nobse hat geschrieben:
Man kann eigentlich nur von Glück sprechen,dass in Lappland noch keine ,oder geringe Bodenschätze gefunden wurde.
Na ja. Solltest du mal mit dem Flugzeug nach Gällivare fliegen, dann siehst du (sofern du links sitzt und der Flieger - zumindest bei Westwind - von Osten her anfliegt) kurz vor der Landung ein gigantisches Loch im Boden. Das ist Europas grösster Kupfertagebau. Ich glaube, nur irgendwo in Südamerika gibt es noch einen grösseren. Dort soll demnächst noch ein zweites Loch hinkommen, man verdoppelt die Produktion.
Dann haben wir noch die LKAB, die in Kiruna und Malmberget grosse Mengen Eisenerz fördert und der gerade beide Städte zum Opfer fallen, weil sie auf diesem Erz stehen. In Jokkmokk wird gerade nach Gold gesucht. Also an Bodenschätzen ist schon einiges da, und es ist sowohl ein Fluch als auch ein Segen für das Land.
Was die Samen betrifft, so ist ihr Verhältnis zu den Schweden nach wie vor gespannt, auch wenn die meisten gar nicht mehr als Samen zu erkennen sind und nur noch wenige Rentierzucht in so grossem Maßstab betreiben, dass sie davon leben können. Es gab noch vor ein oder zwei Jahren langwierige Gerichtsverhandlungen, die sich ernsthaft damit beschäftigten, wer zuerst da gewesen ist: Schwede oder Same. Der Hintergrund: Schwedische Waldbesitzer wollten den Samen verbieten, ihre Rentiere in ihren Wäldern weiden zu lassen.
Seitens der Samen findet man oft trotzige Abgrenzung, seitens der Schweden alles von völliger Ignoranz bis zu Neid auf das samische Privileg der Rentierzucht (was sie selbst natürlich nie ausnutzen würden, aber das ist egal).
Vielen gelten die Samen als unzivilisierte Barbaren, eine Ansicht, die gefördert wird durch Alkoholismus oder auch gewisse Ereignisse wie grausam getötete Adler, auch wenn nicht bewiesen ist, dass es Samen waren.
Kurzum: An der Oberfläche ist alles staatlich verordnet FriedeFreudeEierkuchen mit netter Folklore und bunten Trachten, unter der Oberfläche gärt es gewaltig.
Skogstroll