Jäger dürfen 233 Bären erlegen

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Skogstroll
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Re: Jäger dürfen 233 Bären erlegen

Beitragvon Skogstroll » 17. November 2008 09:04

Ausnahmslos alle dokumentierten Zwischenfälle mit Bären betrafen Jäger. Es wurde noch nie ein Wanderer, Angler oder Beerensammler (mit ee, nicht mit ä) angegriffen. Die Bären können da erstaunlich gut unterscheiden. Ich will nun nicht weiter darüber spekulieren, warum das so ist, das wurde an anderer Stelle schon getan.
Mit Wölfen gibt es meines Wissens überhaupt keine dokumentierten Zwischenfälle in den letzten paar Jahrhunderten.

Ein gewisses Risiko könnte darin liegen, dass sich dein Hund verpflichtet glaubt, den Bären quasi prophylaktisch anzugreifen. Das könnte der Bär krumm nehmen.
Speziell Kinder sind wahrscheinlich am wenigsten gefährdet, einfach weil sie meist Krach machen und keine Chance haben, auch den nachlässigsten aller hörgeschädigten Bären zu überraschen. Sollte man - und das ist extrem unwahrscheinlich - doch mal auf einen Bären stossen, sollte man möglichst nicht den Eindruck erwecken, man wolle ihm das Futter wegnehmen oder seine Jungen zwangsadoptieren, sondern sich ruhig zurückziehen.

Wesentlich gefährlicher als alle Raubtiere zusammen sind wahrscheinlich die Jäger. Zumindest statistisch, Jagdunfälle sind wesentlich häufiger als Bärenattacken.

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amarok
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Re: Jäger dürfen 233 Bären erlegen

Beitragvon amarok » 17. November 2008 09:46

Hej göstaberling,

mit wenigen Zeilen hat es Skogstroll auf den Punkt gebracht.
Vergleiche hinken zwar meist, aber ich will mal trotzdem einen ziehen. Bei uns leben sehr viele Wildschweine in den Wäldern. Das ist schon immer so gewesen. Die Menschen kennen es nicht anders. Alle wissen, dass Wildschweine wehrhaft sein können und auch vor dem Menschen u.U. nicht halt machen. Aber alle wissen auch, dass Wildschweine nicht einfach so unmotiviert einen Menschen angreifen, sondern nur in ganz wenigen selten vorkommenden Situationen. Die Menschen hier gehen trotzdem ohne Angst in die Wälder.
Ähnlich sehe ich es mit zuwandernden Bären und Wölfen. Die Angst liegt im Unbekannten, in der nicht vorhandenen Erfahrung.
Übrigens ist in diesem Herbst in der Nähe von Potsdam ein Jäger von einem angeschossenen Keiler getötet worden. Bei aller Tragik, aber der getötete Jäger handelte sehr fahrlässig.

Gruß
amarok
Der Wald lebt, er kann atmen und sprechen und erzählt die Sage von der Urmutter allen Lebens. (jakutisch)

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Sápmi
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Re: Jäger dürfen 233 Bären erlegen

Beitragvon Sápmi » 17. November 2008 11:15

Skogstroll hat geschrieben:Wesentlich gefährlicher als alle Raubtiere zusammen sind wahrscheinlich die Jäger. Zumindest statistisch, Jagdunfälle sind wesentlich häufiger als Bärenattacken.


:danke:


amarok hat geschrieben:Die Angst liegt im Unbekannten, in der nicht vorhandenen Erfahrung.


Richtig.

Wir hatten gerade kürzlich im Finnisch-Unterricht zufällig das Thema Bären, und die Finnisch-Lehrerin (Süd-Finnin) sagte auch, sie habe Angst vor Bären und wollte keinem beim Beerenpflücken begegnen, etc. Ich hab versucht, ihr klar zu machen, dass Bären doch für Menschen normalerweise nicht gefährlich sind, dass mir das auch Einheimische aus dem Norden mehrfach bestätigten hatten, aber da war nix zu machen. Dann kam das Argument mit der Bärenmutter und den Jungen. Ok, stimmt, wenn man dort dazwischen gerät, kann's eventuell wirklich gefährlich werden, wenn die Mutter ihre Jungen bedroht sieht. Was ja nicht auf alle Tiermütten zutrifft. Aber eben auch nicht NUR auf Bären. Bei Hunden ist es z. B. genauso (bin selbst mal von einer jungen Hundemutter ins Bein gebissen worden :wink: )
Trotzdem haben die wenigsten Leute Angst vor Hunden....
"Keiner, der nur einen Sommer Lapplands Sonne trank, kann anderswo glücklich sein."
(aus A.O. Schwede: Lars Levi Laestadius - Der Lappenprophet)


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