Kann ein Dioxin-Skandal in Schweden passieren?

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polnGrenze
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Re: Kann ein Dioxin-Skandal in Schweden passieren?

Beitragvon polnGrenze » 11. Januar 2011 19:06

Hallo Manfred alias Envis,
klasse Beitrag zu diesem Thema.Man kann nichts dazu sagen.Kommst Du aus der Branche?
Vorallendingen der letzte Satz.... Wir als Verbraucher können natürlich solch kriminelle Handlungen, wie jetzt bei Dioxineiern und -fleisch,
nicht verhindern. Wir können aber durch unser Kaufverhalten sehr wohl etwas zur Verbesserung von Qualität machen.

Ja so ist es. :smt064
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Speedy
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Re: Kann ein Dioxin-Skandal in Schweden passieren?

Beitragvon Speedy » 11. Januar 2011 19:48

An alle die in Deutschland leben und immer diese tollen Tips von sich geben vonwegen entsprechend einkaufen.

Ich habe hier in "Schweden" nur die Möglichkeit das einzukaufen, was mir der Markt vorgibt, ausser ich fahre mit dem Auto mehrere Kilomenter weit im Land rum. Dazu hab ich keine Zeit und es kostet mehr Benzin als es mir (und der Umwelt) was einbringt. In Deutschland hast Du einen Wochenmarkt, wo Du z.B. Gefluegel und Fleisch vom Erzeuger kaufen kannst, das gibt es hier nicht. Will sagen einen Verkaufsstand auf einem Markt mit örlichen Produkten gibt es hier nicht......

Gruss Speedy die langsam :x wird

ohne wieder was vom Admi auf die Nse zu bekommen.....

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Re: Kann ein Dioxin-Skandal in Schweden passieren?

Beitragvon Pink_Panther » 11. Januar 2011 20:04

Envis hat geschrieben:Hej,

HeikeBlekinge schrieb:

Gerade deshalb stehe ich persönlich ja so auf närproducerad och småskalig producerad - oder auch selbst produziert. Die Kalkulation sieht da natuerlich anders aus und man muss schon mal etwas mehr hinblättern fuer die Produkte. Doch es lohnt! Vielleicht regt das ja auch mal zum haushalten an!?


Das trifft voll den Kern des Problems. Ich kann da nur voll und ganz zustimmen.
Gerade in Deutschland wird der blödsinnige Spruch " Geiz ist geil ! " immer mehr auch für den Bereich der Lebensmittel angewandt. Herausgekommen ist der jetzige Zustand. Alles nur noch billig!
Hähnchen wird im Handel teilweise für unter 2.00 Euro / Kg ( bratfertig ) angeboten. Kenner der Preise sagen, bei diesem Verkaufspreis kann der Erzeuger max. einen Preis von 0,60 Euro ( lebend ) erzielen. Der Unterschied ergibt sich aus Abfall ( Innereien, Kopf, Füße, Federn ) Schlacht - und Transportkosten, Gewinnspannen. Um ein Kilo Hähnchen zu erzeugen, ist nun einmal eine bestimmte Menge Futter erforderlich. Bei dem zu erzielenden Preis kann sich jeder ausrechnen, dass diese Tiere nur Abfallprodukte als Futter erhalten können. Am besten ist es natürlich dann, wenn man als Futter solche Stoffe verwenden kann, für deren Entsorgung man auch noch bezahlt wird.
Bei der Schweine- und Putenmast werden die Zustände nicht viel anders sein.
Ein bäuerlicher Familienbetrieb kann nicht zu solchen Preisen Fleisch produzieren. Es sei denn - er industrialisiert sich auch. Dann hat er keinerlei Einfluss mehr auf die Qualität des Futters. Er ist gezwungen, ebenfalls das billigste Futter zu verfüttern.
Ich glaube nicht daran, dass lediglich durch ein "Versehen" der jetzige Zustand entstanden ist. Ich glaube auch nicht daran, dass durch unbekanntes Dioxin in Fruchtabfällen das Dioxin ins Tierfutter gelangt ist.
Nach meiner Meinung wurde hier mit ganz viel krimineller Energie bewusst und gewollt dioxinbelasteter Abfall entsorgt.
Nach meinem Wissen ist das Altöl aus Motoren erheblich mit Dioxin belastet. Wird dieses Öl gut gefiltert, sieht es nicht anders aus als Speiseöl. Solange der Gesetzgeber nicht vorschreibt, das technische Fette durch deutliche Farbe gekennzeichnet werden, wird sich auch nichts ändern. Die Selbstverantwortung und Selbstkontrolle funktioniert nicht.
Jeder Einzelne muss sich aber auch darüber im Klaren sein, dass Fleisch zu absoluten Dumpingpreisen immer etwas suspekt sein muss. Das Argument, höhere Qualität sei zu teuer, kann nicht maßgebend sein. Lieber etwas weniger Fleisch, aber dann in guter Qualität, verzehren!
Wir kaufen unser Geflügelfleisch in Deutschland bei einem bäuerlichen Nebenerwerbsbetrieb. Dort wird nur eine begrenzte Anzahl , für den Bauern selbst und einige Kunden, aufgezogen. Für dieses Fleisch zahlen wir dann aber auch den doppelten Discounterpreis.
Schweinefleisch kaufen wir in Schweden. In der Nachbarschaft gibt es einen Schweinehof. Die Schweine befinden sich das ganze Jahr draußen auf Wiesen. Für den Winter sind einige Schutzhütten aufgestellt. Der Erzeuger verkauft seine Produkte unter dem Namen "Håkans glada grisar" regional auch bei ICA und COOP.
Wir als Verbraucher können natürlich solch kriminelle Handlungen, wie jetzt bei Dioxineiern und -fleisch,
nicht verhindern. Wir können aber durch unser Kaufverhalten sehr wohl etwas zur Verbesserung von Qualität machen.

:smt006 Envis


Gut geschrieben! Allerdings kann ich leider den Umkehrschlußsatz dass Teures besser sein soll nicht gelten lassen. In den meisten Fällen ist es das wohl, aber nicht immer. Schlimmer noch - wenn wir erst einmal unser Kaufverhalten in Deinem Sinne angepaßt haben, so werden wir innerhalb kürzester Zeit sehen, dass sich die schwarzen Schafe unter den Produzenten ebenfalls anpassen und ihren Müll einfach nur eben kackfrech teuer anbieten. Weil sie merken, dass die Konsumenten denken dass teuer gut ist.
Konkurrenz ist nuneinmal Motor in einer freien Marktwirtschaft, daran können wir nichts ändern. Wohl kann man aber Spielregeln aufstellen und Überwachungen einführen. Ich denke dass man dort ansetzen muß, wenn man etwas verändern möchte.

/Paul

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Re: Kann ein Dioxin-Skandal in Schweden passieren?

Beitragvon polnGrenze » 11. Januar 2011 20:41

Speedy hat geschrieben:An alle die in Deutschland leben und immer diese tollen Tips von sich geben vonwegen entsprechend einkaufen.

Ich habe hier in "Schweden" nur die Möglichkeit das einzukaufen, was mir der Markt vorgibt, ausser ich fahre mit dem Auto mehrere Kilomenter weit im Land rum. Dazu hab ich keine Zeit und es kostet mehr Benzin als es mir (und der Umwelt) was einbringt. In Deutschland hast Du einen Wochenmarkt, wo Du z.B. Gefluegel und Fleisch vom Erzeuger kaufen kannst, das gibt es hier nicht. Will sagen einen Verkaufsstand auf einem Markt mit örlichen Produkten gibt es hier nicht......

Gruss Speedy die langsam :x wird

ohne wieder was vom Admi auf die Nse zu bekommen.....


Hallo Speedy,
das ist in d oder in s so.Wer billig(leider)kauft...kauft zweimal vielleicht auch mehrmals.
Alles was in diesen Discounter gibt...geht nicht.Schuld ist wirklich die EU die alles so vorschreibt.Leider
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Re: Kann ein Dioxin-Skandal in Schweden passieren?

Beitragvon Envis » 12. Januar 2011 10:18

Hej,

Speedy schrieb:

An alle die in Deutschland leben und immer diese tollen Tips von sich geben vonwegen entsprechend einkaufen.

Ich habe hier in "Schweden" nur die Möglichkeit das einzukaufen, was mir der Markt vorgibt, ausser ich fahre mit dem Auto mehrere Kilomenter weit im Land rum. Dazu hab ich keine Zeit und es kostet mehr Benzin als es mir (und der Umwelt) was einbringt. In Deutschland hast Du einen Wochenmarkt, wo Du z.B. Gefluegel und Fleisch vom Erzeuger kaufen kannst, das gibt es hier nicht. Will sagen einen Verkaufsstand auf einem Markt mit örlichen Produkten gibt es hier nicht......

Gruss Speedy die langsam :x wird

ohne wieder was vom Admi auf die Nse zu bekommen.....



Gerade dieses verstehe ich nun überhaupt nicht. Einen nicht unerheblichen Teil unserer Zeit ( z. Zt. ca. 50 % ) wohnen wir auch in Schweden. Das seit nun 20 Jahren. Die Verhältnisse sind uns also durchaus sehr gut bekannt. :mrgreen:
Den Wochenmarkt, auf dem landwirtschaftliche Produkte vom Erzeuger verkauft werden, gibt es in einem Großteil der Städte in Deutschland schon lange nicht mehr. Der Verkauf dort lohnt sich für den Bauern nicht. Der Umsatz ist zu gering. Er ist ja mit seiner Ware teurer als der Discounter in der Nähe.

Für uns ist es gerade in Schweden sehr viel einfacher Lebensmittel, insbesondere Fleisch und Eier und teilweise Gemüse direkt beim Produzenten zu kaufen. Wir zahlen dann dort natürlich nicht die Preise des Supermarktes, ich sehe dafür aber, wie die Tiere aufwachsen und leben und wo das Gemüse wächst. Die Wahrscheinlichkeit dort bessere Ware zu bekommen ist höher. Aber auch dort kann natürlich mit dem Futter kriminell gehandelt werden. Das würde sich aber ganz schnell in der Nachbarschaft herumsprechen! :mrgreen:
Pink_Panther hat natürlich recht. Ein höherer Preis in Deutschland verhindert nicht die kriminelle Manipulation, aber es würde vielleicht dazu führen, dass der normale Landwirt/Bauer wieder als Landwirt/Bauer konkurenzfähig sein kann und nicht erzeugender Industriebetrieb werden muss!
Wir erleben sehr häufig, dass gerade für das Auto oder für die Kleidung das Beste und Teuerste gerade gut genug ist, aber bei der Nahrung über jedem eingesparten Cent / Öre gejubelt wird.
Beim kleinen Kaufmann im Ort ( der Einzige im Umkreis von 20 KM ) wird nur das Allernötigste gekauft. Zum Großeinkauf fährt man natürlich zum Discounter. Rechnet man jedoch die Fahrkosten zum Preis, ist die Ware dort teurer.


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Re: Kann ein Dioxin-Skandal in Schweden passieren?

Beitragvon polnGrenze » 12. Januar 2011 13:00

Mit den schlimmen Nachrichten wegen den Dioxin-Skandal gehen weiter.Ich selbst merke das es ein ganz anderes Kaufverhalten gibt.
Quelle Internet
Dioxin-Skandal: Experten wissen nicht, ob verunreinigtes Schweinefleisch in den Handel gelangt sein könnte (Foto: dpa)
Erst Eier, jetzt Schweine: Im Dioxin-Skandal jagt eine Hiobsbotschaft die nächste. Die jüngsten: Giftiges Futter war wohl schon seit März 2010 im Umlauf. Und: Von einem niedersächsischen Hof kamen Eier in den Handel, obwohl dieser wegen des Dioxin-Skandals gesperrt war. Die Folge: Verunsicherte Verbraucher kaufen jetzt die Bio-Regale leer, und China stoppt Importe.

Ebenfalls in Niedersachsen, genauer gesagt auf einem Hof im Landkreis Verden, stießen Kontrolleure erstmals auf erhöhte Dioxin-Werte in Schweinefleisch, das sogar bereits in den Handel gelangt sein könnte. Der Grenzwert wurde bei einer Probeschlachtung um die Hälfte überschritten. Das Landwirtschaftsministerium in Hannover hatte zunächst kategorisch ausgeschlossen, dass das Fleisch bereits in Supermarktregalen liegen könnte, dann seine Angaben aber korrigiert. In Nordbayern könnte zudem dioxinhaltiges Schweinefleisch eines Mastbetriebes aus Sachsen-Anhalt verkauft worden sein.
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