Jeder dritte reg. Arbeitslos in Schweden ist Ausländer

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Re: Jeder dritte reg. Arbeitslos in Schweden ist Ausländer

Beitragvon Gotlandschaf » 11. Januar 2012 21:42

Genau das ist der Punkt; in jeden anderen Land ist es genau so. Einheimische werden in der Regel immer vorgezogen. Das kann man doch niemanden verübeln. Würde ich auch nicht anders machen... Allerdings habe ich es hier in der Schweiz auch geschafft zwei mal einen Job bei absoluten "Hardcore Schweizern" (die nach eigener Aussage nur Schweizer einstellen wollten) zu bekommen, obwohl ich keine Schweizerin bin. Irgendwie hat es eben auch was mit der eigenen Persönlichkeit zu tun.

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Re: Jeder dritte reg. Arbeitslos in Schweden ist Ausländer

Beitragvon Henrik der Wikinger » 12. Januar 2012 00:50

Gottfried hat geschrieben:Aber wenn du Müller, Mayer oder Zimkowsky heißt, wirst Du Deinen Job schneller in einer Firma verlieren, als der Eriksson, Andersson oder Karlsson! Es gab auch tolle Versuche( Lokalradio) mit Einstellungsgesprächen..die Schweden, die sich mit ausländisch klingendem Namen vorgestellt hatten, wurden gar nicht erst eingeladen......Integration, Qualifikation..spielen keinerlei Rolle.


Hej,

na das mit dem Namen ist ja in Schweden grundsätzlich kein Problem... Hautsache die Nummer stimmt.... :smt064 :smt064 :wink:
http://www.skatteverket.se/privat/folkb ... 04083.html

GF.Skaraborg hat geschrieben:- Kleinere und mittlere Betriebe ziehen es meist vor, einheimische statt Immigranten bei gleichen Voraussetzungen vorzuziehen. Manchesmal habe ich das Gefuehl, dass der "versteckte Rassismus" der Schweden die Ursache dafuer ist


Also mal ganz ehrlich: Ich als zukünftiger Betriebsleiter in Schweden würde zumindest ein Stück weit auch Einheimische einstellen bzw. bevorzugen. Ganz einfach aus dem Grund weil die die Sprache wirklich können! Bei sonst gleicher Qualifikation... das versteht sich von selbst!

Gruß :smt006

Henrik
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Re: Jeder dritte reg. Arbeitslos in Schweden ist Ausländer

Beitragvon Gotlandschaf » 12. Januar 2012 11:20

Das war doch gar nicht das Thema sondern, dass Du als Deutscher in Deutschland eher Deutsche einstellst. Als Schwede in Schweden stellst Du eher Schweden ein. Als Deutscher in Schweden solltest Du besser Schweden einstellen, da Du sonst kaum eine Chance hast, als Betrieb auf einen grünen Zweig zu kommen. Wahrscheinlich bist Du als Ausländer aber eher bereit auch anderen Ausländern eine Chance zu geben.

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Re: Jeder dritte reg. Arbeitslos in Schweden ist Ausländer

Beitragvon Henrik der Wikinger » 12. Januar 2012 12:02

Gotlandschaf hat geschrieben:Das war doch gar nicht das Thema sondern, dass Du als Deutscher in Deutschland eher Deutsche einstellst.


Hej,

ich hoffe mal du unterstellst mir da nichts. :wink: :smt064 Wenn ich mich in D selbständig machen würde (was eine reine Hypothese ist) wäre es mir schlicht wurscht wo meine Leute herkommen. Ich wäre daran interessiert GUTE Leute in meinem Betrieb zu haben... der Rest würde mich absolut nicht die Bohne interessieren....

Gotlandschaf hat geschrieben:Als Deutscher in Schweden solltest Du besser Schweden einstellen, da Du sonst kaum eine Chance hast, als Betrieb auf einen grünen Zweig zu kommen. Wahrscheinlich bist Du als Ausländer aber eher bereit auch anderen Ausländern eine Chance zu geben.


Das Gleiche gilt auch hier. Prinzipiell zumindest. Mit eben der erwähnten Einschränkung bezüglich der Sprache. Das hat aber eher etwas damit zu tun das ich schwedisch eben nicht spreche wie meine Muttersprache, als damit wo die Leute herkommen. Es liegt einfach in der Natur der Dinge. :wink:

Gruß :smt006

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Re: Jeder dritte reg. Arbeitslos in Schweden ist Ausländer

Beitragvon Gotlandschaf » 13. Januar 2012 09:55

Nee, unterstellen will ich niemanden etwas. Es geht auch nicht um Deine oder meine persönliche Einstellung, sondern um die reale Situation im allgemeinen. Ich denke Menschen die nicht in ihrem "Heimatland" leben, haben eh eine völlig andere Einstellung zu "Ausländern".

Aber das wahre Leben zeigt immer wieder (und ich würde hier behaupten in JEDEM Land der Welt), dass Ausländer, und zwar egal woher sie kommen, immer einen schlechteren Stand bei der einheimischen Bevölkerung haben. Sie sind in erster Linie Konkurrenz um Arbeitsplätze, in der heutigen Zeit kein Wunder und bestimmt auch kein Geheimnis.

Dessen muss man sich einfach bewusst sein und nicht auf Schweden oder sonstwen schimpfen und "versteckte" Ausländerfeindlichkeit unterstellen. Ich bin sicher, dass sich vielen Menschen vor ihrer Auswanderung nicht überlegen, dass die Einheimischen nicht "Juchee" rufen, wenn man auf der Matte steht. Das machen sie nur, wenn sie wissen, dass man nach 2 Wochen Urlaub und einem locker sitzenden Geldbeutel wieder verschwindet. Da schaffen es dann sogar (offen fremdenfeindlicher) Innerschweizer freundlich zu sein :lol: .

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Re: Jeder dritte reg. Arbeitslos in Schweden ist Ausländer

Beitragvon janaquinn » 13. Januar 2012 17:30

mmmh.."versteckte" Ausländerfeindlichkeit wird nicht "unterstellt" sondern sie ist schlicht weg vorhanden!Wenn gute ausgebildete Ärzte anstatt zu praktizieren in Stockholm oder Malmö Taxi fahren müssen, weil die Ausbildung nicht anerkannt wird, obwohl Ärztemangel herrscht, dann ist dies "versteckte" Ausländerfeindlichkeit!
Wenn die Chefin der schwedischen Krankenkasse offen zugibt, dass Ausländer immer erstmal Absagen auf Anträge bekommen, dann ist dies "versteckte" Ausländerfeindlichkeit.
Und wenn der Freund eine Freundin seit mehr als einem Jahr um seine ständige Aufenhaltsgenehmigung kämpft, obwohl er hier studiert hat und jeden Tag bis zum umfallen arbeitet, und Migrationsverket immer wieder neue Sachen einfallen, dann ist dies Ausländerfeindlichkeit!

Mein Mann hat seine Jobs bekommen, weil er einfach richtig richtig gut ist, da war es den Leuten egal ob er Schwede ist oder nicht! Aber diese Leute wollten ihn auch unbedingt haben und haben alle Hebel in bewegung gesetzt, damit er zu den Bewerbungsgesprächen kommt.

Schweden ist nicht weniger ausländerfeindlich als die Schweiz, wahrscheinlich sogar noch um einiges mehr...nur eben sehr viel versteckter!
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Re: Jeder dritte reg. Arbeitslos in Schweden ist Ausländer

Beitragvon Gotlandschaf » 13. Januar 2012 18:14

Das hat nichts mit Schweden zu tun. Das läuft doch in allen Ländern der Welt so, der Unterschied ist einfach, ob dies in der Öffentlichkeit "breit getreten" wird. Ausländer sind nirgends willkommen, warum denken manche Menschen, dass dies in Schweden anders ist? Schweden können nicht mal Dänen leiden...warum sollen sie dann Deutschen mögen?

Die Schweiz ist auch ein Paradebeispiel für "nicht Kommunizieren". Darum gibt es hier (vom Ausland aus betrachtet) auch keine Ausländerfeindlichkeit, keinen Mangel in der Bildung und auch keine Frauendiskiminierung. Sobald man hier lebt, merkt man (oder frau) das dies zur Tagesordung gehört.

Dass eine ausländische Ausbildung nicht anerkannt wird ist weder versteckte noch offene Ausländerfeindlichkeit. Es ist zum einen Bürokratie und zum anderen Schutz des inländischen Arbeitssuchenden. Als Deutsche in Deutschland erwarten genau das gleiche.

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Re: Jeder dritte reg. Arbeitslos in Schweden ist Ausländer

Beitragvon janaquinn » 13. Januar 2012 18:40

vielleicht sehe ich dieses Land nach 5 Jahren einfach realistischer. Und wenn sich ein Land selber mit Antidiskriminierungsgesetzen brüstet, dies aber schon in den Behörden keinerlei Anwendung findet...sorry!Und die Frage ist ja auch nicht WARUM wird bei diesen Ärzten die Ausbildung nicht anerkannt, sondern WARUM hilft man ihnen nicht, dass sie praktizieren können, damit der Ärztemangel behoben wird?
Und das die Schweiz ausländerfeindlich ist, dass ist durchaus bekannt...es sei denn man kommt mit 2 Koffern Geld an und legt es auf Schweizer Banken an..
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Re: Jeder dritte reg. Arbeitslos in Schweden ist Ausländer

Beitragvon Zwergin » 15. Januar 2012 09:54

janaquinn hat geschrieben:vielleicht sehe ich dieses Land nach 5 Jahren einfach realistischer. Und wenn sich ein Land selber mit Antidiskriminierungsgesetzen brüstet, dies aber schon in den Behörden keinerlei Anwendung findet...sorry!
JANA



Genau! Das ist tatsache, aber wie schon gesagt ist es in schweden sehr versteckt und desswegen denkt die halbe Welt das Schweden so vorbildlich ist. Das problem hier ist das die oberflächlich nett sind, aber mehr dann auch nicht. Arbeit findet man überall schwer, egal ob deutschland oder schweden. Das meiste geht über kontakte, egal was man für ausbildung hatt oder namen hatt.

Aber zumindest - kriegt man in einen Taxi ein kollaps, keine luft oder sonst was ist man garantiert in sicheren händen! ;)

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Re: Jeder dritte reg. Arbeitslos in Schweden ist Ausländer

Beitragvon janaquinn » 15. Januar 2012 10:24

Danke, Zwergin, dass du meinen Post, als Schwedin, bestätigst! Ich empfinde gerade diese oberflächliche Nettigkeit als sehr anstrengend, weil man immer erst hinter die Fassade schauen muss.

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