Job als Arzt in Schweden, Hausbau im Norden?

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Swanhild
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Job als Arzt in Schweden, Hausbau im Norden?

Beitragvon Swanhild » 23. Februar 2017 01:10

Guten Abend, Forengemeinde und Schwedenfans. :)

Tut mir leid, dass ich so mit der Tür ins Haus falle, als Neuankömmling. :smt006
Ich (28) und mein Partner (36, Arzt) überlegen uns, nach Schweden auszuwandern. Er hat bereits Kontakt mit Jobagenturen in Schweden hergestellt und bereits seinen CV auf Englisch dort hingeschickt.
Tut mir leid für die Fragen, die kommen, aber ich kämpfe mich seit vier Stunden durch die Foren, dass ich schon anfange, Zeilen aus Versehen zu überlesen. :oops:

1. Hat schon jemand von Anfang an in Schweden studiert? Wie lief es ungefähr ab? Da ich mein Abi derzeit nachhole, möchte ich dort gerne Medizin studieren. Früher ging es mit dem Abi leider nicht, wegen vielen Problemen.

2. Grundstücke sind sehr günstig, wie sieht es aber aus, wenn man ein Haus aus Holz oder Stein bauen möchte? (Preisliche Unterschiede?) Ich habe oft gelesen, dass das sehr teuer ist, da meist das Dach nicht in den Kosten ist, keine Elektroleitung, etc. Wir würden gerne mehr nördlich von Stockholm leben. Gerne in der Nähe einer Kleinstadt, haben auch nichts gegen Nachbarn, die in Schweden ja unabdingbar sind. Schließlich möchte man sich auch mal unterhalten und so weiter.

3. Stimmt es, dass in Städten wie Stockholm, Göteborg und Malmø es schwieriger ist, eine Stelle als Arzt zu bekommen? Das ist nur eine allgemeine Frage, wir möchten gerne etwas nördlicher wohnen. Obwohl um Stockholm auch eine gute Alternative wäre. Aber mein Partner möchte ungerne in einem kleinen Dorf arbeiten. Zumal das Problem ist, dass er Facharzt für Augenheilkunde ist. Ich weiß, dass in Norwegen erstmal der Hausarzt alle Patienten aufnimmt und Fachärzte dort eher in Kliniken arbeiten, selten selbstständig. Wie genau ist das in Schweden? :oops:

In drei Wochen fahren wir wieder nach Schweden, diesmal geht es nach Göteborg. Vielleicht wohnt dort jemand und hätte Lust auf einen Kaffee? :)

Hjärtliga hälsningar!

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Re: Job als Arzt in Schweden, Hausbau im Norden?

Beitragvon Keek » 23. Februar 2017 17:08

Hallo und herzlich Willkommen im :schwedentor2:

Swanhild hat geschrieben:1. Hat schon jemand von Anfang an in Schweden studiert? Wie lief es ungefähr ab? Da ich mein Abi derzeit nachhole, möchte ich dort gerne Medizin studieren. Früher ging es mit dem Abi leider nicht, wegen vielen Problemen.


Ich studiere zwar nicht "von Anfang an" in Schweden, allerdings inzwischen schon eine ganze Weile. Was möchtest du denn wissen? Speziell zur Medizin kann ich dir jedoch nichts sagen.

Wenn du hier dein Bachelorstudium machen möchtest wirst du vermutlich Schwedisch sprechen?

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Re: Job als Arzt in Schweden, Hausbau im Norden?

Beitragvon Swanhild » 23. Februar 2017 18:34

Hallo und danke. :D

Schwedisch spreche ich noch nicht. Aber ich habe noch zwei Jahre Zeit dafür, bin erst dann mit dem Abitur fertig, das ich ja jetzt mit 28 nachhole und dann 30 wäre. Wie ist der Kontakt zu den Dozenten? Ist das so typisch wie in Deutschland, wo sie von oben herab sprechen? Und wie ist das Verhältnis unter den Studenten? Gibt natürlich immer mal Streit, das ist klar. Aber so grundsätzlich? Irgendwelche Deutsch-Feindlichkeiten? Das hat man ja ab und zu gehört, dass es das in Schweden gäbe, dass sie Deutsche nicht sonderlich mögen, warum auch immer.

Darf ich fragen, wo du studierst? Umeå fänd ich toll. Schön im Norden und sicher mit dem ein oder anderen Nordlicht. :D

Vielen Dank schon einmal. :D
Liebe Grüße,
Svenja

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Re: Job als Arzt in Schweden, Hausbau im Norden?

Beitragvon vibackup » 23. Februar 2017 19:43

Swanhild hat geschrieben:1. Hat schon jemand von Anfang an in Schweden studiert? Wie lief es ungefähr ab?


Nicht studiert, aber ich habe eine Zeitlang recht intensiv in Örebro unterrichtet, und mitgeholfen, das Medizinstudium dort aufzubauen. Derzeit arbeite ich in Linköping, habe nur noch einzelne Vorlesungen zumeist in Örebro und und ganz vereinzelt jetzt in Linköping.

Swanhild hat geschrieben:Da ich mein Abi derzeit nachhole, möchte ich dort gerne Medizin studieren. Früher ging es mit dem Abi leider nicht, wegen vielen Problemen.


Hier solltest du viele Infos finden:
http://www.studera.nu/malgruppssidor/valja-utbildning/

Swanhild hat geschrieben:2. Grundstücke sind sehr günstig, wie sieht es aber aus, wenn man ein Haus aus Holz oder Stein bauen möchte? (Preisliche Unterschiede?)


Überlege dir das gut: ihr zieht in ein neues Land, was stressig genug ist und wollt gleichzeitig bauen... jedes für sich hat das Potential zum Beziehungskiller. Kann man das sequenzieren? Erst herziehen, vielleicht erst mal ein Haus kaufen, dann später bauen?
Holzhäuser sind hier üblich, Stein unüblich und daher vermutlich teurer.
Hier ein paar Schätzungen, recht aktuell (von 2016):
https://www.byggahus.se/ekonomi/vad-kostar-bygga

Swanhild hat geschrieben:Wir würden gerne mehr nördlich von Stockholm leben. Gerne in der Nähe einer Kleinstadt, haben auch nichts gegen Nachbarn, die in Schweden ja unabdingbar sind. Schließlich möchte man sich auch mal unterhalten und so weiter.


Hmmm... Kleinstadt und Medizin studieren... um Medizin studieren zu können musst du wohl in erreichbarem Abstand von einer der Universitätsstädte Umeå, Uppsala, Stockholm, Örebro, Göteborg, Linköping oder Lund wohnen, wobei
  • Stockholm, Göteborg und Lund am populärsten sind (in dieser Ordnung)
  • Linköping und Örebro vermutlich die am meisten praktisch orientierten Ausbildungen haben (und zumindest Linköping auch einen Vorsprung hat, was die Ergebnisse betrifft - Örebro ist noch nicht lang genug im Rennen, um was sagen zu können)
  • Stockholm, nach dem was man in den nationalen Examina nach dem AT sieht, die am wenigsten guten Ärzte produziert
  • Göteborg die einzige Uni ist, die klassisch unterrichtet, alle anderen Universitäten haben mehr oder weniger auf PBL umgestellt. Muss man mögen, PBL macht am Anfang ziemlichen Stress, man lernt aber schnell das selbständige lernen. Am meisten PBL gibt es in Örebro, gefolgt von Linköping.


Swanhild hat geschrieben:3. Stimmt es, dass in Städten wie Stockholm, Göteborg und Malmø es schwieriger ist, eine Stelle als Arzt zu bekommen?

Ja, natürlich.
In den Universitätsstädten ist es hier (genau wie vermutlich bei euch in Deutschland) schwieriger, eine Stelle zu bekommen. Und noch schwieriger wird es, wenn man Malmö mit dänischem Ö schreibt ;-)
Im Ernst: ja, in Stockholm ist es natürlich am schwierigsten; auch wenn gerade sowohl der Maccharini-Skandal als auch das Neue Karolinska den Ruf des KI/KS erheblich untergraben, so haben diese Institutionen dennoch einen ganz erheblichen Pondus. Das braucht noch ein paar Skandale, um den nachhaltig zu zerstören, auch wenn die Leitung dieser Institutionen alles zu tun scheint, um diese Skandale zu liefern... und auch in Gbg und in Lund wird das nicht einfach.
Und es war interessant zu sehen: seit man in Örebro ein Medizinstudium hat, stehen die AiPler Schlange, während früher um sie geworben wurde...

Swanhild hat geschrieben: Das ist nur eine allgemeine Frage, wir möchten gerne etwas nördlicher wohnen. Obwohl um Stockholm auch eine gute Alternative wäre. Aber mein Partner möchte ungerne in einem kleinen Dorf arbeiten. Zumal das Problem ist, dass er Facharzt für Augenheilkunde ist. Ich weiß, dass in Norwegen erstmal der Hausarzt alle Patienten aufnimmt und Fachärzte dort eher in Kliniken arbeiten, selten selbstständig. Wie genau ist das in Schweden? :oops:


Ja, Augenärzte arbeiten hier in Kliniken. Niedergelassene Augenärzte mag es irgendwo geben, aber ich kenne keinen. In einem Dorf wird er kaum genug Patienten haben...
Brillen werden hier in der Regel (außer bei Kindern und schweren Problemen) von Optikern angepasst, nicht von Augenärzten. Weiß nicht, wie das in D inzwischen ist?
Um Stockholm herum ist das Leben natürlich am teuersten...
Und wenn du in Ruhe dein Abitur machst und er in der Zeit mal herkommt und sechs Monate hier irgendwo arbeitet (schwedisch lernen und die schwedische Approbation natürlich vorher) ohne alle Brücken abzubrechen?
Dann wisst ihr eher, worauf ihr euch einlasst?

//M

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Re: Job als Arzt in Schweden, Hausbau im Norden?

Beitragvon vibackup » 23. Februar 2017 19:55

Ach ja: ich habe in den ersten Jahren hier eine Seite gemacht.
Die ist inzwischen in vielem inaktuell, so nehmt alles cum grano salis, aber die Grundzüge dürften noch stimmen:
http://www.m-andresen.org/sweden/index.html
Unten steht immer das Datum der letzten Revision...

//M

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Re: Job als Arzt in Schweden, Hausbau im Norden?

Beitragvon Swanhild » 24. Februar 2017 16:31

Danke für die ausführliche Antwort. :D

Leider ist das nicht so einfach, mal eben sechs Monate woanders als Probe zu arbeiten. Er hat hier ja noch einen Job und sein Chef will ihm noch nicht einmal einen Monat unbezahlten Urlaub geben. Da wird es mit sechs Monaten nahezu unmöglich.

Ich würde natürlich nach Schweden erst später kommen, wenn das Abi fertig ist. Ein Hausbau muss auch nicht von jetzt auf gleich sein. Da wäre es uns lieber, erst einmal zur Miete zu wohnen und dann alles zu planen. Aber vorab Informationen sammle ich immer gern.

Es ist mit den Wünschen natürlich immer so eine Sache, was letzten Endes wirklich realisierbar ist, erfährt man leider meist erst viel später. Aber da sind wir spontan. Wo was klappt, wird probiert. Mal sehen, wo uns das Leben hinführt. :D

Leider kommen auch in Deutschland immer wieder Pat., die ihre Brille machen lassen wollen. Dabei ist der Optiker auch dafür zuständig. Ich trage selbst seit neun Jahren eine Brille, war aber deshalb noch nie beim Augenarzt. Ich denke, er wird sich freuen zu hören, dass in Schweden grundsätzlich Optiker dafür zuständig sind.

Er hat kürzlich eine Jobagentur angeschrieben. Wir hoffen, dass wenn wir im März nach Göteborg fahren, dort eine Hospitation möglich ist. Das sind zwar nur ein paar Tage, aber ich glaube, das ist besser als nichts. Da werden sich sicher einige Fragen beantworten lassen. Wenn das klappt, kann ich gerne dazu was schreiben. :)

Viele Grüße aus Deutschland!

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Re: Job als Arzt in Schweden, Hausbau im Norden?

Beitragvon Keek » 25. Februar 2017 11:24

Swanhild hat geschrieben:Wie ist der Kontakt zu den Dozenten? Ist das so typisch wie in Deutschland, wo sie von oben herab sprechen? Und wie ist das Verhältnis unter den Studenten? Gibt natürlich immer mal Streit, das ist klar. Aber so grundsätzlich? Irgendwelche Deutsch-Feindlichkeiten? Das hat man ja ab und zu gehört, dass es das in Schweden gäbe, dass sie Deutsche nicht sonderlich mögen, warum auch immer.

Darf ich fragen, wo du studierst?


Hallo,
ich studiere meinen Master in Växjö. Dieser ist auf Englisch und es sind nur wenige Schweden in meinem Studiengang. Wirkliche Deutsch-Feindlichkeiten habe ich in der Zeit hier jedoch noch nicht erlebt. Ich denke mal wenn jemand mit Deutschen nix anzufangen weiß wird er denjenigen einfach aus dem Weg gehen. Ich habe Kontakt zu einigen schwedischen Studenten die sich generell im Kreis der internationalen Studenten bewegen und dementsprechend auch offen und freundlich sind. Man ist als Deutscher jedoch auch nur einer von vielen, da es viele deutsche Studenten gibt die über das Erasmus Programm nach Schweden kommen.

Nein. Dozenten, Professoren etc. habe ich hier bisher nicht 'von oben herab sprechend' erlebt. Es ist hier üblich (wie im Rest Schwedens), dass man auch die Professoren mit "du" und Vornamen anspricht. Das macht die Beziehung zu den Dozenten wesentlich angenehmer, freundlicher und vor allem persönlicher als in Deutschland.

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Re: Job als Arzt in Schweden, Hausbau im Norden?

Beitragvon viskalevaisverige » 25. Februar 2017 15:11

Hej Svenja,
es wäre super, wenn du weiter berichten könntest, v.a. vom Termin bei der Jobagentur. Mein Stand ist, dass man seit Mitte letzten Jahres als Arzt ein C1-Sprachniveau benötigt, um in Schweden approbiert zu werden. Vielleicht haben sie diese Regelung ja aufgrund des weiterhin bestehenden Ärztemangels inzwischen schon wieder etwas aufgeweicht...?
Lycka till!

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Re: Job als Arzt in Schweden, Hausbau im Norden?

Beitragvon bookwood81 » 25. Februar 2017 19:49

Hej; hab das Thema beim socialstyrelsen grad durch - ohne C1 geht da gar nix mehr :( ....
Das ist von Deutschland aus nahezu unmöglich; man kann Kurse an der VHS bis max.B2 besuchen...wie es bei Babbel aussieht weiß ich nich. Ich drück Dir die Daumen, daß es für euch klappt :D - eine längere Vorbereitungs- und Planungszeit zu haben ist auch ganz gut; schließlich ist es ein großer Schritt!
Viel Erfolg und liebe Grüße :smt006


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