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Von hier wollte ich noch am selben Tag mit dem Boot auf die andere Seite des Sees in die Nähe des Dreiländerecks fahren, den Fußweg ab Kilpisjärvi war ich bereits im Sommer 2003 gelaufen. Ich hielt mich noch etwas im Wanderzentrum auf, bevor ich mich langsam zum Bootssteg auf der anderen Straßenseite begab. In dem Schiff traf ich eine alleinreisende Finnin von ca. Ende 50, die zum ersten Mal ohne ihren Mann in der Wildnis unterwegs war, sowie eine Norwegerfamilie, die alle etwas andere Routen als ich in Angriff nehmen wollten. Abfahrt war plangemäß um 18 Uhr und eine halbe Stunde später stiegen wir an der Koltaluokta (Goldbucht, schwedische Seite des Sees) aus dem Boot. Ich marschierte gleich los auf dem breiten Weg zum Dreiländereck, um dann in der mir auch bereits bekannten Kuohkimajärvi-Hütte zu nächtigen. Die etwa 3 km lange Promenade vom Anlegesteg aus war ich bisher noch nicht gelaufen, konnte aber trotz nicht ganz idealer Sicht schon von weitem erraten, wo sich ungefähr der Grenzstein hinter den Bäumen versteckte. In diese Richtung kam plötzlich ein Hubschrauber geflogen, der dann hinter dem Wald verschwand. Ich fragte mich, was dort wohl gerade veranstaltet wurde. Als ich kurz vor der Grenze ankam, sah ich ein Stück vor mir einen Mann in Uniform, der mit anderen Wanderern sprach. Als ich näher kam, erkannte ich, dass es sich um einen norwegischen Polizisten handelte. Er sprach mich dann auch an, zunächst auf Norwegisch, dann auf Englisch. Sie suchten einen alleinwandernden Dänen, der heute am Dreiländereck erwartet wurde, und er wollte wissen, ob ich evtl. einen Mann am Bootssteg gesehen hätte. Ich konnte ihm leider nicht helfen und fragte ihn dann, was der Däne denn getan habe. Natürlich vermutete ich, dass es sich um einen „Verbrecher“ handelte, da an der Grenze nach ihm gesucht wurde. Es stellte sich jedoch heraus, dass der dänische Wanderer bereits eine Woche zuvor laut seiner geplanten Reiseroute in Kilpisjärvi hätte ankommen müssen und nun vermisst wurde. Über die Hüttenbücher hatten sie nun herausfinden können, dass er am Vortag in der Daertahütte übernachtet hatte und in Richtung Dreiländereck weiter wandern wollte. Ich ging dann gar nicht mehr zum Grenzstein, sondern steuerte direkt auf die Hütte zu, wo sich zunächst viele Leute aufhielten, die jedoch bald weiterzogen, so dass ich dort allein war und auch nachts die ganze Hütte für mich alleine hatte. Die Finnin aus dem Boot hatte ihr Zelt etwas entfernt am anderen Ufer des kleinen Sees aufgebaut. Ich lief später zu ihr und wir unterhielten uns noch etwas über die jeweiligen weiteren Pläne. Leider war für den übernächsten Tag Gewitter oder zumindest starker Regen angesagt, so dass ich doch lieber nicht mehr nach Norwegen rüber laufen wollte, sondern nur zur schwedischen Pältsahütte und zurück. So blieb mir noch ein Reservetag für Notfälle.
(Fortsetzung folgt)
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Dateikommentar: Blick über den Kuohkimajärvi

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_________________ "Keiner, der nur einen Sommer Lapplands Sonne trank, kann anderswo glücklich sein."
(aus A.O. Schwede: Lars Levi Laestadius - Der Lappenprophet)
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