|
Hej, ich habe, dank Wiebke, einen sehr interessanten Blog eines Schwedenauswanderer gefunden. Dieser hat auch über die Einkaufgewohnheiten der Schweden und der Deutschen geschrieben, den Link setzte ich unten ran. Denn was dieser Auswanderer geschrieben hat, ist nunmal einfach fakt. Ja,die Lebenshaltungskosten in Schweden sind höher als in Deutschland, ABER die Schweden zahlen diese höheren Kosten eher als die Deutschen. Warum? Ganz einfach, der Erzeuger bekommt in Schweden einen faireren Preis für seine Produkte als in Deutschland. Als wir von Deutschland weg gingen, kostete der Liter Milch im Schnitt 0,55€, wenn sie im Angebot war, konnte man 12liter Milch für knapp 4€ bekommen. WER kann denn davon seine Produktionskosten decken, geschweige denn davon leben??? Es ist noch nicht lange her, da sind in Deutschland die Milchbauern in den Streik gegangen, mit absolut gutem Recht, haben einen Lieferstop an die Molkereien gemacht. Aber was hat es ihnen gebracht? Nicht viel, denn die Preise sinken wohl schon wieder. Wenn ich hier in Schweden bei Coop, Ica oder wo auch immer Milch kaufe, zahle ich im Schnitt 8,-Sek, das 1kg Stück Butter bei Willy´s liegt bei ca. 43Sek und Yannic Lieblingsjoghurt bei knapp 13Sek. Ein, für mich, absolut normaler Preis. Aber wer kann denn bei 0,25€ für Joghurt oder 0,99€ für Butter im Angebot, seine Produktionskosten decken und gleichzeitig noch leben. Denn Geiz ist vielleicht für den Endverbraucher "geil", aber für den Hersteller, gerade die kleinen Bauern oder mittelständigen Betriebe ist er kaum noch tragbar, denn er macht sie kaputt.
Zu den Porsches, BMW´s ect.. in Stockholm. Ist es nicht fast normal geworden, dass sich ein Land und damit seine Menschen weiter entwickeln und höhere Ansprüche stellen?? Ja, wahrscheinlich fahren hier in Stockholm mehr "Luxusauto´s" als vor 10 Jahren herum, aber ist es in München nicht anders? München ist, knallhart gesagt, Deutschland´s "Schickeria", die Stadt der Reichen und der Schönen, wo Schein mehr zählt als sein. Wie in Stockholm....New York....Moskau (welche übrigens die teuerste Stadt der Welt ist)....London...oder Berlin. Wenn ich allerdings so in meiner Nachbarschaft rumschaue, sehe ich alte Volvo´s, Audi´s, die in Deutschland wohl nur noch als Transporter dienen würden und Toyota´s, die ihre besten Zeiten schon hinter sich haben. Unser Voyager ist eines der neuesten Modelle, die hier rumstehen...und Mölnbo ist wahrlich keine arme Gemeinde. JAA, in Berlin bekommt man Wohnungen 1 Jahr komplett mietfrei...aber in welchen Gegenden und in welchem Zustand. Mahrzahn, Treptow....guter alter DDR-Bau...und teilweise ebenso lang nicht saniert oder renoviert. Und trotzdem muss man sein letztes Hemd ausziehen und vor dem Vermieter Führungszeugniss, Schufa-Auskunft und, knallhart gesagt, den Speiseplan der letzten 5 Jahre zeigen, um überhaupt eine Besichtigung machen zu dürfen. Wenn man dann die Wohnung hat, steckt man 1000de Euro rein, um sie wieder bewohnbar zu machen. Wohnungsmarkt in München: Stockholm in Reinkultur: mind. 100 Leute drängeln in kleinen "Wohnklo´s" zur Besichtigung, in der Hoffnung den Zuschlag zu bekommen. Hat man sie dann, zahlt man für 36qm, je nach Lage, ca. 700-800,-€, teilweise mehr. Luxussanierungen sind an der Tagesordnung, komunale Wohnungen gibt es kaum...wenn sind die nur mit Wohnberechtigungsschein zu bekommen....und den bekommt man noch schwerer. Arbeitet man nicht gerade bei den grossen Firmen: Siemens, BMW ect...hat man kaum eine Chance eine bezahlbare Wohnung zu bekommen..oder man ist gezwungen, wie fast 80% der "normalen" Münchner, in den sauren Apfel zu beissen und die Preise zu zahlen...auch wenn man manchmal kaum weiss wie und ob man nach der Mietzahlung noch Lebensmittel kaufen kann..um eben diese Wohnung auch geniessen zu können. Um aber noch die Lebensmittel kaufen zu können, muss man eben in den Billigläden einkaufen und damit die niedrigst Preise zahlen, die die Bauern auf die Dauer kaputt machen....es ist ein Teufelskreis..und aus dem kommt Deutschland nicht raus, so lange nicht etwas komplett am System geändert wird.
Ich mag hier weniger verdienen als in Deutschland, aber wenn ich mich mit deutschen Freunden unterhalte und merke, wie die jeden Monat "Röddeln" um überhaupt über die Runden zu kommen, die manchen Monat bereits nach dem Monatseinkauf und der Mietzahlung noch zu viel Monat für´s Geld haben, dann weiss ich genau, mir geht es hier definitv besser. Und die Menschen, die meine Freunde sind, sind Menschen die täglich 17h arbeiten, nicht aufmucken, weil sie ANgst haben, den Job zu verlieren und die dann nicht mehr wissen, wie sie die Familie ernähren können.
Und eines sollte man bei der ganzen Disskussion nicht vergessen: BEVOR die Regierung Rheinfeldt kam, ging es Schweden und seinen Einwohnern besser, als jetzt. Es mag den Stockholmern und Götheborgern immer noch gut, wenn nicht gar besser gehen, aber Schweden ist nicht nur Stockholm und Götheborg.
LG JANA
_________________ Man muss 1000 Dinge machen um zu beweisen wie toll man ist.. Aber nur einen Fehler begehen, um nichts mehr wert zu sein !
|