Kann man als Lkw fahrer in Schweden gut leben????

Von Auswanderern für Auswanderungswillige! Alle Fragen zu Planung und Durchführung, zu Umzug, Integration und Umgang mit den Behörden. Interessante Erlebnisse und Tipps der Expats.
Link zum Portal: http://www.schwedentor.de/auswandern-leben
Fhre Schweden: Mit Stena Line nach Skandinavien: Sassnitz-Trelleborg

Benutzeravatar
Sverige Nick
Teilnehmer
Teilnehmer
Beiträge: 36
Registriert: 30. September 2011 10:51
Schwedisch-Kenntnisse: gut
Lebensmittelpunkt: Österreich

Re: Kann man als Lkw fahrer in Schweden gut leben????

Beitragvon Sverige Nick » 5. Oktober 2011 17:19

Tommy + Katharina: Euren Argumenten kann man sich nicht ganz entziehen. :P Da ist halt nicht so viel Glanz auf dem schwedischen Valhalla! :lol: Aber wie heißt es so schön: Andere Länder, andere Sitten!
Man kann es drehen undwenden wie man will, anpassen ist unabdingbar. :wink:

Petergillarsverige
Schweden Guru
Schweden Guru
Beiträge: 1272
Registriert: 4. Oktober 2011 16:15
Schwedisch-Kenntnisse: Grundkenntnisse
Lebensmittelpunkt: Deutschland

Re: Kann man als Lkw fahrer in Schweden gut leben????

Beitragvon Petergillarsverige » 6. Oktober 2011 07:47

Könnte das mal jemand klären: Wenn nur der Vater arbeitet, die Mutter zuhause bleibt und die Kinder erzieht. Hat sie dann tatsächlich nach dem Tod des Vaters keine Rente?

Benutzeravatar
Sverige Nick
Teilnehmer
Teilnehmer
Beiträge: 36
Registriert: 30. September 2011 10:51
Schwedisch-Kenntnisse: gut
Lebensmittelpunkt: Österreich

Re: Kann man als Lkw fahrer in Schweden gut leben????

Beitragvon Sverige Nick » 6. Oktober 2011 08:04

Petergillarsverige hat geschrieben: Hat sie dann tatsächlich nach dem Tod des Vaters keine Rente?


Nun, wenn ich die vorigen Post's richtig verstanden habe, dann soll dem so sein. Ich finde das auch arg, denn wenn eine Familie unerwartet den Vater verliert (z.B. tot durch Verkehrsunfall) dann steht die Mutter mit dem Kind alleine da - ergo vor dem Nichts?!? Das wäre in der Tat strange!

irni
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 374
Registriert: 14. August 2008 13:02
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Kann man als Lkw fahrer in Schweden gut leben????

Beitragvon irni » 6. Oktober 2011 10:19

Ich weiss nicht, ob ich auf dem letzten Stand bin, aber es gibt eine Art "Witwen/Witwer-pension" Während einer Übergangszeit von fünf Jahren bekommt man was. Also, falls meinem Mann was passieren würde, bekäme ich diese Summe und dann hätte ich mein Einkommen, nema problema. Wären die Kinder unter 18 bekämen sie auch 5 Jahre lang eine Art Waisenpension.
Mit der Pension ist es so, dass jeder ein Anrecht auf eine Mindestpension hat. Hast du 40 Jahre in Schweden gelebt und sehr niedriges Einkommen hast du Anrecht darauf. wenn du weniger als 40 Jahre zusammenbekommst bekommst du proportionell weniger .

Benutzeravatar
Sverige Nick
Teilnehmer
Teilnehmer
Beiträge: 36
Registriert: 30. September 2011 10:51
Schwedisch-Kenntnisse: gut
Lebensmittelpunkt: Österreich

Re: Kann man als Lkw fahrer in Schweden gut leben????

Beitragvon Sverige Nick » 6. Oktober 2011 13:52

Aha, na so wie es aussieht, muss man sich da wirklich genau informieren. Eh so wie immer... :wink:

Petergillarsverige
Schweden Guru
Schweden Guru
Beiträge: 1272
Registriert: 4. Oktober 2011 16:15
Schwedisch-Kenntnisse: Grundkenntnisse
Lebensmittelpunkt: Deutschland

Re: Kann man als Lkw fahrer in Schweden gut leben????

Beitragvon Petergillarsverige » 6. Oktober 2011 16:39

Aus Deutschland die Rente beziehen und in Schweden wohnen.

Noch 15 Jahre.... :D

Petergillarsverige
Schweden Guru
Schweden Guru
Beiträge: 1272
Registriert: 4. Oktober 2011 16:15
Schwedisch-Kenntnisse: Grundkenntnisse
Lebensmittelpunkt: Deutschland

Re: Kann man als Lkw fahrer in Schweden gut leben????

Beitragvon Petergillarsverige » 6. Oktober 2011 21:50

Das stößt mir doch bitter auf: Meine Frau hat 4 Kinder erzogen und hat ihre Sache total gut gemacht. Alle Kinder haben oder machen eine Ausbildung, der älteste promoviert gerade. Meine Frau war immer für die Kinder da und wir haben mit den Kindern Urlaub gemacht. Auch in Schweden: Hütte ohne fl. Wasser, ohne Strom. Dafür waten durch schlammigen Wald, Hechte angeln, Boot fahren, Pilze suchen, schwimmen. Ansonsten in der Eifel, aber immer viel Natur. Ich hab mich hoch verschuldet um ein Haus zu bauen und den Kindern von klein auf ein Haus im Grünen, einem kleinen Städchen, zu bieten. Ich muss noch dazu sagen, dass 2 Kinder hoch- und mittelgradig schwerhörig sind.
Es war ein riesiger Aufwand, auch auf das 2. Einkommen zu verzichten.
Wir würden es heute wieder so machen. Die Astrid-Lindgren-Idylle, die das Bild von Schweden hier in Deutschland prägt, passt nicht zu der Notwendigkeit mit 2 Gehältern die Familie finanzieren zu müssen.
Der Thread zeigt, man kann als LKW Fahrer (mit Familie und kindererziehender Ehefrau) wohl nicht "gut" leben.
Was ich bei allen Berechnungen aber vermisse: Ich zahle hier in Deutschland für mein Haus plus Nebenkosten weit über 1000 Euro im Monat. Auf dem schwedischen Land bekommt man Grundstück und Haus günstig. Man kann mit Holz heizen, Strom ist günstig und Wasser kommt evtl. aus dem eigenen Brunnen. Allein für die beiden letzten Posten zahle ich über 200 Euro im Monat. Da biegt die Rechnung etwas hin, oder?

Benutzeravatar
janaquinn
Alter Schwede
Alter Schwede
Beiträge: 2203
Registriert: 5. Oktober 2006 09:29
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Kann man als Lkw fahrer in Schweden gut leben????

Beitragvon janaquinn » 7. Oktober 2011 06:46

Nun, es kommt auch immer darauf an, WO man in Schweden lebt und nicht nur darauf, WELCHE Ansprüche man hat. Natürlich kann man, wenn es sein muss, auch im Grossraum Stockholm von einem Gehalt leben, aber Spass macht es nicht und beruhigend ist es auch nicht. Wir könnten von einem Gehalt nicht leben, da dieses Gehalt schon allein beinahe von den Fixkosten aufgefressen wird: Rate für´s Haus, Medi´s für den Sohn, Rechnungen, Fahrkarte ect..da ist sind die Lebensmittel noch nich enthalten. Wir haben aktuell 2,5 Gehälter, mein Mann arbeitet als Nebenjob noch als weiterer Persönlicher Assistent für unseren Sohn mit, und leben damit absolut ruhig, zufrieden und gut. Wir können reisen, shoppen und/oder Essen gehen ect. Es gibt, im Gegensatz zu früher, keinerlei Geldsorgen mehr und wir geniessen es auch sehr. Und wir arbeiten gerne dafür, damit wir diesen Lebensstil aufrechterhalten können, beide arbeiten müssen und tun es auch gerne.

@Peter: Nun soo günstig ist Strom in Schweden überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Gerade die extremen Stromrechnungen der letzten beiden Winter haben die Zeitungen mehr als nur gefüllt. Rechnungen im die 7000 kr. waren normal, obwohl man recht sparsam geheizt hat, aber die Preise sind jeden Monat durch die Decke gegangen und wer keinen Fastpris hatte, wurde jeden Monat geschockt, wenn er seine Rechnung aufgemacht hat. Also bitte nicht vorschnell urteilen. Wir haben dieses Jahr einen Fastpris und schauen, etwas, gelassener auf den Winter, aber wir sind auch Realisten und wissen genau, dass der Winter wieder einmal teuer wird.

Die Hauspreise sind, zumindest hier im Stockholmer Speckgürtel, alles aber nicht günstig. Wir leben ca. 50-60 km von Stockholm entfernt, zahlen aber noch immer Stockholmer Preise, selbst Södertälje ist günstiger als Järna, wo man kaum mehr Häuser unter 2 Millionen findet, eher zahlt man mehr, in Järna-Kallfors gehen die Preise aktuell bis 3-3.5 Mill. hoch. Wir können unsere Zelte auch nicht mal eben abbrechen und woanders hingehen, denn beide Kinder sind hier in ihre Schule und Freundeskreise integriert, gerade meine Tochter hat einen recht grossen Freundeskreis, und mein Mann hat einen sehr sehr guten Job, den er halt nur in Stockholm bekommt und wo er die letzten 4 Jahre in Schweden draufhin gearbeitet hat, nämlich wieder da zu sein, wo er in D. schonmal war. Ich wäre vom Job her nicht an Stockholm gebunden, aber mein Arbeitsgeber zahlt sehr sehr gut und ist ein enger Freund der Familie geworden, dazu habe ich gerade angefangen eine Extra-Ausbildung zur Pferdeführerin für Reittherapie zu machen und es macht mir Spass, zumal mein Sohn auch dort seine Reittherapie hat, allein sowas zu finden wird nicht einfach. Wir zahlen also viel für den Luxus Stockholm, aber wir zahlen es gerne und würden uns jederzeit wieder für Järna und Stockholm entscheiden.

Zur Astrid-Lindgren-Idylle: Die kann man doch gerne als Touri geniessen, Vimmerby ect..aber im reelen Leben geht die eh sehr schnell verloren, weil man normale Alltagssorgen hat. Astrid kann man an die WE´s rausholen, wenn man in den Wald geht oder dafür Zeit hat...meine Astrid darf aktuell jedes WE raus, wenn ich im Järna-Wald Pilze sammeln gehe, aber am Sonntag abend wird sie wieder fein in ihr Kistchen verpackt und ins Regal gestellt.
So machen es übrigens viele deutsche Freunde, weil es einfach schön ist, jeden Samstag oder Sonntag doch einfach mal die Blau-Goldene-Brille rauszuholen und es einfach nur zu geniessen, was man da vor der Haustür hat, weil man unter der Woche einfach nicht dazukommt bzw. es einem verloren geht, wenn man 2h auf der E4 im Stau steht.

Grüsse JANA
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk

Petergillarsverige
Schweden Guru
Schweden Guru
Beiträge: 1272
Registriert: 4. Oktober 2011 16:15
Schwedisch-Kenntnisse: Grundkenntnisse
Lebensmittelpunkt: Deutschland

Re: Kann man als Lkw fahrer in Schweden gut leben????

Beitragvon Petergillarsverige » 7. Oktober 2011 08:00

Hej Jana!
Danke für den Beitrag. 7000 SEK für Strom ist für Strom und Heizen. Ich zahle 15000 SEK für Strom und 35.000 SEK für Öl zum Heizen, hab allerdings ein 3 Familien Haus. Bei uns kostet die kWh 2,20 SEK und das übers ganze Jahr. Im letzten Winter hat Schweden viel Strom einkaufen müssen, da einige Kernkraftwerke still standen. Da ist der Preis drastisch nach oben gegangen.
Im Bereich Stockholm ist es sicher teurer. Uns geht es so: wir machen auf dem Land Urlaub, Hällefors, Grythyttan. Kommen irgendwo an einem Maklerbüro vorbei und staunen über die Preise. Wir sehen die riesigen Holzmengen in Schweden. Die Stadt ist bei uns vollkommen ausgeblendet, denn da fahre ich höchstens einen Tag zu Besuch hin und bin froh wenn ich wieder Bäume und Seen sehe. Man träumt schnell von der Idylle in Schweden, das Geld verdienen ist auf dem Land dagegen nicht so einfach. Aber auch nach deinen Zahlen ist Strom, Heizen und Wohnen viel günstiger als hier. Der m² Grundstück kostet hier, selbst auf dem Land, 1500 SEK, da arbeiten viele jahrelang nur für das Grundstück.
Um zum Thema des Threads zurück zu kommen: Was ist "gut" leben? So Dinge wie "Reiten für Kinder", schwimmen im See, Eier und Milch vom Bauern, gehören für mich in die Kategorie "gut". Stau (hab noch nie einen in Schweden erlebt) eindeutig nicht zu "gut". Soziale Kontakte sind mir wichtig. Ich gehe am ersten Sonntag des Urlaubs zum Gottesdienst der dortigen Gemeinde (Freikirche) und mich lädt garantiert einer ein. (Umgekehrt machen wir das auch so) Das ist für mich sehr wichtig und gehört in die Kategorie "gut". Milch, Eier, Fisch ist in Schweden nicht wirklich teuer. Das einheimische Fleisch ist echt gut. Man isst einfach weniger und hat die gleichen Kosten.
Da gibt es das Buch "Elchtest" das sollte man gelesen haben, bevor man auswandert. Uns stellt sich die Frage nicht mehr (zu alt :( ). Aber wenn ich in Rente bin, möchte ich länger im Jahr in Schweden verweilen.

Benutzeravatar
janaquinn
Alter Schwede
Alter Schwede
Beiträge: 2203
Registriert: 5. Oktober 2006 09:29
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Kann man als Lkw fahrer in Schweden gut leben????

Beitragvon janaquinn » 7. Oktober 2011 08:14

Ja, die Kraftwerke standen, mal wieder, still und sowas macht sich schnell bemerkbar. Telge hatte teilweise einen Preis von 155 Öre/KhW und da es sehr lange sehr kalt war, wurde es teuer. Dieses Jahr haben wir einen Fastpris von 105 Öre/KhW inkl. Zertifikat und Moms...Gsd.
Das Reiten ist für uns kein Luxus, sondern es ist einfach notwenig, weil unser Sohn schwerstbehindert ist und er sehr gut darauf anspricht, allerdings auch dies zahlen wir aus eigener Tasche, weil es nicht übernommen wird von der KK, ähnlich wie in D.
In die Kirche gehen wir nicht, da wir Atheisten sind, aber Kontakt und Freundschaften sind auch so entstanden, Freundschaften meist zu anderen Deutschen Familien, weniger hier in Järna, aber gut verteilt über Stockholm. Zu den Nachbarn gibt einen guten nachbarschaftlichen Kontakt, man grüsst sich, man spricht miteinander und es reicht beiden Seiten. Wir werden nicht ausgegrenzt als Deutsche und freuen uns drüber.
Stau findest du in Stockholm regelmässig, es gehört einfach dazu und wird sich auch noch eine Weile hinziehen, solange man einzig über die E4 fahren kann, weil es die einzige Möglichkeit ist von Nord nach Süd zu kommen, morgens ab 7.00 Uhr und nachmittags 15.30 Uhr ist die Strecke komplett dicht.

Wir haben dieses Buch nicht gelesen, haben vorher keinen Urlaub in Schweden gemacht, aber sind trotzdem gut gelaufen und angekommen im Leben in Schweden, mittlerweile sind es auch über 4.5 Jahre und für meinen Mann sogar schon fast 5 Jahre.

Man kann die Lebensmittelpreise nicht pauschalisieren, Stockholm ist generell teurer, auch wenn man hier mehr verdient, aber man braucht dies Plus auch, sonst wird es eng.

Grüsse JANA
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk


  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Auswandern“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast