Legitimation in der Krankenpflege? eure Erfahrungen?

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Lucia007
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Legitimation in der Krankenpflege? eure Erfahrungen?

Beitragvon Lucia007 » 23. November 2008 13:07

Ich hab hier entsprechende Beiträge schon gesucht und auch etliches dazu gelesen:

ich würde trotzdem gern noch mal eure Erfahrungen hören, weil es uns gerade aktuell betrifft. Für mich als Ärztin scheint es das kleinere Problem zu sein, in Schweden arbeiten zu können. Für meinen Mann gibt es wohl mehr Hinternisse. Er ist Krankenpfleger in der Psychiatrie seit vielen vielen Jahren, aber eben mit deutschem Examen.

Wir wissen, daß die Krankenpflege-Ausbildung in Schweden sehr viel qualifizierter ist. Wir sollen nun die Unterlagen meines Mannes einschicken, damit geprüft werden kann, ob er dort überhaupt arbeiten kann.

Meine Frage an die, die das schon hinter sich haben oder Erfahrungen damit haben:

wie war das bei Euch? Wohin habt ihr Eure Unterlagen geschickt? Habt ihr sie vorher ins schwedische oder englische übersetzt? War es ein Problem? Was war zu beachten? Mußtet ihr bestimmte Qualifikationen nachholen? War das bei der Einstellung ein Thema? Habt ihr auch einen Sprachkurs bekommen?

Gruß

Lucia

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july
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Re: Legitimation in der Krankenpflege? eure Erfahrungen?

Beitragvon july » 23. November 2008 13:58

Hallo Lucia,

erstmal Herzlich Willkommen im :schwedentor1:

die Ausbildung als Krankenpfleger wird im allgemeinen in Schweden anerkannt. Es ist jedoch so, dass man diese Arbeit dort studiert, also wie Du schon schreibst höher qualifiziert. Daher nehmen schwedische Krankenhäuser lieber Pflegepersonal mit Fachweiterbildungen oder langjähriger Erfahrungen auf einer Intensivstation.
Für eine Bewerbung ist besonders wichtig die European certificate of current proffessional status (bekommt man beim Landesamt für Gesundheit und Soziales), Zulassungsurkunde, Ausbildungszeugnisse und der Lebenslauf.
Meine Erfahrungen sind, dass die schweden schon wert darauf legen, dass Du schwedisch verstehst und dort sprechen kannst, d.h. ich würde die Papiere in schwedisch schicken.

Ich persönlich habe mich bei btcweb.de beworben. Das ist eine deutsche Organisation, d.h. Bewerbungsgespräche finden in Deutschland und auch in deutsch mit Übersetzer statt(sehr praktisch :lol: ). Die rekrutieren allerdings nur für Stockholm, wenn das für euch in Frage kommt, meldet euch einfach mal bei mir, oder lest dort auf der Webseite nach.

Über das BTC bekommst Du einen Sprachkurs über 3 Monate, tägl. 8 Stunden, mit einem kleinen Gehalt, weil währenddessen nicht arbeiten kannst. Der Sprachkurs findet in Rostock statt. Wenn Ihr euch in Schweden direkt bewerbt, hat jeder Ausländer anrecht auf den SFI Kurs, der dauert 12 Wochen und findet irgendwo dort an einer Schule, Uni ect statt. Aber gewisse Vorkenntnisse sind auf jeden Fall empfehlenswert.

Liebe Grüße
Julia :smt006
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Re: Legitimation in der Krankenpflege? eure Erfahrungen?

Beitragvon Lucia007 » 23. November 2008 15:33

Hallo Julia,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort!! :lol:

Von der BTC haben wir zwar schon gehört, das kommt aber für uns wohl eher nicht in Frage. Wir wollen nicht nach Stockholm (vor allem ich nicht als Ärztin) und im Grunde genommen haben wir es so gemacht, daß ich mich bewerbe als Ärztin und meinen Mann aber gleich mit "bewerbe" als Krankenpfleger. Wir wollen ja auch gemeinsam wohin, also es muß nicht dasselbe Krankenhaus sein, aber schon dieselbe Gemeinde bzw. landstinget.

Das mit dem Sprachkurs könnte ich vielleicht mit mir mitverhandeln. Ich habe eher Sorge, daß mein Mann zu wenig "qualifiziert" ist für Schweden, weil er keine Fachweiterbildung hier in Deutschland hat, sondern einfach "nur" Krankenpfleger ist und auch erst wenig schwedisch kann.

Deshalb interessieren mich Eure Erfahrungen!!

Aber der Hinweis auf das certificate of current professional status hilft schon sehr, danke!!!

Wie macht man das mit "Dokumente übersetzen"? Sollen wir einfach die Urkunden übersetzen und die Übersetzung mitschicken? Oder muß man das proffesionell machen lassen? Beglaubigt oder einfach so?

Lucia

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july
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Re: Legitimation in der Krankenpflege? eure Erfahrungen?

Beitragvon july » 23. November 2008 17:31

Hallo Lucia,

habe Dir mal eine PN geschrieben!

Julia
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Re: Legitimation in der Krankenpflege? eure Erfahrungen?

Beitragvon Lucia007 » 24. Januar 2009 13:51

Wir waren nun in Västra Götaland zu Vorstellungsgesprächen und es ist ein Problem für meinen Mann. Wie es aussieht, kann er nur als Hilfspfleger dort eine Stelle bekommen, obwohl er schon viele Jahre hier in Deutschland als Krankenpfleger arbeitet.

Die Schweden die wir dort getroffen haben sind verda... stolz auf die Fachhochschulausbildung ihrer Krankenschwestern und es ist ein Problem anscheinend, die deutsche Ausbildung anzuerkennen. Das hat uns doch etwas enttäuscht. Nach 14 Jahre Psychiatriepfleger in Deutschland, will man nicht gerade in Schweden Betten beziehen und Patienten füttern.

Lucia

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Re: Legitimation in der Krankenpflege? eure Erfahrungen?

Beitragvon Kaka » 24. Januar 2009 22:04

Hej,
kein Problem, man muss nur die Sprache können und die ist nicht allzu schwierig.
Arbeite seit 3 JAhren hier als Krankenschwester mit deutscher Ausbildung
Kaka


http://www.socialstyrelsen.se

http://www.socialstyrelsen.se/Amnesord/ ... eginfo.htm

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Re: Legitimation in der Krankenpflege? eure Erfahrungen?

Beitragvon jörgT » 25. Januar 2009 01:18

Das verblüfft mich nun auch etwas - hier in Dalarna war es bisher kein Problem, die deutsche Ausbildung anzuerkennen.
Und da gerade in der Psychiatrie Fachkräfte immer gesucht werden, staune ich über diese Formalitäten ...
Jörg :?

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july
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Re: Legitimation in der Krankenpflege? eure Erfahrungen?

Beitragvon july » 25. Januar 2009 08:58

Hej Lucia!

Das verwundert mich auch mit Euren Erlebnissen. Ich habe ohne Schwierigkeiten meine Legitimation ohne Fachweiterbildung bekommen, in Stockholm. :shock: Ausserdem kenne ich auch eine Fachschwester für Psychatrie, die auch eine Legitimation/ Anerkennung bekommen hat. Es gibt da wohl nur einige Probleme mit den Abschlußzeugnissen. Die Schweden erkennen sowas nur an wenn man auf den Papieren URKUNDE stehen hat. Und in Bayern und auch anderen Bundesländern ist dass wohl so, dass dort nur ABSCHLUßZEUGNIS draufsteht. Und das ist dann wohl ein Problem für die Schweden. Aber jetzt arbeitet sie als normale Krankenschwester und nicht als Unterschwester.
Aber worauf der schwedische Arbeitgeber sehr Wert gelegt hat ist immer das Sprachwissen, welches schon vorher Vorrausgesetzt wurde. Gerade in der Psychatrie ist das ja das Wichtigste.

Grüße
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Re: Legitimation in der Krankenpflege? eure Erfahrungen?

Beitragvon Lucia007 » 25. Januar 2009 21:03

Hallo ihr,

danke für Eure Antworten und danke auch für den link (ich kann nicht so gut schwedisch, ich werde mich mal hinsetzen müssen und in Ruhe schauen, wie ich es übersetzen kann)

Ja, wir waren auch erst mal zimlich überrascht, enttäuscht etc. als wir hörten, daß er nicht als Krankenpfleger arbeiten könnte. so hatten wir uns das nicht vorgestellt. Auf seinem Zeugnis steht übrigens "Urkunde".

Wenn es wirklich nur an der Sprache liegt, dann können wir ja erst den Sprachkurs machen. Allerdings meinte man in Västra Götaland zu uns, mein Mann sollte zunächst den Sprachkurs machen und dann würde man schauen, ob er eine Stelle als Hilfspfleger bekommt, aber dann müsse er sich gegen schwedische Bewerber durchsetzen.

Etwas frustrierend war es schon. Aber wir geben nicht so schnell auf.

Lucia


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