Junge Einwanderer im Abseits

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svenska-nyheter
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Junge Einwanderer im Abseits

Beitragvon svenska-nyheter » 27. November 2008 11:07

Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit, Kriminalität. Begriffe, an die man in Schweden nahezu automatisch denkt, wenn von Einwanderervororten die Rede ist. Ob Rosengård in Malmö, Husby in Stockholm oder Hjällbo in Göteborg – die Namen der Vororte stehen als Symbol für Verlierer der immer stärker um sich greifenden Trennung zwischen Arm und Reich, zwischen „angestammten“ Schweden und Eingewanderten. Ein aktueller Bericht des Zentralamtes für Jugend lässt nun erneut aufhorchen: In vielen Einwandervororten steht demnach jeder dritte junge Mensch zwischen 20 und 24 Jahren im gesellschaftlichen Abseits, hat also weder Ausbildungsplatz noch Job.


>>ganzer Artikel

(Mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden)

nysn

Re: Junge Einwanderer im Abseits

Beitragvon nysn » 27. November 2008 14:11

Zitate aus dem Artikel:

Ebenso wie viele andere Einwanderer zumal aus Nahost hat Fatemah die Erfahrung gemacht, dass es im ersten Bewerbungsschritt helfen kann, den fremdländischen Nachnamen durch ein unverfängliches „Svensson“ zu ersetzen. Doch spätestens beim Vorstellungsgespräch wird der eingewanderte Bewerber dann aussortiert.


Doch mindestens genauso wichtig wie zentrale Maßnahmen ist es laut Fatemah Maki Ali, geboren im Irak und derzeit Gymnasiastin in Åkersberga bei Stockholm, dass schwedische Arbeitgeber generell ihre Haltung gegenüber jungen Einwanderern überprüfen.


Daran scheitert es in Schweden am allermeisten - das fremdartige Aussehen und ein für schwedische Ohren fremd klingender Name.

Schweden ist in dieser Hinsicht - HINTERSTE PROVINZ!!

Von wegen Toleranz und Offenheit. Nur nach außen, wenn es darum geht, poltisch korrekt zu sein.

Warum soll es besser sein "Svensson" zu heißen - ein bäuerlicher Name, ohne Identität - einfach der Sohn vom Sven??
Das bestätigt doch wieder mal, der Schwede akzeptiert nur das, was er schon kennt.

S-nina

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Re: Junge Einwanderer im Abseits

Beitragvon vinbär » 27. November 2008 15:48

Ich wurde nach ein paar Monaten im Job von schwedischen Kollegen gefragt, ob ich nicht auch daran denken wuerde den Nachnamen zu wechseln, als Zeichen des Integrationswillens.

nysn

Re: Junge Einwanderer im Abseits

Beitragvon nysn » 27. November 2008 17:29

Ich wurde nach ein paar Monaten im Job von schwedischen Kollegen gefragt, ob ich nicht auch daran denken wuerde den Nachnamen zu wechseln, als Zeichen des Integrationswillens.


Auf der einen Seite kann man ja verstehen, dass wenn alle Svensson, Karlsson, Persson, Larsson usw. heissen, der Name dann nicht so eine große Bedeutung für den Einzelnen haben kann.

Was aber wieder mal großzügig übersehen wird, ist, dass eben ein "Migrant" (Invandrare) durchaus einen Familiennamen tragen kann, mit dem man sich über Generationen hinweg identifiziert hat und der einen mit seiner Familie und den dortigen Traditionen verbindet.

Einen Namen legt man nicht überall einfach so ab wie ein Kleid.

Auch sollte man - wenn man den Anspruch erhebt - tolerant und weltoffen zu sein - Integration nicht mit Selbstaufgabe verwechseln. Integration ist doch nicht Anpassung bis in allerletzte Detail.

S-nina

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Re: Junge Einwanderer im Abseits

Beitragvon vinbär » 27. November 2008 17:35

Ich sah auch keinen Anlass mich Maria Svensson zu nennen, im Gegenteil nie wäre ich in D auf die Idee gekommen ausländischen Kollegen ein Maier oder Schulz anzudrehen.
So weltoffen kann es eben nur in Schweden zugehen. :wink:

nysn

Re: Junge Einwanderer im Abseits

Beitragvon nysn » 27. November 2008 17:44

... zumal es auch Schweden geben soll, die sich und ihre Familie aufwerten wollen, indem sie sich einen neuen Familiennamen ausdenken - quasi sich einfach einen neuen erfinden - der dann womöglich noch "adlig, fein" klingen soll - ein berühmtes Beispiel ist

z. B. Linné - die Familie nannte sich Linneus nach "Lind" (Linde)
der Percy Barnevik (früherer ABB-Chef) hieß anfänglich auch ganz simpel Nilsson

aber was tut man nicht alles, um zu "berätta vem man är" ??

S-nina :D

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Re: Junge Einwanderer im Abseits

Beitragvon vinbär » 27. November 2008 18:06

das amuesiert in jeder Wochenendausgabe der Zeitung, wenn im Familienteil Maria Svensson und Ole Nilsson dann nach der Trauung Svennilbjörk heissen...Sehr originell, aber total im Trend.

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Re: Junge Einwanderer im Abseits

Beitragvon blueII » 27. November 2008 20:33

Hej Ihr Zwei.

Der Hintergrund dieses Thema´s ist ja schon recht traurig, aber witzig über welche Auswüchse in der Gesellschaft ihr da schreibt. War mir bisher nicht aufgefallen :shock: :wink:

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Namensänderung

Beitragvon vinbär » 27. November 2008 23:20

voila, wir basteln einen schwedischen Nachnamen:

http://wwwm.prv.se/NAMTWeb/default.jsp

besser als julpyssel :wink:

nysn

Re: Junge Einwanderer im Abseits

Beitragvon nysn » 28. November 2008 09:44

Hej Vinbär,

tolle Idee - habe mal reingeschaut in die Liste der vorgeschlagenen Namen.
Eventuell würden ja meine Jobchancen steigen - wenn ich mich nennen würde:

Nina Alleslätt (also alles Easy ...) oder


Nina Aberarm (vielleicht geht auch ein Doppelname - Alleslätt-Aberarm) :D

S-nina


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