Hej,
HeikeBlekinge schrieb:
Gerade deshalb stehe ich persönlich ja so auf närproducerad och småskalig producerad - oder auch selbst produziert. Die Kalkulation sieht da natuerlich anders aus und man muss schon mal etwas mehr hinblättern fuer die Produkte. Doch es lohnt! Vielleicht regt das ja auch mal zum haushalten an!?
Das trifft voll den Kern des Problems. Ich kann da nur voll und ganz zustimmen.
Gerade in Deutschland wird der blödsinnige Spruch " Geiz ist geil ! " immer mehr auch für den Bereich der Lebensmittel angewandt. Herausgekommen ist der jetzige Zustand. Alles nur noch billig!
Hähnchen wird im Handel teilweise für unter 2.00 Euro / Kg ( bratfertig ) angeboten. Kenner der Preise sagen, bei diesem Verkaufspreis kann der Erzeuger max. einen Preis von 0,60 Euro ( lebend ) erzielen. Der Unterschied ergibt sich aus Abfall ( Innereien, Kopf, Füße, Federn ) Schlacht - und Transportkosten, Gewinnspannen. Um ein Kilo Hähnchen zu erzeugen, ist nun einmal eine bestimmte Menge Futter erforderlich. Bei dem zu erzielenden Preis kann sich jeder ausrechnen, dass diese Tiere nur Abfallprodukte als Futter erhalten können. Am besten ist es natürlich dann, wenn man als Futter solche Stoffe verwenden kann, für deren Entsorgung man auch noch bezahlt wird.
Bei der Schweine- und Putenmast werden die Zustände nicht viel anders sein.
Ein bäuerlicher Familienbetrieb kann nicht zu solchen Preisen Fleisch produzieren. Es sei denn - er industrialisiert sich auch. Dann hat er keinerlei Einfluss mehr auf die Qualität des Futters. Er ist gezwungen, ebenfalls das billigste Futter zu verfüttern.
Ich glaube nicht daran, dass lediglich durch ein "Versehen" der jetzige Zustand entstanden ist. Ich glaube auch nicht daran, dass durch unbekanntes Dioxin in Fruchtabfällen das Dioxin ins Tierfutter gelangt ist.
Nach meiner Meinung wurde hier mit ganz viel krimineller Energie bewusst und gewollt dioxinbelasteter Abfall entsorgt.
Nach meinem Wissen ist das Altöl aus Motoren erheblich mit Dioxin belastet. Wird dieses Öl gut gefiltert, sieht es nicht anders aus als Speiseöl. Solange der Gesetzgeber nicht vorschreibt, das technische Fette durch deutliche Farbe gekennzeichnet werden, wird sich auch nichts ändern. Die Selbstverantwortung und Selbstkontrolle funktioniert nicht.
Jeder Einzelne muss sich aber auch darüber im Klaren sein, dass Fleisch zu absoluten Dumpingpreisen immer etwas suspekt sein muss. Das Argument, höhere Qualität sei zu teuer, kann nicht maßgebend sein. Lieber etwas weniger Fleisch, aber dann in guter Qualität, verzehren!
Wir kaufen unser Geflügelfleisch in Deutschland bei einem bäuerlichen Nebenerwerbsbetrieb. Dort wird nur eine begrenzte Anzahl , für den Bauern selbst und einige Kunden, aufgezogen. Für dieses Fleisch zahlen wir dann aber auch den doppelten Discounterpreis.
Schweinefleisch kaufen wir in Schweden. In der Nachbarschaft gibt es einen Schweinehof. Die Schweine befinden sich das ganze Jahr draußen auf Wiesen. Für den Winter sind einige Schutzhütten aufgestellt. Der Erzeuger verkauft seine Produkte unter dem Namen "Håkans glada grisar" regional auch bei ICA und COOP.
Wir als Verbraucher können natürlich solch kriminelle Handlungen, wie jetzt bei Dioxineiern und -fleisch,
nicht verhindern. Wir können aber durch unser Kaufverhalten sehr wohl etwas zur Verbesserung von Qualität machen.

Envis