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Schweden
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Schweden und Norwegen - Fähre, Urlaub, Reisen & Meer

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 Betreff des Beitrags: Kindergarten
BeitragVerfasst: 13. Juli 2008 15:09 
Neuling
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Hallo liebe Schweden Fans!

Ich bin Kristina, bin aber mit dem Namen meines Sohnes Jonas hier drin, da mein Name schon vergeben war!:)
Kann mir jemand sagen, ob es in Schweden nur staatliche oder auch private Kindergärten gibt? Ich hatte schon mal beim Konsulat nachgefragt, aber keine Antwort bekommen.Weiß ansonsten jemand von euch, wie ich dass am besten herausfinde? Momentan ist es nicht so konkret dass wir auswandern wollen, es gibt hier in Deutschland ja einige Betriebseigene Kigas, dass finde ich toll.

Danke, Kristina :danke:


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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 13. Juli 2008 15:14 
Hej!

Der größte Teil ist schon in kommunaler Hand.Kirchlich sind nur wenige.
Es gibt aber auch Elterninitiativen,genau wie in Deutschland.Arbeite derzeit in einer Elterninitiative.Dort hat dann eine Gruppe von Eltern das Sagen.
Meist ist auf den Internetseiten der Kommunen auch angegeben(unter skola och barnomsorg) ob sie kommunal oder "enskild regi"( privat) laufen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 13. Juli 2008 15:56 
Schweden Guru
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bjoerkebo hat geschrieben:
.Es gibt aber auch Elterninitiativen,genau wie in Deutschland.Arbeite derzeit in einer Elterninitiative.Dort hat dann eine Gruppe von Eltern das Sagen.


Hej bjoerkebo,

wie kann ich mir das vorstellen? Unsere Kinder sind zwar schon fast erwachsen, aber interessieren tut es mich trotzdem. Wie ist die Versorgung mit Kindergartenplätzen in Schweden und was kostet ein Platz? Wie groß sind die Gruppen?

amarok

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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 13. Juli 2008 16:18 
Denke da gibt es Unterschiede.
Der,indem ich beschäftigt bin ist eine große "enplansvilla" mit verschiedenen Räumen.Wir haben dezeit um die 25 Kindergartenkinder( von 1-6Jahren) und etwa 10 Kinder die ins Freizeitheim gehen.
Die Kids werden dann in Kleingruppen dem Alter entsprechend gefördert.Hatte bis zum Sommer die Gruppe der 5-jährigen (8Kids).

Wie es mit der Versorgung der Plätze aussieht,kann ich net sagen.
Bei uns muss man ein Ansökan schreiben und wenn ein Platz frei wird und der Vorstand zustimmt bekommt das Kind den Platz.Arbeite aber auf dem Land,in der Stadt ist es bestimmt schwerer.
Wie genau die Kosten aussehen kann ich nicht sagen.
Der Fritidsplatz unserer Tochter wird anhand unserer Gehälter ermittelt.Denke im Kiga ist es ebenso.Ich selbst habe damit ja nichts zu tun.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 13. Juli 2008 16:22 
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Und was ist eine "Elterninitiative"? Sind da die Eltern die Erzieher in der Einrichtung?

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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 13. Juli 2008 16:26 
Nein.Die Eltern sind Träger der Einrichtung.
Wir haben einen Ledare(Chef) und eine Köchin.Dann sind wir noch vier Leute päd.Personal.
eingestellt wird das Personal vom Elternvorstand.
Einmal die Woche gibt es einen Elterneinsatz,wo eine Mutter/Vater das Personal unterstützt,da die meisten von uns Teilzeit arbeiten und einen freien Tag in der Woche haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 13. Juli 2008 16:30 
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Und wie wird dieses Modell finanziert?

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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 13. Juli 2008 20:03 
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amarok hat geschrieben:
Und wie wird dieses Modell finanziert?


In Deutschland gibt es das auch recht häufig, ebenso wie beschrieben. Finanziert wird es da über die Einnahmen der Plätze und über Zuschüsse von den Kommunen. Da es aber nicht sooo viele Zuschüsse sind, kosten die in Deutschland in der Regel deutlich mehr als die staatlichen bzw. kirchlichen Einrichtungen. Oder man muss mehr mitarbeiten um die Kosten zu senken. In der Krippe in der meine Kinder waren, musste man Kochen und Putzen, reihum.
In Schweden ist es soweit ich weiss ähnlich. Nur hatte ich mal gehört, dass die Kosten nicht so viel höher wären da die Zuschüsse besser sein müssten. Ob das stimmt weiss ich nicht so genau.
Für den Verein der sowas macht, kann das jedenfalls manchmal ganz schön hart werden. Ich war mal Finanzerin in so ner Krippe und das war da manchmal schon ganz schön eng, es müssen ja auch Gehälter und Mieten bezahlt werden...


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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 13. Juli 2008 20:19 
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Jonas hat geschrieben:
ob es in Schweden nur staatliche oder auch private Kindergärten gibt?


Hej Jonas,
die Frage wurde ja schon beantwortet, es gibt nicht nur staatliche Kindergärten. Aber interessant ist dabei einmal die Frage der Ecke in die Ihr gehen würdet, denn davon ist auch das Angebot abhängig und natürlich auch mit welchem Hintergedanken Du fragst.
Vermutlich ist es in Schweden wie überall, es wird auch hier nur mit heiss Wasser gekocht. Was ich sagen will, wie die Kindergärten sind hängt auch von der Lage, den anderen Kindern und dem Personal ab. Man muss sich die in Frage kommenden Einrichtungen einfach anschauen.
Ich habe mir sooo viele Gedanken gemacht vorher. Und ich finde es deshalb verständlich und gut, dass Du fragst. Am Ende aber sind wir in dem ganz normalen "standard" Kindergarten hier im Ort gelandet. Einfach deshalb weil er mir gefällt, mir die Arbeitsweise, das Personal und ihre Einstellung zu Kindern und Familien gefällt. Ich habe danach (nach dem ersten Besuch) nicht mehr nach anderen gesucht.
Unser Kindergarten ist riesig, würde ich sagen. Es sind Mit den ausgelagerten Gruppen sind es insgesamt mindestens 8 wenn nicht 9 Gruppen für unterschiedliche Altersgruppen. Es gibt keine gemischten Gruppen, das ist einerseits gut andererseits schlecht... Jedenfalls sind hier die Jahrgänge mehr oder minder zusammen unter sich.
Was ich schön finde, die Erzieherinnen und die Kinder bleiben zusammen bis die Kinder in die Schule gehen. Also, sie wechseln zwar immer mal wieder den Raum, da der sehr stark an den Bedürfnissen der Kinder und der Altersgruppe ausgerichtet ist, sie tun das aber immer gemeinsam. So gehen dann auch alle zusammen in die gleiche Schule, wenn man nicht eine andere auswählt. Im Regelfall, wenn es keine Probleme gibt, ist das eigentlich ganz schön.
Obwohl es soooo viele Kinder sind, ist es doch familiär. Es sind in jeder Gruppe höchstens 15 Kinder, meist weniger. Dafür trotzdem immer 3 Erzieherinnen. So einen guten Schnitt hatten wir in Deutschland nie für unsere Kinder. Meist kommt bei meinem Sohn noch eine Praktikantin dazu...
Die Kinder sind fast jeden Tag draussen, auch bei Matschewetter. Trotzdem sind sie auch viel drinnen (die Gruppen werden oft geteilt) und basteln gemeinsam. Sehr viel wird mit Fotos dokumentiert und so sieht man was die Kinder so machen. Sie gehen einmal die WOche mindestens in den Wald (gerade ist Beerensammeln angesagt) und besuchen auch mal eine Erzieherin daheim.
Die Erzieherinnen wissen sehr genau wer zu wem gehört und es ist manchmal fast gespenstig was sie alles so mitbekommen..
Bisher fühlt es sich aber nicht nach Kontrolle an :)
Nein, man hat das Gefühl, dass ihnen die Kinder wichtig sind und sie daher auch froh über Infos sind. Also wenn mein Mann mal wieder auf Dienstreise ist, sage ich das mittlerweile, einfach weil sie merken, dass die Kinder anders sind, als Beispiel.

So, ich hoffe das half Dir weiter. Klar, das ist nur ein Beispiel aus einem Kindergarten und die anderen können anders sein. Ich erinnere mich aber noch daran wie ich damals solche Beispiele gesucht habe um mal ein Gefühl dafür zu bekommen wie die Kindergärten hier so arbeiten.
Ach ja, zu dem Betreuungsschlüssel: In der Zeitung haben sich welche aus der Nachbarkommune beschwert weil sie doch tatsächlich 6 Kinder pro Erzieherin haben. Normal sei schliesslich 5/Erzieherin und die guten Kindergärten hätten nur 4,8 oder so.
Wenn ich überlege welche Betreuungsschlüssel ich da aus Deutschland kenne... Ob das für ganz Schweden so gilt weiss ich nicht. Jedenfalls ist es im Västmanland eben im Schnitt so dass 5 Kinder auf eine Erzieherin kommen.

Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 13. Juli 2008 20:34 
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Imrhien hat geschrieben:
In Deutschland gibt es das auch recht häufig, ebenso wie beschrieben. Finanziert wird es da über die Einnahmen der Plätze und über Zuschüsse von den Kommunen. Da es aber nicht sooo viele Zuschüsse sind, kosten die in Deutschland in der Regel deutlich mehr als die staatlichen bzw. kirchlichen Einrichtungen. Oder man muss mehr mitarbeiten um die Kosten zu senken. In der Krippe in der meine Kinder waren, musste man Kochen und Putzen, reihum... .

Danke für die Info. Das System kannte ich noch nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 13. Juli 2008 20:44 
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amarok hat geschrieben:
Das System kannte ich noch nicht.


Zumindest in Deutschland ist diese Form der Einrichtung nicht selten. Schau mal bei goggle... da findest Du eine ganze Menge. Angefangen hat es vermutlich mit Eltern die einfach keine Plätze gefunden haben... oder welche die ihnen nicht gefallen haben. Man muss einige Voraussetzungen erfüllen, aber eigentlich ist es "relativ" einfach. In der Regel sind das in Deutschland Vereine. Der Vorstand wird regelmässig neu gewählt und entscheidet über die Belange (auch alle Personalfragen).
Die Einrichtungen die ich kenne, die so sind, sind aus der Not geboren worden, von berufstätigen Eltern, oder wenn es im Ort nur veraltete Kindergärten gab, die nach einer Konzeption von den Anfängen der Kindergartenzeit gearbeitet haben... also die Nachfahren von Fröbel ;)

Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 13. Juli 2008 21:55 
Neuling
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Hey ihr Lieben,

danke für eure ganzen Beiträge! Hört sich ja sehr pos. an, denke aber auch, dass man genau wie hier vorher den Kiga anschauen sollte.Ich war erst ganz begeistert von unserem Kiga, momentan flacht diese aber etwas ab...Hier in Deutschland gibt es ja auch Unternehmen, die sich an staatlichen Kigas beteiligen bzw. Plätze dort buchen. Wie kann ich denn herausfinden, ob es so ein Modell in Schweden auch gibt? Botschaft anmailen? Konsulat antwortet momentan nicht, haben bestimmt andere Sachen zu erledigen.
Wünsche euch noch einen schönen Abend, muss jetzt in die Falle...

Kristina


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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 14. Juli 2008 14:35 
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Hej Krisitna,
ich verstehe nicht ganz was Du meinst, oder weshalb Du das herausfinden möchtest?
Sind das besondere Kindergärten, die besser sind und Dir von der Konzeption mehr zusagen? Oder liegt es daran, dass man da besser an Plätze kommt? Ich kenne das System nicht und weiss daher gar nicht worauf Du raus willst.
Wie auch immer: In Schweden habe ich von sowas noch nie gehört, was aber nicht heisst, dass es das in ganz Schweden nicht geben kann :)
Die Konzeption würde ich aber mal sagen hängt damit weniger zusammen... Was von den normalen schwedischen Standards abweicht kann ja jede Einrichtung selber entscheiden, bzw. es gibt ja genug Private Träger die eine andere Konzeption haben...
Die Plätze kann ich mir in Schweden auch nicht vorstellen, dass die so vergeben würden... Das wäre ja nicht fair :) Entspräche also nicht dem schwedischen Gedanke :)
Nein, ich glaube nicht, dass es sowas gibt, wenn ich überhaupt richtig verstanden habe worums geht.
Machst Du Dir Sorgen, dass Ihr keinen Platz bekommt? Oder wie kann man Dir helfen?

Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 14. Juli 2008 15:27 
Schwedenfreund
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Beiträge: 649
Jonas hat geschrieben:
Hier in Deutschland gibt es ja auch Unternehmen, die sich an staatlichen Kigas beteiligen bzw. Plätze dort buchen. Wie kann ich denn herausfinden, ob es so ein Modell in Schweden auch gibt?


Hej Kristina,

Sorry, aber mir geht es aktuell wie Wiebke – ich kann dir zwar folgen, aber mir fehlt der Sinn und Hintergrund deiner Fragestellung.
Dass es in Deutschland diese „Beteiligungs-Kindergärten“ gibt ist mir bekannt, obwohl unsere Kleine noch nicht in den Kindergarten geht. M.E. sichern sich die Untenehmen dadurch aber nur ein gewisses Kontingent an Plätzen für die Mitarbeiter. Dass ab und an durch die finanziellen Mittel der Unternehmen auch Anschaffungen und Renovierungen möglich sind, mag sein. Ich denke jedoch nicht, dass sich ein solcher Kindergarten großartig (Betreuungsschlüssel, Öffnungszeiten, ...) von den“normalen“ unterscheidet, da die Kommune oder die Kirche der Träger ist und somit auch die Rahmenbedingungen festlegt.

Darum auch meine Fragen: :gutefrage:
Du hast geschrieben, dass deine KiGa-Euphorie aktuell abflacht. Kannst du uns sagen, warum?
Welche Vorteile siehst du in einem „Beteiligungs-Kindergarten“ für dein/deine Kinder?

Ich denke, dass die Situation in Schweden, siehe Posts von björkebo und wiebke, mit der in Deutschland zu vergleichen ist. Jedoch ist der Betreuungsschlüssel wesentlich besser als in Deutschland und somit auch eine bessere Betreuung gewährleistet. Wobei es natürlich auch wesentlich auf das Personal ankommt - aber das gilt überall.

LG Frank :smt006

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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 14. Juli 2008 18:28 
Es wird ja auch hier heftig kritisiert,das der schwedische Kiga eine Aufbewahrungstätte ist.
Ich denke es hängt auch viel davon ab,wie man als Eltern damit umgeht.Ich bin froh,das es die Betreuung gibt,damit meine Tochter als Einzelkind auch Kontakt ausserhalb der Schule hat.
Die Gewichtung Familie-Kiga findet halt hier anders statt,sprich mehr am Wochenende.
Aber finde teilweise auch,das es mit der ganzen Pädagogik manchmal echt übertrieben wird.
Kinder wollen auch einfach mal spielen wie sie wollen. und das nicht nur im Kiga.
Meine Tochter ist mit ihren jetzt 10 Jahren hier wieder ein Stück Kind geworden,da es halt in der Schule noch "erlaubt" ist.
Allein dafür bin ich dem schwedischen System dankbar.Denn das habe ich mir in D.immer gewünscht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 14. Juli 2008 20:06 
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bjoerkebo hat geschrieben:
Es wird ja auch hier heftig kritisiert,das der schwedische Kiga eine Aufbewahrungstätte ist.
Ich denke es hängt auch viel davon ab,wie man als Eltern damit umgeht....

Kinder wollen auch einfach mal spielen wie sie wollen. und das nicht nur im Kiga.


Da hast Du sowas von Recht. Ja, die Kindergärten hier sind teilweise Aufbewahrungsstätten. Und das muss nicht mal heissen, dass die Erzieherinnen da schlecht sind oder die Einrichtung, die Konzeption, was auch immer. Es hängt auch stark davon ab wie lange die Kinder untergebracht sind. Aufgrund anderer Situationen ist es manchmal einfach notwendig, dass die Kinder länger in die dagis gehen. Da kann der Kindergarten noch so gut sein, die Kinder sind dann trotzdem einfach sehr sehr lange weg von der Familie und das kann manchmal wie ein Arbeitstag für die sein. Ich will das gar nicht werten, denn es ist wie es ist und auch ich bin dankbar, dass meine Kinder gut betreut werden. Sie machen "pädagogisch wertvolle" Angebote, aber die Kinder dürfen und sollen auch einfach ganz viel miteinander oder auch mal allein spielen, toben, und Kind sein.
Letztens kam ich in den Kindergarten. Alle Erzieherinnen aus 2 Gruppen sassen nebeneinander (5 Frauen) und schauten zu wie die Kinder (ich glaube wegen der Ferien waren es auch nur noch 8 Kinder) hüpften in den Pfützen rum, da es vorher gegossen hat wie irre. DIe Kinder waren von den Füssen bis zum Bauch pitschnass. Das Wasser stand in den Gummistiefeln...
Ich fand das sooo toll. Manch einer würde denken, dass die nichts besseres zu tun haben als zu tratschen, während die Kinder sich selbst überlassen sind. Aber fragt mal wie glücklich mein Sohn an diesem Tag war!!!! :)
Auch wenn der Kindergarten hier gaaanz normal ist, kein Montessori, kein Waldorf, kein gar nichts. Einfach ganz normal schwedisches System, oder sollte ich besser sagen, Västerås Kommune, aber wir sind so zufrieden. Die Kinder sind glücklich und fühlen sich wohl. Mehr kann ich doch eigentlich nicht wollen, oder? Wenn sie sich später an ihre Kindheit erinnern werden sie sich nicht an ein tolles pädagogisches Programm erinnern. Sie werden nur noch wissen, fühlen ob es ihnen gefallen hat oder nicht. Wie glücklich sie waren. Und da bin ich mir sicher, dass die Erzieherinnen in unserer dagis dazu beitragen.

Liebe Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 14. Juli 2008 21:11 
Neuling
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Hi oder Hej,

ich frage nur deshalb nach dieser Form des Kigas, da ich mich dann evt. schon in der Bewerbung darauf beziehen würde-also anfragen, ob das Unternehmen dieses Angebot für die Mitarbeiter hat, dass sie Plätze in Kigas haben. Wenn ich einfach das so in die Bewerbung schreiben würde und diese Form gibt es nicht in Schweden, wäre mir das unangenehm. Deshalb habe ich Euch gefragt. Mein Sohn ist sensibler als gedacht und ich habe oft das Gefühl, dass er in der Gruppe untergeht- deshalb finde ich jetzt schon das System in schweden besser.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 15. Juli 2008 09:45 
Alter Schwede
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Hej,
ganz sicher bin ich nicht, aber ich habe noch nie davon gehört, dass es sowas hier gibt und finde es auch eher unwahrscheinlich. Höchstens in den großen Städten, als Betriebskindergarten? In der Bewerbung würde ich mich nicht schon darauf beziehen. Es ist ja nicht so, dass Du eine gute Stelle ablehnen würdest, wenn sie sowas nicht haben? Man kann doch immer noch im Bewerbungsgespräch fragen ob so etwas bekannt ist. Es gehört bei solchen Bewerbungen dazu, dass man das gesammte Umfeld auch für die Familie mit untersucht und soweit ich die Vorstellungsgespräche meines Mannes erinnere, fand das nie ein Chef merkwürdig wenn man auch solche Aspekte angesprochen hatte. Im Gegenteil. Sie finden es gut, dass man die ganze Famile gut integrieren möchte, denn nur dann hat die Firma was von Dir. :)
Aber in der Bewerbung könnte das vielleicht falsch verstanden werden, vor allem dann wenn es das nicht gibt. Aus dem Zusammenhang verstehe ich Deine Frage nun besser :)
Mach Dir keine Sorgen (leicht gesagt, ich weiss, ich hab sie mir auch gemacht). Der ausgewählte Kindergarten wird schon der richtige sein. Du sprichst ja vorher mit denen und bist bei der Eingewöhnungsphase dabei. Ausserdem gibt es festgelegte Entwicklungsgespräche (2 im Jahr). Du kannst aber in der Regel immer zwischendurch um ein Gespräch bitten und Deine Sorgen besprechen.

Liebe Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 15. Juli 2008 15:15 
Imrhien hat geschrieben:

habe noch nie davon gehört, dass es sowas hier gibt und finde es auch eher unwahrscheinlich. Höchstens in den großen Städten, als Betriebskindergarten?




Also in Malmö soll es wohl mal einen Betriebskindergarten gegeben haben (oder noch geben?), aber ansonsten ist das nicht üblich in Schweden.

Mehr kann ich dazu auch nicht sagen.

Und schließe mich an: Laß es aus der Bewerbung einfach weg.
Ist es denn so wichtig, daß dein Kind in einen Betriebskindergarten geht? Oder verstehe ich es richtig, daß du dein Kind nur gut aufgehoben wissen willst, weil er/sie etwas Probleme mit dem Kindergarten hat?
Also Kindergartemäßig kann ich sagen, daß ich viel zufriedener bin als in D. Hier wird mehr auf mein Kind und dessen Bedürfnisse eingegangen. Meiner hat eine Lebensmittelallergie, in D wurde mir als erstes gesagt, daß er dann nicht mitessen darf oder ich Essen mitgeben muß. Hier war es mir durch diese Erfahrung schon fast peinlich darauf hinzuweisen und zu fragen, was da getan wird. Aber alles kein Problem. Für mein Kind wird extra gekocht und darauf geachtet, was er essen darf und was nicht.
Ansonsten fühle ich mich als Elternteil schon mehr eingebunden und akzeptiert/ernst genommen, wenn ich mal mit einem Problem komme. In D hatte ich immer das Gefühl, daß meine Belange gar nicht interessieren. Aber wir hatten vielleicht auch einfach Pech mit unserer Kiga dort.

Und wenn du dein Kind gar nicht in eine Kiga geben willst, gibt es immer noch die Alternative der Privaten. Da sind dann meist nur 3, 4 oder 5 Kinder bei Jemand zu Haus. Das gibt es ja auch in D.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 16. Juli 2008 17:58 
Hej,

ich hänge meine Frage einfach an den Kindergarten-Thread an... hoffe es passt, ich habe keine grosse Erfahrung mit Foren und muss keinen extra Thread starten...

Konnten Eure Kinder Schwedisch als sie in den Kindergarten gekommen sind? Mein Kleiner, (3 1/2 Jahre alt) wird es wohl nicht können und das macht mir ein wenig Sorgen. Ok, man bekommt dann immer gesagt, die Kinder würden die fremde Sprache schneller als die Erwachsenen lernen, aber gar nicht kommunizieren können, da wird mein Kleiner nicht glücklich.

(zu unserer Situation: Ich werde am 1.September eine Stelle an der Universität Örebro antreten; meine Familie kommt nach, wenn ich "angekommen" bin - entsprechende Wohnung/Haus, KiTa, ... gefunden habe, mein Mann eine Stelle in der Gegend hat, etc... Wir können selbst auch noch kein Schwedisch, noch...)

Liebe Grüsse
Franziska


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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 16. Juli 2008 18:30 
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Beiträge: 1494
Wohnort: Västerbotten
Franzi hat geschrieben:
Hej,
Ok, man bekommt dann immer gesagt, die Kinder würden die fremde Sprache schneller als die Erwachsenen lernen, aber gar nicht kommunizieren können, da wird mein Kleiner nicht glücklich.


Hej Franzi,
Kleine Kinder haben,im Gegensatz zu uns Erwachsenen einen enormen Vorteil:
Sie können sich sehr schnell,auch ohne gemeinsame Sprache verständigen!
Hier im Forum gibt es einige Mitglieder(die schon umgezogen sind),die das sicher bestätigen werden.
Mir ist es bei meiner Tochter in unserem ersten Urlaub sofort aufgefallen..keine Minute verging und sie spielte mit den Enkeln unserer Freunde.
Das sie nicht eine gemeinsame Sprache hatten,fiel nicht auf.Im Gegenteil,Pontus sprach nachher einige deutsche Wörter und meine Tochter dafür einige schwedische.
Viele Grüße
Sabine

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Insanity is hereditary: you get it from your kids!
(S.L.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Kindergarten
BeitragVerfasst: 16. Juli 2008 21:10 
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Beiträge: 3154
Wohnort: Västerås
Hej Franzi,

ich kann nur in das gleiche Horn tuten...
Meine Kinder waren 3 1/2 und 1 1/2 als wir hier ankamen. Sie kamen erstaunlich schnell und gut mit der Situation klar. Sowas ist für Kinder wirklich leichter. Trotzdem, nicht jedes Kind ist gleich und Du kennst ihn eben am Besten. Daher vershteht hier jeder die Sorge. Mein Sohn hat recht viel und gut gesprochen. Als wir hier ankamen wurde er im Kindergarten logisch, erst mal recht ruhig. Daheim hat er dann gequasselt was das Zeugs hielt um das auszugleichen. Dann redete er lange mit den Erzieherinnen nur deutsch. Jetzt ist er vier, wir leben seit 8 MOnaten hier, kann er einfache Sätze sagen. Alles was er so im Kindergarten braucht. Spiele anregen (nachlaufen und so), bei Spielen mitmachen, fragen wer wo ist, nach Essen oder trinken fragen, zur Toilette gehen und um Hilfe bitten. Alles was eben so nötig ist. Die Erzieherinnen sagen, dass er alles versteht und das glaube ich. Er reagiert auf alle Schweden, redet mit ihnen, bzw. antwortet wenn sie was fragen. Er kann noch nicht alles richtig sagen. Er lernt eben nach Gehör und so ist es manchmal nicht ganz richtig, die Aussprache oder die Grammatik. Trotzdem klappt es wunderbar. Er fühlt sich jetzt nicht mehr ausgeschlossen. Am Anfgang war es manchmal sehr schwer für ihn und das ist nicht leicht für einen selbst. Man sieht die Kinder und weiss, dass sie nicht 100% glücklich sind. Ich wusste aber, dass er auch nicht unglücklich ist. Und das half. Ich sah ihn oft genug lachen und spielen da. Er vergisst hoffentlich, dass es nicht immer leicht für ihn war und mittlerweile hat er sogar schon kleine Freundschaften.
Meine Tochter, die ja noch jünger ist, hat es sogar noch leichter. Sie konnte weniger deutsch und lernt es nun beides mehr oder minder gleich schnell. Manche Worte sagt sie nur auf deutsch, andere auf schwedisch.

Ich denke Ihr müsst, wenn es eh feststeht, einfach schauen was Euer Sohn braucht. Die sind in der Regel sehr verständnisvoll hier. Wir haben zwar das "harte" Programm gefahren, also nach 2 Wochen Eingewöhnungszeit alleine lassen, aber das klappte gut. Er hatte immer die Bestätigung, dass sonst alles ok ist und dass wir ihm beistehen. Trotzdem musste er da auch teilweise alleine durch. Das ist wirklich nicht immer leicht zu ertragen. Die Kinder müssen es aber auch so lernen, da sie es sonst nie lernen und auch ausnutzen, dass sie was besonderes sind. Meiner hatte zum Beispiel sich dann geweigert schwedisch zu reden wenn sie geschimpft hatten. Hätte ich ihn da rausgenommen und ihm "geholfen" wäre es nicht gut für ihn gewesen. So haben wir mit den Erzieherinnen gesprochen und ihm erklärt, dass auch sie manchmal schimpfen wenn er etwas anstellt. Er weiss das ja eigentlich und nun ist das auch ok. Wenn wir nicht in der Nähe sind, redet er viel viel mehr schwedisch. Das beobaachte ich immer wenn ich ihn abhole und er mich noch nicht sieht.

Wie gesagt, das sind meine Kinder und ich weiss nicht wie Dein Sohn ist. Aber, Kinder lernen wirklich schneller als Erwachsene. Und gerade im Kindergarten ist es noch leichter als in der Schule. Da sind noch nicht ganz so feste Freundschaften und Klübchen.

Alles Gute
WIebke


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