Kindergeld in Schweden

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Re: Kindergeld in Schweden

Beitragvon Samweis » 3. Juli 2009 13:48

Hallo Wiebke,

Imrhien hat geschrieben: Aber war da nicht das Problem, dass man eigentlich offiziell nicht legal in Deutschland gemeldet sein darf, wenn man sich da nicht auch den größeren Teil des Jahres aufhält?
Ich glaube, das ist kein Problem.
Im Melderechtsrahmengesetz
http://bundesrecht.juris.de/mrrg/BJNR01 ... G000302320
finde ich folgende Regelungen:
- Wohnung im Sinne dieses Gesetzes ist jeder umschlossene Raum, der zum Wohnen oder Schlafen benutzt wird.
(Dabei ist es also unerheblich, wie oft oder lange dieser Raum dazu genutzt wird.)
- Hat ein Einwohner mehrere Wohnungen im Inland, so ist eine dieser Wohnungen seine Hauptwohnung.

Außerdem heißt es unter Ausnahmen von der Meldepflicht, dass jemand, der im Ausland wohnt und sich in Deutschland nicht länger als 2 Monate aufhält, von der Meldepflicht ausgenommen ist. Das impliziert aber gleichzeitig, dass er der Meldepflicht auf jeden Fall unterliegt, sobald er sich länger als 2 Monate in D aufhält - unabhängig davon, ob nun sein hauptsächlicher Aufenthaltsort im Ausland ist.

Viele Grüße

Samweis

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Re: Kindergeld in Schweden

Beitragvon raisalynn » 3. Juli 2009 15:28

Vielen Dank, dass ihr euch so mit diesem Problem beschäftigt, allerdings bin ich nun vollends verwirrt.
Ich werde mich in diesem Jahr maximal 2 Wochen in Deutschland aufhalten. D.h. dass ich nach Samweis Kommentaren von der Meldepflicht ausgenommen wäre. Wie auch immer, ich befürchte nur, dass solche Sachen die GKV nicht interessieren werden, weiß es aber natürlich auch nicht.

Ich habe mich jetzt online mit diesem Problem bei "Europa direct" gemeldet, so Gott will, kompetente Menschen.

Wenn DAS ausgestanden ist, finde ich sicher mein erstes graues Haar :? .
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Re: Kindergeld in Schweden

Beitragvon Samweis » 3. Juli 2009 16:32

Hallo raisalynn,
raisalynn hat geschrieben:D.h. dass ich nach Samweis Kommentaren von der Meldepflicht ausgenommen wäre.
Das würde ich an Deiner Stelle einfach ganz naiv so interpretieren, dass Du von der Pflicht befreit bist (also keine strafbare Verletzung des Melderechts begehst, wenn Du die Meldung versäumst), aber dennoch Dich melden kannst, da Du ja ein Bett in vier Wänden in D hast. Und wer kann schon in die Zukunft schauen und weiß genau, wielange er das Bett nutzen wird...?
Sobald Du also eine Bestätigung des Hausbesitzers hast, dass Du dort (zeitweise) wohnst, kannst Du Dich melden.

Die Versicherung braucht nur die Adresse. Das ist alles, was die wollen. (es soll halt vermieden werden, dass x-beliebige "Ausländer" das deutsche Gesundheitssystem und die deutsche GKV benutzen.)

Viele Grüße

Samweis

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Re: Kindergeld in Schweden

Beitragvon Imrhien » 4. Juli 2009 16:47

Interessant.. davon hatte ich so noch nie gehört. Ich habe bisher immer nur die Info erhalten (von verschiedenen Meldeämtern, aber nur mündlich), dass man, um in Deutschland gemeldet sein da seinen Hauptwohnstiz haben muss. Dafür muss man eine gewisse Zeit im Jahr da sein. Andersrum, es hiess, dass man sich, wenn man nicht mehr in Deutschland wohnt, nicht mehr da gemeldet sein darf. Eine Briefkastenadresse, also ein Wohnsitz an dem man eben nicht wohnt (ein Zimmer bei den Eltern oder so), sei nicht erlaubt. Schriftlich habe ich da noch nie was gesehen. Gehört habe ich es öfter und da es von verschiedenen Quellen kam, bin ich immer davon ausgegangen, dass da was dran sein muss.
Da ich als Student sogar nachweisen musste wieviele Wochenenden ich in welcher Wohnung war, konnte ich mir das gut vorstellen. Die Stadt, in der ich den Nebenwohnsitz hatte, wollte nämlich gerne mehr Einwohner und daher mussten alle Studenten schriftlihc angeben wie lange sie im Jahr da wohnen. Bei manchen wurde dann drauf bestanden, dass sie den Hauptwohnsitz da anmelden und in der Heimatgemeinde der Nebenwohnsitz. Das hat anscheindend für die Gemeinden durchaus finanzielle Folgen ob jemand Haupt- oder Nebensitz da hat.

Grüße
Wiebke

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Re: Kindergeld in Schweden

Beitragvon raisalynn » 9. Juli 2009 17:07

Mal ein kleines update. Habe Antwort von dieser Europastelle bekommen und sie ist unbefriedigend. Die antworten mal gar nicht auf meine Frage mit der deutschen Familienversicherung. Ja, ich könnte mich natürlich in Deutschland anmelden, aber Problem ist, dass ich dann ja wieder voll steuerpflichtig werde.
Hier mal die Antwort, die beweist, dass man, wenn man selber sucht, mehr rausbekommt:

Folgende Besonderheiten sind in Schweden zu beachten:

In Schweden ist grundsätzlich jeder Einwohner über den Staat krankenversichert. Finanziert wird dieses Krankensystem über die Einkommenssteuer. Doch auch wenn Sie noch keine Steuern eingezahlt haben, haben Sie Anspruch auf medizinische Versorgung. Nach Ihrer Anmeldung beim Finanzamt (Skattemyndigheter) und dem Erhalt Ihrer Personennummer können Sie zum Arzt gehen und werden auch behandelt.

Im Einzelnen:

Wer in Schweden arbeitet oder ansässig ist, unterliegt der allgemeinen Sozialversicherungspflicht (gilt auch für Selbständige). Diese Almänna Försäkringskassa deckt ab: Krankenversicherung, Elternversicherung, Berufsschadenversicherung, Invaliditätsversicherung, Rentenversicherung (ab 65). Bezahlt werden diese Leistungen automatisch mit der Einkommensteuer bzw. mit Abgaben des Arbeitgebers.

Wer in Schweden arbeitet, hat zum Beispiel Anspruch auf Krankengeld oder Rehabilitationsgeld (allgemeine Krankenversicherung). Wer in Schweden wohnt (folkbokförd), hat beispielsweise Anspruch auf Kindergeld oder Wohngeld.



Da steht eindeutig, dass ich Recht habe auf medizinische Versorgung (ja, das wusste ich schon), aber was ist denn bitte, wenn mal was Ernsthaftes ist, Krankenhausaufenthalt und was weiß ich, denn krankenversichert bin ich schließlich immernoch nicht?

Wo ist denn das Licht am Ende des Tunnels???
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Re: Kindergeld in Schweden

Beitragvon Tommy3 » 9. Juli 2009 19:01

Hej,

wenn du in S ordnungsgemäss gemeldet bist, hast du dieselben Ansprüche auf Krankenfürsorge (dazu gehört auch ein Ernstfall!) wie die Schweden auch. Du brauchst keine extra Krankeversicherung abschliessen, weder in D noch in S. Egal, ob Ärztezentrum oder Krankenhaus.
Allerdings ist das Krankensystem sehr gewöhnungsbedürftig und eigentlich nur gut, wenn man ein grossen Bogen drum machen kann, aber das ist eine andere Diskussion.
Also: wenn du ordentlich gemeldet bist (und hoffentlich schon eine Personnummer hast), kannst du dich in deinem nächstgelegenen Ärztezentrum (vårdcentral) anmelden, für den Fall, dass du mal zum Arzt musst.

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Re: Kindergeld in Schweden

Beitragvon Imrhien » 10. Juli 2009 13:51

Ich würde fast vorschlagen, versuch es doch mal mit einer Lapalie, die nicht so viel kostet... Geh einfach mal zum Arzt für was nicht so Schlimmes. Schau ob sie Dich ordnungsgemäss ins System aufnehmen und ob die FK sich meldet...
Risikoreich ist das natürlich schon, da es lange dauern kann und Du dann immer noch nicht weisst was Sache ist. Befriedigend ist es jedenfalls nicht. Frag noch mal bei der FK an, was denn im Krankheitsfall sei. Die haben sich doch nur auf barnbidrag bezogen, oder?

Grüsse
Wiebke

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Re: Kindergeld in Schweden

Beitragvon Samweis » 10. Juli 2009 15:26

Hallo raisalynn,
raisalynn hat geschrieben:
In Schweden ist grundsätzlich jeder Einwohner über den Staat krankenversichert. Finanziert wird dieses Krankensystem über die Einkommenssteuer. Doch auch wenn Sie noch keine Steuern eingezahlt haben, haben Sie Anspruch auf medizinische Versorgung.
Genauso ist es. Die Frage ist nur: Bist Du Einwohner?
Tommy schrieb: "wenn du in S ordnungsgemäss gemeldet bist"

Die FK bestreitet dies - und zwar unabhängig davon, dass Du vom Migrationsverket den Status "folkbokförd" bereits erhalten hast. Sie sagen, sie seien an den Bechluss des Migrationsverkets nicht gebunden, weil er sachlich falsch bzw. überholt sei.

Denn: In Europa gilt zwar Freizügigkeit, aber an diese sind Bedingungen geknüpft. Wen Du nicht arbeitest oder als Selbständiger Steuern bezahlst, musst Du nachweisen, dass Du Dich selbst versorgen kannst und dass Du krankenversichert bist. Kannst/bist Du das nicht, so hast Du kein Aufenthaltsrecht.
Darauf beruft sich die FK. "Du darfst gar nicht hier sein, also bist Du es nicht."

@Wiebke: Haupt- und Nebenwohnsitz ist für die Kommunen interessant. (Nicht zuletzt wird der Bürgermeister in D nach Einwohnerzahl bezahlt... ;-) ) Also wird da genau ausgezählt, wo innerhalb D Dein Haupt- und wo Dein Nebenwohnsitz ist.
Das Problem tritt erst dann auf, wenn Du grenzüberschreitend tätig bist bzw. in mehreren Ländern wohnst. Sobald Du mehr als zwei Monate in D bist, musst Du Dich dort melden. Zwingend. Für das Einwohnermeldeamt zählt diese Meldung als Hauptwohnsitz, da es einen Nebenwohnsitz nicht einrichten kann, ohne gleichzeitig als Bezug den Hauptwohnsitz in D einzutragen. Hauptwohnsitz im Ausland gibt das System nicht her. Ein Strickfehler. Denn mit nur zwei Monaten Aufenthalt in D hast Du dort definitiv keinen steuerlichen Hauptwohnsitz. Aber melderechtlich musst Du gemeldet sein.

Viele Grüße

Samweis

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Re: Kindergeld in Schweden

Beitragvon raisalynn » 10. Juli 2009 17:18

Samweis hat geschrieben:Die Frage ist nur: Bist Du Einwohner?
Tommy schrieb: "wenn du in S ordnungsgemäss gemeldet bist"

Die FK bestreitet dies - und zwar unabhängig davon, dass Du vom Migrationsverket den Status "folkbokförd" bereits erhalten hast. Sie sagen, sie seien an den Bechluss des Migrationsverkets nicht gebunden, weil er sachlich falsch bzw. überholt sei.

Denn: In Europa gilt zwar Freizügigkeit, aber an diese sind Bedingungen geknüpft. Wen Du nicht arbeitest oder als Selbständiger Steuern bezahlst, musst Du nachweisen, dass Du Dich selbst versorgen kannst und dass Du krankenversichert bist. Kannst/bist Du das nicht, so hast Du kein Aufenthaltsrecht.
Darauf beruft sich die FK. "Du darfst gar nicht hier sein, also bist Du es nicht."


Tja, dann bin ich also nicht in Schweden?!

Ich habe eine Personennummer, ich habe den Beschluss vom M-verket, außer Einkommenssteuer zahle ich Steuern.
Ja, das mit der KV. Nun habe ich es ja über Deutschland mit einer Familienversicherung versucht. Aber ich sehe es eigentlich nicht ein, mich dort anzumelden. Der Aufwand wäre mir einfach zu groß, ich mein, ab September eventuell schon ab August habe ich hier einen sozialversicherungspflichtigen Jobb, dann müsste ich ja wieder total zurückrudern.
FK sagt nur, dass sie für eine Registrierung eine KV braucht, aber wie das praktisch aussieht...absolut kein Kommentar.
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Re: Kindergeld in Schweden

Beitragvon raisalynn » 5. August 2009 12:58

A never ending story!!!

Also, momentan arbeite ich an mehreren Baustellen, um dieses elende Krankenversicherungs-/Kindergeldproblem zu beheben.

Mein werter Noch-Gatte hat mich theoretisch in der Familienversicherung in Deutschland mit angemeldet, aber Schriftliches habe ich noch nicht. So wie es ausschaut, will er sich auch nicht weiter drum kümmern, nerv.

Außerdem verfüge ich nun schon seit einiger Zeit über einen ganz kleinen Vikariatsjobb, mit Anstellungsvertrag und allem, was dazu gehört. Aber oh Wunder, heute habe ich mal wieder bei der FK angerufen (mehr als einen Monat Bearbeitungszeit gebe ich denen NIE wieder) und hörte, dass ich vielleicht - weil ich ja nur ganz wenig im Monat arbeite - wieder einmal nicht registriert werde. Vermutlich ist die FK auch da wieder im Recht, keine Ahnung.

Das Kindergeldproblem versuche ich inzwischen über Deutschland zu regeln. Dafür brauchen die von da allerdings ausgefüllte Formulare von E 401 und E 411. Und wie witzig, zum Formular E 411 sagte mir die FK-Tante eben: "Das können wir nicht ausfüllen, weil Sie dafür bei der FK registriert sein müssen!" Ich lach mich tot. Das ist nur eine Info darüber, dass ich kein barnbidrag hier in Schweden bekomm, ich habe schließlich einen Beschluss darüber, also können die das doch wohl ausfüllen. Ich hoffe, dass ich ihr das so deutlich gemacht habe. Sie meinte, sie könne ja reinschreiben, dass ich nicht in Schweden registriert bin. Ich habe mir eine recht große Portion Galgenhumor zugelegt und ihr einfach nur gesagt, dass die Familienkasse in Deutschland lediglich daran interessiert ist, ob ich hier Gelder bekomme/bekommen habe oder nicht.

Oh Mann, ich seh die Behebung meiner Probleme im Jahr 2009 noch nicht.
Wie sieht das theoretisch aus? Mit einem Vikariatsjobb müsste ich doch eigentlich registriert werden, ODER????

:danke: an alle, die mir hier überhaupt noch antworten mögen!!!
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