Körpersprache

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Tulipa
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Körpersprache

Beitragvon Tulipa » 3. März 2009 21:45

Guten Abend,
heute fiel mir mal wieder etwas auf, was ich aus D so gar nicht kenne. Oder habe ich es nur vergessen ?
Hier grüsst sich alles, was irgendwie in Sichtweise ist, mit "hej". (ausser wenn im Sommer ein paar zigtausend Leute gleichzeitig am Strand sind)

Das geht so vor sich: kurzer Blickkontakt, dann meist beide gleichzeitig "hej" oder wenn jemand irgendwie zögert, erst eine/r und dann der/die andere.

Heute im Schulflur wartete ich jedoch mindestens 5 Minuten mit 2 weiteren Mamas, und die beachteten mich überhaupt nicht. Um mein "hej" anzubringen, hätte ich also direkt zu denen hingehen und denen ins Ohr brüllen müssen. Wobei ich nicht denke, dass die etwas gegen mich haben, und selbst wenn, wo bleibt die vielgerühmte Höflichkeit?

Eine andere mir flüchtig bekannte Mama hingegen grüsste; ich war aber so mit meinen durchweichten Regensachen beschäftigt, dass ich nicht reagierte. Als sie dann noch einige Male an mir vorbeirannte, konnte ich es nicht wieder gut machen, auch sie ignorierte mich völlig ...

Gerade so unter Frauen werde ich hingegen viel öfter als in D einfach mal so in den Arm genommen. Wenn das Gespräch etwas emotionaler wird (Dank/Entschuldigung), und von anderen Mamas, Nachbarinnen, Fröken/Lehrerinnen ...

Wie sind eure Erfahrungen / Beobachtungen ?

LG
Tulipa
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Imrhien
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Re: Körpersprache

Beitragvon Imrhien » 4. März 2009 20:45

Das Hej kenne ich nur von Leute die sich kennen. Also am Kindergarten, der Schule, andere Eltern denen man jeden Tag über den Weg läuft, Lehrer, Fröken und natürlich auch die unmittelbaren Nachbarn. Aber schon bei Eltern die ich nicht so kenne, die ich aber trotzdem grüße (oder gegrüßt habe) ernte ich meist nur einen verstörten Blick und entweder gar nichts mehr oder ein leises hej. Irgendwie grüßen nur die die mich wirklich oft sehen. Die dann dafür meist auch sehr freundlich und mit einem Lachen im Gesicht. Die finden es teilweise genau so lustig, dass wir uns jeden Tag so oft sehen. Man muss dazu sagen, dass meine Kinder in zwei verschiedenen Einrichtungen sind und ich dazwischen laufe oder mit dem Auto fahre. Meist treffe ich einige andere Eltern dann eben auch 2 mal, in jeder Einrichtung einmal :) Man weiss beim Rausgehen aus der ersten schon, dass man sich gleich wieder sieht und spätestens dort lacht man.
Ein Vater und ich haben uns mal im letzten Sommer so oft gesehen, dass er meinte wir könnten bald schon zusammen was trinken :)
Das mit den Umarmungen kann ich bestätigen. Hier passiert mir das auch viel öfter. Allerdings habe ich das Gefühl, dass es weniger verlässlich ist als ich es aus Deutschland kenne. Dass mich eine umarmt heisst eben noch nicht, dass sie meine Freundin ist und sie kann es dann plötzlich wieder lassen. Ich habe diesen Verhaltenskodex noch nicht verstanden und halte mich daher einfach zurück. Bisher war es aber zum Glück noch nie unangenehm oder peinlich. Manche der Verhaltensweise würden mich aber in Deutschland dazu schliessen lassen, dass ich eine neue Freundin habe und ich würde daher normalerweise ganz anders auf sie zugehen. Hier ernte ich dann Verwirrung. Daher lass ich das und warte ab bis ich sicher bin :)

Grüße
Wiebke

nysn

Re: Körpersprache

Beitragvon nysn » 4. März 2009 23:49

Heute im Schulflur wartete ich jedoch mindestens 5 Minuten mit 2 weiteren Mamas, und die beachteten mich überhaupt nicht. Um mein "hej" anzubringen, hätte ich also direkt zu denen hingehen und denen ins Ohr brüllen müssen. Wobei ich nicht denke, dass die etwas gegen mich haben, und selbst wenn, wo bleibt die vielgerühmte Höflichkeit?


Solche oder ähnliche Situationen habe ich öfter miterlebt - und zwar genau so. Man steht zusammen in einem Raum, kennt sich vom Sehen, sagt aber NIX und schaut womöglich in eine ganz andere Richtung und tut so als wäre man selbst oder die anderen nicht vorhanden.

Ich habe es inzwischen aufgegeben, darüber nachzudenken. Ich nehm's wie es ist.
Nach 14 Jahren habe ich sowieso noch nicht gemerkt, aus was die berühmte schwedische Höflichkeit bestehen soll. Ich glaube, die ist auch nur so eine Art "Bullerbü" ...

Am Anfang meiner Zeit hier, als ich mich noch ernsthaft darum bemühte, mich einigermaßen anzupassen, habe ich auch alle möglichen Nachbarinnen, andere Mütter, Schulkameraden meines Sohnes usw. eingeladen, mit Kaffee und Kuchen bewirtet und, und, und ...

Gegeneinladungen sind nur in den seltensten Fällen erfolgt - eine Nachbarin hatte sogar extra mal ganz euphorisch (det är ju underbart ...) zugesagt zu kommen und ist dann einfach nicht erschienen - dann saß ich halt da mit meinem Kuchen ... Ganz phantastisch!

Die gleiche Nachbarin ist vor einigen Jahren einige Häuser weiter weg gezogen - der laufe ich in unserem einzigen Laden am Ort mindestens 2 x die Woche über den Weg. Aber anscheinend kennt sie mich jetzt gar nicht mehr - die sagt nie mehr "Hej" - ich dann auch nicht mehr. Warum auch?

Elternversammlungen: die sind ein GRAUS! Alle sitzen da, keiner sagt irgendwas, alle gucken in eine andere Richtung. Wir kennen uns alle schon seit 9 Schuljahren - immer die gleichen Leute - immer der gleiche Ablauf bei den Elternversammlungen. Mein schwedischer Mann weigert sich da hin zu gehen ...

Die spinnen halt die Schweden - oder sie haben eine Sozialphobie.

Wenn man die Leute anschaut, schauen sie weg. Wenn sie mit dir reden, schauen sie dir auf den Bauch oder an einem vorbei ... das ist normal.

Sollte es mal passieren, dass man tatsächlich eine Art "Small talk" führt, und es klingelt plötzlich das Handy, dann bricht das Gespräch abrupt ab - ohne irgendwelche Entschuldigung - nein, man läuft einfach davon - das ist auch normal schwedisch.

Das mit der Umarmerei - das stimmt. Irgendwie scheint das für Schweden so eine Art "Allerheilmittel" zu sein - was sie genau damit ausdrücken wollen - keine Ahnung. Es wird ständig irgendwie mal "gekramt" - die Lehrerin am Ende des Schuljahrs bekommt von allen Eltern oder umgekehrt einen Kram, die Gruppenleiterin aus der Kirche, wenn sie mich im Supermarkt trifft, umarmt mich immer, Eltern von Schulkameraden meines Sohnen "umarmen" einen, wenn sie uns zufällig in Liseberg treffen (aber nie bei Elternabenden - da schauen sie dann weg ) ... ???

Mit Freundschaft hat das eigentlich nichts zu tun - ich denke, man kann auch einfach so mal die Kassiererin im Supermarkt umarmen - vielleicht weil sie etwas "deppad" aussieht oder so ... ich denke, das wäre auch normal.

Schweden sind für mich irgendwie ein Buch mit Millionen Siegeln - flatternde Fahnen im Wind.

S-nina

P. S. Ich halte es auch max. 6 Monate am Stück in Schweden aus - dann muss ich immer wieder wegfahren. Und ich muss sagen, ich fühle mich immer irgendwie leichter im Ausland (egal, wo es ist - Italien, Frankreich, USA, Deutschland ... ) - irgendwie scheint die ganze Atmosphäre aufgelockerter - ohne das schwedische Gegackere dauernd um mich herum ...

Auf der Rückreise nach Schweden vermeide ich auch Duty-Free-Shops oder die Gratis-Kaffee-Stellen der Lufthansa, um das Rumgegackere der Schweden in der Alkoholabteilung oder dort, wo es irgendwas kostenlos gibt, so lange wie es geht rauszuzögern ...

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Re: Körpersprache

Beitragvon Aelve » 5. März 2009 08:09

[Hier grüsst sich alles, was irgendwie in Sichtweise ist, mit "hej".

LG
Tulipa[/quote]

Hej Tulipa,,

das kann ich aus meiner Erfahrung nur bestätigen. Wenn man in Älvsered, in Bredhult oder in Röllese spazieren geht oder auch mit dem Auto längs fährt, dann grüßen die Schweden einen entweder mit Hej, mit einem Winken oder Nicken. Gäste aus Deutschland, die in unserem Ferienhaus Älvsered einen Urlaub verbrachten, erzählten schon oft das Gleiche, dass ja alle Einwohner von Älvsered sehr nett seien und dass man laufend gegrüßt werde.
Was die Umarmung angeht, habe ich das auch schon öfter erlebt. Bei einer Mittsommerfeier in Älvsered wurde ich von einer mir unbekannten Schwedin angesprochen auf deutsch, dass sie sehr froh ist, dass wir das Haus in Älvsered gekauft hätten. Sie umarmte mich dabei, ich war sehr gerührt, denn als Deutsche denkt man ja eher, dass man als deutscher Ferienhausbesitzer evtl. nicht so beliebt ist. Diese Frau ist Mitglied im örtlichen Landfrauenverein.
Die Frau traf ich am nächsten Tag wieder und auch da grüßte sie mich wieder sehr freundlich.

In Röllese waren wir Ende Februar 09 und schauten kurz in die Webstube unserer Nachbarn ein, dort bieten die Nachbarn Webkurse an, sie hatten uns schon einmal am Anfang unseres Kennenlernens die Webstube gezeigt. Der Nachbar bat uns sofort hinein und zog uns in sein Malatelier, um uns seine selbst gemalten Bilder zu zeigen. Er kramte im Schrank und zog ein wunderhübsches selbst gemaltes und gerahmtes Bild heraus, was er uns in die Hand drückte. Dann umarmte er mich herzlich, ich war sehr gerührt und wir haben uns über das sehr schöne Bild, welches eine Landschaftsaufnahme von Röllese ist, riesig gefreut.

Ich muß dazu sagen, dass vielleicht die Mentalität von uns Norddeutschen den Schweden eher angepaßt ist, als die Mentaliät von Süddeutschen, denn das las ich neulich irgendwo und könnte mir denken, dass das auch ein Grund ist, dass wir mit der Art der Schweden sehr gut leben können, da sie auch unserer Art entspricht, wohingegen Personen aus südlichen Gegenden eine ganz andere Mentaliät besitzen als die kühlen Nordlichter.

Grüße Aelve :smt006
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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Re: Körpersprache

Beitragvon Tulipa » 5. März 2009 10:56

S-nina hat geschrieben:
Am Anfang meiner Zeit hier, als ich mich noch ernsthaft darum bemühte, mich einigermaßen anzupassen, habe ich auch alle möglichen Nachbarinnen, andere Mütter, Schulkameraden meines Sohnes usw. eingeladen, mit Kaffee und Kuchen bewirtet und, und, und ...

Gegeneinladungen sind nur in den seltensten Fällen erfolgt - eine Nachbarin hatte sogar extra mal ganz euphorisch (det är ju underbart ...) zugesagt zu kommen und ist dann einfach nicht erschienen - dann saß ich halt da mit meinem Kuchen ... Ganz phantastisch!
..


Na, ganz so schlimm erlebe ich es nicht. Einige wenige Male waren wir sogar zum Abendessen eingeladen, wobei das mit mindestens 3 Gängen und Riesenaufwand, das fand ich schon wieder fast unangenehm. Durch die Kinder ergeben sich aber beim Bringen/Holen, Treffen auf dem Spielplatz usw. immer mal Spontan-Fikas, und das ist eigentlich immer nett und unkompliziert.

Dass von uns eingeladene Leute dann nicht kommen, haben wir aber auch schon ganz oft erlebt. Meistens wegen plötzlich auftretender Krankheit wird dann kurz vorher abgesagt, oder manchmal kommen die auch einfach so nicht.

Die Mama einer Schulfreundin habe ich daraufhin mal ziemlich angeschnauzt, da war ich echt sauer, denn ich hatte auch extra gebacken und geputzt und den Tag für die eingeteilt. Die war so überrascht, sie schien sich überhaupt nichts dabei gedacht zu haben. Seitdem überschlägt sie sich vor Höflichkeit; ist z.B. auch in unserer Fahrgemeinschaft zum Turnen dabei und ruft deswegen ständig an, ob es bei der Zeit bleibt, alles i.O. ist - und nimmt mich natürlich auch ständig in den Arm :D

LG
Tulipa
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Re: Körpersprache

Beitragvon vinbär » 5. März 2009 12:03

Wenn ich ehrlich bin so empfinde ich den Umgang hier fast ausnahmslos als gekuenstelt , meist unspontan und letztendlich kompliziert. Anstrengend ueber die Jahre gesehen. Wann darf ich hej sagen und wem, warum wird man heute umarmt und morgen nicht erkannt? Warum umarmt mich die Lehrerin, die ich eigentlich ...finde (und sie mich bestimmt auch). Ich find´s nicht immer "trevligt" alle zu treffen. Erst sagt keiner was, dann traut sich einer seine Meinung zu äussern und plötzlich sind wieder alle einer Meinung. Kommt sie nicht zum Kaffe, weil??? Ich habe in verschiedensten Städten Deutschlands gelebt und nie solche Gedanken gehabt, aber hier kommen mir immer noch Zweifel.
Vielleicht brauchts das mit der Umarmerei auch, um die sonst vorherrschende Oberflächlichkeit zu kompensieren. Vielleicht sind auch viele so deprimiert, weil man gar nicht "ich selbst" sein kann, sondern irgendwie "fremdgesteuert".
Jag vet inte. Kram på er alla.

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Re: Körpersprache

Beitragvon Imrhien » 5. März 2009 17:26

Ui S-Nina... da hast Du echt Pech in Göteborg. Du hast da wohl die sozialunfähigsten Schweden um Dich versammelt. Gibts da in Göteborg eine Klinkik für sowas und die sammeln sich daher dort? *duck und weg*
Ich kann zwar vieles bestätigen und finde manches merkwürdig aber ganz so übel finde ich es hier nun nicht. Wir haben schon viel Smaltak und die schauen einen dabei auch an und sie entschuldigen sich wenn das Telefon klingelt alla: Darf ich unartig sein? Das heisst dann quasi: Sorry ich muss da mal ran.
Die Eltern in der dagis grüßen sich. Zumindest meist. Nicht alle... Bei einigen finde ich es auch seltsam dass sie nicht grüßen, dabei waren ihre Kinder schon bei uns... Naja, manche sind eifnach komisch.

Grüße
Wiebke

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Re: Körpersprache

Beitragvon vinbär » 5. März 2009 17:33

Stimmt schon, komische Leute gibt´s wohl ueberall, manchmal fällt es bloss in der Fremde besonders auf, weil man halt anders aufgewachsen ist und generell uebel finde ich es ja auch nicht. Haben hier auch inzwischen besonders liebe Menschen kennengelernt.

nysn

Re: Körpersprache

Beitragvon nysn » 5. März 2009 18:03

Ui S-Nina... da hast Du echt Pech in Göteborg. Du hast da wohl die sozialunfähigsten Schweden um Dich versammelt. Gibts da in Göteborg eine Klinkik für sowas und die sammeln sich daher dort? *duck und weg*


Es sind NICHT ausnahmslos ALLE in meiner Umgebung so und es ist auch nicht in Göteborg-Stadt.
Wir wohnen etwas außerhalb, in einer Ortschaft, die recht beliebt ist bei vor allem Menschen, die sehr karriereorientiert sind. Es kommt sehr auf den Schein an, d.h. die Leute achten darauf, welche Signale sie aussenden, damit man gleich wahrnehmen soll, welcher Gruppe sie angehören wollen ...
Das ist echt zeitweise mühsam und auch von außen betrachtet oft auch ziemlich lächerlich ...

Und ich denke Vinbär hat es am besten ausgedrückt:

Wenn ich ehrlich bin so empfinde ich den Umgang hier fast ausnahmslos als gekuenstelt , meist unspontan und letztendlich kompliziert.


Inzwischen treffe ich auch nicht mehr so viele in dem obigen Zusammenhang, da mein Sohn ja schon lange nicht mehr von der Schule abgeholt wird. Mein Umgangskreis hat sich also inzwischen auch etwas verändert.

Früher zu DAGIS-Zeiten da hatten wir eine Mietwohnung in Göteborg, in einem für Göteborg typischen Viertel mit sog. landshövdig-Häusern - diese Häuser sind immer in einem Quadrat gebaut mit einem Innenhof mit Sandkasten, Bänken zum Sitzen usw. Unsere lagen in der Nähe zum Krankenhaus und die meisten Mieter waren jüngere Familien mit Kleinkindern, die zumeist im Krankenhaus arbeiteten.

Dort hatte ich diese Merkwürdigkeiten dann auch noch nicht bemerkt - das kam erst später, als wir an unseren jetzigen Wohnort umgezogen sind. Es kann also durchaus auch Wohnort bedingt sein.

Aus meiner allerersten Zeit in Göteborg - gut die ersten 4 Jahre - stammen auch die meisten meiner schwedischen Bekannten und die sind ausnahmslos nett und freundlich.

Also es gibt sie schon auch - die netten Schweden, um mal "die Kirche beim Dorf zu lassen".

S-nina

P.S. Bitte jetzt auch keine Vorschläge, dass wir umziehen sollen ... (wir wollen nicht auf dem Land wohnen). :wink:

tilmann

Re: Körpersprache

Beitragvon tilmann » 5. März 2009 18:18

Ich habe mal gehört, in Göteborg wohnen die freundlichsten SchwedInnen? Außerdem seien sie für ihren Sprachwitz bekannt? In Stockholm sollen die Leute ja besonders arrogant sein und tatsächlich hatte ich bei meinen Kurzbesuchen auf Gotland und in Luleå den Eindruck, dass die Leute gesprächiger waren. Kann auch daran liegen, dass beides Urlaubssituationen waren.
Tilmann


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