jung und auswanderungswillig

Von Auswanderern für Auswanderungswillige! Alle Fragen zu Planung und Durchführung, zu Umzug, Integration und Umgang mit den Behörden. Interessante Erlebnisse und Tipps der Expats.
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Laura

jung und auswanderungswillig

Beitragvon Laura » 5. Februar 2007 18:14

Hallo alle zusammen!
Da ich leider kaum weiß wo ich mich als Auswanderungswillige hinwenden kann, versuche ich es über den Weg dieses Forums.
Ich hoffe ihr könnt mir ein wenig weiterhelfen.

Mein Name ist Laura ich bin 19 Jahre alt und bin gerade dabei mein Abitur zu machen. Nach meiner bestandenen Prüfung wurde ich gerne zusammen mit meinem 22-jährigen Freund nach Schweden auswandern.
Er wurde seine feste Arbeitsstelle hier in Deutschland aufgeben und sich neue Arbeit in Schweden suchen.
Ich selbst würde gerne für ein Jahr in einer sozialen Einrichtung in Schweden arbeiten (Was wäre vergleichbar mit FSJ? Wo bekomme ich Informationen?) um die Sprache zu erlernen.
Zusätzlich würde ich gerne einen Sprachkurs belegen (Mein Freund und ich können beide kein schwedich, wir müssten uns in der anfangszeit mit Englisch durchschlagen)
Nach diesem Jahr würde ich dann gerne ein Studium beginnen. Am Liebsten auf Lehramt (Welche Chancen hat man als Deutsche einen Studienplatz zu bekommen? Steht einem staatl. Förderung zu?)

Schweden als Land deshalb, weil uns die Landschaft sehr gut gefällt. Aber auch das Politik- und Wirtschaftssystem sagt uns zu. Vor allem die Sozialpolitik finden wir sehr gelungen, da ich gerne später Beruf und Kinder unter einen Hut bringen möchte.
Kurz: Schweden ist das Land unserer Träume!

Na ja, ich erwarte hier nicht auf alles eine Antwort, aber eine kleine Anregung oder vielleicht Informationen über mögliche Anlaufstellen wären sehr nett!

Wer uns helfen kann, nur raus damit! :wink:

Würde mich über Antworten sehr freuen!

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janaquinn
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Re: jung und auswanderungswillig

Beitragvon janaquinn » 5. Februar 2007 18:57

Hej Laura, erstmal herzlich willkommen hier im Forum. Ich habe deine Zeilen mehrfach durchgelesen und lange überlegt, wie uns was ich schreiben soll.
Ihr habt grosse Träume und viele Wünsche, was ich gut verstehen kann. Aber vielleicht solltet ihr erstmal in Deutschland zumindest eine VHS-Kurs machen, damit ihr euch halbwegs verständigen könnt und dein Freund auch eine Chance hat einen Job zu finden. Denn das wird ohne Sprachkenntnisse sehr schwierig, es sei denn ihr/er habt eine Job der händeringend gesucht wird.Auch ist es einfach eine Sache von Respekt, wenn man zumindest die Grundbegriffe in der Landessprache kann.
Auch solltet ihr schon vor der Auswanderung zumindest einen Job sicher haben oder zumindest eine ausreichende Rücklage, das ihr leben könnt. Desweiteren braucht ihr einen Job und eine Anschrift in Schweden um eine Personennummer zu bekommen, ohne die geht in Schweden garnichts, es gibt kein Konto, keinen Handyvertrag, du brauchst diese Nummer einfach überall. Und ihr habt nach der Einreise 3 Monate Zeit, auch als EU-Bürger, sonst müsst ihr wieder ausreisen, liebe Schweden berichtigt mich falls dies falsch ist.
Geht die ganze Sache langsam an, mach dein Abi, mach eine Ausbildung oder fang ein Studium, lernt in der Zeit schwedisch und dann überlegt euch genau, ob ihr immer noch nach Schweden wollt.
Bitte versteh mich nicht falsch, ich möchte dich nicht an euren Plänen hindern, aber es ist ein weitreichender Schritt und der muss einfach überlegt sein.
Ich lege dir ans Herz, lies die Beiträge hier im Forum, viele von uns sind schon ausgewandert, stehen kurz davor und sind nicht mal mehr in der Planungsphase, sondern da steht die Abreise kurz bevor und viele andere sind mitten in der Planung. Es ist viel Arbeit, viel Stress und es muß viel überdacht werden.
Laßt euch Zeit, ihr seid jung und habt noch Zeit.
Du kannst dich aber auf jeden Fall an das Raphaelswerk wenden, die beraten Auswanderer und sind sehr sehr nett.
Hejdå JANA
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk

Uwe

Re: jung und auswanderungswillig

Beitragvon Uwe » 6. Februar 2007 09:42

Hej Laura,

recht herzlich Willommen im Forum. Du findest hier zu deinen Fragen bereits viele einträge und Hinweise, viel Spass beim stöbern.

LG Uwe

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Skogstroll
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Re: jung und auswanderungswillig

Beitragvon Skogstroll » 6. Februar 2007 10:38

Hej Laura,

es stimmt, zu dem Thema wurde im Forum schon viel geschrieben. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, habt immer im Hinterkopf: Warum sollte ein schwedischer Arbeitgeber einen Deutschen einstellen, wenn er einen gleich oder besser qualifizierten Schweden haben kann? Eigentlich gibt es nur eine Antwort darauf: Weil er eben keinen gleich oder besser qualifizierten Schweden findet. Entweder sollte man also einen Mangelberuf ausüben oder eine wirklich gute Qualifikation mitbringen.
Das lässt sich übrigens auch leicht an deutschen Auswanderungsstatistiken nachvollziehen.

Zum Sozialsystem: Was wisst ihr eigentlich über das schwedische Sozialsystem, die schwedische Politik? Wisst ihr z.B., dass viele soziale Kürzungen, wie sie in Deutschland während der letzten Jahre passiert sind und noch passieren, in Schweden schon viel früher stattgefunden haben? Wisst ihr, dass die derzeitige bürgerliche Regierung diesen Prozess weiter vorantreibt? Die Leistungen bei Arbeitslosigkeit waren schon immer nicht überragend, jetzt sind sie nochmals gekürzt worden, und das bei gleichzeitiger Preiserhöhung der Arbeitslosenversicherung um mehrere 100%.
Mein Tipp: Macht eine solide Ausbildung, sammelt gern etwas Berufserfahrung, lernt Schwedisch, verfolgt schwedische Nachrichten (die übrigens gern etwas regierungskonform sind) und denkt dann in Ruhe über das Thema Auswandern nach. Schnellschüsse gehen gern nach hinten los.
Übrigens: Als ausgebildeter (!) Lehrer hat man in Schweden recht gute Chancen. Wenn du das in Schweden studieren willst, dann musst du wirklich gute Sprachkenntnisse (auf Abiturniveau) mitbringen, die du dann auch nachweisen musst. Nicht der Studienplatz ist das Problem, sondern die Zulassung zum Studium. Die deutsche Lehrerausbildung wird anerkannt.

Hälsningar,
Skogstroll

Uwe

Re: jung und auswanderungswillig

Beitragvon Uwe » 6. Februar 2007 13:10

Hej Skogstroll,

diese Fragen trifft aber fast auf jedes Land zu, die Antwort in Deutschland wäre, der Arbeitgeber zahlt dem Neuen weniger.

Wird man arbeitslos, muss man mit erheblich weniger zurecht kommen. Vorausgesetzt, dass man überhaupt einen neuen Job bekommt. Arbeit wird knapper, die Arbeitgeber können es sich erlauben den Verdienst zu drücken.

Ich denke daher, dass für viele die sozialen Leistungen in Schweden nicht nur der Grund ist, ins Ausland bzw. nach Schweden zu gehen. In meinen bisherigen Berufsleben (immerhin 26 Jahre), war ich insgesamt 6 Monate arbeitslos. Dies war meistens, wenn ich meinen Job wechselte. Heute sieht es ganz anders aus. Man kann es sich nicht erlauben seinen Job zu verlieren, erst recht nicht über 40.

Die Menschen möchten arbeiten und einen Verdienst haben, der Ihnen es ermöglicht zu leben.
Weitere Gründe auszuwandern sind doch u.a. das Arbeitsklima, das Miteinander und nicht zu vergessen, das wunderbare Land und die Natur.

Du hast recht, dass die Kürzung der sozialen Leistungen hier noch nicht abgeschlossen sind und noch vieles passieren wird, aber was wir dringend brauchen ist Arbeit, die auch leistungsgerechter bezahlt wird.


Gruß
Uwe

Gast

Re: jung und auswanderungswillig

Beitragvon Gast » 6. Februar 2007 15:24

Vielen Dank für eure Beiträge!
Klar weiß ich, dass ich/wir uns noch viel informieren müssen.
Nur einen Ansatzpunkt zu finden ist sehr schwer!
Je schneller wir uns mit dem Thema "Auswandern" befassen, desto schneller können wir später unseren Traum erfüllen.

Gut zu wissen ist schon einmal, dass die Lehrerausbildung in Schweden anerkannt wird und ich nicht von "Null" beginnen müsste.

Die Grundwortschatz und die Grundgrammatik könnte ich während meinem Studium erlernen. Vor Fremdsprachen schrecke ich eigentlich weniger zurück.

An der schwedischen Politik reizt mich vor allem das Schulsystem, dass der Leistungsdruck nicht zu groß ist, die Kinder mehr Freiräume haben und sich besser entfalten können.
Ich finde das einfach toll und würde sagen, dass Schweden eine bessere Familienpolitik betreibt als Deutschland und viele andere Länder der EU.
Natürlich gefällt uns auch die Art zu leben, die Natur und die Menschen.

Wir wären bereit uns neu anzupassen, ein neues Land und seine Kultur kennen zu lernen.

Natürlich habe ich mich für einen Studienplatz hier in Deutschland beworben, trotzdem bleibt natürlich der Gedanke lieber nach Schweden auszuwandern.

Vielen Dank für eure tollen Ratschläge. Wir werden uns weiter informieren und unser Ziel nicht aus den Augen verlieren

Ich werd dann mal weiter eure Suchfunktion benutzen :wink:

Viele Grüße,
Laura

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Re: jung und auswanderungswillig

Beitragvon Skogstroll » 6. Februar 2007 16:08

Hej Laura,

über das schwedische Schulsystem könnte man lange diskutieren. Meine Frau arbeitet als Lehrerin sowohl am Gymnasium als auch an der Grundschule, kennt das System also "von innen". Erst ab der 7. Klasse gibt es Zeugnisse, bis dahin wird möglichst viel schöngeredet. Einem Schüler klar zu sagen, dass er Defizite hat oder gar die Abwahl eines Faches zu empfehlen, gilt als Tabubruch. Als Folge dessen kommt für viele das Erwachen am Gymnasium. Da praktisch alle das Gymnasium absolvieren (müssen), hat man für schwache Schüler entsprechende Dünnbrettprogramme eingeführt, im Extremfall sog. individuelle Programme. Natürlich ist ein solches Abitur nicht viel wert.
Die alte Regierung hatte noch eine Reform auf den Weg gebracht, die die neue aber sofort wieder gestoppt hat. Jetzt bastelt man an einer eigenen Reform, deren Ziel aber wohl mehr Kostensenkung sein dürfte.
Allerdings hat man die Einstellung von Lehrern ohne "behörighet", also ohne abgeschlossene Ausbildung, erheblich erschwert. Es klappt also nur noch in Ausnahmefällen, als deutscher Nichtlehrer nach Schweden zu gehen und dort Deutsch zu unterrichten, und wenn, dann sitzt man immer auf dem Schleudersitz.

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Re: jung und auswanderungswillig

Beitragvon Imrhien » 6. Februar 2007 16:13

Hallo Laura,

die Anderen haben Recht mit dem was sie schreiben. Überlegt Euch den Schritt ganz genau und plant so gut es geht. Bereitet Euch darauf vor.
Allerdings möchte ich Dir auch etwas Mut machen. Ihr wärt nicht die Ersten die im Studium ins Ausland gehen und auch dort bleiben. Das ist möglich. Es wird vermutlich nicht immer einfach werden und Garantie auf Erfolg gibt es nicht. Aber da muss ich ehrlicherweise zugeben, dass das ja bei unseren eigenen Auswanderplänen auch nicht anders ist. Gut, wir lernen schon mal die Sprache und haben schon mal Berufserfahrung für den Fall, dass man zurück muss...
Als Tipp, erkundigt Euch doch mal, vor allem Du, an der Uni. Gibt es die Möglichkeit ein Auslandsemester zu machen? Da könntest zumindest Du schon mal ein paar Monate schauen was da auf Euch zukommt. Wenn Ihr Euch lieber nicht auf Zeit trennen wollt könnt Ihr mal schauen ob man schon von Deutschland aus ein Studium in Schweden organisieren kann. Mit dem Lehramtsstudium kenne ich mich nicht aus aber gibt es da vielleicht auch Stipendien oder so? Schau mal bei schwedischen Unis (der ein oder andere im Forum könnte da sicherlich einen Link posten oder du suchst selber) was Du tun musst um Geld zu bekommen.
Anders sieht es wohl aus wenn Dein Partner einen Job hat, dann kannst Du als "Sambo" soweit ich weiss auch schon Geld zum Studieren beantragen bzw. hast Aufenthaltsgenehmigung und PN. Korrigiert mich falls das nicht stimmt.
Also könntet Ihr versuchen einen Job für Deinen Freund zu bekommen. Das wird allerdings wie schon geschrieben, nicht einfach. Schwedisch lernen steht da echt an oberster Stelle.
Einfacher wäre es glaube ich wenn er arbeitslos wäre. Da gibt es Unterstüzung durch das Arbeitsamt. Aber auch darauf würde ich mich nicht dahingehend verlassen, dass ich meine Stelle aufgeben wollte, zumal ich glaube, dass das bei eigener Kündigung wieder nicht zutrifft...

Lasst Euch nicht entmutigen. Wenn ihr das wirklich wollt, schafft ihr es. Sammelt erst mal so viele Infos wie möglich und lernt die Sprache. Mein Mann und ich arbeiten schon seit ein Paar Jahren daran (seit der Gedanke das erste Mal aufkam) und sind gerade noch in der Planungsphase und wenn es gut geht dann sind wir spätestens nächstes Jahr soweit.

Viel Erfolg Euch

Imrhien

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Re: jung und auswanderungswillig

Beitragvon Imrhien » 6. Februar 2007 16:18

janaquinn hat geschrieben:Du kannst dich aber auf jeden Fall an das Raphaelswerk wenden, die beraten Auswanderer und sind sehr sehr nett.
Hejdå JANA


Hallo Jana,

ich habe gerade Kontakt zu denen aufgenommen. Bisher waren sie wirklich super nett. Habt Ihr den Service genutzt? Was genau beinhaltet der? Und was kostet das? Wir haben mal was von 75 € gehört, bzw. das haben die uns geschrieben. Soweit ich das verstanden habe hängt es vom AUfwand ab. Nur verstehe ich nicht wie die vorher wissen wollen was an Arbeit anfällt und hinterher können sie ja schlecht mehr verlangen.
Ansonsten denke ich, die sind sehr seriös. Sie gehören immerhin zur kath. Kirche sind genau genommen ein "ABleger" der Caritas und arbeiten mit dem Familienministerium zusammen. Ich denke die kann man ganz gut empfehlen. Wenn die Arbeit stimmt, das kann ich aber noch nicht beurteilen. Wie sind da Deine Erfahrungen?
liebe Grüße
Wiebke

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Re: jung und auswanderungswillig

Beitragvon janaquinn » 6. Februar 2007 16:24

Hej Wiebke, wir hatten einen Termin beim Raphaelswerk in D´dorf, mussten ihn aber canceln, weil Rey, mal wieder, kurzfristig arbeiten musste. Ich finde es heute noch schade, denn sie hätten uns sicher gute Info´s geben können.
So kann ich dir da leider, ausnahmsweise, keinerlei genaue Info´s geben.
LG JANA
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