glada hat geschrieben:
Ich glaube, der einzige große Unterschied zwischen Deutschland und anderen Länder ist - oder vielleicht sollte ich besser sagen - zwischen Deutschen und anderen Nationalitäten, dass andere ihr Heimatland nicht verleugnen oder denunzieren, weil - politische - Fehler gemacht wurden und werden. Schweden hat schwere Zeiten hinter sich und man trifft immer wieder Menschen, die die Folgen noch heute tragen müssen. Sicher ist auch der eine oder andere verbittert darüber, aber die große Mehrheit weiß damit umzugehen.
Ich würde mir wirklich wünschen, dass mit dem Gequake aufgehört wird - das man hier immer wieder zu lesen bekommt - und man sich auch an den schönen Dingen erfreuen kann.
Oliver
Ist es so, wird hier gequakt?
Bei einigen 1x Schreibern unterschreibe ich diese Aussage sofort, doch der Grundtenor des Forums empfinde ich zur Zeit nicht so.
Dabei betrachte ich es in dieser Hinsicht selbst sehr kritisch, da ich kein Schwedenfan, sondern "nur" berufmäßig umgezogen bin.
Wir haben uns hier kein rotes Bullerbühaus gekauft sondern unsere Umgebung geschaffen, die unseren (deutschverwurzelten?) Ansprüchen genügt und versuchen uns dem schwedischen Leben soweit als möglich und nötig anzupassen.
Ich habe und könnte also kein Interesse darin finden schwedische Lobeshymnen zu lesen, da ich sie nicht nachvollziehen kann und äußerst uninteressant finden würde. Bis auf wenige besagte Außnahmen, finde ich diese begrenzte Sichtweisen
nicht in den einzelnen Kommentaren.
Ob die Schweden so sind wie Du sie beschreibst, kann ich mangels Erfahrung nicht einschätzen.
Was ich in dieser sehr kurzen Schwedenzeit bisher jedoch bemerke ist, dass sie bezüglich Kritiklosigkeit und fehlender eigener Meinungsbildung, zum Glück doch sehr unterschätzt werden.
Ob es allerdings diese Ergebenheit zum Staat existiert, entzieht sich bisher meiner Kenntnis und ich bin sehr gespannt, das herauszufinden.
Vielleicht wäre es ein Ansatz, das Image der Menschen des eigenen Landes, nämlich das des ewig Nörgelnden Deutschen und das Bild, in unserem Fall des seinem Land verwurzelten Schwedens, nicht immer vor Augen zu haben und Kommentare Anderer mit diesem Bild abzugleichen.
Ich habe in Deutschland einige "ausgewanderte" Schweden in meinem beruflichen Umfeld erleben dürfen und wenn ich mich an sie erinnere, fällt mir sehr wohl das ein oder andere Gespräch ein, indem der Schwede sehr kritisch und manchmal klagend über sein Land berichtete.
Der Ruf eines Landes und dessen Menschen ist das eine und beruht auf Historie oder auch medienwirksamen bzw. auch unwirksamen Begebenheiten, die gelebte Realität ist meistens eine ganz andere.
LG
Heike