Jonas hat geschrieben:
ob es in Schweden nur staatliche oder auch private Kindergärten gibt?
Hej Jonas,
die Frage wurde ja schon beantwortet, es gibt nicht nur staatliche Kindergärten. Aber interessant ist dabei einmal die Frage der Ecke in die Ihr gehen würdet, denn davon ist auch das Angebot abhängig und natürlich auch mit welchem Hintergedanken Du fragst.
Vermutlich ist es in Schweden wie überall, es wird auch hier nur mit heiss Wasser gekocht. Was ich sagen will, wie die Kindergärten sind hängt auch von der Lage, den anderen Kindern und dem Personal ab. Man muss sich die in Frage kommenden Einrichtungen einfach anschauen.
Ich habe mir sooo viele Gedanken gemacht vorher. Und ich finde es deshalb verständlich und gut, dass Du fragst. Am Ende aber sind wir in dem ganz normalen "standard" Kindergarten hier im Ort gelandet. Einfach deshalb weil er mir gefällt, mir die Arbeitsweise, das Personal und ihre Einstellung zu Kindern und Familien gefällt. Ich habe danach (nach dem ersten Besuch) nicht mehr nach anderen gesucht.
Unser Kindergarten ist riesig, würde ich sagen. Es sind Mit den ausgelagerten Gruppen sind es insgesamt mindestens 8 wenn nicht 9 Gruppen für unterschiedliche Altersgruppen. Es gibt keine gemischten Gruppen, das ist einerseits gut andererseits schlecht... Jedenfalls sind hier die Jahrgänge mehr oder minder zusammen unter sich.
Was ich schön finde, die Erzieherinnen und die Kinder bleiben zusammen bis die Kinder in die Schule gehen. Also, sie wechseln zwar immer mal wieder den Raum, da der sehr stark an den Bedürfnissen der Kinder und der Altersgruppe ausgerichtet ist, sie tun das aber immer gemeinsam. So gehen dann auch alle zusammen in die gleiche Schule, wenn man nicht eine andere auswählt. Im Regelfall, wenn es keine Probleme gibt, ist das eigentlich ganz schön.
Obwohl es soooo viele Kinder sind, ist es doch familiär. Es sind in jeder Gruppe höchstens 15 Kinder, meist weniger. Dafür trotzdem immer 3 Erzieherinnen. So einen guten Schnitt hatten wir in Deutschland nie für unsere Kinder. Meist kommt bei meinem Sohn noch eine Praktikantin dazu...
Die Kinder sind fast jeden Tag draussen, auch bei Matschewetter. Trotzdem sind sie auch viel drinnen (die Gruppen werden oft geteilt) und basteln gemeinsam. Sehr viel wird mit Fotos dokumentiert und so sieht man was die Kinder so machen. Sie gehen einmal die WOche mindestens in den Wald (gerade ist Beerensammeln angesagt) und besuchen auch mal eine Erzieherin daheim.
Die Erzieherinnen wissen sehr genau wer zu wem gehört und es ist manchmal fast gespenstig was sie alles so mitbekommen..
Bisher fühlt es sich aber nicht nach Kontrolle an
Nein, man hat das Gefühl, dass ihnen die Kinder wichtig sind und sie daher auch froh über Infos sind. Also wenn mein Mann mal wieder auf Dienstreise ist, sage ich das mittlerweile, einfach weil sie merken, dass die Kinder anders sind, als Beispiel.
So, ich hoffe das half Dir weiter. Klar, das ist nur ein Beispiel aus einem Kindergarten und die anderen können anders sein. Ich erinnere mich aber noch daran wie ich damals solche Beispiele gesucht habe um mal ein Gefühl dafür zu bekommen wie die Kindergärten hier so arbeiten.
Ach ja, zu dem Betreuungsschlüssel: In der Zeitung haben sich welche aus der Nachbarkommune beschwert weil sie doch tatsächlich 6 Kinder pro Erzieherin haben. Normal sei schliesslich 5/Erzieherin und die guten Kindergärten hätten nur 4,8 oder so.
Wenn ich überlege welche Betreuungsschlüssel ich da aus Deutschland kenne... Ob das für ganz Schweden so gilt weiss ich nicht. Jedenfalls ist es im Västmanland eben im Schnitt so dass 5 Kinder auf eine Erzieherin kommen.
Grüsse
Wiebke