Kein Hausunterricht für jüdisch-orthodoxe Schüler

Hier diskutieren wir Nachrichten, News, Nyheter aus und über Schweden. Alles was neu & interessant ist! Von TT, DagensNyheter, Expressen u.a.
Link zum Portal: http://www.schwedentor.de/land-leute/ak ... achrichten
Fhre Schweden: Mit Stena Line nach Skandinavien: Sassnitz-Trelleborg

Petergillarsverige
Schweden Guru
Schweden Guru
Beiträge: 1285
Registriert: 4. Oktober 2011 16:15
Schwedisch-Kenntnisse: Grundkenntnisse
Lebensmittelpunkt: Deutschland

Re: Kein Hausunterricht für jüdisch-orthodoxe Schüler

Beitragvon Petergillarsverige » 5. Juli 2013 13:57

Ich habe mal einen Jungen im Zeltlager gehabt, der völlig daneben war. Sobald etwas anders war, stürzte dem sein Hauptprogramm ab.
Am Ende des Zeltlagers hat der Chef mit der Mutter gesprochen und sie gebeten den Jungen mal zu testen. Und siehe da, er hatte einen IQ von 130 nochwas. Die hat ihn dann auf eine Schule für Hochbegabte gesteckt. Seitdem funzt das prima. Ich hab ihn vor Zeiten mal wieder getroffen, jetzt ist er wirklich ausgeglichen.
Du darfst solche Kinder nicht an eine Regelschule unterrichten, die Kinder kommen da nicht klar. Erst wenn sie weit überdurchschnittlich gefordert werden, fühlen die sich erst genommen.
Einer meiner Söhne war auf einer Schule für Hörbehinderte. Wir haben ihn lange an der Regelschule unterrichten lassen. Aber später war es besser ihn an dieser Schule zu unterrichten. Die Klassen sind deutlich kleiner und die Lehrer wissen wie man mit hörbehinderten Schülern umgeht.
Deshalb braucht man Schulen in freier Trägerschaft, die eben Bereiche abdecken die staatliche Schulen nicht leisten können.
Inzwischen hab ich den Eindruck, in Schweden wird unter Freischule was anderes verstanden als hier. Viele Schulen in freier Trägerschaft haben überdurchschnittlich gute Schüler.
Es gibt sicher Eltern die besonders begabte Kinder "züchten" wollen. Das ist übel. Aber es gibt eben auch Kinder die hochbegabt sind. Die muss man fördern. Die muss es auch in Schweden geben?!
Was macht ihr denn mit Kindern die mit 4 Jahren lesen können und mit 10 die Formeln in Physik aus den 4 Maxwell Gleichungen herleiten?
Schweden ist nicht nur ein schönes Land - das ist ein Virus!

Benutzeravatar
Auswanderer
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 603
Registriert: 16. Oktober 2006 21:59

Re: Kein Hausunterricht für jüdisch-orthodoxe Schüler

Beitragvon Auswanderer » 5. Juli 2013 14:53

Petergillarsverige hat geschrieben:
Ich hab mal an einer Freischule unterrichtet. Das war eine Schule für die intelligentesten Kinder von Deutschland. Ein Gymnasium bei der die Schüler in der Regel 2 Klassen übersprungen haben. Sie lernten 4 Frendsprachen. Unterricht von Montag bis Samstag, bei verkürzten Ferien. Die konnten mit 14 Jahren die komplexesten technischen Mechanismen begreifen, LHC z.B., über Kant, Kritik der reinen Vernunft, diskutieren und nebenbei Sport treiben.
Solche Kinder musst du in einer Freischule (Schule in freier Trägerschaft) unterrichten und in einem Internat zusammen fassen, damit sie überhaupt noch ebenbürtige Gesprächspartner hatten.
Das ist eine Parallelgesellschaft.


Der Unterschied ist folgender: Bei den religiösen Eltern haben sie alles andere unter Kontrolle. Sie wollen dann noch die Schule bestimmen, damit ihre Kinder von den Ungläubigen nichts mitkriegen. Bei Hochbegabtenschulen usw. werden diese Schüler dort intensiv gefördert, aber die Eltern erlauben, dass sie außerhalb der Schule Kontakte zu den "normalen Menschen" haben. Großer Unterschied.
Alla dessa dagar som kom och gick, inte visste jag att det var livet.

---Stig Johansson

Benutzeravatar
Auswanderer
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 603
Registriert: 16. Oktober 2006 21:59

Re: Kein Hausunterricht für jüdisch-orthodoxe Schüler

Beitragvon Auswanderer » 5. Juli 2013 14:55

Lukä hat geschrieben:Ich denke nicht, dass jüdisch orthodoxe Kinder zu Fundamentalisten erzogen werden würden, wenn man sie privat unterrichten würde und vielleicht ist es auch eher die Angst, die diese Bestrebungen vorangetrieben hat.


Das ist der einzige Grund, weshalb sie nicht in öffentliche Schulen sollen.
Alla dessa dagar som kom och gick, inte visste jag att det var livet.



---Stig Johansson

Benutzeravatar
Auswanderer
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 603
Registriert: 16. Oktober 2006 21:59

Re: Kein Hausunterricht für jüdisch-orthodoxe Schüler

Beitragvon Auswanderer » 5. Juli 2013 14:58

Petergillarsverige hat geschrieben:Am Ende des Zeltlagers hat der Chef mit der Mutter gesprochen und sie gebeten den Jungen mal zu testen. Und siehe da, er hatte einen IQ von 130 nochwas. Die hat ihn dann auf eine Schule für Hochbegabte gesteckt. Seitdem funzt das prima. Ich hab ihn vor Zeiten mal wieder getroffen, jetzt ist er wirklich ausgeglichen.
Du darfst solche Kinder nicht an eine Regelschule unterrichten, die Kinder kommen da nicht klar. Erst wenn sie weit überdurchschnittlich gefordert werden, fühlen die sich erst genommen.
Einer meiner Söhne war auf einer Schule für Hörbehinderte. Wir haben ihn lange an der Regelschule unterrichten lassen. Aber später war es besser ihn an dieser Schule zu unterrichten. Die Klassen sind deutlich kleiner und die Lehrer wissen wie man mit hörbehinderten Schülern umgeht.


Ja, solche Kinder brauchen andere Schulen, ob staatlich oder in freier Trägerschaft ist eine andere Frage. Aber nur weil manche Kinder spezielle Schulen brauchen heißt lange nicht, dass alle Eltern einen Anspruch auf eine Schule haben, die genau das unterrichtet, was sie haben wollen, und nichts anderes.
Alla dessa dagar som kom och gick, inte visste jag att det var livet.



---Stig Johansson

Petergillarsverige
Schweden Guru
Schweden Guru
Beiträge: 1285
Registriert: 4. Oktober 2011 16:15
Schwedisch-Kenntnisse: Grundkenntnisse
Lebensmittelpunkt: Deutschland

Re: Kein Hausunterricht für jüdisch-orthodoxe Schüler

Beitragvon Petergillarsverige » 5. Juli 2013 16:46

Das verlangt auch keiner.
Schweden ist nicht nur ein schönes Land - das ist ein Virus!

Lukä
Aktives Mitglied
Aktives Mitglied
Beiträge: 69
Registriert: 10. September 2012 19:15
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Kein Hausunterricht für jüdisch-orthodoxe Schüler

Beitragvon Lukä » 5. Juli 2013 23:39

Vielleicht ist es aber auch die Angst vor dem vorherrschenden Antisemitismus.

knut245
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 301
Registriert: 26. Juni 2010 13:53
Schwedisch-Kenntnisse: gut
Lebensmittelpunkt: Deutschland

Re: Kein Hausunterricht für jüdisch-orthodoxe Schüler

Beitragvon knut245 » 6. Juli 2013 16:15

@ Lukä: wo herrscht denn bitte Antisemitismus vor? Dass es ihn bisweilen gibt, trifft zu, und jeder Einzelfall ist einer zu viel. Aber von einer Vorherrschaft zu sprechen ist dann doch etwas überzogen. Ich sehe weder in D noch in S Mehrheiten mit antisemitischen Parolen durch die Straßen ziehen - im Gegenteil.

@ alle

Was in jüdischen-othodoxen Schulen auch unterrichtet wird, kann man in Israel und vor allem den Siedlungen in den besetzten Gebieten ja ganz gut sehen. Von pluralistischer Meinungsbildung ist das weit entfernt. Neben den üblichen Religionslegenden wird da durchaus gern das Bild vom "stinkenden Araber" usw. schon in den Jüngsten verankert. Purer Rassismus. Eltern, die das wollen, müssen in der Tat aus den westeuropäischen Ländern "fliehen". Wie ich meine, zu Recht.
Hier könnte auch etwas sinnvolles stehen, zum Beispiel ein Bier.

Lukä
Aktives Mitglied
Aktives Mitglied
Beiträge: 69
Registriert: 10. September 2012 19:15
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Kein Hausunterricht für jüdisch-orthodoxe Schüler

Beitragvon Lukä » 6. Juli 2013 18:11

Antisemitismus zieht nicht grölend durch die Strassen, sondern er ist meistens latent. Und wenn du mal die Suchfunktion des Forums bemühst findest du auch die entsprechenden Hinweise. Abgesehen davon habe ich "vielleicht" geschrieben...

Benutzeravatar
HeikeBlekinge
Alter Schwede
Alter Schwede
Beiträge: 2069
Registriert: 4. Januar 2008 20:20
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Kein Hausunterricht für jüdisch-orthodoxe Schüler

Beitragvon HeikeBlekinge » 6. Juli 2013 20:52

Das Schweden und Israel nicht die besten Freunde sind, is ja nun ein offenes Geheimnis!
Aber es als Antisemitismus zu bezeichenen, das Schweden halt nicht so kriecherisch wie andere Staaten auf Israels Politik reagiert, ist pure Propaganda seitens Israel! Nicht mehr und nicht weniger.
www.lilla-koksgarden.se


>Wer wenig weiß redet viel, wer Wissen hat wird neugierig, wer viel Wissen hat schweigt<

Lukä
Aktives Mitglied
Aktives Mitglied
Beiträge: 69
Registriert: 10. September 2012 19:15
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Kein Hausunterricht für jüdisch-orthodoxe Schüler

Beitragvon Lukä » 7. Juli 2013 10:21

Natürlich ist man nicht Antisemit, wenn man die Politik Israels kritisiert, da gebe ich dir Recht. Mir ging es hierbei aber nicht um außenpolitische Konflikte, sondern um offenen Antisemitismus, der in Schweden passiert. Nur ein paar Beispiele:

http://www.welt.de/politik/ausland/arti ... Juden.html

http://derstandard.at/1363707906485/Ant ... demokraten

http://www.pi-news.net/2012/01/schweden ... emitismus/

http://www.3sat.de/page/?source=/kultur ... index.html

Wenn sowas immer wieder passiert, würde ich meine Kinder auch lieber zu Hause oder an einer "eigenen" Schule unterrichten wollen. Was wäre denn die Alternative?


  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Neuigkeiten“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 17 Gäste