schulabschluß. Insofern steht man dann als Schwede auch nicht anders da als ein Deutscher mit Abitur.

Es könnte dann ja eine Lehre mit den erlangten Kenntnissen angestrebt werden.
Im Krankenpflegebereich kann man in Deutschland erst mit 18 Jahren eine Lehre als Krankenschwester anfangen, wahrscheinlich gilt das auch für Krankenpfleger. Vorher gibt es die Möglichkeit, die Zeit bis zum 18. Geburtstag zu überbrücken, indem man auf Schulen geht, die Gesundheitslehre zum Inhalt haben.

Grüße Aelve
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Re: mal was anderes: Anerkennung umgekehrt

Beitragvon lilly01 » 28. November 2008 10:11

Hallo,

also wenn ich mal meine Erfahrungen schildern darf. Ich hab also die schwedische "undersköterska" und wollte in Deutschland arbeiten. Ziemliches Problem. Anerkennung nur als Altenpflegehelferin, damit kann man in D. nicht viel machen. Auch der Verdienst ist äußerst mager im Gegensatz zu S. Außerdem war es eine Riesenrennerei. Zum Schluss fühlt man sich total unqualifiziert. Wenn man tatsächlich die Anerkennung nach langer Zeit erhalten hat, kann man sich evtl. für weitere 2 Jahre zur Altenpflegerin ausbilden lassen - wenn man das finanziell hinbekommt und ein passendes Altenpflegeseminar findet, die eine Verkürzung um ein Jahr akzeptieren. Das größte Problem ist wohl die Finanzierung in D.
Also viel Glück! :lol:

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Re: mal was anderes: Anerkennung umgekehrt

Beitragvon blueII » 28. November 2008 11:11

Aelve hat geschrieben:Hallo Hans, hallo Bel,

sicherlich wird eine gymnasiale Ausbildung nicht mit einer Lehre gleichzusetzen sein.
Wenn man in Deutschland aus dem Gymnasium entlassen wird oder Fachabitur hat, dann muß man auch eine Lehre oder Studium anfangen.

Grüße Aelve


Ne Aleve, das stimmt nicht. :roll:

Das schwedische System kennt KEINE Lehre. Die "Auszubildenden" gehen auf das "Gymnasium", haben dann aber kein Abi sondern werden Frisör, Anstreicher ect.Zu Vergleichen mit Berufsschulen mit Blockunterricht, aber ohne Praxis im Betrieb.
Es wird nicht in Betrieben ausgebildet. Die gehen dann direkt von der Schulbank in den Beruf.

Es gibt einen anderen Zweig des Gymnasiums in Schweden, der führt zur Berechtigung zum Studium, ungefähr unserem Abi gleichzusetzen.

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Re: mal was anderes: Anerkennung umgekehrt

Beitragvon Aelve » 28. November 2008 12:09

Liebe Heike,

nichts anderes habe ich behauptet. Aber auch in Deutschland hast Du keine Lehre absolviert, wenn Du aus der Schule entlassen wirst, egal ob mit Abitur, Realschulabschluß oder Fachabitur oder Hauptschule. Erst danach kann man eine Lehre beginnen, wenn man denn eine Lehrstelle findet. Es ging ja um die Anfrage von belanna und die Antwort von Fabian, darauf bezog es sich, dass ich schrieb, es würde sich dann für den Schweden eine Lehre anschließen, wie für jeden anderen Schulabgänger auch.

Grüße Aelve
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Re: mal was anderes: Anerkennung umgekehrt

Beitragvon blueII » 28. November 2008 12:18

Aleve :lol: , Du hast die Situation nicht erfasst, in Schweden hast Du eine Lehre absolviert, wenn Du aus der Schule kommst!!!!
Laß Dich nicht von dem Begriff "Gymnasium" irreführen.

Es gibt keine Lehre in Schweden.
Der Schüler, von dem Belena spricht, ist nach diesem gymnasialen Abschluß in Schweden fertig und wird - wenn er denn einen Job findet - fest angestellt.
Die Ausbildung ist abgeschlossen. Er hat seine Lehre nach schwedischem Recht fertig - OHNE anschließende ehre

Die Frage ist - gilt - ich nenne es jetzt mal zur Verdeutlichung einfach "Gesellenbrief" (belenna verzeih, das hat jetzt nichts mit der Ausbildung zutun die Du hinterfragst) ,
also gilt dieser Gesellenbrief auch in Deutschland ja - nein.

Lilly01 hat was dazu geschrieben..und sie kommt mit ihrem Berufsbild dem angefragten schon recht nahe.

Heike

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Re: mal was anderes: Anerkennung umgekehrt

Beitragvon Aelve » 28. November 2008 12:35

Liebe Heike,

hier wurde danach gefragt, was jemand der nach Deutschland kommt, mit seiner Ausbildung - wie Du richtig sagst Schulbildung, da es in Schweden keine Lehrzeit gibt - anfangen kann. Wenn es in Deutschland nun einmal so ist, dass Du eine Lehre oder ein Studium benötigst, anderenfalls könnte man auch nur als ungelernte Kraft anfangen, dann kann der Schwede in D nichts anderes machen als ein Deutscher, der auch nach der Schulentlassung keine weitere Berufsausbilung hat. Entweder muß er dann als ungelernte Kraft anfangen oder er muß eine Lehre absolvieren oder ein Studium beginnen.
Das war meine Aussage, nicht mehr und nicht weniger. In Schweden hätte er vielleicht den Vorteil, dass er direkt nach seiner Schulzeit irgendwo in einem Beruf anfangen kann und arbeitet sich hoch. In Deutschland wirst Du ohne erlernten Beruf ewig Hilfsarbeiter bleiben, am Fließband stehen oder Toiletten putzen dürfen.
Wenn jemand sehr großes Glück hat, arbeitet er sich evtl. auch ohne Lehre ein wenig hoch, wird aber nie soviel Gehalt bekommen wie ein Mitarbeiter mit einer abgeschlossenen Lehre.

Grüße Aelve
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Re: mal was anderes: Anerkennung umgekehrt

Beitragvon Anni und Tobi » 28. November 2008 12:42

Liebe Heike, liebe Aelve, ihr meint exakt das gleiche - schreibt nur aneinander vorbei!

Ich meine zu diesem Thema: Als Fachabi müsste das wohl anzuerkennen sein. Denn theoretisch ist der Abschluss in jedem Fall eine Hochschul-Zugangsberechtigung - sowohl in Deutschland, als auch in Schweden.

Vielleicht weiss da die Botschaft oder die deutsch-schwedische Handelskammer etwas: http://www.handelskammer.se/sv/home

Grüsse, Tobi


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