Ist Schweden sicher für Einwanderer?

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Re: Ist Schweden sicher für Einwanderer?

Beitragvon meckpommbi » 27. Oktober 2012 17:23

ganz sicher ist schweden in vielen dingen deutlich entspannter und sicher

was die pruegeleien angeht nun hier finden die meist unter schwedens statt wenn der alk richtig reingehauen hat und auch die hüusliche gewalt ist ein grosses innerschwedisches problem aber von solchen dingen kann man sich ja vernhalten

fakt ist das ich immer noch an vielen orten mein auto unabgeschlossen stehen lassen kann was ich in deutschland kaum tun wuerde
also ein dickes plus fuer schweden
gruss birgit

tiger82
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Re: Ist Schweden sicher für Einwanderer?

Beitragvon tiger82 » 27. Oktober 2012 17:26

Hej,
wow mit so vielen Antworten hatte ich gar nicht gerechnet :-)
@Birgit/meckpommbi Danke für die ausführliche Antwort. Mir geht es hauptsächlich um den ganz normalen deutschen Einwanderer. Ich kann mir das also in etwa so vorstellen wie in D. Wenn man sofort erkennt das es sich nicht um einen Deutschen handelt,wird man ja hier auch angepöbelt oder schlimmeres. Anpassen sollte man sich in jedem Land,das fängt ja mit der Sprache an. Selbst wenn ich in den Urlaub fahre schaue ich mir ein paar Vokabeln an, gehört für mich dazu. Lebst du auf dem Land?

@filainu Das finde ich ja so kurios an Schweden,dass man anhand von Zeitungsberichten nicht weiß welche Nationalität ein Verbrecher hat.Weil du ja schreibst dies geht meist von Ausländern aus.Wenn man ein paar Berichte liest,kann man das auch herauslesen,weil es ja wie du sagst wirklich meist in den Problembezirken ist.Off Topic: Ich habe im übrigen schon deinen Blog durchgelesen,echt toll :-) Du/Ihr kommt ja aus meiner Ecke :-) Wir haben im übrigen Schnee im Moment

@all was ich bei allen herauslesen kann ist,dass man sich anpassen sollte. Fällt euch das schwer? Sprecht ihr deutsch in Gegenwart von Schweden? Schaut ihr nur schwedisches Fernsehen usw.? Man liest ja immer viel davon das die Wurst/Brot nicht dasselbe ist wie in D. Aber gehört das nicht zur Anpaasung dazu auch das Essen zu akzeptieren? Je nachdem wie lange man in D gelebt hat hat man ja einige Marotten,kann mir schon vorstellen das es schwierig ist diese einfach abzulegen.

LG Tiger82

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Re: Ist Schweden sicher für Einwanderer?

Beitragvon meckpommbi » 27. Oktober 2012 18:19

jo ich leb auf dem platten doerp oder noch ländlicher nächster nachbar 300 m
ja und deutsch rede ich auch in schwedens gegenwart das ist kein problem
also das mit dem essen anpassen fällt fuer mich in die kategorie besserer schwede werden als ein geborener :lol: und ne das muss ich mir nicht antun
ich persoenlich sehe schwedisches fernsehen nur uebers netz die nachrichten aber momentan bin ich von mo bis freitag unter schweden und das ist gut fuer die sprache besonders weil ich so ein pfollfoszen in dieser beziehung bin "ggg"
wichtig ist nicht das du alles wie sie machst du wirst immer ne tyska bleiben ruecksicht hoeflichkeit und bemuehen das reicht foellig aus und ich will das auch gar nicht (einiges ist auch nicht grad bespielhaft)
gruss birgit

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Re: Ist Schweden sicher für Einwanderer?

Beitragvon Sams83 » 28. Oktober 2012 00:16

Hallo,

vermutlich ist auch das "Anpassen" bei jedem anders, je nachdem möglicherweise auch stark Region- und Personenumfeldabhängig. Selbst habe ich in Stockholm gewohnt, wo man sowieso eher internationales Umfeld gewöhnt ist und in meinem Bereich auch einige schon im Ausland selber studiert/gearbeitet haben, etc.

Da wollte ich mich natürlich auch gerne voll und ganz "integrieren" (was auch immer das heißen mag) und habe schwedisch gelernt, nur schwedisches Fernsehen geschaut, morgens im Bus die metro (kostenloses Tagesblättchen) gelesen, usw usw.
Irgendwann merkte ich dann, dass die Schweden (oder zumindest die, mit denen ich viel zu tun hatte), gar nicht wollten, dass man alles komplett übernimmt. Im Gegenteil, wie Birgit geschrieben hat, man wird vermutlich immer - oder zumindest über mehrere Jahre hinweg - "die Deutsche" bleiben.
Natürlich freuten sie sich, dass ich schwedisch gelernt und Fortschritte gemacht habe, oder dass man sich für die schwedische Kultur interessiert und sie zu schätzen weiß, auch an den traditionellen Feiern mit teilnimmt und sie toll findet. Auf der anderen Seite waren die, mit denen ich zu tun hatte, aber auch immer sehr daran interessiert, zu erfahren, was in D anders ist und haben es eben als normal angesehen, dass ich vieles nicht oder anders kenne und mich auch entsprechend verhalte...nicht aus bösem Willen oder weil man partout nicht von seinen Gewohnheiten Abstand nehmen will, sondern einfach, weil man so ist, wie man ist (was eben stark davon geprägt ist, wo und wie man aufgewachsen ist).

Von dem Tag, an dem ich das kapiert hatte, dass man nicht schwedischer sein muss als der Schwede selbst, lief es bei mir noch besser mit den Schweden - schon allein die Tatsache, dass ich mir selber weniger Gedanken gemacht habe, ob ich nun bei den Schweden "gut ankomme" oder nicht. Das soll nun nicht bedeuten, dass man sich komplett danebenbenehmen und mit "hier komme ich" aufspielen sollte - das ist in der Tat nicht gern gesehen.
Aber mit Höflichkeit, Interesse und Kenntnissen an Kultur, Land und Sprache, kommt man schon ganz gut über die Runden.
Und so habe ich mich zum Ende meines Aufenthalts wirklich "integriert, aber immer noch deutsch" gefühlt, und ich (und ich glaube auch meine schwedischen Kollegen und Freunde) haben gut damit gelebt. Ach ja, schwedisches Fernsehen und Metro habe ich natürlich weiterhin geschaut, auch gerne köttbullar, Lachs und Knäckebrot gegessen, mich aber auch nicht "geschämt", mal von deutschem Brot zu schwärmen :) Einer meiner Kollegen hat regelmäßig mit mir deutsch geredet, auch in Anwesenheit von anderen Schweden, da habe ich dann auf deutsch geantwortet, allerdings von selber eigentlich nie auf deutsch ein Gespräch angefangen. Kommt eben immer darauf an, in welcher Situation man sich befindet. Und ich habe mir halt oft gedacht, wie empfindest Du selbst das bei in Deutschland lebenden Ausländern, und habe dieselben oder ähnliche Anforderungen dann an mich in Schweden gestellt (und auch gemerkt, dass vieles als Ausländer gar nicht so einfach ist :-))

Gruß
Simone

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Re: Ist Schweden sicher für Einwanderer?

Beitragvon meckpommbi » 28. Oktober 2012 01:04

gutes beispiel Sams :lol:
wir haben am freitag ein deutschen essens tag gemacht (da wird regelmäsig gekocht) und ich hatte das angebiten - es gab rouladen aus kostengruenden von schweinefleisch rotkohl und kartoffelkloesse mit croussons drin als nachtisch gefuellter bratapfel mit vanillesosse
nach anfänglichen (was ist das denn - die kloesse) wollten sie nachschlag und das rezept und an meine deutsche direkte art haben sie sich auch gewohnt
mal sehen das nächste mal wenn ich dazu lust habe werd ich sie wohl mal mit schaschlik begluecken als kulturelle bereicherung
gruss birgit

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Re: Ist Schweden sicher für Einwanderer?

Beitragvon filainu » 28. Oktober 2012 07:45

hihi, Birgit, Rouladen, Klösse, Rotkohl, wohl der Klassiker, haben wir auch schon unseren Nachbarn serviert. Sollte das dann gleich auf dem Herbstfest fuer alle machen, aber fuer 20 Mann ist mir das zu kostenintensiv.

Um das aber nochmal klar zu stellen, hier wird man auch nicht angepöbelt wenn man direkt als Ausländer erkannt wird. Man findet nur nicht so schnell anschluss, man wird halt eher "gemieden"wobei das häufig wirklich einfach daher resultiert das der schwede nicht richtig weiss wie man damit umgeht, versteht der fremde schwedisch? Was ist wenn ich ihn nicht verstehe? Also lieber nicht ansprechen. Selbst uns ging es am Anfang so, man hat sich nur zureuckhaltend mit uns unterhalten weil man nicht wusste ob wir es verstehen und nicht alle Schweden sind so selbstbewusst und sprechen englisch. Aber nun da man mitbekommen hat das wir sehr gut schwedisch sprechen ist das eis gebrochen und es läuft.

Leider erlebt man eben oft in Städten das gleiche Problem wie in D, aufgrund der Tatsache, das Migranten halt zunächst alle zusammen wohnen, sprechen Sie in ihrer Freizeit nur ihre landessprache (oder arabisch oder was weiss ich) sie haben einfach den Druck nicht, schwedisch zu lernen. Dadurch dauert der Integrationsprozess natuerlich ewig. Wir hatten beim SFI mal die Frage, ob wir auch ausserhalb der schule schwedisch sprechen und wenn ja wo und wieviel, ich hielt die Frage zunächst fuer merkwuerdig weil es fuer uns selbstverständlich war schwedisch zu sprechen, aber ich war die einzige, die ueberhaupt ausserhalb der schule schwedisch sprach. Aber dieses Phänomen gibt es ja ueberall.

Wir sprechen in der Öffentlichkeit und auch zu Hause deutsch (in der Öffentlichkeit natuerlich nur wenn wir nicht mit jemandem andern reden), das ist kein Problem, klar fragen manche Leute nach, aber wir erklären ihnen dann, das unser kleiner mit seinem Deutsch noch nicht fertig ist und ausserdem sollen sie ja ihre Muttersprache nicht verlernen. Das ist kein Problem, wenn die Leute wissen, das man aber durchaus auch schwedisch sprechen kann.

Naja und mit dem sonstigen Anpassen, wichig ist es sich der mentalität anzupassen, weil sonst geht man hier selber kaputt. Wenn man sich immer und ständig ueber das Arbeitstempo oder anderes aufregt, schadet man nur seinen Nerven, ändern wird man es eh nicht.

Abe rgewisse Sachen soll man sich sogar beibehalten, wir hatten Ostern Eier am Baum hängen draussen. Das ist absolut nicht schwedisch aber kein Problem, im gegenteil, man interessiert sich hier fuer andere Traditionen und ist immer ganz gespannt was wohl als nächstes kommt. Nun steht ja weihnachten an, die ersten haben sich schon zur Hausfuehrung angemeldet, wenn dann alles steht (wir kommen aus dem Erzgebirge).
Kleine Anekdote: Haben letztes Jahr im November als Begruessungsgeschenk unseren Nachbarn ein Räuchermännchen geschenkt und räucherkerzen (gibt es hier ja nicht). Sie haben bis heute kein Räucherkerzchen angezuendet, weil sie angst vorm ungewissen haben, sie denken es könnte explodieren. Wir sollten ihnen das mal zeigen wie das geht (das werden wir natuerlich tun)

Tiger, woher kommst du wenn ich fragen darf?

Viele Gruesse
Anke
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Re: Ist Schweden sicher für Einwanderer?

Beitragvon Kling » 28. Oktober 2012 09:13

Es kommt immer drauf an wo man wohnt. So kann man schon sagen das Schweden sicher ist.
Wir haben bisher noch keine Anfeindungen gehört. Sind in unserem Dorf sehr herzlich aufgenommen worden.
Bei der ersten Veranstaltung wo wir waren wussten alle wo wir wohnen und das wir aus Deutschland kommen. So sprach uns eine auch gleich auf Deutsch an, denn sie war jahrelang mit einem Deutschen verheiratet. Als wir dann aber auf Schwedisch geantwortet haben und sagten das wir schwedisch sprechen möchten, da war das Eis gebrochen. Viele kommen auch mal so bei uns vorbei und bewundern immer meine Fensterbilder. Die sind ja auch nicht gerade Schwedisch, denn hier macht man keine Bilder an die Fenster. Aber sie finden es klasse, dass ich zu der Jahreszeit passende Bilder im Fenster habe. Habe sogar schon einigen Mädchen meine Vorlagen geben und so hängen auch schon einige Bilder bei ihnen am Fenster. Wir treffen uns ab und zu, wie das hier so ueblich ist, mit Schweden und auch mit Deutschen. Wenn wir auf einer Veranstaltung sind dann spreche ich auch mit den Deutschen nur Schwedisch. Ich finde das gehört sich so. Aber es gibt auch Deutsche die das total blöd finden, wenn wir Deutschen uns Schwedisch unterhalten. Klar denn viele können nach Jahren noch kein vernuenftiges Schwedisch. Aber das interessiert mich nicht. Ich spreche dann weiter schwedisch mit ihnen.

Die Weihnachtstraditionen kommen zu einem grossen Teil aus Deutschland. Auch hier schmuecken einige ihre Häuser wie bunte Weihnachtskugeln. Aber es gibt doch noch einige feine Unterschiede und das ist auch gut so. Zu Ostern hatten wir auch die bunten Federn in den Bueschen. Sah erst etwas ungewohnt aus, aber ich war froh das ich keine Eier färben brauchte. :lol:

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Re: Ist Schweden sicher für Einwanderer?

Beitragvon Sylvia68 » 29. Oktober 2012 23:23

Ich wohne in der Pampa...ein paar Leutchen (Schweden) im Umkreis. Wenn wir mit Schweden zusammen sind, wird nur schwedisch gesprochen (manchmal muss mein Mann mir dann halt uebersetzen, ich lerne noch - verstehe aber eigentlich schon fast alles), finde, meiner Meinung gehört sich so. Privat reden wir deutsch. Inzwischen gibt es auch hier soviel Brot und Wurstauswahl - da braucht man keine Abstriche machen. Ansonsten ist es hier ein wirklich entspanntes Leben.

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Re: Ist Schweden sicher für Einwanderer?

Beitragvon geli & uwe » 30. Oktober 2012 10:28

Hi.

Jetzt schreibe ich auch mal meine Erfahrungen:
Bisher absolut null Probleme!
Wir waren 3 Jahre lang urlaubmäßig hier und alles war total entspannt.
Und seit 2 Monaten sind wir fest hier und auch da gibt es keinerlei Probleme bisher.Die Nachbarn versuchten anfangs mehr englisch als schwedisch mit uns zu sprechen, aber ich habe sie schon soweit, daß es hauptsächlich schwedisch wird, auch wenns hier noch Probleme meinerseits gibt. Aber es gab bisher keinerlei Anfeindungen oder auch nur schräge Blicke. Wir leben aber auch auf den Land.
Wir haben in diesem Eck relativ viele Deutsche, Holländer und Dänen. Auch die haben bisher nichts schlechtes berichtet.

Grüße


Uwe & Geli
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Re: Ist Schweden sicher für Einwanderer?

Beitragvon Imrhien » 30. Oktober 2012 16:03

Hej,
wenn ich jede Woche im Büro die Stadtzeitung lese, fällt mir auf wie viele Unfälle und Überfälle es da immer gibt. Jede Woche aufs Neue ein Überfall, meist im Zusammenhang mit Alkohol. In der Mehrheit der Fälle werden da aber Leute angegriffen, die sich kennen. Manchmal aber auch unbeteiligte. Das hat mich am Anfang schon verunsichert. Aber wir sind ja wegen der Kinder kaum abends unterwegs und wenn dann nur in der Stadt, wo was los ist. Da passiert wenig. Wir haben daher persönlich noch nie was erlebt.
Dass wir angefeindet wurden, ist auch noch nie passiert. Ich habe manche komische Reaktion, bzw. besser Nichtreaktion erhalten, die ich auf mein Deutschsein zurückführe. Aber von anderen Schweden weiss ich, dass es auch am Zugezogen sein liegt. Auch die Schweden, die zugezogen sind, brauchen lange bis sie integriert sind. Zumindest bei uns in der Gegend. Höre ich jedenfalls sehr oft. Eine Japanerin meinte daher vor 5 Jahren, dass ich so schnell wie möglich andere Ausländer oder wenigstens Schweden, die mit Ausländern verheiratet sind oder selbst mal im Ausland waren, kennen lernen soll. Das habe ich getan. Nicht mal weil ich es wollte, sondern weil die anderen so zurückhaltend waren, dass ich sie nur laaaaangsam kennen lernen konnte. Nun ist es gut gemischt, wobei immer noch mehr Ausländer und Schweden/Ausländer dabei sind. Aber auch ein paar Einheimische, aus dem Ort.
Die brauchen meist nur ein wenig länger. Manche wollen aber einfach nicht. Die haben ihr Netzwerk und da brauchen sie niemanden mehr. Da braucht man sich nicht anstrengen.
Wir haben niemals versucht schwedischer zu sein als die Schweden. Wir sind Deutsche. Das sagen wir auch immer. Ich verbiege mich nicht, versuche aber ein Teil der Gemeinschaft zu sein und mich den Gepflogenheiten anzupassen.
Wir sprechen ordentlich Schwedisch, daheim aber deutsch. Auch wenn Schweden in der Nähe sind. Die sollen fragen wenn sie neugierig sind, machen auch manche. Und viele verstehen es sogar.
Bei der Arbeit versuche ich nicht zu viel deutsch zu reden, auch nicht mit den anderen deutschen. Wobei, wenn wir unter uns sind, dann schon. Empfinde ich als dämlich mit denen schwedisch zu reden. Wenn sich dann einer dazusetzt, kann man ja auf schwedisch wechseln, wenn der mitreden möchte. Kein Problem.
Man sollte sich nur im Klaren sein, dass der Pass allein einen nohc nicht zum Schweden macht.

Grüsse


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