Hej
Unsere Tochter war zum Zeitpunkt des Umzuges gerade 4 Jahre alt geworden.
Der Zeitablauf des Umzuges war sehr ähnlich wie bei Wiebke.
Der Kindergarten gab einen schönen Abschied und einen eingetopften Blumensamen als Andenken.
Unsere Abschiedsfeiern haben wir aus organisatorischen Gründen 2 Wochen vor unserem großen Termin gelegt. Einmal die Familie, am nächsten Wochenende mit Freunden und Bekannte. Den Teil der Feier für die Kinder haben wir wie ein Kindergeburtstag gestaltet. Unsere Tochter durfte das ganze Obergeschoß in Beschlag nehmen und extra für "ihre" Gäste gaanz wild schmücken.
Ich war mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht sicher, ob sie begriff, was nun bald passiert. Auch sie sollte bevor das große Kofferpacken losging zur Oma um der Hektik und dem für sie unbegreiflichen, dass nun bald alle Zimmer leer geräumt werden, zu entgehen.. Denn die Spielgeräte (sandkasten, Schaukel) hatten wir schon vorher abgebaut und dabei weinte sie sehr.
Wir sind zusammen mit ihr durchs Haus gegangen und haben jedem Raum "tschüß" gesagt sowie auch Teile des Dorfes.
Dann packten wir Eltern tagsüber den Inhalt unseres Hauses zusammen, und abends fuhren wir auch zur Oma um uns auszuruhen.
Auch kam die Schwester meines Mannes samt ihrer 5 jährigen Zwillinge in dieser Zeit zu Besuch zur Oma, sowie seine zwei größeren Kinder. Zur Krönung des ganzen war auch noch Karnevalszeit und sie liiieeebt Karneval und so verbrachte sie wirklich ein paar letzte tolle Tage in D.
Im Nachhinein habe ich aber verstanden, dass nicht der Abschied für die Kleine ausschlaggebend war, sondern das Ankommen bzw. die ersten Wochen in Schweden. Die Tragweite ist für die Kleinen halt noch nicht zu erfassen und es muß sich für sie einfach gut anfühlen was passiert.
Weil wir vorher absehen konnten in Schweden durch die Bauaktion noch viel zu tun zu haben, hatten wir, eigentlich mehr aus organisatorischen Gründen, beschlossen anfangs beide Großelternteile nacheinander in Schweden zu haben. Und das war im Nachhinein gesehen dass beste für die Kleine.
So flog mein Mann mit Oma und Kind nach Schweden, während ich mit dem Hund per Auto nach Schweden fuhr.
Wir wohnten zu Beginn sehr behelfsmäßig in einer kleinen Sommerstuga. Wir hatten die ersten 3 Monate kein „Heim“ eher eine Behausung. Unsere Möbel und das Spielzeug waren eingelagert und wir hatten nur das zur Verfügung, was ich in einem Auto mitbringen konnte, darunter natürlich viel Handwerkszeug und nur eine Notausrüstung Spielzeug.
In den ersten 6 Wochen waren durch die Besuche der Oma´s und des Opa´s immer ein großer Teil der Familie zusammen und half der Kleinen über die ersten Zeiten in Schweden.
Ich bin überzeugt dass dies sehr wichtig und gut für sie war.
Bevor wir unser neues "normales" Leben in Schweden gefunden haben, hatten wir zu Hause unsere kleine Großfamilie, die über Anfangsschwierigkeiten (neue Freunde finden, Beginn des Kiga´s) hinweggeholfen hat.
Denn natürlich gibt es anfangs Enttäuschungen und Ängste für die Kleinen – wie auch für die Großen - und da hat es ihr sehr gut getan, in einer Art zeitweisen Großfamilie wieder aufgefangen zu werden, um wieder mit gestärktem Mut auf die neuen Situationen in Schweden zuzugehen.
Richtig Heimweh hat sie nie gezeigt. Nur ab und zu beschließt sie eine Party zu organisieren und wir sollen lustige Pappteller kaufen und Kuchen backen, um alle ihre alten Freunde einzuladen.
Einige wird sie wieder sehen, wenn Ihre Eltern uns besuchen. Andere wird sie wahrscheinlich irgendwann vergessen.
LG
Heike
Ups

ist ganz schön lang geworden, aber das Thema ist sehr schön und auch so komplex...hoffe es war nicht zu lang.