Kinder und der Abschied

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Sabine

Kinder und der Abschied

Beitragvon Sabine » 18. Juli 2008 00:32

Wie haben Eure Kinder auf den Umzug nach Schweden reagiert?
Wie war der Tag des Abschiedes?Mit einem Fest mit Freunden am Vorabend?Wie war die erste Fahrt in die neue Heimat?
Tausend Fragen,die die neugierige Sabine plagen
8)
Viele Grüße
Sabine

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Dorie
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Re: Kinder und der Abschied

Beitragvon Dorie » 18. Juli 2008 08:16

Oh ja, gutes Thema. Das interessiert mich auch seeeeeehr.
Liebe Grüße
Doreen


Wege entstehen beim gehen. Antonio Machado y Ruiz

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Imrhien
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Re: Kinder und der Abschied

Beitragvon Imrhien » 18. Juli 2008 08:46

Hej, dann fang ich doch gleich mal an und erzähle von meinen Kindern. Beide Kinder hatten Ihren Abschied etwas früher im Kindergarten und der Krippe. Dort wurde einfach in der letzten Woche gemeinsam gefeiert. Bei der Kleinen war das nicht so wild, sie war damals grade mal eineinhalb Jahre. Sie haben Kuchen gegessen und gesungen, war fast so als hätte sie Geburtstag.
Bei meinem Sohn im Kindergarten war es schon anders. Die hatten zuvor schon mit den Kindern über Schweden geredet, Bücher zu dem Thema gelesen und einen Elch angeschaut. Dann gabs am letzten Tag auch Kuchen und eine große Abschiedsfeier. Er bekam seinen Ordner mit den Bildern die er so gemalt hatte und ein kleines Geschenk zum Abschied.
Dann fuhren die Kinder zu den Großeltern. Wir hatten da noch etwa eine Woche, wenn ich das richtig erinnere und wir wollten die Kinder nicht im größten Umzugschaos dabei haben, zumal ja ihre eigenen Sachen verpackt werden sollten. Beide hatten vorher schon geholfen Sachen in Kisten und Koffer zu verstauen, aber es ist ja was anderes, wenn sich die "eigene Welt" plötzlich auflöst. Wir schliefen also alleine, mit einer Freundin auf Matratzen, alles andere war verpackt und die Kinder waren im "Urlaub" bei Oma und Opa. Am eigentlichen Morgen kamen die Kinder mit den Großeltern und Tanten zu uns. Ausserdem kamen ganz viele Freunde und Nachbarn. Wir frühstückten im leeren Haus (da noch ohne die Kinder) und verabschiedeten uns. Die Kinder fanden den Teil ganz dolle spannend. Da wir nicht wussten wie er reagiert, wollten wir erst nicht, dass unser Sohn noch einmal ins Haus kommt, aber er war dann doch drinnen. War ok. Viel hatte er aber nicht gesehen, alles war eh so aufregend. Der LKW fuhr ab und wir hatten noch eine Weile mit allen zum Abschied. Dann machten wir uns auf in die Autos und fuhren los. Da wir sehr aufegeregt und erfreut waren, waren es die Kinder auch. Natürlich fanden sie es komisch, dass alle geweint hatten. Obwohl man sagen muss, alle haben sich ganz schön bemüht. Die Kinder haben ja nicht wirklich realisiert was das bedeutet... denke ich. Sie dachten, das ist einfach ein großes Abenteuer. Ich galube, für sie war wichtiger wie wir zu der Sache stehen. Sie haben sich da schon deutlich an uns orientiert. Solange wir fröhlich und nicht so gestresst waren, ging es ihnen auch gut. Daher war es gut, dass sie in den letzten Tagen im Urlaub waren.
Die Fahrt nach Schweden war dann ganz einfach. Die Kinder waren beide super brav, alles klappte wunderbar. In Kiel stand noch einmal eine kleine Abschiedsdelegation, Freunde aus der Heide kamen um uns noch einmal zu sehen.
Das Schiff war dann natürlich der Knaller für die Kinder. Sie sind auf der Fähre rumgerannt und haben alles erkundet. Als sie endlich schliefen, waren wir fertig :)
Am nächsten Morgen dann nach dem Frühstück endlich schwedischer Boden unter den Rädern. Noch 4 Stunden und dann waren wir da... Da wir das Haus nicht kannten waren wir alle sehr aufgeregt. Die Kinder rannten aber schon gleich los und machten das Haus zu ihrem. :)

So wars bei uns. Irgendwie im Nachhinein recht entspannt. Damals fand ich das nicht :)

Bin gespannt was andere erlebt haben.

Grüße
Wiebke

blueII
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Re: Kinder und der Abschied

Beitragvon blueII » 18. Juli 2008 11:18

Hej


Unsere Tochter war zum Zeitpunkt des Umzuges gerade 4 Jahre alt geworden.
Der Zeitablauf des Umzuges war sehr ähnlich wie bei Wiebke.
Der Kindergarten gab einen schönen Abschied und einen eingetopften Blumensamen als Andenken.
Unsere Abschiedsfeiern haben wir aus organisatorischen Gründen 2 Wochen vor unserem großen Termin gelegt. Einmal die Familie, am nächsten Wochenende mit Freunden und Bekannte. Den Teil der Feier für die Kinder haben wir wie ein Kindergeburtstag gestaltet. Unsere Tochter durfte das ganze Obergeschoß in Beschlag nehmen und extra für "ihre" Gäste gaanz wild schmücken.
Ich war mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht sicher, ob sie begriff, was nun bald passiert. Auch sie sollte bevor das große Kofferpacken losging zur Oma um der Hektik und dem für sie unbegreiflichen, dass nun bald alle Zimmer leer geräumt werden, zu entgehen.. Denn die Spielgeräte (sandkasten, Schaukel) hatten wir schon vorher abgebaut und dabei weinte sie sehr.
Wir sind zusammen mit ihr durchs Haus gegangen und haben jedem Raum "tschüß" gesagt sowie auch Teile des Dorfes.

Dann packten wir Eltern tagsüber den Inhalt unseres Hauses zusammen, und abends fuhren wir auch zur Oma um uns auszuruhen.
Auch kam die Schwester meines Mannes samt ihrer 5 jährigen Zwillinge in dieser Zeit zu Besuch zur Oma, sowie seine zwei größeren Kinder. Zur Krönung des ganzen war auch noch Karnevalszeit und sie liiieeebt Karneval und so verbrachte sie wirklich ein paar letzte tolle Tage in D.

Im Nachhinein habe ich aber verstanden, dass nicht der Abschied für die Kleine ausschlaggebend war, sondern das Ankommen bzw. die ersten Wochen in Schweden. Die Tragweite ist für die Kleinen halt noch nicht zu erfassen und es muß sich für sie einfach gut anfühlen was passiert.

Weil wir vorher absehen konnten in Schweden durch die Bauaktion noch viel zu tun zu haben, hatten wir, eigentlich mehr aus organisatorischen Gründen, beschlossen anfangs beide Großelternteile nacheinander in Schweden zu haben. Und das war im Nachhinein gesehen dass beste für die Kleine.
So flog mein Mann mit Oma und Kind nach Schweden, während ich mit dem Hund per Auto nach Schweden fuhr.
Wir wohnten zu Beginn sehr behelfsmäßig in einer kleinen Sommerstuga. Wir hatten die ersten 3 Monate kein „Heim“ eher eine Behausung. Unsere Möbel und das Spielzeug waren eingelagert und wir hatten nur das zur Verfügung, was ich in einem Auto mitbringen konnte, darunter natürlich viel Handwerkszeug und nur eine Notausrüstung Spielzeug.

In den ersten 6 Wochen waren durch die Besuche der Oma´s und des Opa´s immer ein großer Teil der Familie zusammen und half der Kleinen über die ersten Zeiten in Schweden.
Ich bin überzeugt dass dies sehr wichtig und gut für sie war.
Bevor wir unser neues "normales" Leben in Schweden gefunden haben, hatten wir zu Hause unsere kleine Großfamilie, die über Anfangsschwierigkeiten (neue Freunde finden, Beginn des Kiga´s) hinweggeholfen hat.
Denn natürlich gibt es anfangs Enttäuschungen und Ängste für die Kleinen – wie auch für die Großen - und da hat es ihr sehr gut getan, in einer Art zeitweisen Großfamilie wieder aufgefangen zu werden, um wieder mit gestärktem Mut auf die neuen Situationen in Schweden zuzugehen.

Richtig Heimweh hat sie nie gezeigt. Nur ab und zu beschließt sie eine Party zu organisieren und wir sollen lustige Pappteller kaufen und Kuchen backen, um alle ihre alten Freunde einzuladen.

Einige wird sie wieder sehen, wenn Ihre Eltern uns besuchen. Andere wird sie wahrscheinlich irgendwann vergessen.

LG
Heike

Ups :shock: ist ganz schön lang geworden, aber das Thema ist sehr schön und auch so komplex...hoffe es war nicht zu lang.

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floh
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Re: Kinder und der Abschied

Beitragvon floh » 18. Juli 2008 19:57

Hej,

also unsere sind 11 und 14 - das waren sie auch bei unserem Umzug, denn der war ja erst vor knapp 14 Tagen...

Beim großen war es kein so großes Drama, er hat am Vortag für den letzten Schultag Kaneelbullar selbstgebacken und diese mit in die Schule gebracht. Ein bischen wirds wohl wie Geburtstagsfeier gewesen sein. Die Jungs haben sich mit Händedruck verabschiedet, noch Emailadressen ausgetauscht, falls sie die nicht eh schon hatten - das wars.

Bei der kleinen war das schon viel schlimmer, sie hatte auch Kuchen mitgebracht, aber die Klassenkameraden hatten teilweise selbst auch etwas für den Abschied vorbereitet, Briefe, Geschenke, Blumen und dann wurden nach der Schule noch Klassenfotos gemacht - das habe ich dann mitbekommen, da ich da war um die Kinder mit Ihren Blechen und Schüsseln abzuholen. Das war ein ganz großes Drama mit Geheule, alle Mädchen waren am Heulen, teilweise auch die Jungs, alle wurden x Mal umarmt. Das hat noch ein paar Stunden gedauert bis sie sich wieder halbwegs gefangen hatte - zumal sie ja die ganzen Erinnerungsstücke und so mit nach Haus genommen hatte.

Die eigentliche Abfahrt nach Schweden war unspektakulär. Die Kinder sind mit den Großeltern vorgefahren und hatten in S schon ein wenig Urlaub, während für uns der große Umzugsstress erst richtig losging.

So richtig angekommen sind wir immer noch nicht, d.h. es sind noch nicht alle Kisten ausgepackt, Möbel und Lampen gekauft oder aufgehängt/aufgestellt geschweige denn alle Behördengänge erledigt. Die Kinder sind aber wohl doch schon geistig angekommen, die Zimmer bei den zweien schon so halbwegs annehmbar aus, Internet läuft und somit auch der Kontakt zu den Deutschen Freunden, gar kein Problem. Ein Nachbarskind kennen sie auch schon...

Ich fürchte, schwierig wird es noch einmal wenn die Schule losgeht und sie einfach nicht genug verstehen um sich zu verständigen - aber da müssen wir alle durch.
So ein bischen Schwedisch was sie bisher immer nur während des Urlaubs gebraucht haben, ist halt nicht vergleichbar mit dem Vokabular, was sie in der Schule benötigen werden...

kepe34

Re: Kinder und der Abschied

Beitragvon kepe34 » 25. Juli 2008 19:01

Hej,

meine Töchter waren 14 und 10 als wir nach Schweden umgezogen sind. Meine Kinder waren vorher noch nie hier, also war es eine recht anstrengende Angelegenheit für sie. Die Schulaufnahme hatte ich vorher geregelt, so dass wir 2 Tage nach Ankunft ein Gespräch hatten. Beide Klassenlehrer sprachen deutsch, deshalb waren meine Töchter im Unterricht nie ausgegrenzt. Ausserdem bekamen sie von Anfang an Schwedischunterricht und konnten sich relativ schnell verständigen. Heute, nach 2 Jahren, ist das kein Problem mehr. Aber der Kulturunterschied zwischen Deutschen und Schweden ist grösser als man glaubt....


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