Körpersprache

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vinbär
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Re: Körpersprache

Beitragvon vinbär » 21. April 2009 08:10

[/quote]
Das mit den Kindern und deren Eltern kenne ich auch. Ich finde das sehr sehr mühselig. Irgendwie gehen solche Verabredungen immer von mir aus.
Ich war immer dafür, dass beide in der Partnerschaft gleichermassen arbeiten können, dürfen, sollen. Auch wenn Kinder da sind. Das finde ich grundsätzlich toll, dass Frauen hier arbeiten können, auch mit Kind. Aber irgendwie geht auch sehr viel an sozialer Gemeinschaft verloren. Vielleicht sollte es möglich sein, dass beide Elternteile etwas weniger arbeiten und nicht voll, es trotzdem finanziell reicht und man so mehr Zeit für Familie und Freunde hat. Das wäre doch mal was.
So hatte ich mir Schweden vorgestellt. Die Realität ist leider ein wenig anders...
[/quote]


Leider geht es mir ganz genauso, wie Du es beschreibst....

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Aelve
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Re: Körpersprache

Beitragvon Aelve » 21. April 2009 08:32

Hallo Wiebke und Vinbär,

das sind Wunschträume, die ich auch gerne geträumt habe. Aber die Realität sieht wahrscheinlich in Deutschland sowie Schweden anders aus.
Ich konnte zwar mehrere Jahre 5-6 Std. pro Tag nur arbeiten, aber nur deshalb, weil wir meine Mutter bei uns im Haus aufgenommen haben in einer Einliegerwohnung, die wir für sie geschaffen haben. Wir haben deshalb mit unserem Kinderwunsch 10 Jahre gewartet, um uns erst ein eigenes Haus kaufen zu können.
Es geht nur, dass einer weniger arbeitet, wenn der andere ziemlich viel Gehalt verdient, anders geht es meines Erachtens schon finanziell gar nicht.
In Deutschland ist es aber so, dass man abends noch anfängt Essen zu kochen, da die Kindergärten in der Regel kein Mittagessen für die Kinder anbieten bzw. es oft keine Ganztagsbetreuung gibt. Das steht man dann als Frau ständig zwischen Baum und Borke, wie bekomme ich Berufstätigkeit und Kindererziehung zusammen geregelt, es ist fast unmöglich.
Man muß immer danach gucken, was ist das kleinere Übel. Ihr habt die Möglichkeit, weniger Stunden arbeiten zu dürfen, Euch mehr um die Erziehung der Kinder kümmern zu können, nicht abends sich noch zerreisen, da dann noch die Hausarbeit ansteht und das Kochen. Der Nachteil ist, dass die meisten Kinder aufgrund der guten Betreuungszeiten nachmittags nicht als Spielkameraden zur Verfügung stehen.
Vielleicht könntet Ihr andere Eltern fragen, ob ihr deren Kinder nicht ab und an eher von der Betreuung abholen könnt, weil ihr gemeinsam etwas mit ihnen unternehmen wollt. Vielleicht sind einige Eltern froh, wenn sie wissen, dass ihre Kinder bei Euch in guten Händen sind und Ihr was mit ihnen unternimmt, so dass sie nicht den ganzen Tag im Kindergarten sein müssen.
Die Initiative muß von Euch aus gehen, denn die anderen Eltern werden nicht Euch fragen, ob sie ihre Kinder nachmittags zu Euch schicken dürfen.

Es grüßt Aelve
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Re: Körpersprache

Beitragvon BettinaZ » 21. April 2009 08:50

Hi, hier bin ich mal wieder - und komme gerade von der Fika mit meinen Kollegen die ich mir nun besonders gut angeschaut habe :)
und ich glaube Tulipa und Wiebke haben mit dem "...vielleicht sind die einfach so..." absolut recht!

Ich hatte wohl, als ich das letztens geschrieben habe, einfach einen miesen Tag und habe alles etwas schwärzer gesehen als es ist. Ja, die Schweden (bzw. Schwedinnen, wir haben hier einen echten Frauenüberschuss :lol: ) sind einfach etwas verschlossener...

Und auch den Rat von Samweis "Auf keinen Fall würde ich irgendeinen verschlossenen, kontaktscheuen Schweden unter vier Augen mit einer offenen Frage überrumpeln." habe ich mir zu Herzen genommen. Meine (deutsche) Art mit den deutschen Freunden und Kollegen war eigentlich immer, sobald ich das Gefühl hatte, dass etwas nicht stimmt, dieses sofort anzusprechen. Das wird in Schweden aber oft als Konfrontation aufgefasst und - schwupps - wird alles noch viel verkrampfter.

Wobei ich mich manchmal wundere, wie viel die Schweden so mitmachen. Unsere Chefs sitzen in Holland respektive Deutschland und während ich auf deren Anweisungen, sofern diese unsinnig sind, durchaus mit Gegenargumenten reagiere, neigen meine lieben Schweden dazu, diese einfach zu befolgen (und sich dann bei der Fika mit den Kollegen darüber auszuslassen wie unsinnig das ist....). Ich werde also einfach ich selbst sein, und so langsam die harte Schwedenfront aufweichen :idea:

Liebe Grüsse
Bettina

nysn

Re: Körpersprache

Beitragvon nysn » 21. April 2009 09:33

Wobei ich mich manchmal wundere, wie viel die Schweden so mitmachen. Unsere Chefs sitzen in Holland respektive Deutschland und während ich auf deren Anweisungen, sofern diese unsinnig sind, durchaus mit Gegenargumenten reagiere, neigen meine lieben Schweden dazu, diese einfach zu befolgen (und sich dann bei der Fika mit den Kollegen darüber auszuslassen wie unsinnig das ist....).


Das gehört wohl auch zu den "Märchen", die wir gerne von den lockeren Schweden glauben möchten, dass hier in Schweden dank flacher Hierarchie auch jeder Mitarbeiter mehr Mitspracherecht usw. hätte und es ingesamt lockerer zugehen würde.

In der Wirklichkeit stimmt das ganz und gar nicht. In Schweden hat ein CHEF eine ganz besondere Bedeutung - sein Wort gilt und nur selten wagt jemand, dagegen zu widersprechen (schon gar nicht als Einzelner). Das könnte gleich als Kritik aufgefasst werden. Ist man mit der Entscheidung der Leitung nicht einverstanden, dann sucht man sich erst mal wieder Mitstreiter, d. h. man sondiert die Lage zuerst wieder in den Pausenräumen und versucht die Stimmung der anderen einzuschätzen. Gelangt man zu der Überzeugung, dass man mit seiner Meinung nicht alleine dasteht, dann sucht man einen der die Botschaft weiterträgt. Natürlich auch wieder "diplomatisch" - d. h. es wird auch wieder eine Gruppenmeinung weitergegeben - NIE die Meinung eines Einzelnen.

Das kommt daher, dass man in Schweden davon ausgeht, dass die von oben kommenden Entscheidungen auf einem Konsens beruhen und man sich irgendwo im Vorfeld darüber geeinigt hat. Sich gegen die Meinung "aller" zu stellen, damit tun sich Schweden ungemein schwer.

Auch finde ich, dass man hier viel mehr nach "oben" gute Miene macht und sich dabei Vorteile verspricht. Einem Chef zu widersprechen, damit würde man sich nur Nachteile einhandeln und zwar langfristig - denn die Schweden sind leider auch sehr nachtragend.
Mein Mann musste dieses "schwedische Verhalten" nach vielen Jahren Tätigkeit in Deutschland erst wieder erlernen - in seinen ersten Meetings bekam er öfter mal zu hören "wir sind hier nicht in Deutschland" und er galt lange Zeit als "deutsch", obwohl er Schwede ist. Direktheit und zu seiner eigenen Überzeugung zu stehen ist absolut unschwedisch.

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Re: Körpersprache

Beitragvon Aelve » 21. April 2009 10:07

Liebe S-Nina,

vielleicht liegt es daran, wie man solche "konstruktive Kritik" rüberbringt. Wenn der Chef merkt, dass man im Sinne der Firma mitdenkt, dass man geschäftstüchtig agiert, dass man Vorschläge einbringt, weil es der Firma weiterhilft, dann wird er darüber positiver denken als wenn er das Gefühl hat, ein Besserwisser will ihm etwas vormachen.
Die Erfahrung, die Du ansprichst, hat unser deutscher Bekannter in Schweden, er ist Fliesenleger und hat sehr viel Fachwissen, einerseits auch machen müssen. Da wurde uneffektiv gearbeitet, wodurch viel Geld verloren ging. Er hat diese Mißstände angesprochen und hat damit voll bei seinem Chef ins Schwarze getroffen, denn viele Leute wurden in der Firma entlassen, er ist aber immer noch dort beschäftigt.

Man muß wissen, dass natürlich die Mitarbeiter, die nicht mitdenken, denen das Wohl der Firma nicht so am Herzen liegt, natürlich Gegner sind von demjenigen der mitdenkt und konstruktive Beiträge bringt. Also ist es ein Balanceakt, entweder man macht sich beliebt beim Chef, dann geht das auf Kosten der Beliebtheit bei den Kollegen, die meinen, dass er Internes aus dem Arbeitsalltag ausplaudert.

Da gehört viel Diplomatie dazu, um nicht die Kollegen vor den Kopf zu stossen und zu signalisieren, dass einem wirklich nur an dem Wohl der Firma gelegen ist.

Grüße Aelve
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Re: Körpersprache

Beitragvon Sams83 » 21. April 2009 11:30

Hallo,

nun will ich doch auch mal meine Erfahrungen hier zum Besten geben:

Insbesondere zu einem Kollegen habe ich eigentlich von Anfang an ein recht gutes Verhältnis. Da er das Gerät, an dem ich hauptsächlich meine Messungen mache, im Alltagsbetrieb betreut, „mussten“ wir am Anfang recht eng zusammenarbeiten, er hat mir etliche Sachen erklärt, …
Nach ein/zwei Wochen konnte ich dann auch völlig selbstständig das Gerät bedienen und hatte auch bereits einiges an Daten gesammelt, so dass ich nicht mehr mit ihm zusammen am Gerät saß und Messungen gemacht habe, sondern eben auch größtenteils in meinem Büro zum Auswerten, während er am Gerät gesessen hat. Was ich aber trotzdem ganz gerne gemacht habe und immer noch mache, ist, auf einen kleinen Plausch bei ihm vorbei zu schauen, insbesondere am Nachmittag, wenn man mal eine kleine Pause von der ganzen Datenauswerterei brauchte. Das Labor liegt direkt gegenüber vom Büro, in dem ich sitze, die Türen stehen alle offen, so dass es wirklich mehr so ein „Vorbeischauen“ ist.

Anfangs fand er das glaube ich auch ein wenig seltsam, irgendwann meinte er mal zu mir so was im Sinne von: „Hat unser Chef dich geschickt, um mich zu kontrollieren?“ Er sagte es zwar mit einem Lachen, aber dahinter steckte bestimmt auch ein wenig Wahrheitsdenken… Ich habe ihm natürlich sofort versichert, dass das auf keinen Fall meine Absicht sei, und für die nachfolgende Zeit immer einen mehr oder weniger relevanten Grund gesucht, im Labor zu erscheinen.

Inzwischen kann ich aber auch ganz ohne Grund im Labor auftauchen, und wir fangen häufig direkt ein Gespräch über „sonstige Dinge“ (unabhängig von der Arbeit) an. Da er ein „echter Stockholmer“ ist und sich insbesondere ziemlich für die Geschichte Stockholms interessiert, haben wir schnell ein Gesprächsthema. Ich brauche nur zu erzählen, welchen neuen Platz ich in Stockholm ausfindig gemacht habe, und schon hält er mir einen Vortrag, was ich aber zum Glück immer recht spannend finde!

Letzte Woche Freitag ist mir dann noch mal ein kleines Missgeschick in diese Richtung passiert: Er hatte mich gefragt, wie man eventuell einige Dinge in Excel bestimmen könnte, wir haben dann auch gemeinsam ´ne Möglichkeit herausgefunden, wie es funktionieren könnte.
Zwei Stunden später kam ich an seinem Büro vorbei, ging dann hinein und wollte fragen, ob das mit seinen Daten so geklappt hat, wie er wollte. Er hatte aber noch gar nicht damit angefangen und ihm war das Ganze ein bisschen unangenehm. Das wollte ich nun wirklich nicht, mir war auch völlig egal, was er in den zwei Stunden gemacht hat, mich interessierte einfach nur, ob es so geklappt hat, wie wir gedacht hatten…ich habe dann direkt auch mehrfach betont, dass ich ihn nicht kontrollieren wollte, und ich denke, er hat es auch wirklich so verstanden. Jedenfalls ist unser Verhältnis gestern und heute noch immer dasselbe wie vorher, was mich natürlich sehr erleichtert…

Liebe Grüße

Simone

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Re: Körpersprache

Beitragvon Imrhien » 21. April 2009 12:21

Aelve hat geschrieben:Hallo Wiebke und Vinbär,

das sind Wunschträume,


Es war für mich Realität. Sag mir nicht wie ich mich hier in Schweden verhalten soll, da Du nicht weisst welche Unterschiede ich zu meinem vorherigen Leben in Deutschland erlebe.
Mein Kinder bekamen in Deutschland Mittagessen im Kindergarten, auch wenn ich weiss, dass das nicht die Regel ist.
Was Du schreibst klingt danach, dass wir uns hier einen schönen Lenz machen können und beleidigt sind, dass die anderen das nicht können.
Nur zur Info, ich habe drei verschiedene Arbeitsstellen, meine Kinder und den Haushalt und den Garten. Daneben versuche ich mich in die Kultur und Gepflogenheiten eines anderen Landes einzufinden und Freundschaften zu finden und zu pflegen. Glaub mir, das ist meist eine Zerreissprobe. Gestern musste ich zwischen 8 Uhr und 15 Uhr meine Kinder in den Kindergarten bringen, in die Schule fahren und den Unterricht (Naturwissenschaften und Physik) begleiten und übersetzen, dann ohne Pause zu einer Einzelschülerin weiterdüsen um ihr die richtige Beugung der Adjektive und den Unterschied zwischen Dativobjekt und Dativ erklären und dann danach, nach etwa 20 Minuten Mittagspause, ins Büro um dann noch schnell schnell was zu erledigen. Von da bin ich dann um 3 nicht gemütlich heim um meinen Haushalt zu machen, nein ich bin in den Kindergarten, auf dem direkten Weg. Mit den Kindern heim, nach etwa 20 Minuten (in denen ich die Blumen und die neue Wiese im Garten bewässert habe) sind wir dann in die Schwimmschule. Dort musste ich meine Tochter besänftigen und beschäftigen, weil sie nicht ins Wasser durfte, ihr Bruder aber schon. Dann schnell noch einkaufen, denn es war kein Brot mehr im Haus. Heim, Abendessen, Sandmännchen, Kinder ins Bett bringen, Küche aufräumen, Waschmaschine und Spühlmaschine bedienen, Wohnzimmer aufräumen, Kleider für die Kinder für heute vorbereiten, Frühstückstisch soweit vorbereiten... Ach ja, dann war dann mal Schluss. Da war es lange nach 9 und ich war alle. Zugegeben, mein Mann war nicht da und ich hatte das Vergnügen gestern alleine. Trotzdem sehen so eher mehr als weniger Tage aus.
Da muss man selber auch erst mal die Musse haben die Schweden abends noch anzurufen und mit dem Vergalten, das dann eben meist erst mal ablehnend oder zurückhaltend ist, umgehen können. Es wäre einfach schön wenn die mal anrufen und fragen ob ihr Kind und meines nicht mal wieder miteinander spielen können. Komisch, das tun immer nur die anderen Ausländer.
In Deutschland habe ich das so erlebt, dass man sich gegenseitig anruft und Zeit miteinander verbracht hat. Da hat man auch mal beieinander (ganz spontan) Abendbrot gegessen. Sowas gibts hier nur mit anderen Ausländern. Oder ich habe es eben noch nicht erlebt.

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Re: Körpersprache

Beitragvon Aelve » 21. April 2009 12:32

Hallo Wiebke,

ich kann leider nicht nachvollziehen, warum Du Dich beschwerst, wo ich nur mitgeteilt habe, dass es für jede Familie und zwar überall nicht leicht ist.
Und das auch nur als Trost, weil Du meintest, dass die schwedischen Mütter zu beschäftigt sind, um sich mit Dir auszutauschen, wann die Kinder zusammen spielen können. Wenn Du das in Deutschland nicht so extrem hattest, dann hast Du es in der Tat dort gut gehabt.

Ich kenne es nur so wie Du es auch berichtest, ich habe jeden Tag einen langen Fahrtweg zur Arbeit in Kauf nehmen müssen. Bin nach Hause gekommen, habe mich nur abgehetzt, wollte den Kindern gerecht werden, habe sie hier und hier hin gefahren. Habe auch noch als die Kinder klein waren, ein wöchentliches Treffen von Müttern und Kindern gehabt, was nachher aber mangels Zeit einschlief. Ich hatte ständig das Gefühl, dass irgend etwas zu kurz kommt. Und die Kinder mußten sich wohl oder übel alleine verabreden, was sie auch taten.

Leider muß ich Dir sagen, dass das das Leben ist, egal ob Du auf dem Mond lebst, in Schweden oder in Deutschland.
Und ich habe mit keinem Wort auch nur erwähnt oder angedacht, dass Du Dich dort in Schweden ausruhst, das fußt auf Deinen eigenen Gedanken.

Gruß Aelve
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Re: Körpersprache

Beitragvon Imrhien » 21. April 2009 12:47

Es ist in Deutschland noch weit mehr die Regel, dass die Frauen die ersten 3 Jahre daheim bleiben und wenn sie mehr als ein Kind bekommen, kann es schnell passieren, dass manche Frauen bis zu 5-6 Jahren daheim bleiben. Das habe ich nicht gerade selten erlebt. Das hatte nicht mal was damit zu tun, dass der Mann viel verdient hätte. Es ging nicht anders und war ausserdem einfach so Tradition und in den Köpfen drin. Da hatte man automatisch mehr Zeit. Ihc war bei uns im Dorf schon die Exotin weil ich ein paar Stunden am Tag von daheim aus gearbeitet habe und die Kinder in der Krippe hatte. Trotzdem hatte ich da einfach mehr Zeit und vor allem, die anderen hatten es auch.
Es geht mir hier ja gar nicht mal nur um die Zeit. Die habe ich ja hier selber weniger und verstehe daher schon wie die Schwedinnen denken.. glaube ich. Trotzdem fällt es mir auf, dass mich eher andere Ausländer anrufen und was mit mir ausmachen, als Schweden. Das finde ich schade. Es kostet einfach viel mehr Kraft und Arbeit um hier den gleichen Stand an Freundschaften zu haben, als ich das aus Deutschland gewöhnt war. Auch einfach Bekanntschaften liessen sich da leichter pflegen. Das ist einfach ein Fakt. Für mich ist es so. Und ich bin hier nicht weniger offen oder mehr unfreundlich oder sonst was. Ich verhalte mich gleich, eher etwas angepasster. Trotzdem kostet es mich mehr Anstrengung und das nicht wegen der Sprache.

Grüsse
Wiebke

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Re: Körpersprache

Beitragvon HeikeBlekinge » 21. April 2009 13:41

Hier mal etwas zum Thema:

http://www.fiket.de/2009/04/17/miss-deinen-schnurr/

Einfach Klasse! Ab und zu wusste ich allerdings nicht ob mir wirklich vor Lachen die Tränen kamen :? ... oder weil es so wirklichkeitsnah ist??

Hat uebrigens jemand die neue Geo-Spezial "Schweden" gelesen?
Auch fuer "schon Eingewanderte" empfehlenswert, äähh... unterhaltsam ;-)


vh
Heike
www.lilla-koksgarden.se


>Wer wenig weiß redet viel, wer Wissen hat wird neugierig, wer viel Wissen hat schweigt<


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