Jäger dürfen 233 Bären erlegen

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Re: Jäger dürfen 233 Bären erlegen

Beitragvon amarok » 30. August 2008 23:56

Wieso? Als Jäger/Schweden-Angler halte ich die Kritik an der Sache in vielen Dingen durch aus für berechtigt. Man bewegt sich dabei selber auf einem schmalen Grad zwischen dem was man selber tut und dem was man bei anderen kritisiert. Die Grenzen sind fließend. Ich kritisiere also z.B. den Jäger, der sich einen Bärenabschuss in Schweden kauft und fahre selber nach Schweden um dort u.a. in Gewässern Forellen zu angeln, weil ich in Deutschland solche attraktiven Möglichkeiten nicht habe.
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Re: Jäger dürfen 233 Bären erlegen

Beitragvon nobse » 31. August 2008 00:12

Da kann man jetzt viel darüber philosophieren. Wir beide verwerten unsere "Beute" .Was spricht dagegen ,einen Monat lang zu fischen und davon das ganze Jahr zu leben. Soll ich etwa , den schon stinkenden ,oder mit Antibiotika vollgepfropften Lachs aus Kaufland essen?
Natürlich weichen wir aus ,weil unsere Natur hier am Boden liegt, aber wir schneiden doch nicht den Kopf ab um ihn zu präparieren und dann in das Wohnzimmer zu hängen und lassen das Fleisch vergammeln. Ich weiss , es ist ein schmaler Grad ,aber wenn ich nur das erlege bzw. fange ,was ich auch verzehre ,ist es doch nicht mehr als rechtens. Etwas zu essen brauchen wir ja nun doch . Wohl oder übel.
Nebenbei gesagt ,haben wir auch Elchfleisch direkt vom Jäger gekauft um nicht auf das Fleisch aus Kaufland angewiesen zu sein , welches am nächsten Tag im Kühlschrank stinkt und unter gar nicht artgerechter Haltung gewonnen wird. Wie du schon sagst , der Grad ist schmal...

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Re: Jäger dürfen 233 Bären erlegen

Beitragvon amarok » 31. August 2008 00:26

Deinen Elchfund habe ich gar nicht gemeint, sondern die hier viel diskutierte Bärenproblematik.
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Re: Jäger dürfen 233 Bären erlegen

Beitragvon nobse » 31. August 2008 00:29

Hast Recht , ich bin etwas abgeschweift. Aber ob Bär ,Elch oder Fisch, die Parallelen sind da.

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Re: Jäger dürfen 233 Bären erlegen

Beitragvon Sápmi » 31. August 2008 11:58

nobse hat geschrieben:Was spricht dagegen ,einen Monat lang zu fischen und davon das ganze Jahr zu leben.


Du meinst, dass man als Hobbyangler nicht nur das angelt, was man direkt verzehrt, sondern auch noch jede Menge Kühlkisten voller Fisch mit nach Hause nimmt? (hab sowas schon mehrfach bei den Charterflügen von Frankfurt nach Tromsø und zurück gesehen :roll: )
Nun, um's mal speziell auf den Norden Skandinaviens zu beschränken: Hier hatten wir vor einiger Zeit mal die Diskussion zu den Weiderechten in Norwegen: der-thread-von-amarok,9814-alle.html?hilit=weiderechte

Es wurde sogar über Aufkleber diskutiert, mit denen die Autoreisenden ihre Loyalität gegenüber den Sámi und deren traditionellen Rechten demonstrieren könnten.
Bei Jagd und Fischerei sieht's aber genauso aus wie bei den Rentierweiden: Das ursprüngliche exklusive Jagd- und Angelrecht der Ureinwohner wurde irgendwann einfach gekippt. D.h. genau genommen ist der jeweilige Staat Schuld daran, dass solche Lizenzen an Nicht-Sámi und gar Ausländer überhaupt vergeben werden, aber man muss das ja nicht unbedingt unterstützen, oder?
Oder hatte ich das mit dem "ganzen Jahr" jetzt falsch verstanden?

Ich gehe selbst weder angeln noch jagen (esse überhaupt wenig Fleisch), aber das mit der Gratwanderung sehe ich auch so. Genau genommen dürfte man dort ja gar keinen Fisch aus dem Wasser ziehen, aber dann dürfte ich auch z. B. nicht in Lappland Holz verheizen, um's warm in der Hütte zu haben, wo ich doch auch im warmen/heißen Deutschland hätte bleiben können. :wink:
Also so gesehen...
Ich denke, so lange man's nicht übertreibt, sondern darauf achtet, die Natur nicht unnötig auszubeuten, sollte das schon ok sein. Alles eine Frage des Maßes.


Aber zurück zur Bärenjagd: Was wird denn mit den abgemurksten Bärchen gemacht? Werden die alle aufgefressen, womit sie wenigstens in die Nahrungskette eingehen?
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Re: Jäger dürfen 233 Bären erlegen

Beitragvon stavre » 31. August 2008 12:36

ich habe sogar schon unten an der E4 ,da ist ne fiskerökerie,kurz vor ljungby an der autobahn,bärenfleisch gesehen.ich fragte dann wo,die das denn herhätten.darauf kam nur ein gequältes grummeln und derjenige verließ das lokal.

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Re: Jäger dürfen 233 Bären erlegen

Beitragvon Faxälva » 31. August 2008 13:52

...also meine Bekannten, die hier Bär jagen verkaufen das Bärenfleisch zu Superpreisen an Restaurants... und es ist gar nicht so billig einen Bären zu schiessen, ich glaub 8000,- skr ist die Abschussgebuehr... und nun wird es auch mehr und mehr Pflicht fuer die Bärenjäger einen Bärenkurs zu gehen, die Pruefungen kosten auch....
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Re: Jäger dürfen 233 Bären erlegen

Beitragvon Sápmi » 31. August 2008 13:59

@Faxälva: Danke für die Info.
Ist schon eine Menge Geld, aber natürlich gerechtfertigt.
(ich selbst würde ja nie Bärenfleisch essen - hab bisher nur in FIN schon diesen Bären-Dosenfleisch gesehen, bäh - aber das ist ja nochmal was anderes :wink: )

Wie werden denn die Abschusserlaubnisse erteilt? Ist doch bestimmt irgendwie pro Gemeinde oder so geregelt, oder?
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Re: Jäger dürfen 233 Bären erlegen

Beitragvon amarok » 31. August 2008 15:33

@Sapmi,

du hast es sehr gut auf den Punkt gebracht.

Zur Bärenjagd:
Die Abschussquoten sind für die einzelnen Provinzen vom Naturvårdsverket festgelegt. In den Provinzen gibt es wohl ähnlich wie in Deutschland organisierte Jagdverbände, die den Abschuss vor Ort festlegen und wahrscheinlich auch kontrollieren. Aber stavre kann das bestimmt viel besser erläutern.
Im Urlaub habe ich mich noch mal mit einem Schweden (der kein aktiver Jäger mehr ist und ähnliche Auffassungen zum Thema hat wie ich) darüber unterhalten. Also er meinte, dass es in einigen Regionen schon zu "Bärenproblemen" gekommen sei und die Erhöhung der Abschusszahlen seiner Meinung nach gerechtfertigt ist. Nun, ein Einheimischer kann das sicher besser beurteilen als wir es können.
Der Verdacht liegt natürlich nahe, dass nach den Unfällen im vergangenen Jahr die Bärenthematik aufgebauscht worden ist und Geschäftemacher auf den Karren aufgesprungen sind, um Geld mit "Abschussentgelten" zu machen. Vielleicht wurde es in der Vergangenheit in Schweden aber auch versäumt mehr Öffentlichkeitsarbeit dafür zu machen, dass eine Regulation der Bärenpopulation in bestimmten Regionen notwendig wird.
Naturvölker, Trapper und andere haben schon seit jeher Bären gejagt, um Fleisch, Fett und Felle vor allem für die Winterzeit für sich zu nutzen. Natürlich kann man das für die Jagd auf Bären in der heutigen Zeit nicht mehr als Argument anführen. Wir Leben in hier und auch in Skandinavien im Überfluss und ich möchte nicht wissen, wie viel Lebensmittel (Fleisch) so in den Supermärkten täglich in die Tonne zur Entsorgung kommt.
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Re: Jäger dürfen 233 Bären erlegen

Beitragvon Lapplandinfiziert » 31. August 2008 16:23

Sapmi hat geschrieben

Du meinst, dass man als Hobbyangler nicht nur das angelt, was man direkt verzehrt, sondern auch noch jede Menge Kühlkisten voller Fisch mit nach Hause nimmt? (hab sowas schon mehrfach bei den Charterflügen von Frankfurt nach Tromsø und zurück gesehen

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