Kinder, die es nicht schaffen

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Aurora

Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Aurora » 11. Juni 2008 19:25

Berta hat geschrieben:Anzustreben ist doch immer die Entfaltung der eigenen Kräfte - das ist Bildung - und m.E. soll das nicht quälend sondern individuell angemessen sein. Letztendlich sind alle gymnasialen Programme, auch das IV, dafür da, sich entsprechend seiner eigenen Fähigkeiten und Interessen zu bilden - und daher ist es auch nicht grundsätzlich verwerflich, den einen oder den anderen Weg auszuwählen.


So sehe ich das auch. Wichtig ist das Kind und wie es sich fühlt. Wenn ich es nur überfordere, leidet es. Jedes Kind braucht Erfolgserlebnisse, um glücklich zu sein und sein Selbstwertgefühl zu behalten. Wir doch eigentlich auch!? Lob und Anerkennung bringen doch viel mehr als Unzufriedenheit und ständiges Drangsalieren. Es muss doch nicht jeder studieren. Kenne viele Schüler, die das Leben als Praktiker besser gestalten als Studierte. Es kann doch wohl kein Makel sein, "nur" Arbeiter zu sein! Versuche immer, das "Beste" herauszuholen, aber niemals mit Gewalt erzwingen. Richtig ist natürlich, sich kundig zu machen, welche Möglichkeiten es gibt.

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Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon HeikeBlekinge » 11. Juni 2008 19:41

Stimmt absolut, Gudrun!
Weißt Du was daran schwierig ist? Das Eltern zwar ständig diesem Bedürfnis von Lob und Anerkennung nachkommen können und das Kind trotzdem aufgrund der äußeren Umstände Stress bekommen kann. Man darf meiner Meinung nach heutzutage nicht den Druck von aussen - also der Umwelt - vergessen, welche an die Kinder herangetragen wird. Sei es über Klassenkameraden, Lehrer, nicht zu vergessen den Medien...
Mich als Mutter erschreckt diese Kraft oft aufs heftigste! Denn um da "gegenzulenken" , bedarf es sehr viel Kraft!

Nein absolut nicht!
Schrecklich, wenn es keine "Arbeiter" mehr gäbe ;-)


LG
Heike
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Aurora

Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Aurora » 11. Juni 2008 20:25

HeikeBlekinge hat geschrieben: Man darf meiner Meinung nach heutzutage nicht den Druck von aussen - also der Umwelt - vergessen, welche an die Kinder herangetragen wird. Sei es über Klassenkameraden, Lehrer, nicht zu vergessen den Medien...

Da muss ich dir völlig Recht geben. Das ist schon alles belastend genug.Ja, leider muss ich zugeben, dass es sogar Lehrer gibt, die diese Schüler fertig machen und sie nicht da abholen, wo sie stehen und loben bei jedem Zuwachs.Man könnte sagen, sind auch nur Menschen, aber in diesem Fall würde ich sagen, sie haben den Beruf verfehlt, leider. :(

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Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon sinlalu » 11. Juni 2008 20:35

belanna hat geschrieben: Aber ich muss wohl ganz still sein. Habe ja schließlich auch keinerlei Freundschaften hier schließen können und wer im Glashaus sitzt...
Bel


Hej Bel,

was ist denn das? das klingt ganz so, als ob Du auch nicht wirklich zufrieden wärest. Gib euch allen etwas Zeit. Echte Freunddschaft dauert lange - und: Schweden sind so...

Trotzdem: Kopf nicht in den Sand: Du machst das richtig! Infos sind der halbe Weg: Und (wer war das?) überraschen kann Dich Deine Tochter iommer noch!

Ich wünsch Euch Glück...

Liebe Grüße Silke
Eine Umarmung ist ein großartiges Geschenk - passend für jede Größe...

Aurora

Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Aurora » 11. Juni 2008 21:01

[quote="sinlalu]
Gib euch allen etwas Zeit. Echte Freunddschaft dauert lange [/quote]
Sehe ich auch so. Wenn du viele Berichte über "Schwedenfreundschaften" gelesen hast,wirst du sehen, dass du mit diesem "Problem" nicht allein stehst. Es wird wirklich nicht deine Schuld sein, wenn du noch keine engeren Kontakte knüpfen konntest. Das ist die Mentalität der Schweden, der "nordischen" Bevölkerung, auch in Mecklenburg, wo ich her stamme, geht man mit engen Kontakten nicht so "freizügig" wie hier im Berliner Raum um.
Also nimm es bitte nicht so tragisch und sei optimistisch. Es wird schon alles gut.

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Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon belanna » 12. Juni 2008 14:36

Ja, letzteres ist ein Thema für sich. Iri kommt wohl ein wenig mehr nach mir und Mario, wir haben nie leicht Anschluss gefunden. Die Große, Trini, die wieder in D ist, kommt bloß in einen Raum oder wohin auch immer, und hat schon Kontakt. Es ist mir aufgefallen, dass es in D auch regional große Unterschiede in Sachen Kontaktfreude gibt.
Um nochmal auf Iri zurückzukommen: Sie interessiert (eigentlich glatt untertrieben, sie liiiebt sie) sich für Kühe, vielleicht wird´s was in Richtung Landwirtschaft. Immerhin ist dies in S kein aussterbender Wirtschaftszweig, in D erscheint die Sache ja etwas schwierig. So wird es in den Medien jedenfalls dargestellt, muss ja nicht stimmen...
Bel
Für fehler in Der groß-Und kleinschreibung Ist ganz allein meine heimtückische tastatur Verantwortlich! ich Geb´s auf!

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Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Daria » 12. Juni 2008 18:56

Für Kinder und werdende Jugendliche in Schweden, die Tiere und die Natur lieben, gibt es ja in Schweden verschiedene "lantbruksgymnasier", da sind sie mit Pferden, Kühen und anderen Tieren zusammen und machen genau das, was sie am liebsten haben. Zuzüglich der üblichen Schulfächer. Alles ziemlich frei und offen. Vielleicht wäre das eine Idee?

Und weiterführende Hochschulen gibt es dann in diesem Bereich auch, guck mal hier

http://www.lantbruksnet.se/lantbruksnet ... hp?aid=457

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Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon HeikeBlekinge » 12. Juni 2008 19:36

jaaah - da hat die Daria Recht!

So eine Schule gibt es z.B. bei uns im Ort....
Ich sach ja immer ihr sollt umziehen ;-)
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Aurora

Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Aurora » 12. Juni 2008 20:34

HeikeBlekinge hat geschrieben:Ich sach ja immer ihr sollt umziehen ;-)

Klingt so richtig "Berlinerisch", :o :) Ich gebe dir Recht.Deine Unterstützung ist dann gewährt. Vertraue Heike darin.

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Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon janaquinn » 13. Juni 2008 08:06

Hej Belanna,
ich kann, aus eigner Erfahrung, sagen: Es gibt einfach auch "Spätzünder" oder Schüler, die aus Sympathie lernen. Ich war beides, sowohl ein Spätzünder, wie alle meine Geschwister, und eine Schülerin, die aus Sympathie zu den Lehrern gelernt hat. Stimmte das Verhältniss, dann machte es schneller "Klick", als bei anderen Lehrern. Auch gab es Fächer, die mir einfach lagen und vor anderen, im speziellen Mathe, stehe ich bis heute, wie der berühmte Ochse vor dem ebenso berühmten Tor. In Deutsch und Geschichte war ich immer eine Einser-Schülerin.
In die Schule selber bin ich nie gerne gegangen, um nicht zu sagen, dass ich die Schule gehasst habe.

Jetzt habe ich 2 Schulabschlüsse und eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Isi ist in der 6. Klasse, ist im letzten Jahr erst in ein neues Land gezogen und wurde mit einer neuen Sprache konfrontiert. Dazu kommt dass die Grosse Schwester nach D. zurückgegangen ist...ich denke, es ist alles ein wenig viel für sie. Lass ihr Zeit...auch wenn du dir, verständlicherweise, Sorgen machst. Ich denke, der Knoten wird platzen, vielleicht nicht heute oder morgen, aber übermorgen.

LG JANA
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk


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