Kann ein Dioxin-Skandal in Schweden passieren?

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Re: Kann ein Dioxin-Skandal in Schweden passieren?

Beitragvon Mark » 9. Januar 2011 00:22

Hmmm, ich stell mal die Gegentheorie auf: In Deutschland fliegt so etwas wenigstens (manchmal) auf in anderen europäischen Ländern wird das einfach unter den Tisch gekehrt.

Mit Lebensmitteltechnik und -kontrollen kenne ich mich nicht aus, was ich die letzten Jahre in Schweden mitbekommen habe gibt es auch hier regelmäßig Skandälchen die aufgedeckt werden. Kann so ein Skandal auch in Schweden passieren, na klar, Geldgier gibt es überall. Eine interessante Frage wäre ob solche Probleme durch Kontrollen früh genug aufgedeckt werden und ob daraus Konsequenzen gezogen werden?

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Re: Kann ein Dioxin-Skandal in Schweden passieren?

Beitragvon stavre » 9. Januar 2011 10:42

in östersund mit den bakterien verläuft es auch im sand.

die kläranlage ist von 1960 und ob da je mal renoviert wurde?

seit 1960 hat sich die bevölkerung östersunds bestimmt verdoppelt.die abflußrohre in der stadt sind noch älter.in D werden die in bestimmten abständen kontrolliert,aber nicht hier

oder die reichsbahn haben lokomotiven aus dem museum geholt ,weil se keine loks hatten

jms

Re: Kann ein Dioxin-Skandal in Schweden passieren?

Beitragvon jms » 9. Januar 2011 10:52

unterm Tisch ist halt genug Platz für Brösel

was die wenigsten wissen ..... die Dioxin -Werte stammen aus dem
Monat März 2010 ...also mehr als 1/2 Jahr vor dem bekannt werden
wo bis dahin die Eier , Geflügel , Wurst und Schweinefleisch gegangen
ist..... na die Bakterien in den Kläranlagen werden sich freuen ....

Grüßle

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Re: Kann ein Dioxin-Skandal in Schweden passieren?

Beitragvon Sigi » 9. Januar 2011 15:51

Das ist hier bei mir in dem Dorf große Hektik wegen dieser Affäre mit Dioxin.Weiß nicht wie lange wir das schon alles in uns herein fre..... unglaublich.Nu wird hier nichts mehr richtig eingekauft.Soviel Eier sowie Schweinfleisch was so herum liegt habe ich noch nicht gesehen. :roll:
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Re: Kann ein Dioxin-Skandal in Schweden passieren?

Beitragvon HeikeBlekinge » 9. Januar 2011 16:56

Schade, ich habe mein e-mail Fach geleert und damit ist ein Brief verschwunden, der Ende letzten Jahres von einer der teilnehmenden Organisationen als Appell an die Regierung verfasst wurde und vorab an uns Mitglieder ging.
> http://www.matupplevelser.se/web/page.aspx?pageid=58865
Darin wurde um mehr Kontrolleure gebeten, das in den unterschiedlichen Kommunen der ueberwiedgende Teil der Lebensmittel-Kontrolleure nicht ausreichend ausgebildet ist, das willkuerlich und ohne richtige Handhabe entweder zuwenig, oder auch zuviel kontrolliert wird, ja das die jährlich zu erbringende (von Kommunne zu Kommunge zudem schwankende) Avgift fuer die vorgeschriebende Kontrolle kassiert wird OHNE das ein Kontrolleur vor Ort war!
Somit wuerden gerade kleinen Betrieben Steine in den Weg gelegt, Betreiber wären verunsichert und eine sichere Kontrolle gerade auch fuer den Endverbraucher nicht gewährleistet!

Ich spreche in diesem Fall nur (!) fuer småskalige Betriebe, habe ja selber im letzen Jahr solch einen eröffnet und durfte so manches lernen. Das Schlagwort an sich ist dabei Egenkontroll! Wer Lust hat kann da mal nach googlen :twisted: ... mir hängt es zum Hals raus, denn es ist mit massenhaft Papierkram verbunden und meine kostbare Zeit wuerde ich lieber mit sinnvollerem vertrödeln
Da hat man also eine dicken, dicken Ordner, welcher gut sichbar und fuer jeden einsehbar im Betrieb stehen muss. Dort sind bis ins kleinste Detail die Arbeitsabläufe beschrieben. Schrieftlich muss ich anbringen wie ich vermeide das jenes oder dieses meine Kunden vor Schäden bewahrt. Lueckenlose Kontrolle der Kuehlschränke, Vorrat, Massnahmen bei .....
Arbeitsabläufe, die ich gerade im Hinblick auf Kundenzufrieden- und schadensfreiheit als ABSOLUT normal und logisch ersehe, MUESSEN schriftlich dargestellt werden...
So, und nun kommt also (wenn er kommt!) der Kontrolleur und nimmt sich diesen Ordner vor. Nur daran hält er sich. Mehr braucht er nicht.
OB ABER der Betreiber des Unternehmens sich TATSÄCHLICH an die schriftlichen Vorgaben hält, DAS, ja DAS ist ... Glueckssache?
Vertrauenssache.

Und das dieses manche Hersteller schamlos ausnutzen, im kleinen wie auch grossen Bereich, davon geh ich aus! Wer betruegen will, der kann immer!
Denn Profitgier ist ueberall vorhanden.

Gerade deshalb stehe ich persönlich ja so auf närproducerad och småskalig producerad - oder auch selbst produziert. Die Kalkulation sieht da natuerlich anders aus und man muss schon mal etwas mehr hinblättern fuer die Produkte. Doch es lohnt! Vielleicht regt das ja auch mal zum haushalten an!?
Angeblich leben ja momentan etliche Deutsche froh und munter und tatsächlich trotz Verzichtes auf Eier und Schweinefleisch ohne Hunger! ?!

Småklig måltid!
Heike
www.lilla-koksgarden.se


>Wer wenig weiß redet viel, wer Wissen hat wird neugierig, wer viel Wissen hat schweigt<

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Re: Kann ein Dioxin-Skandal in Schweden passieren?

Beitragvon polnGrenze » 10. Januar 2011 20:41

Neue Erkenntnisse aus dem Skandal in D
Quelle Internet von heut abend

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln sollen nach Angaben der Organisation Foodwatch für die hohe Dioxinbelastung von Futtermitteln in Deutschland verantwortlich sein. Das ergebe sich "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" aus dem Muster einer Futterfett-Probe, die von dem Partnerunternehmen des im Fokus der Ermittlungen stehenden Betriebs Harles und Jentzsch stammt. Foodwatch liegt eigenen Angaben zufolge das Probenergebnis vor. Das Landwirtschaftsministerium hat unterdessen die Studie als Spekulation bezeichnet.

Toll was..!
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Zitat:
Das Leben ist kein Leben,wer doch lebt,der wird bestraft.
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Re: Kann ein Dioxin-Skandal in Schweden passieren?

Beitragvon polnGrenze » 11. Januar 2011 11:27

Jeden Tag was neues über den Dioxin-Skandal und es weitet sich aus.

Quelle Internet
Auch Schweinefleisch mit Dioxin belastet
11.01.2011, 10:31 Uhr


Erhöhter Dioxinwert in Schweinefleisch nachgewiesen (Foto: dapd)
Erstmals ist auch ein erhöhter Dioxinwert in Schweinefleisch nachgewiesen worden. Bei einem Mastbetrieb im niedersächsischen Landkreis Verden ergab eine Probeschlachtung bei einem Schwein den stark erhöhten Giftgehalt. Sämtliche mehrere hundert Tiere des Hofes würden getötet und entsorgt, sagte der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Hannover, Gert Hahne.
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Re: Kann ein Dioxin-Skandal in Schweden passieren?

Beitragvon jms » 11. Januar 2011 12:16

entsorgt....


Gptt schütze uns vor doofen Politkern .....

der hat vergessen zu sagen daß aus den Resten Tierfutter hergestellt wird......das nenne ich ökologischen Kreislauf ....

nur Schade daß wir Politiker nicht so entsorgen können !


Grüßle

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Re: Kann ein Dioxin-Skandal in Schweden passieren?

Beitragvon Steffen86 » 11. Januar 2011 16:03

Naja man sollte sich auch mal Gedanken machen, woher das Dioxion stammt.. Aus südamerikanischen Pflanzenschutzmitteln...
Demnach ist ja auch eine Menge Obst und Gemüse davon betroffen, was so noch gar nicht bekannt ist ;)



und wie es zu uns kam...

Reste wurden zu Öl verarbeitet, über eine "Schein"-Firma nach Holland gefahren und dort über weitere Zwischenhändler verkauft.. Da helfen selbst beste Kontrollen nichts, wenn das System so umgangen wird...

Demnach ist davon auszugehen, dass so etwas überall der Fall sein kann, es nur nicht bekannt ist...

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Re: Kann ein Dioxin-Skandal in Schweden passieren?

Beitragvon Envis » 11. Januar 2011 18:08

Hej,

HeikeBlekinge schrieb:

Gerade deshalb stehe ich persönlich ja so auf närproducerad och småskalig producerad - oder auch selbst produziert. Die Kalkulation sieht da natuerlich anders aus und man muss schon mal etwas mehr hinblättern fuer die Produkte. Doch es lohnt! Vielleicht regt das ja auch mal zum haushalten an!?


Das trifft voll den Kern des Problems. Ich kann da nur voll und ganz zustimmen.
Gerade in Deutschland wird der blödsinnige Spruch " Geiz ist geil ! " immer mehr auch für den Bereich der Lebensmittel angewandt. Herausgekommen ist der jetzige Zustand. Alles nur noch billig!
Hähnchen wird im Handel teilweise für unter 2.00 Euro / Kg ( bratfertig ) angeboten. Kenner der Preise sagen, bei diesem Verkaufspreis kann der Erzeuger max. einen Preis von 0,60 Euro ( lebend ) erzielen. Der Unterschied ergibt sich aus Abfall ( Innereien, Kopf, Füße, Federn ) Schlacht - und Transportkosten, Gewinnspannen. Um ein Kilo Hähnchen zu erzeugen, ist nun einmal eine bestimmte Menge Futter erforderlich. Bei dem zu erzielenden Preis kann sich jeder ausrechnen, dass diese Tiere nur Abfallprodukte als Futter erhalten können. Am besten ist es natürlich dann, wenn man als Futter solche Stoffe verwenden kann, für deren Entsorgung man auch noch bezahlt wird.
Bei der Schweine- und Putenmast werden die Zustände nicht viel anders sein.
Ein bäuerlicher Familienbetrieb kann nicht zu solchen Preisen Fleisch produzieren. Es sei denn - er industrialisiert sich auch. Dann hat er keinerlei Einfluss mehr auf die Qualität des Futters. Er ist gezwungen, ebenfalls das billigste Futter zu verfüttern.
Ich glaube nicht daran, dass lediglich durch ein "Versehen" der jetzige Zustand entstanden ist. Ich glaube auch nicht daran, dass durch unbekanntes Dioxin in Fruchtabfällen das Dioxin ins Tierfutter gelangt ist.
Nach meiner Meinung wurde hier mit ganz viel krimineller Energie bewusst und gewollt dioxinbelasteter Abfall entsorgt.
Nach meinem Wissen ist das Altöl aus Motoren erheblich mit Dioxin belastet. Wird dieses Öl gut gefiltert, sieht es nicht anders aus als Speiseöl. Solange der Gesetzgeber nicht vorschreibt, das technische Fette durch deutliche Farbe gekennzeichnet werden, wird sich auch nichts ändern. Die Selbstverantwortung und Selbstkontrolle funktioniert nicht.
Jeder Einzelne muss sich aber auch darüber im Klaren sein, dass Fleisch zu absoluten Dumpingpreisen immer etwas suspekt sein muss. Das Argument, höhere Qualität sei zu teuer, kann nicht maßgebend sein. Lieber etwas weniger Fleisch, aber dann in guter Qualität, verzehren!
Wir kaufen unser Geflügelfleisch in Deutschland bei einem bäuerlichen Nebenerwerbsbetrieb. Dort wird nur eine begrenzte Anzahl , für den Bauern selbst und einige Kunden, aufgezogen. Für dieses Fleisch zahlen wir dann aber auch den doppelten Discounterpreis.
Schweinefleisch kaufen wir in Schweden. In der Nachbarschaft gibt es einen Schweinehof. Die Schweine befinden sich das ganze Jahr draußen auf Wiesen. Für den Winter sind einige Schutzhütten aufgestellt. Der Erzeuger verkauft seine Produkte unter dem Namen "Håkans glada grisar" regional auch bei ICA und COOP.
Wir als Verbraucher können natürlich solch kriminelle Handlungen, wie jetzt bei Dioxineiern und -fleisch,
nicht verhindern. Wir können aber durch unser Kaufverhalten sehr wohl etwas zur Verbesserung von Qualität machen.

:smt006 Envis


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