Landwirtschaft alternativ-Ökohof

Von Auswanderern für Auswanderungswillige! Alle Fragen zu Planung und Durchführung, zu Umzug, Integration und Umgang mit den Behörden. Interessante Erlebnisse und Tipps der Expats.
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arnoandrea
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Landwirtschaft alternativ-Ökohof

Beitragvon arnoandrea » 17. November 2008 21:55

Hallo alle zusammen :D

Wir sind neu hier und haben eine Menge Fragen zum Thema Auswandern.
Ich habe mir schon die Augen wund geguckt aber zu unserem Vorhaben noch nichts gefunden.

Wir, Arno und ich Andrea, wohnen noch in Deutschland. Wir wollen in 0,5-2 Jahren unser Haus hier verkaufen und uns in Schweden eine neue Existenz aufbauen.
Wir suchen hierzu eine landwirtschaftliche Immobilie mit ein paar Hektar Wiesen, Acker evtl. See & Wald. Wir wollen einen Hof aufbauen mit einer geringen touristischen Nutzung (2-4 Ferienhäuschen).
Hierzu sollen noch Ponys (Isländer) für Reiterwandertouren und Schafe zur Selbstversorgung von Fleisch und Milch/Käse und , und , und...
Alles in bescheidenen Maßen.
Nun können wir aber nicht ganz Schweden bereisen, um uns alle möglichen und nicht möglichen Ecken anzusehen. Eine Vorauswahl mit eurer Hilfe wäre schon von Vorteil.

Jetzt zu den Fragen:
Geeignete Flächen und Häuser gibt es im nördlichen Schweden. Ängermanland, Vasterbotten, Jämtland, Südlappland, Norrbotten
:idea: Wie sieht es aber dort mit der Vegetation aus, wie weit nördlich können wir gehen ohne 9 Monate im Jahr Heu füttern zu müssen?
:idea: Wo und wann hat man mit den gefürchteten Stechfliegen und Kriebelmücken zu rechnen?
:idea: Wer weiß was von anderen Ökobauern oder kennt sich selbst aus?
:idea: Gibt der "Touri-Markt" so was her?
:idea: Muß man angestellt sein oder geht eine Einwanderung auch mit Selbstständigkeit, wenn ja wo liegen da die Hürden?

Ufffff

Schön wäre es wenn sich ein paar Leute aus dem "Norden" melden, da wir noch viele Fragen haben und etwas Unterstützung bräuchten.

Schöne Grüße
Andrea & Arno

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Re: Landwirtschaft alternativ-Ökohof

Beitragvon HeikeBlekinge » 18. November 2008 16:09

Allgemein duerftet ihr hier viele Antworten finden:
http://www.alternativ.nu

Muß man angestellt sein oder geht eine Einwanderung auch mit Selbstständigkeit, wenn ja wo liegen da die Hürden?

Ihr muesst ausreichende Mittel oder nachweisbares Einkommen ueber eine Selbstständigkeit vorweisen können und Krankenversicherung nachweisen wenn ihr keine feste Anstellung in Aussicht habt.
guckt mal unter:
http://www.migrationsverket.se

Solltet ihr es schaffen eure Ziele bezgl. Selbstversorgung zu erreichen und steht ihr voll dahinter so zu leben, solltet ihr bis auf bestimmte Dinge gut auskommen können. Genuegend Kapital oder ein Extrajob sind natuerlich nicht zu verachten.
Ich persönlich halte den hohen Norden jedoch fuer schwierig, besonders wenn man plant mit Touristik sein, oder ein gewisses, Auskommen zu finden.
Je höher nach Norden, desto einsamer...

Gruss aus Suedschweden
Heike

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arnoandrea
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Re: Landwirtschaft alternativ-Ökohof

Beitragvon arnoandrea » 3. Januar 2009 01:03

Sind denn hier nicht mehr Leute die dazu was zu erzählen hätten?
Alles nur Städer hier? Kann ich nicht glauben! :?

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Re: Landwirtschaft alternativ-Ökohof

Beitragvon Faxälva » 3. Januar 2009 16:37

arnoandrea hat geschrieben:Hallo alle zusammen :D

Jetzt zu den Fragen:
Geeignete Flächen und Häuser gibt es im nördlichen Schweden. Ängermanland, Vasterbotten, Jämtland, Südlappland, Norrbotten
:idea: Wie sieht es aber dort mit der Vegetation aus, wie weit nördlich können wir gehen ohne 9 Monate im Jahr Heu füttern zu müssen?

...von Oktober bis Mai musst du Heu fuettern

:idea: Wo und wann hat man mit den gefürchteten Stechfliegen und Kriebelmücken zu rechnen?

..keine Ahnung, mal sind sie da und mal nicht, ob darueber jemand Buch fuehrt, entzieht sich meiner Kenntnis

:idea: Wer weiß was von anderen Ökobauern oder kennt sich selbst aus?

"krav märkt" zu produzieren ist "in" , Ökobauern im deutschen Sinn gibt es nicht

:idea: Gibt der "Touri-Markt" so was her?

was soll er hergeben? ..Ökoobst und -gemuese gibt es in jedem ICA, Preise wie in Deutschland kannst du da vergessen, kauft keiner

:idea: Muß man angestellt sein oder geht eine Einwanderung auch mit Selbstständigkeit, wenn ja wo liegen da die Hürden?

..du musst beweisen, dass du dich versorgen kannst, entweder du hast einen Arbeitsvertrag oder genug Geld...


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Re: Landwirtschaft alternativ-Ökohof

Beitragvon Lucia007 » 4. Januar 2009 10:29

Hallo Arno und Andrea,

ich selbst wohne (noch) in Deutschland, aber eine frühere Arbeitskollegin von mir ist mit ihrem Mann nach Smaland gezogen und sie betreiben dort einen kleinen Hof. Ich kann Dir nur berichten, was ich von Ihnen weiß.

Ich nehme an, daß ihr Erfahrung in der Landwirtschaft habt, bzw. auch hier in Deutschland bereits in der Landwirtschaft arbeitet? Ansonsten könnt ihr diese "Auswanderer-Berichte" aus dem Fernsehen vergessen, wo Familien irgendwo hingehen, sich einen Stall voller Pferde kaufen und glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende leben und die ganze Zeit das Gefühl haben, sie würden Urlaub machen.

Macht Euch keine Illusionen, daß ihr oben im schwedischen Norden leichter davon leben könnt. Ihr werdet Ausgaben haben, woher kommen Eure Einnahmen? Dort wohnen wenige, und ihr seid nicht die ersten, die Käse und Milch etc. verkaufen. Individualtouristen lieben zwar auch den NOrden, aber es gibt dort bereits einiges an Angeboten, ihr müßt schon was ganz Besonderes anbieten und könnt nicht davon ausgehen, daß das Eure Ausgaben deckt.

Das Paar, das ich kenne kam mit einem relativ großzügigem Startkapital nach Schweden, der Mann hatte Agrarwissenschaften studiert und hatte hier in Deutschland auf einem Bauernhof gearbeitet, die Frau ist Reittherapeutin. Sie kommen jetzt gerade so über die Runden, inklusive 18-Stunden-Tag, sieben Tage die Woche. Sie hatten auch zunächst überlegt, weiter nach Norden zu gehen, aber dort sind die Bedingungen für die Landwirtschaft noch härter und noch weniger Menschen, die einen dort helfen können, bzw. die erwirtschaftete Ware kaufen würden. Einen Großteil an Geld bekommen sie über Kinderfreizeiten mit Ponys und den Tieren auf dem Hof. Das geht in Smaland, weil dort viele Familien hinkommen. Die Erzeugnisse der Landwirtschaft selbst kannst Du vergessen, das kaufen wenige auf dem Hof direkt und ganz offiziell ist das stark begrenzt, nicht so wie in Deutschland, wo die Bauern überproduzieren. Vermieten an Touristen deckt kaum die Ausgaben, weil ihr sicher nicht das ganze Jahr vermieten könnt. Weiter südlich bzw. in der Mitte gibt es aber viel mehr Touristen, allerdings auch mehr Angebote.

Ich will es euch nicht ausreden, es ist ja eine schöne Idee, die aber vor Euch bereits viele hatten und ich weiß, wie nah am Existenzminimum meine Bekannten heute leben und nicht wissen, ob sich die Kosten im nächsten Jahr noch decken lassen. Es erfordert viel Planung, ihr werdet es Euch bestimmt gut überlegt haben.

Ich wünsch Euch jedenfalls viel Erfolg

Lucia

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Re: Landwirtschaft alternativ-Ökohof

Beitragvon irni » 4. Januar 2009 14:17

Ich arbeite zwar täglich mit Bauern, kann dir aber trotzdem keine richtig gute Antwort auf deine Fragen geben. Will man hier von einem Hof leben muss man auch hier eine gewisse Grösse haben. Es ist eine Sache Sebstversorger zu sein, aber eine ganz andere auch von der Landwirtschaft zu leben. Touristenverksamkeit gibt sicher einen kleinen Zuschuss, aber die normale Touristensäson ist relativ kurz, wenn du nicht das Glück hast sowohl an einem See als auch in einem Skigebiet zu wohnen.
Ihr dürft auch nicht vergessen, dass der agrare Bereich auch in Schweden sehr bürokratisch ist.

Schaut doch mal hier rein:
http://www.ekolantbruk.se/marknad/ und hier http://www.ostbiten.se/
Immobilienvermittlung geht oft über Makler bei "LRF Konsult" (LRF=Lantbrukarnas Riksförbund), dort gibt es auch Ratgeber, genauso wie bei HS (Hushållningssällskap) und dann natürlich diverse Förderungen, die das Länsstyrelse verwaltet. Alle diese Organisationen haben lokale Filialen.

Ich wünsche euch viel Glück


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