Letzter Tag:(huch, hatte die Überschrift zu Wandertag 3 vergessen...
)Nach der recht schlaflosen Nacht stand ich schon vor 7 Uhr auf, um schnell noch vor dem großen Andrang etwas Teewasser kochen zu können. Danach packte ich eifrig meine Sachen und stellte schon mal alles raus. Die anderen standen nach und nach auch auf und obwohl ich noch sehr viel Zeit hatte, hielt ich mich nicht mehr lange auf.
So marschierte ich bereits um 7:45 Uhr los und lief in gemäßigtem Regen, daher mit Poncho, den breiten Weg zurück zur Koltaluokta, wo ich in der winzigen Hütte weiter zu warten gedachte. Doch als ich nach halb 9 in mittlerweile etwas stärkerem Regen dort ankam und die Tür öffnen wollte, war diese verschlossen. Sie wurde kurz darauf von innen geöffnet, wo 2 Finnen übernachtet hatte. Für eine dritte Person war eigentlich nicht wirklich Platz, doch aufgrund des Regens blieb ihnen nichts anderes übrig, als mich mit meinem Gepäck hereinzulassen. Zum Trocknen wurde der Ofen gefeuert und ich ließ meinen Rucksack darin stehen, während ich ab und zu nach draußen ging. Es dauerte ja noch fast 2 Stunden, bis das Boot ankommen und nach weiteren 2 Stunden erst Richtung Kilpisjärvi schippern sollte. Natürlich ging ich nach 10 Uhr ständig nachsehen, ob man das Schiff schon von weitem sehen kann.
In der Zwischenzeit waren auch die meisten anderen Leute von der Kuohkimajärvihütte hierher gelaufen und hatten sich als erstes in dem großen Sámizelt eingenistet und selbst für die relativ kurze Wartezeit ein Feuer darin entfacht. Als das Schiff endlich am Steg anlegte, stürmte ich gleich hinein, um meinen Rucksack dort zu deponieren. Ich beschloss dann, die restliche Zeit weitgehend im Boot zu warten. Dort plauderte ich etwas mit dem Bootsmann und fragte ihn schließlich, ob er Sámi sei und Samisch spreche, was er bejahte. So konnte ich noch ein paar Takte Samisch mit ihm sprechen, wenn ich ihn auch nur schwer verstehen konnte, da sich die Akzente ja örtlich unterscheiden. Immerhin hatte ich zum ersten Mal in einen Samischsprecher in Kilpisjärvi aufgespürt, wo ja nur 100 Menschen leben, und in der gesamten Gemeinde sollen nur 8% Samisch sprechen.
Kurz darauf kam sogar noch ein zweiter Sámi mit ins Spiel, der sich mit seinem Hund in das Schiffchen gesetzt hatte. Er hieß Issat und sein Hund Bijja oder so. Wir unterhielten uns dann auch ein bisschen, in oder vor dem Boot, wo wir die Wartezeit absaßen. (ein Jahr später traf ich Issat zufällig wieder im Wanderzentrum in Kilpisjärvi und es stellte sich im Gespräch heraus, dass sowohl er als auch der Bootsmann Kalle eigentlich im schwedischen Karesuando leben, d. h. mit den oben erwähnten 8% hatten sie gar nichts zu tun

).
Die anderen Wanderer kamen langsam aber sicher auch aus dem Sámizelt gekrochen und gegen Ende trafen natürlich wieder die Tagesgäste ein, die vom Dreiländereck zurückgetippelt kamen. Trotz des schlechten Wetters waren doch eine Menge Leute zu diesem Zweck herübergefahren.