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 Betreff des Beitrags: Krankenversicherung in Schweden - was ist sinnvoll?
BeitragVerfasst: 21. September 2011 16:29 
Teilnehmer
Teilnehmer

Registriert: 29. Oktober 2010 08:08
Beiträge: 27
Wohnort: Bochum -> Umeå
Tach zusammen,

im Januar werde ich nach Schweden gehen und frage mich, wie ich es am besten mit meiner bislang privaten Krankenkasse machen soll!

Aktuell bin ich Einbett + Chefbehandlung, die Kosten werden zu 50% vom Arbeitgeber übernommen.

Nun meine Problem:
1. Übernimmt der schwedische Arbeitgeber (Krankenhaus) auch anteilige Kosten?
2. Macht eine private, deutsche Krankenversicherung Sinn - gibt es soetwas wie Chefarztbehandlung und Einbett in Schweden?
3. Was ist zu empfehlen??

Danke, logiker


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 Betreff des Beitrags: Re: Krankenversicherung in Schweden - was ist sinnvoll?
BeitragVerfasst: 21. September 2011 18:00 
Neuling
Neuling

Registriert: 26. Juli 2011 17:02
Beiträge: 8
Wohnort: Süd-Lappland
Schwierige Frage. Ich war in der gleichen Situation wie du. Ich bin hier in Schweden ganz normal über die Försäkringskassan versichert, zusätzlich habe ich eine private Zusatzversicherung abgeschlossen. Sollte ich von meinem Arzt an einem Facharzt oder Krankenhaus überwiesen werden, kann ich die Versicherung kontaktieren, die mir dann innerhalb kurzer Zeit einen Termin in einer Privatklinik zusichert und auch bezahlt. Man hat also nicht das Problem mit den langen Wartezeiten.
Solltest du allerdings irgendwann wieder nach D zurückwollen kannst du deine private Versicherung in D i.d.R. auch "schlummern" lassen, umbei Bedarf später ohne Gesundheitsprüfung wieder reinzukommen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Krankenversicherung in Schweden - was ist sinnvoll?
BeitragVerfasst: 21. September 2011 19:14 
Schwedenfreund
Schwedenfreund
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Registriert: 27. Februar 2007 20:43
Beiträge: 417
Wohnort: Östergötland
Interessantes Thema für Schweden mit seinem staatlichen Gesundheitssystem. Private Krankenversicherungen sind eher ungewöhnlich und wenn, dann werden sie meistens über den Arbeitergeber als Zusatzversicherungen angeboten:

http://www.mappis.se/privat-sjukforsakring/
http://www.svd.se/nyheter/inrikes/150-0 ... 115778.svd

Meistens bringen sie nur eine schnellere Überweisung zum Facharzt oder sie ersparen manchmal die Überweisung vom Allgemeinmediziner. Es kommt auf die Versicherung an. Der Facharzt muss aber meines Wissens auch privat zugelassen sein, was auch selten ist. Dies schreibt dann die jeweilige Privatversicherung auch vor.

Beim Gedanken an eine Zwei-Klassen-Gesellschaft der Patienten stehen wahrscheinlich in Schweden immer noch den allermeisten Patienten und selbst denen, die behandeln, die Hutschnur hoch. Sonderbehandlungen würden einfach nicht ins System passen. Privatkliniken und privat zugelassene Ärzte sind eher unüblich und wenn, dann eher in den Großstädten anzutreffen. Nur Zahnärzte sind recht häufig in Privatpraxen tätig. Aber um diese in Anspruch zu nehmen, bedarf es keiner zusätzlichen Versicherung. Ich kenne keinen Schweden in meinem Bekanntenkreis, der sich privat zusatzversichert hat.

Hier habe ich noch eine Werbung gefunden:
http://www.lansforsakringar.se/privat/f ... fault.aspx
So einfach ist das also auch nicht, denn wenn es diese privat niedergelassenen Dienstleistungen in meiner Nähe nicht gibt, habe ich auch nicht viel von dieser Krankenversicherung. Und eine examinierte Krankenschwester kann man so oder so rund um die Uhr kostenlos anrufen. Dafür braucht man keine Extraversicherung.

Aus meiner persönlichen Erfahrung als Patient sehe ich keinen Vorteil in einer Privatversicherung. Bis jetzt habe ich jeden Facharzt rechtzeitig bekommen, der erforderlich war und dies wesentlich gezielter als in Deutschland. Allerdings muss ich dazu fairerweise sagen, dass es von Län zu Län erhebliche Unterschiede in der Krankenversorgung gibt. Sollte man sehr lange auf eine Operation warten müssen, kann man ja mit seiner ganz normalen försäkringskassa verhandeln, dass diese Operation in Deutschland ausgeführt wird und die Kosten übernommen werden.

Nachtrag: Es gibt doch so etwas wie eine Zweiklassengesellschaft der Patienten in Schweden. Laut einer Untersuchung hängt die Qualität der Behandlung vom Bildungsgrad und Einkommen des Patienten ab, obwohl alle untersuchten Personen ganz normal bei der F-Kassa versichert sind. Wer gezielter beim Arzt die besseren Fragen stellen kann und sich kooperativer zeigt, bekommt auch eine bessere Behandlung. Wir sind eben alle nur Menschen.

_________________
viele Grüße
Volker

"Om något kan gå sönder kommer det att göra det, vid sämst tänkbara tidpunkt." (Murphy´s lag)

http://schweden.pl7.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Krankenversicherung in Schweden - was ist sinnvoll?
BeitragVerfasst: 22. September 2011 18:28 
Teilnehmer
Teilnehmer

Registriert: 29. Oktober 2010 08:08
Beiträge: 27
Wohnort: Bochum -> Umeå
Danke zunächst für die Antworten!

Ich habe versucht mich über die Krankenkassen zu informieren und es scheint mir insgesamt so zu sein, dass es auf jeden Fall kein Problem wäre, nach einem Aufenthalt in Schweden, während dem ich in Schweden versichtert wäre, im Anschluß in meine alte gesetzliche Versicherung zu gehen.

Was die private KV angeht, so scheint es fraglich, ob der schwedische Arbeitgeber wie in D zu 50% die Kosten mit trägt. Insgesamt tendiere ich also dazu, die PKV zu kündigen und bei einer eventuellen Rückkehr in die GKV zu wechseln. Da ich ohnehin heiraten und mind. 2 Kinder plane erscheint mir das deutlich ökonomischer...

Was meint ihr?


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 Betreff des Beitrags: Re: Krankenversicherung in Schweden - was ist sinnvoll?
BeitragVerfasst: 22. September 2011 20:49 
Schwedenfreund
Schwedenfreund
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Registriert: 16. April 2007 23:03
Beiträge: 572
Wohnort: D/Kreis Pinneberg
logiker hat geschrieben:
Was die private KV angeht, so scheint es fraglich, ob der schwedische Arbeitgeber wie in D zu 50% die Kosten mit trägt. Insgesamt tendiere ich also dazu, die PKV zu kündigen und bei einer eventuellen Rückkehr nach Deutschland??) in die GKV zu wechseln. Da ich ohnehin heiraten und mind. 2 Kinder plane erscheint mir das deutlich ökonomischer...Was meint ihr?

Ich meine, daß es von vornherein sinnvoll ist, der gesetzlichen Krankenversicherung anzugehören.

Erst, als junger Versicherter, von niedrigen Versicherungsbeiträgen zu profitieren, um dann, mit Frau und Kindern, in die deutsche (?) GKV wechseln zu wollen, weil es "ökonomischer" ist, empfinde ich gegenüber der allgemein zahlenden Solidargemeinschaft als unverschämt.

Ein solches Ansinnen bezeichne ich als asozial!

Rüdiger


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