"Langfristiges" Vorbereiten / Studienwahl

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blubb
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"Langfristiges" Vorbereiten / Studienwahl

Beitragvon blubb » 10. Januar 2009 19:36

Hallo zusammen,
im Juni werde ich mein Abitur machen & dann studieren. Da ich darüber nachdenke, ob meine Zukunft in Skandinavien (vorzugsweise Schweden) liegen wird, wollte ich schonmal einige Informationen sammeln. (So viel zur Einleitung... :wink:)
Hauptsächlich geht es mir jetzt darum, zu erfahren, welches Studium (das ich schon noch in Deutschland absolvieren möchte) sich anbieten würde. Für mich kommt keine Naturwissenschaft in Frage (also auch nicht Medizin). Ich denke, dass es bei mir auf ein Lehramtsstudium hinauslaufen wird, sicherlich mit Latein als Hauptfach & einer weiteren Sprache oder einer Geisteswissenschaft im Nebenfach.
In Deutschland ist Lehramt ja definitiv eine Berufswahl mit Zukunft, aber wie sieht es da mit Schweden aus? Muss man dort später, wenn es soweit sein sollte, noch Weiterbildungen o.ä. absolvieren? Und wie sieht es mit Bezahlung bzw. 'sozialem Status' von Lehrkräften aus?
Welches Studium, das bestenfalls in die sprachwissenschaftliche Richtung geht, würde sich ansonsten anbieten? Welche Vorraussetzungen sollte man ansonsten mitbringen?
(Dass man des Schwedischen mächtig sein sollte, kann ich mir durchaus denken...;))

Ich hoffe, mein Zukunftsplanung beginnt nicht zu früh & vielen Dank im Voraus für alle folgenden Antworten :D

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Imrhien
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Re: "Langfristiges" Vorbereiten / Studienwahl

Beitragvon Imrhien » 10. Januar 2009 20:51

Hej,

Wenn Du es Dir erleichtern willst, studier an einer Uni an der Du nebenher schon gleich schwedisch mitstudieren kannst.
Nicht um dem tollen aber wahren Spruch gerecht zu werden, dass man die Sprache können sollte, sondern, damit Du hier einen Nachweis hast. Mit diesem kannst Du hier anerkannt werden. ohne die Sprache und einem Beleg, dass Du quasi das ABi im Fach Schwedisch hast, kannst Du nur als nichtanerkannter Lehrer arbeiten. Du bekommst mit Glück eine Stelle, aber Du wirst nur halbjahresverträge bekommen. Vermutlich werden nicht mal die Ferien bezahlt. Meine Verträge enden immer vor den Ferien und die neuen beginnen am ersten Schultag. Nett, oder?
Ob Du einen neuen Vertrag bekommen wirst hängt immer daran ob sich in der Zwischenzeit nicht doch ein Lehrer bewirbt der anerkannt ist, meist ein Schwede. Der muss vorgezogen werden. So bist Du die Stelle wieder los. Echt sehr unsicher. Ach ja, schlechter bezahlt wirst Du sowieso.
Ein Leher bekommt hier so als nichtanerkannter Lehrer etwa 19 000-20 000 Kr Brutto, klar. Das ist Einstiegsgehalt bei der KOmmune. Wenn man an einer richtigen Schule ist. Ich bekomme nochmal weniger weil ich "nur" für Muttersprachen angestellt bin. Dass ich zwischendurch schwedischen Schülern deutsch beigebracht habe hat daran leider nichts geändert.
An privaten Schulen bekommt man mehr. Ich weiss aber, dass auch da nicht viel mehr als 22 000 oder 23 000 als Einstiegsgehalt drin sind. Vermutlich schwanken die Gehälter aber noch mal stark je nach Region. Ich rede hier vom Västmanland.
Die Fächer kann ich Dir nicht sagen. Zur Zeit werden Deutschlehrer und Englischlehrer gesucht. Hier jedenfalls. Aber ob das in ein paar Jahren noch so sein wird? Keine Ahnung. An vielen Schulen sind sie grade dabei die Regeln strenger einzuhalten. Das heisst es werden immer weniger Lehrer ohne Anerkennung eingestellt. Mit der Sprache, also dem Nachweis darüber, ist die Anerkennung dann eine "Formsache". Du schickst Deinen deutschen Abschluss an das Hochschulwerk in Schweden. Das dauert dann im schlimmsten Fall etwa ein halbes Jahr. In der Zeit darfst Du arbeiten, wenn Du was findest, aber eben unter schlechteren Bedingungen. Ach ja, in die Gewerkschaft, die für Lehrer kommst Du unter Umständen auch nur mit der Anerkennung. Jedenfalls jenachdem wo Du hin willst. ICh wurde grade abgelehnt...

Nichts ist unmöglich. Man kann es aber auch leichter haben :) Die Sprache ist der Schlüssel.

Grüße
Wiebke

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Berta
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Re: "Langfristiges" Vorbereiten / Studienwahl

Beitragvon Berta » 10. Januar 2009 22:52

Hallo Kathi,

schau mal, hier gab es vor kurzem eine ähnliche Anfrage...

Ich habe keine Ahnung davon, aber ich meine, mich in Schweden mal mit einem unterhalten zu haben, der mir erzählt hat, dass er sehr gerne in der Schule Latein gewählt hätte, dass es aber auch im weiteren Umkreis dazu keine Möglichkeit gegeben hätte, weil das einfach nicht so verbreitet ist (der kam nicht vom Land). Wir kamen darauf, weil er so verwundert war, wie viele Deutsche Latein in der Schule gelernt haben und bei wie vielen Studienfächern Latein Voraussetzung ist.
Ich weiß das aber nicht wirklich - vielleicht kann ja noch jemand anders was dazu sagen?

Gruß,
Berta.

Tommy
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Re: "Langfristiges" Vorbereiten / Studienwahl

Beitragvon Tommy » 10. Januar 2009 23:05

Hej,

Zunächstmal ist die deutsche LehrerAusbildung generell in Schweden als Lehreausbildung anerkannt. Zunächst kannst du also mit deinem Uni-Abschlusszeugnis dich bei jeder Schulbehörde (in S sind das die Kommunen) bewerben. Leider verstehen die dein zeugnis nicht und lehnen dich dann ab.
Wenn du dann endlich die Übersetzung/Anerkenung hast, sieht es etwas besser aus.
Latein ist absolut unüblich. Es gibt vielleicht 3 Schulen in ganz Schweden, wo das gelehrt wird. Damit hast du null Chancen.
Der Status von Lehrern in S ist sehr niedrig, und ebenso die Bezahlung. Hast du einen festen job, kriegst du 20-25.000 SEK brutto.
In S sollte man sich ein anderes Betätigungsfeld suchen.

blubb
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Re: "Langfristiges" Vorbereiten / Studienwahl

Beitragvon blubb » 10. Januar 2009 23:15

:oops: Tut mir Leid, dass ich das Forum vorher nicht gründlicher durchsucht habe...
Also wäre von Latein als Fach tendenziell eher abzuraten?!? Ich denke natürlich auch über Deutsch nach, vor allem, wo ich jetzt gelesen habe, dass Deutschlehrer zumindest momentan/regional gesucht werden...
Welche Fächer wären sonst vlt. empfehlenswert?

Besten Dank jedenfalls erstmal für die schnellen Antworten :)

Edit: Gut... nach dem Lesen des letzten Beitrages hat sich die erste Frage in jedem Fall geklärt.

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Re: "Langfristiges" Vorbereiten / Studienwahl

Beitragvon Imrhien » 11. Januar 2009 11:32

Mathe :)
Nein, ich weiss nicht ganz genau welche Fächer gesucht werden. Aber mal von so Sachen wie Latein abgesehen, ich denke so wichtig ist es am Ende nicht. Man wird hier zwar auch mal in einem Fach eingesetzt das man nicht studiert hat, aber von 2 Fächern stimmt dann mindestens eins :)
Ich kenne eine Lehrerin für Mathe und irgendwas anderes (Tanz, Sport oder so) und die unterrichtet hier in Schweden Mathe und Deutsch. Wichtig ist für die Schulen eher, dass Du anerkannt wirst. Das ist wie gesagt relativ einfach. Du musst Dein Zeugnis anerkennen lassen und soweit ich weiss, zumindest wurde das bei Lehrern die ich kenne so praktiziert, musst Du den NAchweis über die Sprache erbringen. SOnst wirst Du nicht anerkannt. Einfach übersetzen alleine reicht also nicht aus. Manche bekommen trotzdem ne Stelle, mit den von mir beschriebenen Konsequenzen.
Interessant ist die Fächerfrage nur so ein wenig. Ich meine, Du musst Spaß daran haben. Was man hier in 5 Jahren sucht das kann doch keiner wissen. Wenn jetzt MAthe wichtig ist und Deutsch so kann das in drei Jahren schon Religion und Chemie sein. Verstehst Du? Sprachen wechseln so alle paar Jahre. Vor etwa 20 Jahren war Deutsch ein sehr beliebtes Fach. Daher können so viele die Sprache wenigstens verstehen. Dann war irgendwann französisch dran, jetzt spanisch. Deutschlehrer werden aber hier gerade gesucht. Aber auch Englischlehrer und Mathelehrer... Wie gesagt, das wechselt.

Grüße
Wiebke


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