Klimaprognose für Skandinavien bis 2100

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Sápmi
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Re: Klimaprognose für Skandinavien bis 2100

Beitragvon Sápmi » 28. Februar 2009 10:36

Fanny hat geschrieben:Wir sind übrigens auch ein kinderloses Paar, und da stellt sich die Frage oft warum man sich eigentlich so ins Zeug legt, wenn es bei den Paaren mit Kindern kein Kopfzerbrechen über die Zukunft der Kinder gibt.


Stimmt. Ich würde zwar nicht unbedingt von mir behaupten, dass ich mich "ins Zeug lege" (immerhin reise ich ja meist mit dem Flugzeug in den Urlaub, wenn auch nicht für Kurztrips), aber ganz egal ist mir die Zukunft unserer Erde doch nicht. "Obwohl" ich selbst keine Kinder habe. Krümel meinte das natürlich sicher nicht pauschal, sondern eher tendenziell, aber ich habe eigentlich auch gar nicht den Eindruck, dass Menschen mit Kindern sich eher Gedanken darum machen (kenne aber auch keine Statistik :wink: ). Jedenfalls hab ich mich auch schon darüber gewundert, dass es jede Menge Leute mit Kindern zu geben scheint, die sich (noch) weniger um Umweltfragen zu kümmern scheinen als ich (z. B. beim z. T. gedankenlosen Verpulvern von Energieressourcen, etc.). Daher sehe ich eigentlich eher keinen Zusammenhang zwischen Kinderlosigkeit bzw. Elternschaft und Umgang mit der Umwelt. Es hat wohl eher mit der Grundeinstellung der jeweiligen Menschen zu tun (ob sich jemand für oder gegen das Kinderkriegen entscheidet, spielt sich wohl meist auf einer anderen Ebene ab). Sicher würde ich die Sache mit dem Klimwandel (wie auch andere Probleme) als noch krasser und beängstigender empfinden, wenn ich eigene Kinder hätte, aber irgendwie sind doch alle Menschen bzw. Lebewesen Teile eines Ganzen und sollten einem somit nicht völlig egal sein, oder? Aber das könnte nun leicht in eine philosophische Diskussion abrutschen. :wink:
"Keiner, der nur einen Sommer Lapplands Sonne trank, kann anderswo glücklich sein."
(aus A.O. Schwede: Lars Levi Laestadius - Der Lappenprophet)

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Re: Klimaprognose für Skandinavien bis 2100

Beitragvon janaquinn » 28. Februar 2009 10:56

Hej Ihr Lieben,
nun meldet sich auch mal eine Mama zu Wort :wink: ...ich mache mir, schon allein wegen meiner Kinder, Sorgen um die Umwelt und wir versuchen wirklich alles um so umweltschonend wie möglich zu leben. Leider ist dies nicht soo möglich, wie wir es vielleicht wollen, denn allein wenn ich an unsere, beinahe tägliche, grosse Wäscheberge denke oder die Tatsache, dass wir mit unserem Sohn auf das Auto angewiesen sind, weil wir ihn nicht mehr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln transportieren können.
Aber wir trennen unseren Müll, kaufen beinahe ausschliesslich Bio-Produkte, was bei uns sehr einfach ist, da wir in der Gemeinde sehr viele Bio-Bauern haben und auch eine Mühle in der Nähe ist.
Bei unseren, wenigen, Deutschland-Trips sind wir auf´s Flugzeug angewiesen, weil es meist nach München geht und mit Kind beinahe 24h im Auto zu sitzen ist kein Zuckerschlecken.

Aber wir verzichten z.B. weitesgehend auf den Trockner, nehmen stattdessen die guten alten Wäscheständer, machen 1-2 mal im Monat grosse Einkäufe, statt jeden Tag zum Einkaufen zu fahren. Solange wir noch sooo ländlich leben, wie jetzt, brauchen wir das Auto, ab nächsten Monat leben wir in Järna, dann geht wieder vieles zu Fuss....Gottseidank.

Ich halte meine Tochter dazu an, ihre Sachen direkt in den Müll zu schmeissen und nicht irgendwo auf den Boden oder in die Natur.....ja, wir tun eigentlich viel um die Umwelt zu schützen.

LG JANA
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Re: Klimaprognose für Skandinavien bis 2100

Beitragvon amarok » 28. Februar 2009 17:01

Als Eltern hat man zum einen die Zukunft der Kinder vor Augen und daher sieht man sicher Umwelt-/Klimaprobleme auch aus dieser Sicht, zum anderen haben Eltern aber auch eine Verantwortung, die in der Umwelterziehung der eigenen Kindern liegt. Ich meine damit keine "Zeigefinger-Pädagogik", sondern Umwelterziehung durch das Erleben der Natur. U.a. durch unsere gemeinsamen Outdooraktivitäten, wie Paddel-, Wandertouren sowie die Schweden-Camping-Urlaube betrachten unsere Kinder die Natur als etwas besonders achtens- und schützenswertes. Und das ist gut so!

@Krümel
Ich habe im Moment keine aktuellen Informationen zur Entwicklung von "Schädlingen" in Schwedens Wäldern. 2006 haben wir den Befall riesiger Wald-(Forst)flächen in Värmland mit der Kiefernbuschhornblattwespe erlebt. Die Raupen haben an den Nadeln der Kiefern einen bis zu 90 %-igen Kahlfrass verursacht. Dies aber auf die globale Erwärmung zurückzuführen wäre rein spekulativ. Ursachen für solch einen massenhaften Befall (Kalamitäten) von Insekten gibt es viele. Al Gore beschreibt so ein Beispiel auch in seinem Film "Eine unbequeme Wahrheit".

Hier habe ich einen Artikel über die Bedrohung des schwedischen Wald durch den Fichtenborkenkäfer im Zusammenhang mit der Klimaveränderung gefunden. Veröffentlicht von der Schwedischen Waldgesellschaft: "Dein Wald ist bedroht" (auf schwedisch)
http://www.skogssallskapet.se/skogsvard ... 3/sv26.php
Der Wald lebt, er kann atmen und sprechen und erzählt die Sage von der Urmutter allen Lebens. (jakutisch)

Krümel7
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Re: Klimaprognose für Skandinavien bis 2100

Beitragvon Krümel7 » 28. Februar 2009 19:54

Oh je,
hier wird ja jedes Wort auf die Waagschale gelegt. Bei mir war es zufällig ein Bekannter ohne Kinder, der mir klargemacht hat, dass ihn die nächste Generation nicht sonderlich interessiere und er jetzt so leben möchte, wie er mag und dabei auf niemanden Rücksicht nehmen möchte.
Es gibt aber auch genügend Leute, die Kinder haben und denen das Thema Umwelt auch egal ist. Das stimmt sehr wohl.
Fanny, du hast recht, wenn du sagst, dass die ganzen kleinen Maßnahmen nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind. Oft dient das eigene Verhalten auch nur der eigenen Gewissensberuhigung wenigstens seinen kleinen Beitrag geleistet zu haben.
Wenn jedoch viele Menschen ihr Konsumverhalten ändern würden, glaube ich schon, dass dies was bewirken könnte!
Hinsichtlich der Transportproblematik ist jedoch die Politik gefragt!
Sie hat dafür gesorgt, dass immer mehr privatisiert wird und immer mehr Orte nur noch per Auto erreichbar sind. Ich weiß ja nicht wie das in Schweden ist, aber in Deutschland wird es immer schlimmer. Es wurden auch immer mehr Transporte von der Schiene auf die Straße verlagert.
Statt in die Rettung der Autoindustrie zu investieren, was aus meiner Sicht nur eine kurzfristige Hilfe ist, wäre es meiner Meinung nach wichtig, hier in zukunftsfähige Lösungen zu investieren. Dabei könnte man die Fabrikhallen doch gleich gut nutzen und das Personal ebenfalls. Da sind Ideen und eine Anschubfinazierung in zukunftsfähige Technologien auch für den Wirtschaftsraum Europa gefragt!
Zum Abschluß:
Ich glaube auch, dass sich die Situation noch verschärfen wird. Die asiatischen Länder möchten irgendwann auch solch einen Lebensstandard haben wie wir und man kann es ihnen nicht verdenken. Wir werden letztendlich alle kürzer treten müssen.
@amarok, leider kann ich kein schwedisch, so dass ich die Seite nicht lesen kann :)
Mir reicht es jedoch zu wissen, dass doch offensichtlich mit Auswirkungen gerechnet wird und auch der schwedische Wald betroffen ist.
Schönen Abend euch allen!
Grüße Krümel


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