Kommutechniker denkt über schweden nach...

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Me

Kommutechniker denkt über schweden nach...

Beitragvon Me » 12. Dezember 2007 22:03

hallo zusammen. schön das es dieses forum gibt. ich möchte euch auch gleich mal mein leid vorjammern...

zu meiner situation:

im moment ist das ende meines bachelors in richtung elektrotechnik mit schwerpunkt kommunikationstechnik (quasi nachfolger von nachrichtentechnik mit etwas mehr software) in greifbarer nähe. ich überlege was ich jetzt mit meinem leben anfangen soll.


1) master
an den bachelor dranhängen? unser bachalorstudiengang würde auch einen guten teil energietechnik mit sich bringen (was mich bei der jobsuche etwas flexibler machen würde)

2) sofort arbeiten.

ich bin jung und bald inschenör. damit soll ich ja angeblich stark gefragt sein . leider werde ich in diesem sche**land sobald ich 50 jahre alt gefeuert. und nie wieder einen job kriegen - ob ich danach überhaupt eine rente kriege von der ich leben kann steht in den sternen.

stellt sich halt die frage ob das der knaller ist...

dazu kommt ein weiterer gedanke: ich würde in den nächsten jahren gerne etwas machen was meinen lebenslauf etwas aufpoliert. das würde neben einigen interessanten jobs bei renomierten firmen auch einen anderen aspekt einschließen: ich kann einigermaßen niederländisch daher würden sich die niederlande anbieten, ich kann einigermaßen englisch und würde in den USA oder in GB sicherlich meine englischkenntnisse verbessern können.

wenn ich dauerhaft in deutschland bleiben möchte gibt es in meinen augen nur drei möglichkeiten: lehrer, polizei oder militär - drei branchen wo man als kommutechniker unterkommt. wenn man einmal beamtet ist kann man bis zur rente arbeiten, kombiniert mit privatvorsorge kann man einigermaßen ruhig ins alter gehen. das bietet die industrie nicht.

zweite möglichkeit: nachbarland besuchen. entweder das wird ein auslandsaufenthalt mit verbesserung meiner sprachkenntnisse die ich in meinem lebenslauf aufführen kann - oder wenns gut läuft bleib ich sogar da.

ich habe in den letzten 15 jahren häufig in schweden campingurlaub gemacht, das land gefällt mir gut. ich bin definitiv ein stadtmensch, damit würden sich stockholm bzw. die stärker besiedelten küstenabschnitte im süden anbieten (Göteborg, etc.). Wenn man die erderwärmung bedenkt wird es da oben vermutlich bald richtig gemütlich, keine wasserprobleme, die können schon jetzt wein anbauen, etc.

zusätzlich soll es beim sozialsystem da oben sogar möglich sein eine familie zu gründen, was in deutschland so gut wie unmöglich ist. die sozialsysteme sind bezüglich rente ebenfalls nicht ganz so marode wie ich bisher gehört habe.

stellt sich halt die frage:
Master?

erstmals in deutschland arbeiten?

probehalber auslandsaufenthalt und möglicherweise dauerhaft auswandern? niederlande, england, schweden (letzteres bevorzugt, ich poste nicht nur zufällig in einem schweden forum)

staatsdiener in deutschland werden? lehrer, polizei, etc? leute die wesentlich älter als 30 sind werden wohl nicht mehr so gerne eingestellt...? die entscheidung wäre also dringlich.

drecksjob: irgendwas auf ner bohrinsel oder so. kommt vermutlich auf dem lebenslauf gut an, man lernt ne neue sprache, bezahlung sehr gut.

kurz über mich:

männlich

mein zweiter vorname ist sven und ich bin groß, blond und blauäugig. ich möchte damit nicht unbedingt auf adolfs rassentherie zurückkommen oder mich als nazi hinstellen, aber im vergleich zu jemand der dunkelhäutig ist oder arabisches aussehen hat dürfte es mir leichter möglich sein mich da oben zu integrieren. soll ja angeblich bei den skandinaviern zumindest in einigen wenigen kreisen ein leiser rassismus vorhanden sein.

brauchbare sprachkentnisse in englisch und niederländisch. schwedischkurs ist gekauft, werde in nächster zeit mal nach schwedisch-sprachkursen an der volkshochschule ausschau halten.

23 jahre alt

bald fertiges studium und arbeitswillig

single und ohne familäre verpflichtungen

und jetzt würde ich mich freuen, wenn ihr meine situation kommentieren würdet bzw. wenn mir jemand nen ratschlag geben oder mir zu einem neuen gedanken verhelfen kann....

danke für euer interesse und hilfe im vorraus.

Gast

Re: Kommutechniker denkt über schweden nach...

Beitragvon Gast » 13. Dezember 2007 08:41

Hallo,

was möchtest du? Eine Lebensberatung? Ich denke, das ist das falsche Forum.

Gruß
Tjej

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Re: Kommutechniker denkt über schweden nach...

Beitragvon Skogstroll » 13. Dezember 2007 09:39

Schon richtig, allgemeine Lebens- und Karriereberatung können wir hier nicht geben. Trotzdem ein paar Bemerkungen dazu. Ich arbeite zwar in der Industrie, habe aber ziemlich viel mit Studenten aus Deutschland zu tun und auch schon ein paar Abschlussarbeiten betreut.
Zunächst mal möchte ich aber meine Schwedischlehrerin hier zitieren:

"Man kann euch alles nehmen. Euer Geld, euer Haus, euer Auto, sogar eure Familie. Nur eins nicht: Eure Ausbildung."

Also: Schaff dir die bestmögliche Ausbildung, die du kriegen kannst, die ist das wichtigste in deinem Lebenslauf. Nach meiner Erfahrung ist der Bachelor nicht richtig Fisch und nicht richtig Fleisch, die Qualität der Ausbildung ist bisweilen erschütternd. Also: Master.
Das Problem mit der Ausbildung und der Mangel an Fachkräften hat nach meiner Erfahrung auch in Deutschland zu einem Rückgang des allgemeinen Jugendwahns (promiviert, zehn Jahre Berufserfahrung, nicht älter als 25) geführt, nicht zuletzt weil auch das Durchschnittsalter in den Personalabteilungen steigt und man den Wert der Erfahrung wieder erkennt.

Auslandserfahrung ist sicher immer gut, allerdings ist Schweden da aus deutscher Sicht eher nicht die erste Wahl, zumal du ein Sprachproblem haben wirst. Dein neu gekaufter Schwedischkurs wird dich vielleicht befähigen, im Urlaub deine korv med mos zu bestellen, aber nicht, in Schweden zu arbeiten. Wenn du also konsequent deine Karriere im Blick hast, ist der englischsprachige Raum sicher besser geeignet. Schon deshalb, weil du einen Job in Schweden nur mit enormen Schwierigkeiten bekommen wirst.

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Re: Kommutechniker denkt über schweden nach...

Beitragvon Richard » 13. Dezember 2007 10:30

Hejsan,

wenn du nicht richtig weisst was du willst, aber arbeiten willstm dann tu das. such dir nen job in schweden (dürfte nicht unmöglich sein) und schwedisch ist für so nen nachrichtenfritze sicherlich nicht das wichtigste, so lernst du schwedisch nebenbei (fängst ja bereits an, denke ich mal) udn bewerbungen kannst du auf englisch schicken, und sobald du hier vor ort bist bekommst du auch ne bessere Vorstellung über die schweden, das land das leben hier, das rentensystem, sozialsystem etc. und natürlich das ausbildungssystem. Dann kannst du dich immer noch für nen master entscheiden.
Eigentlich egal was du machst, bei deiner motivation, bestimm dich einfach und zieh das durch, dann klappts auch.
Lycka till
Richard

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Re: Kommutechniker denkt über schweden nach...

Beitragvon Storstadstjej » 13. Dezember 2007 10:40

Me hat geschrieben:leider werde ich in diesem sche**land sobald ich 50 jahre alt gefeuert. und nie wieder einen job kriegen - ob ich danach überhaupt eine rente kriege von der ich leben kann steht in den sternen.


Genau, woanders ist das Gras grüner... schon klar.
I - Sorge genügend vor, dann kannst Du mit 50 freiwillig in Rente gehen.
II - Wie kommst Du darauf, dass es "woanders" "anders" ist? UND Du damit leben kannst?
III - Tja, ist ja schade, das UNSERE (=Deine und meine) Generation offenbar nicht aus den Fehlern jener gelernt hat, die zum heutigen Zeitpunkt vorwiegend die Chefpositionen bekleidet. Jedenfalls traust Du ihr das Lernen nicht zu.

So nun konkret zu der "Lebensberatung":

Pkt 1: Bachelor hin oder her, wie weiter oben schon steht - Deine Ausbildung kann Dir keiner wegnehmen. Master dauert nichteinmal so lange.

Pkt 2: Unabhängig vom Abschluss - Momentan sieht es mit den Einsteigerjobs in Schweden recht mau aus, in vielen Bereichen. Ohne ein Kontaktnetz hast Du in den meisten Ländern wenige Chancen. Firmen, die speziell Neuexaminierte einstellen schauen schon vorher bei den entsprechenden Unis vorbei. (Master im Wunschland machen? Oder doch mit dem A*** erstmal zuhause hocken bleiben?)

Pkt 3: Ohne Sprachkenntnisse kommst Du in keinem Land der Welt so richtig weiter.

Pkt 4: Gut ausgebildete Schweden gehen liebend gern nach Deutschland - schliesslich winken da höhere Gehälter und unter Umständen auch wesentlich bessere Karrieremöglichkeiten - Schweden hat nur 9 Millionen Einwohner, Deutschland hat 82... Wer allerdings mittelmässig ist und mittelmässig bleiben will, der ist gut damit bedient just in Schweden zu arbeiten (ausser man ist Ausländer - schliesslich hat der Arbeitgeber schon genügend mittelmässige Schweden zur Auswahl).

Pkt 5: Ich kenne hier in Schweden keinen einzigen Schweden namens Sven, dafür aber eine Menge Deutsche, die so heissen. Der leise Rassismus macht sich nicht nur bei dunkelhäutigeren Menschen bemerkbar, sondern bei Nichtschweden. Blonde Haare und blaue Augen machen Dich leider nicht zu einem "Einheimischen".

Pkt 6: Auslandssemester? Macht sich nie falsch im Lebenslauf, gibt einen guten Einblick in ein eventuelles Wunschland, klar, eventuell hat man die wertvolle Studienzeit verbummelt - ähnlich wie Deine Ausbildung kannst Du deiner Erfahrungen nicht beraubt werden.

*Lebensberatung Ende*

Storstadstjej

Re: Kommutechniker denkt über schweden nach...

Beitragvon Storstadstjej » 13. Dezember 2007 10:41

Richard hat geschrieben:such dir nen job in schweden (dürfte nicht unmöglich sein) und schwedisch ist für so nen nachrichtenfritze sicherlich nicht das wichtigste, so lernst du schwedisch nebenbei (fängst ja bereits an, denke ich mal) udn bewerbungen kannst du auf englisch schicken


Leider versaut man sich mit einem Job bei Mc Donalds arg den Lebenslauf ...

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Re: Kommutechniker denkt über schweden nach...

Beitragvon Skogstroll » 13. Dezember 2007 10:52

Richard hat geschrieben:udn bewerbungen kannst du auf englisch schicken


Klar kann man das - solange man keine Antwort erwartet.
Es gibt sogar immer wieder Spezialiten, die sich bei uns mit schöner Selbstverständlichkeit deutsch bewerben (und in der Bewerbung auf ihre tollen Englischkenntnisse hinweisen). Was erwarten solche Leute?

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Re: Kommutechniker denkt über schweden nach...

Beitragvon Storstadstjej » 13. Dezember 2007 10:54

Skogstroll hat geschrieben:Was erwarten solche Leute?


Das schlimmste daran ist, dass diese Leute tatsächlich eine positive Antwort erwarten... Wie Realitätsfremd kann man eigentlich sein?

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Re: Kommutechniker denkt über schweden nach...

Beitragvon Richard » 13. Dezember 2007 12:54

Storstadstjej hat geschrieben:Leider versaut man sich mit einem Job bei Mc Donalds arg den Lebenslauf ...


Ich rede von einem Job als Nachrichtenfritze ode was er ist, nicht von irgendeiner Überbrückungsarbeit
Trevliga hälsningar
Richard

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Re: Kommutechniker denkt über schweden nach...

Beitragvon Richard » 13. Dezember 2007 13:02

Skogstroll hat geschrieben:
Richard hat geschrieben:udn bewerbungen kannst du auf englisch schicken


Klar kann man das - solange man keine Antwort erwartet.
Es gibt sogar immer wieder Spezialiten, die sich bei uns mit schöner Selbstverständlichkeit deutsch bewerben (und in der Bewerbung auf ihre tollen Englischkenntnisse hinweisen). Was erwarten solche Leute?

Skogstroll


Hej Skogstroll,

ich rede nicht von deutschen Bewerbungen die auf englisch hinweisen und eigentlich nix können, sondern von einer Bewerbung für nen technischen Job die auf englisch geschrieben wird, da die schwedischkenntnisse noch nicht gut genug sind, sich aber tagtäglich verbessern, sprich jemand der fachlich und sprachliches Engagement zeigt und auch hat. Habe mich selbt auch vor mehereen Jahren auf englsich beworben und das Vorstellungsgespräch auf schwedisch-englisch "gemeistert" och det gick hur bra som helst. Habe auch mit Kollegen und Servicetechnikern zu tun deren schwedisch teilweise sehr dürftig ist, aber : who cares?!

trevlig Lucia ska ni ha
Richard


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