Kinder, die es nicht schaffen

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Zschirli

Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Zschirli » 7. Juni 2008 20:12

Eure Antworten sind alle gut und richtig.
Ich glaube aber, dass das nicht das ist, was bel interessiert. Ich glaube, sie wollte wissen (und ich auch) - ganz formal und wertfrei - wie es fuer Kinder weitergeht, die NICHT studieren wollen oder können. Wie sieht fuer diese Kinder der weitere (Schul)weg aus??? Ohne zu sagen oder meinen, dass das jetzt schlechter wäre.

Also: weiss das jemand von euch???

LG Nicole

Sabine

Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Sabine » 7. Juni 2008 21:44

Stimmt auch wieder.
Ich da jemanden,der Bescheid weiß.
Werde einmal nachfragen!
Grüße
Sabine

Aurora

Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Aurora » 7. Juni 2008 22:45

[quote="Sabine
Ich da jemanden,der Bescheid weiß./quote]
Süß. Kenne aber deine hohe Intelligenz!
Hier würde man solch ein Kind auf die Förderschule geben, oder aber in der Grundschule weiter behalten und nach dem Rahmenplan der Förderschule unterrichten. Aber ich habe leider keine Ahnung wie das schwedische Schulsystem hier reagiert.

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Imrhien
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Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Imrhien » 8. Juni 2008 13:48

Hej Bel,
frage mal bei der Kommune nach. Oder der Schule, vermutlich beides. Hier im Västmanland, und ich kann nur davon reden, gibt es zum normalen SFI den ja alle machen dürfen eine begleitende Hilfe für Schüler. Hier organisiert das das Zentrum für Zweisprachigkeit. Aber das muss nicht überall gleich heissen :)
Jedenfalls ist es so, dass die spezielle Nachhilfe organisieren, die die Schulen anfordern. Dabei geht es darum, dass der Schüler den Stoff den er in der Schule, aufgrund von Sprachschwierigkeiten, nicht verstanden hatte, wiederholen kann.
Ausserdem gibt es Intensivkurse für die Sprache. Ich weiss ja nicht was Euch schon angeboten wurde und was Deine Tochter schon gemacht hat. Aber sollte es sowas bei Euch auch geben, dann könnte ihr das doch helfen? Sie würde zum Einen den Stoff doppelt lernen, auf schwedisch und auch deutsch, zum Anderen würde ihr das bei der Sprache helfen. Bezalt wird das vermutlich, so wie der Muttersprachenunterricht von der Schule. Von daher kann es natürlich sein, dass das nicht jede Schule sofort freiwillig anbietet. Oder vielleicht wissen einfach auch nicht alle, dass es das gibt. Wenn das nicht nur hier so ist... was mich aber wundern würde.
Studiehandledning heisst das, glaube ich. Frag doch einfach mal nach, vielleicht hilft es.

Viel Erfolg
Und ja, ich denke Nicole hat recht. Natürlich muss man sich nicht zu früh verrückt machen. Aber auf der anderen Seite, ist es nicht die Aufgabe von Eltern sich Gedanken über die Zukunft ihrer Kinder zu machen??? Wenn sie sich keine machen wirft man ihnen vor, dass sie fahrlässig sind und womöglich unvorbereitet auswandern oder was auch immer. Wenn sie es tun, neigt man schnell dazu, zu sagen, dass sie sich nicht verrückt machen sollen, es ist ja noch früh. Stimmt oft. Und mir geht es auch oft so, dass ich das denke. Aber es ist doch sooo verständlich und legitim. Ausserdem heisst fragen noch nicht handeln. Vielleicht ist es einfach gut eine Idee im Hinterkopf zu haben, für den Fall, dass es irgendwann mal soweit ist. Und wenn nicht, dann hat man halt ein paar graue Zellen umsonst bemüht, was eigentlich nie schadet :)

Liebe Grüße
Wiebke

Wiebke

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Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Nanna » 9. Juni 2008 08:16

@ belanna

Kriegt Deine Tochter Unterricht in Svenska 2/som andra språk? Sonst irgendwelche Hilfe? Kommt sie nicht mit, hat sie ein Anrecht darauf, Hilfe von der Schule zu bekommen. Der Unterricht in Svenska2 erleichtert den Einstieg in die Sprache.

Sollte sie nach der neunten nicht studieren wollen, so sind z.B. Lehrlingsausbildungen auf dem Weg. Ähnlich wie in Deutschland wird das laufen, an einigen Stellen läuft es auch schon an. Die Möglichkeit gibt es dann z.B. späterhin. Ausserdem gibt es das individuelle Program am Gymnasium, von dem schon andere geschrieben haben. Das ist auch eine Lösung, falls es nötig wird.

Grundsätzlich denke ich aber, dass man JETZT einsetzen sollte, um zu schauen, dass sie gute Voraussetzungen mit auf den Weg bekommt. In 3 Jahren ist der Zug weitgehend abgelaufen.
Bist Du sicher, dass sie so schecht schwedisch spricht, wie Du meinst? Hat sie nach der Schule viel Kontakt zu schwedischsprachigen Kindern? Macht vielleicht Aktivitäten, wo sie andere trifft? Sowas wäre ja ganz wichtig für die Sprache, da lernt es sich nebenbei. Schaut Ihr schwedisches Fernsehen? Da lernt man auch viel, auch wenn es viel Englisch mit Text ist, aber auch vom Text lernt man. Wir hatten die ersten 3 Jahre aus dem Grund kein deutsches Fernsehen, um wirklich gut schwedisch zu lernen (oder mein Göttergatte eigentlich :D ). Alles, was irgendwie auf schwedisch abläuft, sollte ermuntert werden ;)
Was sagen denn die Lehrer beim Entwicklungsgespräch? Wie schätzen die denn ihre Sprache ein? Ihr seid jetzt wie lange hier? Seit letztem Herbst? Das ist ja noch nicht so lange, da wird sich sicherlich noch was tun. Und das sie die "nationella provet" geschafft hat, ist schon eine Leistung, nach so kurzer Zeit :)
Vermutet Ihr eine Lernschwäche bei ihr? Dann solltet Ihr dafür sorgen, dass sie eine Diagnose bekommt, damit ihr entsprechende Hilfe bekommen könnt.
Seid Ihr der Meinung, dass sie "nur" durch die Sprache Probleme hat, dann müsst ihr sie halt unterstützen so gut es geht, vor allem dafür sorgen, dass sie jetzt in den Ferien nicht an Sprache verliert, weil sie z.B. in Deutschland ist oder nur mit Euch zusammen und deutsch spricht. Die Ferien sind ja recht lang und da kann man schon was verlernen. Gut wäre ja auch wenn sie z.B. so eine Ferienfreizeit mitmachen könnte. Solche werden ja von Zeit zu Zeit angeboten, sowohl von der Kommune als auch von Vereinen usw.

So, das waren jetzt meine Gedanken, ich hoffe es löst sich alles :)
Aber es ist was dran am alten Spruch "Kleine Kínder - kleine Sorgen, Grosse Kinder - grosse Sorgen" :)

Gruss
Nanna

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Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Skogstroll » 9. Juni 2008 11:45

Das mit dem Studieren ist so eine Sache. Klar muss man nicht, aber es hat natürlich eine enorme Auswirkung auf das ganze spätere Leben. Meine Schwedischlehrerin hatte da so einen Spruch, den ich gern zitiere: "Man kann euch alles nehmen: Euer Geld, euer Haus, euer Auto, sogar eure Familie. Nur eins nicht: Eure Ausbildung."

Wie schon öfter besprochen, haben es ältere Kinder oft sehr schwer mit der Sprache. Damit einher gehen Probleme mit dem sozialen Umfeld, was wiederum das Sprachelernen nicht leichter macht.
Und natürlich muss man sich fragen: Hätte sie studiert, wenn sie in Deutschland geblieben wäre, liegt es also nur an der Sprache? Muss man diese Frage mit "ja" beantworten, dann ist das natürlich nicht so gut.

Aber auch wenn man nicht studieren will, ist das Gymnasium natürlich fast ein Muss, und da ist ein individuelles Programm nicht unbedingt der beste Start ins Leben.
Ich denke auch, dass Ihr jetzt etwas tun solltet, und "etwas" ist wahrscheinlich gezielte Sprachförderung. Eignetlich sind die meisten Schulen offen für sowas, individuelle Förderung gehört eigentlich zu den (wenigen) starken Seiten der schwedischen Schule. Redet mit den Lehrern, wenn nötig mit dem Rektor. Versucht, das individuelle Programm zu vermeiden. Jeder potentielle Arbeitgeber weiss natürlich, was es damit auf sich hat und kaum einer wird erst lange nach den Gründen dafür fragen, und das verbessert die Jobaussichten nicht direkt.

Lycka till!

Skogstroll

Storstadstjejen

Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Storstadstjejen » 9. Juni 2008 19:25

Mensch Belanna, nu hör doch einmal auf. Ich verstehe, dass Du Dir Sorgen machst, aber trau doch Deiner Tochter ein klein wenig mehr zu! Es ist nicht SCHON die 6te Klasse, sondern ERST die 6-te Klasse, soweit ich das im Kopf habe, seid ihr auch nicht SCHON ein Jahr hier, sondern ERST ein Jahr. Lass ihr ein wenig Zeit, sie wird die Sprache schon noch lernen, vertrau in ihre Fähigkeiten und Du wirst sehen, dass es bald Klick macht. Vielleicht nicht morgen und auch nciht in einer Woche, aber wer weiss, was in einem Monat ist. und unterschätze nicht, wie sehr sie Dein Vertrauen braucht! Natürlich wird sie es schaffen, Schwedisch zu lernen, vielleicht wird sie sich gegen die Uni entscheiden, hoffentlich aber für ihren Traumberuf. Hab ein bisschen Geduld und Vertrauen!

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Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Fanny » 9. Juni 2008 19:39

Das bringt es auf den Punkt. Genau das, was du geschrieben hast Storstadstjejen.
Vertrauen ist ein ganz wichtiger Faktor.
Du musst ihr zeigen, dass du an sie glaubst, das ist unbedingt nötig.
Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt. (Albert Schweizer)

Aurora

Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon Aurora » 9. Juni 2008 22:21

Storstadstjejen hat geschrieben:Mensch Belanna, nu hör doch einmal auf. Ich verstehe, dass Du Dir Sorgen machst, aber trau doch Deiner Tochter ein klein wenig mehr zu! Es ist nicht SCHON die 6te Klasse, sondern ERST die 6-te Klasse, soweit ich das im Kopf habe, seid ihr auch nicht SCHON ein Jahr hier, sondern ERST ein Jahr. Lass ihr ein wenig Zeit, sie wird die Sprache schon noch lernen, vertrau in ihre Fähigkeiten und Du wirst sehen, dass es bald Klick macht. Vielleicht nicht morgen und auch nciht in einer Woche, aber wer weiss, was in einem Monat ist. und unterschätze nicht, wie sehr sie Dein Vertrauen braucht! Natürlich wird sie es schaffen, Schwedisch zu lernen, vielleicht wird sie sich gegen die Uni entscheiden, hoffentlich aber für ihren Traumberuf. Hab ein bisschen Geduld und Vertrauen!

Dem kann ich nur zustimmen.Hatte Kroaten, Russen Polen, Afrikaner schon in meiner Klasse. Jeder brauchte andere Zeiten, die deutsche Sprache zu erlernen. Auch die Kinder der jeweiligen Familien haben unterschiedliche Fortschritte gemacht. Ein Jahr sagt da noch gar nichts aus. Mach dir keine Sorgen. Das wird schon. Habe erlebt, wenn ich meine "alten" Schüler zu einem privaten Kontakt zu den "Neulingen" überzeugen konnte, nahm die Sprachfähigkeit extrem zu.
Sei guter Hoffnung, nicht jeder Schüler spricht schon nach einem halben Jahr, fast perpekt, die deutsche Sprache.Allerdings habe ich die auch erleben dürfen. Aber ein größerer Bruder von einem dieser hat heute noch Probleme , sich zu integrieren.
Lass`den Kopf nicht hängen.Es muss ja auch nicht jeder studieren. Die Persönlichkeit ist entscheident.

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Re: Kinder, die es nicht schaffen

Beitragvon sinlalu » 10. Juni 2008 09:45

Hej Belanna,

ich kann Dich sehr gut verstehen. Gib nicht auf. Es gibt sicher auch in Deiner Gegend spezielle Förderprogramme. Noch habt Ihr Zeit und ich wünsche Euch, dass der Knoten bald platzt!

@Storstadstjejen: Im Wesentlichen gebe ich Dir recht. Aber ich kann die Sorgen von Belanna sehr gut verstehen. Wenn man merkt, dass es bei seinem Kind "nicht richtig rund" läuft, dann will man einfach wissen, welche Wege es gibt und wie sehen Alternativen aus. So habe ich die Frage verstanden.

@Fanny: Du hast auch recht. Vertrauen in sein Kind sollte man immer haben. Aber ich finde, es schadet auch nicht, vorbereitet zu sein.

Liebe Grüße Silke
Eine Umarmung ist ein großartiges Geschenk - passend für jede Größe...


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