Landwirt in Schweden???

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schoki_01
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Landwirt in Schweden???

Beitragvon schoki_01 » 11. Mai 2011 12:24

Hallo Ihr Lieben,

ich habe mal eine Frage. Ich möchte gerne in die Landwirtschaft (gerne eigener Bauernhof, usw.).
Wie groß sind die landwirtschaftlichen Flächen in Schweden? Wie sind die Erfolgsaussichten? Gibt es Subventionen? Was wird wo angebaut?

Da es in Deutschland schwierig ist, sich als Bauer selbständig zu machen, habe ich überlegt nach Schweden auszuwandern. Erfahrungen etc. vorhanden. Technik auch, Sprache auch, usw.

Hoffe Ihr könnt mir helfen. Bzw. sagen, wer vielleicht einen Nachfolger für einen Hof sucht usw.
Danke.
Viele Grüße

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kilopapa
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Re: Landwirt in Schweden???

Beitragvon kilopapa » 11. Mai 2011 12:30

Hej schoki_01,

suche doch mal unter

http://www.hemnet.se

unter "gard"

Für ganz Schweden werden da derzeit ca. 1.660 Objekte angeboten.

Vielleicht ist ja wasd passendes dabei.

CU Karsten
CU Karsten :smt006

Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches. (Mark Twain)

sommen

Re: Landwirt in Schweden???

Beitragvon sommen » 11. Mai 2011 15:13

Hej!

Ich finde die Frage ...wie groß sind die Flächen...ein Witz!
Welch eine Frage...
Denk mal nach...

10 ar, 50 ar....100 Hektar...am Stück oder in 20 verschiedenen Felder verteilt?
Der eine Hof hat 20 Hektar, der andere 100.....
Daher ist die Frage,,wie groß sind die Flächen...nicht so gut gestellt?

Als Bauer müßte man auch wissen, was in Schweden wächst und angebaut werden kann!
Wenn man hier das Forum braucht, ist man schlecht vorbereitet!
Ich hoffe, du bist in Deutschland ein Nebenerwerbsbauer...

Sorry die direkte Antwort, aber Freunde von mir haben in Smaland einen Bauernhof und haben sich dort eine Existenz aufgebaut und es hat geklappt!

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Re: Landwirt in Schweden???

Beitragvon schoki_01 » 12. Mai 2011 10:31

erstmal danke für eure antworten.
in deutschland bin ich gar kein bauer (bin landmaschinenschlosser und selbständig), sondern habe nur einige kleinere stücke zu bewirtschaften (insgesamt 20ha) und da es in deutschland sehr schwierig ist, einen hof zu übernehmen (subventionen, hohe ablösen usw.) und da wollte ich versuchen meinen traum von der landwirtschaft in schweden zu erfüllen.
suche leute die wissen, wie man dort vorgehen könnte, d.h. welche stellen muss man anfahren um das gewerblich zu machen, kann man von ca. 50 ha leben oder benötigt man mehr (in deutschland braucht man ohne subventionen sehr viel land, zumindest bei uns im osten des landes oder man kauft für einige millionen einen größeren betrieb, aber dieses geld habe ich leider nicht auf der hohen kante liegen:)).
wer kennt bauern mit den man sich unterhalten kann?
danke.
lg

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Re: Landwirt in Schweden???

Beitragvon HeikeBlekinge » 12. Mai 2011 11:25

Auch Schweden gehört zur EU und somit sind Subventionen kein Fremdwort fuer Bauern! Viele Flächen liegen hier leider brach, das Bild ist nicht anders als in D!
Ebenso gibt es Milchquoten etc

Wo du dich zu Anfang gut informieren kannst und Mitglied werden solltest ist der LRF > www.lrf.se sozusagen der "Landwirtschaftliche Ortsverband" wie du es vielleicht aus D kennst. Dort erhält man nuetzliche Unterstuezung in allen möglichen Fragen.
Höfe findest du neben Hemnet auch auf lantgårder.nu oder lrf-konsult.

Natuerlich kann man hier fuer gutes Geld attraktive Flächen mit Hof erwerben, das Einkommen zu erwirtschaften ist aber genau so muehselig wie in D. Gute Chancen hast du wenn du dich im öko-Landbau einnisten willst - hier Krav
> krav.se der Zweig kann momentan gar nicht soviel produyieren wie der Bedarf steigt.

Les dich mal durch und wenn du eine oder andere nähere Frage hast kannst du mir auch eine PN schreiben.

Gruss aus Suedschweden
Heike

PS: Ich kannte mal einen Landmaschinenschlosser in D, kommst du zufällig aus NRW?
www.lilla-koksgarden.se


>Wer wenig weiß redet viel, wer Wissen hat wird neugierig, wer viel Wissen hat schweigt<

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Re: Landwirt in Schweden???

Beitragvon Bjoern82 » 15. Mai 2011 12:42

Moin,
Als gelernter Landwirt kann ich dir nur sagen: Überlege dir genau was du tust.
Landwirtschaft ist nicht nur praktische Arbeit.
Der Papierkram wird immer mehr, vor allem was Flächenprämien und Herdbuchführungen betrifft.

Als erstes solltest du dir überlegen WAS du machst.....

Nur Ackerbau? Da kannst du dich schonmal drauf einstellen das du unter 150ha keinen wirtschaftlichen Betrieb aufbauen kannst.
Ackerbau ist ein Saisongeschäft. Du erwirtschaftest in der Ernte den Ertrag fürs ganze Jahr. Dazu solltest du auf langjährige Erfahrung im Getreide/Raps/Mais anbau zurück greifen können. Alles andere ist reiner Wahnsinn.
Denn wenn das nach hinten losgeht kannste einpacken und dein Traum ist geplatzt da du keine Ressoucen und Rücklagen hast.
Da sind die Schweinemäster und Milchviehbetriebe doch etwas besser raus.
Vor allem von heute auf morgen einen Betrieb auf einem unbekannten Standort zu gründen stelle ich mir äusserst schwierig, wenn nicht unmöglich vor.
Du kennst die Flächen so gut wie garnicht, dh. Frostbegünstigte Zonen, Nährstofflöcher etc. können dir nen gewaltigen Strich durch die Rechnung machen.
Weisst du was ein Kostendeckungsbeitrag ist?
Das Wort ist dann Programm ;)
Also haken wir das schonmal ab.

Hast du Erfahrung mit Schweinen oder Milchvieh?

Schweinemast / Ferkelerzeugung wäre ein guter Weg.
Stall könnte man sicherlich günstig Pachten
Wo wir wieder bei der Erfahrung sind....
Du musst wissen was du Impfen musst/darfst, Kastrieren musst du können, das richtige Auge und den richtigen Tierverstand.
Du musst wissen wie du die Übergänge von Winter/Frühling und Herbst Winter im Stall handhaben musst, sonst sind Erkältungen vorprogrammiert.
Ein krankes Schwein zu lange übersehen, und du kannst deinen Kompletten Bestand behandeln oder im schlimmsten Fall Keulen lassen.

Also auch: Entweder Erfahrung oder Finger weg!!

Von Milchvieh würde ich generell abraten, aber das eher aus persönlichen Gründen. Wäre mir zu Zeitgebunden jeden Tag von 0500 bis 0700 und von 1600 bis 1800 Uhr im Melkstand zu stehen.

Ich habe mit dem Gedanken auch schon gespielt in Schweden Landwirtschaft zu machen... Aber es ist mir ein zu großes Risiko in jeglicher Hinsicht.
Die Flächen sind klein, SEHR steinig, und oft verwinkelt. Das allein schränkt die Wirtschaftlichkeit schon arg ein.

Das einzige was ich dir empfehlen könnte wäre Rindermast
im kleinen Nebenerwerb.
Ne kleine Galloway oder Fleckviehherde.
Nichts desto trotz brauchste auch dafür Geld für Hof, Flächen und ganz wichtig: Maschinen.
Ich denke für 100 000 Euro bekommste das nötigste zusammen. Natürlich gebraucht.
Ich weiß auch nicht wie es in Schweden mit den Prämien ist, in Deutschland musst du staatlich geprüfter Landwirt sein, sonst gibts garnix aus Brüssel.
Ausnahme sind ältere Betriebe mit älteren Wirtschaftern.

Vielleicht solltest du erstmal die Ausbildung zum Landwirt hier in D machen, da bekommst du das wichtigste vermittelt. Ohne geht es einfach nicht. Höchstens wenn du von einem Hof kommst und damit aufgewachsen bist.

Hast du schonmal über ein Lohnunternehmen nachgedacht?
Das würde bei dir ja näher liegen...Maschinenringe gibt es in Schweden genauso wie in D.
Da wäre dann vielleicht sogar Kooperationspotential gegeben.


Ich würde mir das alles an deiner Stelle nochmal ganz genau überlegen.
Es dauert für gewöhnlich Jahre bis Jahrzehnte einen Betrieb aufzubauen.
"Mal eben" einen Hof aus dem Boden zu stampfen gehört zu den schwierigsten Dingen.

Gruss
Björn

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Re: Landwirt in Schweden???

Beitragvon stavre » 15. Mai 2011 12:53

sehr gut formuliert ,björn

irni
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Re: Landwirt in Schweden???

Beitragvon irni » 15. Mai 2011 21:11

Ich will ja kein Spielverderber sein, aber um eine lebenskräftige Landwirtschaft aufzubauen brauchst du ein Vermögen! Im Süden, wo die Erträge höher sind, sind die Grundpreise hoch und weiter nördlich ist die Arrondierung nicht immer was man sich wünscht. Von der Landwirtschaft zu leben ist auch hier kein Honiglecken. Als Vollzeitbauer kannst du damit rechnen, dass du entweder richtig gross sein musst oder du musst noch Nebeneinkünfte als Entrepreneur haben. Also andere Dienste anbieten. Schneepflügen ist ja so ein Klassiker hier im Norden :D
Auch wenn du einen Hof übernimmst will der ja irgendwie abbezahlt werden, ich nehme an, dass du keinen Erbonkel in S hast. Gratis bekommst du nichts, dafür sind die landwirtschaftlichen Flächen viel zu sehr gefragt. Zumindest, die die was wert sind.
Dann gibt es Förderungen für Neustarter und junge Bauern (unter 40), dafür musst du aber eine gewisse landwirtschaftliche Grundausbildung vorweisen können.

Versuche dich bei Jordbruksverket und Länsstyrelsen zu informieren. LRF kann eine gute Anlaufstelle sein, wenn´s zu Preisangaben und wirtschaftlichen Fragen kommt.

Und lern Schwedisch, ohne die Sprache bist du auf dem Land völlig verloren.

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Re: Landwirt in Schweden???

Beitragvon Faxälva » 15. Mai 2011 21:33

...und dann gibt´s hier oben auch noch ein anderes Problem... es gibt zwar massenhaft unbenutztes Land, aber keiner gibt es frei bzw, zur Arrende, weil man ja eine Prämie zur Offenhaltung der Landschaft und gårdstöd kassieren kann ... bekommt man mal Land zur Nutzung angeboten, wollen sie oft als Pacht die ganzen Beihilfen haben, und da kannst du das Ganze vergessen....
Hälsningar från Faxälva

Tyck inte illa om att bli gammal, var glad att du fått chansen.

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Re: Landwirt in Schweden???

Beitragvon Bjoern82 » 16. Mai 2011 06:25

irni hat geschrieben:Ich will ja kein Spielverderber sein, aber um eine lebenskräftige Landwirtschaft aufzubauen brauchst du ein Vermögen!


Stimmt zwar, aber in der Landwirtschaft sind hohe Summen nunmal Alltag.
Wirtschaftliche Betriebe fangen ab 2 Millionen an....
Hört sich unvorstellbar an, aber in anbetracht dessen, das du mit so einem Betrieb mehr als eine halbe Million umsatz machen kannst, sieht die Sache schon wieder anders aus.
Des weiteren werden solche finanzierungen auf min. 20 Jahre festgelegt.
Maschinen werden in der Regel auf 10 Jahre abgeschrieben.
Hier in D gibt es für sowas die Landwirtschftliche Rentenbank.
Da werden Zinssätze unter 3% angeboten.
Ich könnte mir vorstellen das es in S ähnliche Möglichkeiten gibt.

Mit Flächen sieht es in S ähnlich aus wie in D.
Die Flächen die gut sind, sprich groß, guter Standort, über 50 BP sind sehr gefragt.
Denn ich kenne keinen Bauern is S wie in D der nicht wachsen will.

Es ist ja in D schon soweit, das bei Todesfällen die Kauf/Pachtanfragen wichtiger sind als die Beileidsbekundungen. Traurig aber wahr.


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