Krankenversicherung

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Re: Krankenversicherung

Beitragvon HeikeBlekinge » 10. Februar 2010 18:33

seit Juni 2009 haben wir eine schwedische Personennummer mit registriertem Aufenthaltsrecht.


Dann seid ihr auch in Schweden krankenversichert!
Warum also den Kopp heissmachen?
Oder seid ihr Studenten, nicht aus der EU oder nur
voruebergehend/befristet hier? Gibt nicht viel Ausnahmen.

Es kann aber auch durchaus möglich sein, dass die FK direkt mit der PKK abrechnet! Seit kurzem gibt es eine EU-Mitarbeiterin mit Sitz auf Gotland, die fuer den Bereich zuständig ist. Da läuft ein Abgleich mit dem Ausland (zumindest mit D) und es könnte sein, dass dies alles mittlerweile absolut automatisch abläuft...
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Re: Krankenversicherung

Beitragvon hansbaer » 10. Februar 2010 19:18

HeikeBlekinge hat geschrieben:Dann seid ihr auch in Schweden krankenversichert!


Nein, in dem Fall nicht unbedingt.
Leute, die aus eigenen Mitteln in Schweden leben und auf die Art ihr Aufenthaltsrecht haben werden so ähnlich behandelt wie Studenten.

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Re: Krankenversicherung

Beitragvon HeikeBlekinge » 11. Februar 2010 09:52

Leute, die aus eigenen Mitteln in Schweden leben und auf die Art ihr Aufenthaltsrecht haben werden so ähnlich behandelt wie Studenten.


Es muss zu Anfang eine gueltige Krankenversicherung nachgewiesen werden. Ja, das allein stimmt - beim MV!
In der Praxis wird es dann anders gehandhabt, weil all diejenigen, die mit einer PN in S leben den gleichen Anspruch auf soziale Leistungen haben wie die Schweden selbst. Das sieht das europäische Abkommen vor, das eine Bevorzugung oder Zureuckweisung fuer europäische Mitbuerger untersagt.
Die PN gilt! Und schliesslich zahlt man auch in S Steuern (irrelevant wieviel!) ! Damit verbunden abermals die soziale Absicherung!
ALL DAS tun Studenten nicht. Bitte vergleich also nicht ständig Studenten mit "ausreichenden Mitteln" (oder Rentnern).

LG
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Re: Krankenversicherung

Beitragvon hansbaer » 11. Februar 2010 10:07

Aus der EU-Richtline 2004/38/EG:
(1) Jeder Unionsbürger hat das Recht auf Aufenthalt im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats für einen Zeitraum von über drei Monaten, wenn er
[...]
für sich und seine Familienangehörigen über ausreichende Existenzmittel verfügt, so dass sie während ihres Aufenthalts keine Sozialhilfeleistungen des Aufnahmemitgliedstaats in Anspruch nehmen müssen, und er und seine Familienangehörigen über einen umfassenden Krankenversicherungsschutz im Aufnahmemitgliedstaat verfügen.


Die Krankenversicherung macht also das Aufenthaltsrecht und nicht umgekehrt. Studenten und die oben genannten erwerben erst durch den Besitz der Krankenversicherung das Aufenthaltsrecht, aber ihnen erwächst durch ihren Aufenthalt keinerlei Anspruch auf Sozialleistungen und damit auch nicht auf die Bezahlung von Gesundheitsleistungen.

Das Aufenthaltsrecht ist nichts, was einem das Migrationsverket zubilligt, sondern man hat es durch die faktischen Gegebenheiten oder eben nicht. Die Registrierung beim Migrationsverket ist eine Verpflichtung, bei der anfänglich über diese Gegebenheiten befunden wird. Es ist jedoch nicht so, dass mit der Registrierung alle Voraussetzungen des Aufenthaltsrechts nichtig werden. Das passiert erst, nachdem man das Aufenthaltsrecht fünf Jahre lange innehatte.

Das schwedische Gesetz über die Sozialversicherungsgesetz enthält zudem die Bestimmung:
4 § Gemenskapsrätten inom Europeiska unionen (EU) eller inom Europeiska ekonomiska samarbetsområdet (EES) eller avtal om social trygghet som ingåtts med andra stater kan medföra begränsningar i tillämpligheten av bestämmelserna i denna lag.


Dass Studenten und Leute mit ausreichenden Mitteln in der Realität anstandslos behandelt, ist mir auch bekannt und ich habe es sogar selbst so erfahren.

Sich blind darauf zu verlassen, halte ich jedoch für naiv. Ein klarer Anspruch erwächst einem nämlich durch die PN keineswegs. Die FK mag ja brav alles zahlen, solange es nur Peanuts sind. Aber bei einer teuren Behandlung kann es durchaus passieren, dass da mal Nachfragen kommen, und dann hilft "Ich hab gedacht, ich sei versichert" wahrscheinlich auch nichts mehr.

Zudem sei auch darauf hingewiesen, dass die FK die Registrierung von Studenten und Leuten mit "ausreichenden Mitteln" meines Wissens mit der Begründung abweist, dass diese aus ihrer Sicht nicht als wohnhaft in Schweden betrachtet werden.

Rentner sind bei der ganzen Sache außen vor, denn für diese gibt es weitere EU-Richtlinien, die relevante Details regeln.

Verunsicherter

Re: Krankenversicherung

Beitragvon Verunsicherter » 11. Februar 2010 18:08

Hej,

beim ersten Beitrag hatte ich vergessen zu sagen, dass wir mit ausreichenden Mitteln hier sind.
Heute waren wir bei der Försäkringskasse. Der Erfolg war der Gleiche wie beim Landsting.
Wir seien folkbokfört und könnten deshalb auch die Behandlungskosten nicht vollständig selbst zahlen. Das sei so schon richtig und niemand würde in der Zukunft kommen und von uns rückwirkend die Kosten erstattet haben wollen. Ein Telefongespräch mit dem Landsting erfolgte auch . Zunächst der Mitarbeiter der FK und dann ich. Dort riet man dazu, dass wir doch die Broschüre, welche Leistungen wir alle in Anspruch nehmen könnten, mitnehmen sollten. Wir wollen aber ja gar keine Leistungen der FK in Anspruch nehmen. Wir möchten die Leistungen, die wir tatsächlich in Anspruch nehmen, auch bezahlen.
Auf meine Aussage, dass wir dann in der Zukunft wieder als Touristen ohne PN zur Vårdstation gehen würden, meinten sie: wenn wir unbedingt mehr zahlen wollten, sollten wir es so machen. Eine andere Möglichkeit gäbe es nicht.
Wir werden am Wochenende nach Deutschland fahren und dort den Gipsarm entfernen lassen. Meine Frau sagt, dass er so langsam lästig wird.

Hejdå, Verunsicherter

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Re: Krankenversicherung

Beitragvon HeikeBlekinge » 11. Februar 2010 18:26

Wir wollen aber ja gar keine Leistungen der FK in Anspruch nehmen. Wir möchten die Leistungen, die wir tatsächlich in Anspruch nehmen, auch bezahlen.


Darf ich fragen warum ihr das nicht wollt was euch zusteht?

Zudem sei auch darauf hingewiesen, dass die FK die Registrierung von Studenten und Leuten mit "ausreichenden Mitteln" meines Wissens mit der Begründung abweist, dass diese aus ihrer Sicht nicht als wohnhaft in Schweden betrachtet werden.


Schmeiss doch nicht immer beides in einen Topf!
Mit ausreichenden Mitteln gemeldet und wohnhaft in S ohne Zeitbegrenzung ist anders! Wir sind gemeldet und es gab keinerlei Aussage von der FK dass sie uns als nicht wohnhaft ansehen - wäre auch recht lächerlich das zu behaupten. Man sieht doch sebst wie FK und Lst reagiert haben bei Verunsicherter! Warum allerdings jemand die ihm nun zugesagten und versicherten Leistungen NICHT annehmen will, das verstehe ich absolut nicht!

LG
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Re: Krankenversicherung

Beitragvon emilie » 11. Februar 2010 18:27

hej verunsicherter,
ich finde es ja durchaus lobenswert, dass ihr dem schwedischen gesundheitssystem nicht auf der tasche liegen wollt, aber nur um einen gips entfernen zu lassen würde ich mich gerade bei den wetterverhältnissen nicht auf den weg machen. in tyskland ist es im moment echt gruselig und wir sind nicht so darauf eingestellt wie in schweden, nicht das ihr noch mit mehr gipsgliedern zurück müßt. :) ich wünsche euch auf jeden fall viel glück.
lg
emily

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Re: Krankenversicherung

Beitragvon hansbaer » 11. Februar 2010 19:19

HeikeBlekinge hat geschrieben:Schmeiss doch nicht immer beides in einen Topf!
Mit ausreichenden Mitteln gemeldet und wohnhaft in S ohne Zeitbegrenzung ist anders!


Mir ist schleierhaft, was du meinst.

Das Aufenthaltsrecht kennt ziemlich genau 5 Fälle:
1. Arbeitnehmer oder Selbständiger
2. Mit ausreichenden Mitteln (und mit Krankenversicherung)
3. Zum Studium/zur Ausbildung (glaubwürdiger Einkommensnachweis und mit Krankenversicherung)
4. Angehöriger eines EU-Bürgers, der in die vorhergehenden drei Kategorien fällt
5. Nach 5 Jahren in einer der vorgenannten Kategorien erhält man permanentes Aufenthaltsrecht, und das ist dann an keine Bedingungen mehr geknüpft.

Mehr gibt es nicht. Bei Rentnern gibt es noch spezielle Regelungen zur Krankenversicherung. Die Kategorien 2 und 3 unterscheiden sich nur im Nachweis, dass man sich selbst versorgen kann.

Wir hatten vor nicht allzu langer Zeit einen Fall einer Frau hier, die kein Kindergeld bekommen konnte, weil sie mit ausreichenden Mitteln hier war und sich deswegen nicht bei der FK registrieren konnte.

Warum allerdings jemand die ihm nun zugesagten und versicherten Leistungen NICHT annehmen will, das verstehe ich absolut nicht!


Weil es moralisch nicht ganz gerechtfertigt ist, Leistungen in Anspruch zu nehmen, zu deren Bereitstellung man nichts beiträgt.

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Re: Krankenversicherung

Beitragvon HeikeBlekinge » 11. Februar 2010 22:46

Wir hatten vor nicht allzu langer Zeit einen Fall einer Frau hier, die kein Kindergeld bekommen konnte, weil sie mit ausreichenden Mitteln hier war und sich deswegen nicht bei der FK registrieren konnte.


Wo kann ich das nachlesen?
Evtl. war es so, das der Haupterwerb im Herkunftsland war (wie auch immer), sie da vorzuegig steuerpflichtig und somit die Kindergeldpflicht im Herkunftsland blieb? Anm: Kindergeld steht den Kindern zu! Im krassestens Fall von dort, wo sie Staatsbuerger sind. Ich wäre da echt auf die Barrikaden gegangen an ihrer Stelle!

Gutes Nächtle erstmal
Heike
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Re: Krankenversicherung

Beitragvon hansbaer » 11. Februar 2010 23:12

Das müsste der hier gewesen:
http://www.schwedentor.de/forum/kindergeld-in-schweden,15213.html

Sorry, wenn ich da etwas unsentimental bin - im Einzelfall ist das sicherlich nicht schön, aber es ist nicht einzusehen, dass der schwedische Steuerzahler für jemanden irgendwelche staatlichen Leistungen mittragen soll, der keine Öre Einkommenssteuer zahlt und unter der Prämisse ins Land gekommen ist, er habe genügend finanzielle Mittel zum Leben zur Verfügung. Das kann nicht angehen, und genau deswegen sind diese Einschränkungen beim Aufenthaltsrecht wichtig und notwendig.


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