bitschubser hat geschrieben:
Zu Brutto/Netto habe ich gefunden, ich da in Schweden so mit 29-35% Kommunalsteuer, 7% Rente und 25% (Zusatz für mein Gehaltsniveau) rechnen muß, also so grob 65% was ja deutlich mehr ist als in Deutschland, selbst wenn ich das abziehe was ich nach meinem Netto noch für Krankenversicherung etc. abziehen muß. Und ich habe gefunden das die Gehaltsspanne nicht so groß ist wie in Deutschland.
Das mit dem Steuersatz ist so nicht richtig. Die Kommunalsteuer ist richtig, aber die 25% zusätzlich bezieht sich nicht auf den ganzen Lohn, sondern nur auf den Teil über ca. 30.000 kr im Monat. In Schweden gibt es also ein Stufen_Model (aber nicht das, was die FDP will): 2 Stufen, die bei 0 und EUR 3000 anfangen, mit 30% bzw. 55%. Berücksichtigt man, dass manche Sachen darin sind, für die man in Deutschland Abgaben (ohne Progression) zahlt, kann man sagen, wenn man weniger verdient, zahlt man in Schweden in Prozent weniger an Steuern und Abgaben als in Deutschland, wenn man mehr verdient, dann umgekehrt.
Also, effektiv zahlt man ab praktisch null ca. 30%, dann ab ca. 30.000 kr im Monat steigt der Satz an. Wenn du 60.000 im Monat hast, zahlst du ca. 42%, bei 90.000 ca. 48% usw.
Wenn die 25% Zusatz für dich in Frage kommen, dann verdienst du in Schweden wohl mehr als die 30.000 im Monat oder was auch immer die grenze ist. Man kann davon in Schweden leben, keine Frage.
Es ist aber weniger das Steuersystem als die geringe Bandbreite an Bruttogehältern, was den großen Unterschied ausmacht. Ich bin fast 100% sicher, dass du, materiell gesehen, besser in Deutschland wegkommst: weil du überdurcschnittlich gut verdienst. In Schweden auch, aber der Abstand zum Geringverdiener ist nicht so groß.
Für Geringverdiener (Krankenschwestern,...) kann es finanziell in Schweden besser sein; für dich wohl nicht.
Aber du gehst wohl nicht wegen des Geldes, sondern willst nach Schweden und willst wissen, ob das Gehalt "reicht".
Nicht so einfach.
Zunächst: Wechselkurse. Ändern sie sich, ist das umgerechnete Leben mehr oder weniger teuer, aber für die Leute im Land ändert sich nichts. Nehme einen langfristigen Mittelwert.
Nicht nur Nettogehaltl und Lebenshaltungskosten berücksichtigen, sondern auch, was du für deine Steuern bekommst. In Schweden hast du keinerlei finanzielle Verpflichtungen deinen erwachsenen Kindern gegenüber; in Deutschland muss man die erste Ausbildung zahlen. Viele weitere Beispiele.
Aber die Kosten sind auch nicht so leicht zu berechnen. Du musst deinen persönlichen Warenkorb vergleichen.
bitschubser hat geschrieben:
Aber das absolute Gehalt interessiert mich ja nicht, sondern mehr das relative um den gleichen Lebenstandard zu bekommen. Daraus kann ich mir ja dann meinen absoluten Gehaltswunsch zurückrechnen.
Du musst genau wissen, was das, was du haben willst, in Schweden kostet.