draussen hat geschrieben:
Laut diesem Infoblatt hat jedes in Schweden lebende Kind Anspruch.
Man muss ggf. einen Job oder Geldmittel nachweisen können um beim migrationsverket Aufentaltsrecht zu beantragen (wenn man länger als drei Monate bleiben will).
MfG
Georg
Hej Georg,
vielleicht mal von Anfang an. Als erstes brauchst Du eine personnummer. Für diese ist ein Okay vom Migrationsverket nötig (Aufenthaltsgenehmigung). Um diese zu bekommen, benötigst Du einen Arbeitsvertrag resp. musst Du nachweisen können, wovon Du und die mit Dir folgenden Familienmitglider leben. Darauf basiert die Aufenthaltsgenehmigung. Kannst Du Dich und Deine Familie in SE nicht mehr ernähren, erlischt auch die Aufenthaltsgenehmigung.
Bei den angegebenen 30 000:- SEK Monatsgehalt steht Dir auch kein Bostadsbidrag zu. Wir hatten beim Start hier in SE ähnliche Voraussetzungen im Großraum Stockholm und sind, bei sparsamer Lebensweise, ganz gut damit hingekommen. Sprünge lassen sich nicht machen und Reserven kannst Du damit auch nicht aufbauen. Die sollten auf jeden Fall vorhanden sein! Das Kindergeld steht jedem in Schweden mit personnummer registriertem Kind zu. Allerdings rechne damit, das es bis zu einem Jahr dauern kann, ehe die F-kassa alle notwendigen Daten zusammen hat und das Kindergeld auszahlt.
Wenn Du die Tage für die Föräldrarledighet beantragst, musst Du Dir in D. bestätigen lassen, wieviel Elternzeit Ihr dort bereits genommen habt. Die F-kassa errechnet dann die noch zustehenden Tage. Ich würde Euch raten, diese aufzusparen und nicht zu "verschleudern", so lange Deine Frau nicht berufstätig ist.
Man kann die Tage bis zum Abschluss des 8 Lebensjahres nehmen und wenn das Kind in die Schule kommt, sind die Sommerferien länger als 5 Wochen. Da kann man die Tage der Föräldrarledighet gut gebrauchen.
Einen Dagisplatz bekommt Ihr mit Sicherheit, da es eine 4-Monatsgarantie gibt, innerhalb dieser die jeweilige Kommune einen Dagisplatz anbieten muss (das 1. Lebensjahr verbringen schwedische Kinder in aller Regel zu Hause). Nur ist i.d.R. die Zeit begrenzt, solange nicht beide Elternteile einer Tätigkeit nachgehen (da rechnet man auch ein Studium mit ein, z.B. SFI-Kurse mit mind. 50%, genaue Regeln findest Du im Netz auf der hemsida Deiner Kommune unter Barnomsorg). Die meisten Kommunen haben eine 15-Stunden-Woche für solche Kinder festgelegt, die wahlfrei aufgeteilt werden kann (entweder alle 5 Tage jeweils 3 Stunden oder 3 Tage á 5 Stunden in der Dagis nach dem 1.Lebensjahr). Manche Kommunen sind allerdings großzügiger und bieten 30 Stunden pro Woche an. Die kosten liegen bei ca. 1 000:- SEK pro Kind und Monat wenn nicht die volle Zeit in Anspruch genommen wird. Unter bestimmten Voraussetzungen kannst Du die volle Zeit beantragen, z.B. wenn das Kind zum Erlernen der schwedischen Sprache längere Zeit in der Betreuung bleiben soll. Dies würde ja bei 2 Nicht-schwedischen Muttersprachlern zutreffen.
Mieten ist ein kompliziertes Thema in Schweden und man muss schon wahnsinnig viel Glück haben, eine Mietunterkunft zu bekommen. Rechne nicht damit sondern überlege dir, wie Du eine Wohnung oder ein Haus finanziert bekommst. Die bank gibt Dir im ersten Jahr nur sehr selten einen Kredit, da Du hier nicht bekannt bist und demzufolgen auch keine Kreditwürdigkeit besitzt. Deutsche Banken finanzieren i.d.R. keine Auslandsimmobilien, wenn der Kreditnehmer im Ausland wohnt und keine deutschen Einkünfte nachweisen kann.
Dies ist eine sehr komplexe Materie.
Kann dein Arbeitgeber zumindest für das erste Jahr helfen, ist dies viel Wert!
Ich hoffe, dass Du jetzt ein klein wenig schlauer bist.