Kinder, die es nicht schaffen

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Bienenbär

Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Bienenbär » 13. Juni 2008 09:59

Hallo!

Die Erfahrung mit der Sympathie und Spätzünder kann ich teilen.Und zwar ist unser zweitältester letzten Sommer eingeschult worden.Ende Oktober war es dann soweit das er nicht mal mehr zur Schule wollte und ich jeden morgen ein in Tränen aufgelöstes Kind hatte.Seine Klassenlehrerin hat ihn jeden morgen bloßgestellt und ihm mitunter vor versammelter Klasse gesagt er könne ja sowieso nichts.Unter die Hausaufgaben hat sie Tränengesichter gemalt ,weil die Buchstaben nicht perfekt waren .Er wurde immer trauriger und wollte nicht mehr lernen. Die Lehrerin war davon überzeugt,er müsse die erste Klasse wiederholen.Im November dann ,hat sie ihn so erniedrigt das wir ihn sofort umgeschult haben.Die Schulleiterin hat auch sofort zugestimmt. In der neuen Schule sind die Lehrer von Anfang an sehr freundlich mit ihm umgegangen und siehe da-er ist richtig gut in Deutsch geworden,kann gut lesen und schreiben und von "Sitzenbleiben" keine Rede mehr. Ich bin richtig erleichtert ,denn es war schon eine traurige Zeit.
Ich bin auch der Meinung ,das sehr viel an der Sympathie liegt,das wollte ich gerne mal los werden.

Gruß,Tanja :smt006

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Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon HeikeBlekinge » 13. Juni 2008 10:13

Schrecklich! Ich kann das nachempfinden. :cry:
Aufgrund ähnlicher Erfahrungen sind wir nach Schweden gegangen.
www.lilla-koksgarden.se


>Wer wenig weiß redet viel, wer Wissen hat wird neugierig, wer viel Wissen hat schweigt<

Bienenbär

Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Bienenbär » 13. Juni 2008 10:31

Hallo! :D

Wir denken sehr oft darüber nach ,ob es nicht besser für die Kinder ist, nach Schweden auszuwandern.

Gruß,Tanja

Nanna
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Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Nanna » 14. Juni 2008 12:09

belanna hat geschrieben: Habe ja schließlich auch keinerlei Freundschaften hier schließen können und wer im Glashaus sitzt...
Bel


Mit bald 13 Jahren Erfahrung hier möchte ich Dir ein bisschen Mut machen :)
Wir haben auch nicht direkt neue beste Freunde hier gefunden, es hat schon ein bisschen gedauert. Nette Bekannte ging schneller, aber richtig gute Freunde hat schon gedauert. Man muss auch selber auf die Leute zugehen, sie einladen usw. Wahre Freundschaften brauchen ihre Zeit, hier genauso wie in Deutschland. Dort haben wir übrigens 3 Jahre in einem kleinen Dorf gewohnt und sind in all der Zeit keinem näher gekommen, nicht mal den direkten Nachbarn. Dort war das Verhalten genauso zurückhaltend wie hier :) . Wobei wir hier schon beim Anschauen des Hauses das wir kaufen wollten vom Nachbarn das Angebot bekamen, seinen Rasenmäher zu leihen falls wir den bräuchten :). Soviel Entgegenkommen hatten wir in Deutschland nicht einmal ;)
Zu Eurer Tochter. Vielleicht hat sie ja die ein oder andere aus der Klasse oder vom Reiten, die sie nett findet und die ihr jetzt in den Ferien mal einladen könntet? Wenn man zu zweit ist, ist es ja immer leichter, sich zu verstehen und miteinander zu reden. Besorgt einen schwedischen Film, Popcorn und gebt eine kleine Pyjamaparty mit nur einem Gast ;)
So haben die beiden garantiert einen netten Abend/Nachmittag und falls ihnen der Gesprächsstoff ausgeht, haben sie einen Film über den sie sich unterhalten können. Den kan man ja auch in Petto haben für Notfälle, ohne ihn gleich anzumachen. Oder lass die beiden was leckeres backen, gib ihnen sturmfreie Küche ;). Es gibt ja viele Leckereien, die Teenies auch begeistern können.
Das mal als Vorschlag. :) Falls Du Tips brauchst, was schwedische Filme für das Alter angeht, helfe ich Dir gerne. Wir haben Freunde mit Teenagerkindern ;)

Das mit der Schule gibt sich mit der Zeit denke ich. Aber ihr solltet drauf achten, dass sie wirklich die Hilfe bekommt, die sie braucht. Und die braucht sie ab nächstem Schuljahr, nicht erst in 2 Jahren. Egal ob sich die Schule auskennt damit oder nicht und ob sie noch mehr ausländsiche Schüler hat.
Hier ist ein interessanter Artikel zum Thema, und auf der Seite gibt es auch mehr Infos darüber, welche Rechte Ihr habt: http://www.skolverket.se/sb/d/2134/a/12 ... A6BEC714E5

Falls Du sprachliche Unklarheiten hast, helfe ich Dir gerne. :)


Gruss
Nanna

Aurora

Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Aurora » 14. Juni 2008 13:02

Hey Nanna,
finde deine Tipps Klasse an Bel. Diese machen ihr bestimmt Mut. Einfach und praktisch.

Aurora

Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Aurora » 14. Juni 2008 13:27

janaquinn hat geschrieben:Hej Belanna,
ich kann, aus eigner Erfahrung, sagen: Es gibt einfach auch "Spätzünder" oder Schüler, die aus Sympathie lernen. Ich war beides, sowohl ein Spätzünder, wie alle meine Geschwister, und eine Schülerin, die aus Sympathie zu den Lehrern gelernt hat. Stimmte das Verhältniss, dann machte es schneller "Klick", als bei anderen Lehrern.
LG JANA

So habe ich das auch erlebt.
Und das ist heute auch noch so! Ich habe auch erst in der 5. Klasse gemerkt,nachdem ich eine neue Lehrerin bekam, dass "Schule" ´was Tolles ist. In Ch, Bio und Ph habe ich für meine Lehrer aus Liebe gelernt, in D und Ru vor Angst vor der Lehrerin. Aber es machte endlich auch "Klick" bei mir und es war zum Glück noch nicht zu spät. Mit meiner Unterstufenlehrerin kam ich überhaupt nicht aus, habe solche Augen :shock: bekommen, als ich hörte, sie ist meine Mentorin im Praktikum. Nach den knapp 10 Jahren näherten wir uns aber an. Und ich erfuhr, dass sie die gleichen Ängste hatte, mich als Praktikantin, nehmen zu müssen. Wir kamen gut aus. Nur unseren jungen Sportlehrer habe ich nie für voll genommen.

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Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Faxälva » 14. Juni 2008 13:30

..hier ist mal ein interessanter Artikel...
http://www.alltombarn.se/du_och_barnet/ ... ar-1.12275
:smt006
Hälsningar från Faxälva

Tyck inte illa om att bli gammal, var glad att du fått chansen.

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Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon belanna » 14. Juni 2008 16:42

Vielen Dank für die lieben Ratschläge. Ich bin vielleicht etwas vernagelt, denn ich KANN einfach nicht glauben, dass Iri glücklich ist. Sie wirkt entspannt und kommt oft lachend aus der Schule, aber diese Kontaktarmut macht mich traurig. Sie hat noch nie-auch in d nicht- viele Freunde gehabt, aber diejenigen, die sie hat(te) , traf sie hin und wieder. Und da spielte die Entfernung auch keine Rolle. Hier scheinen ihr die Schulzeiten für soziale Belange zu genügen. Ich glaube, dass es ihr ganz einfach zu anstrengend ist, auch noch am Nachmittag in einer fremden Sprache zu kommunizieren. Und das kann ich gut verstehen. Bei mir fallen auch irgendwann die Schotten und es kommt nix mehr an von dem, was mein Gegenüber brabbelt.Und da gibt Iri sich geschlagen und verkündet, mit dem zufrieden zu sein, was sie hat. Klingt ja schön- aber !!!
Was Gutes will ich aber auch mal vermerken, damit ihr nicht denkt, dass ich dieses nicht mehr wahrnehme: Iri hat sich sehr verändert; sie ist selbstbewusster geworden und wortgewandter. Sie wirkt immer noch zu jung für ihr Alter, aber längst nicht mehr so zurückgeblieben. Sagen wir, wie 11, fast 12. Bis vor einem halben Jahr hätte ich gesagt, 10,grade so...
Bel
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Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Nanna » 14. Juni 2008 16:58

Aber warum nicht? Warum kann man nicht damit zufrieden sein? Aus dem, was Du sonst so geschrieben hast, hatte ich gedacht, dass sie selber unglücklich wirkt. Wenn sie es nicht ist, dann ist das doch die absolute Hauptsache oder nicht?

Kinder sind unterschiedlich und man muss nicht tagtäglich immer mit anderen Kindern spielen. Der Link, den Faxälva hier reingelegt hatte, war da sehr gut.

Dass sie nachmittags einfach erschlagen ist vom schwedisch reden kann ich nachvollziehen. Reiner war auch froh, nach 8 Stunden Arbeit zu Hause wieder deutsch reden zu können und sich dann nicht mehr so anstrengen müssen.

Jetzt sind ja aber Ferien und etwas Kontakt würde ich ermutigen, damit das was sie gelernt hat, nicht verloren geht.

Aurora

Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Aurora » 14. Juni 2008 17:13

Na, das ist doch toll zu hören. Freue mich. Nun könnte man mal wieder sagen, kommt Zeit, kommt Rat.Aber bleib am Ball.
PS. Als in England war und ich es einfach"satt" hatte, einfach nicht mehr die Kraft hatte, die Fremdsprache zu sprechen, habe ich dann auch immer gesagt:" Ich bin müde, muss ins Bett". Gestern hatten wir liebe Engländer zu Besuch, die auch Deutsch sprechen.Ich hätte eine tolle Möglichkeit gehabt, mein Englisch aufzubessern, aber ich war einfach zu geschafft und irgendwie sehr angechlagen nach einer Arbeitswoche und ich habe es nicht genutzt, ärgert mich heute. Habe nur aus ihren, in Englisch geführeten Gesprächen, einige Redensarten für mich entnommen.


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