Immernoch deutsches Kindergeld?!

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CarolinMaria
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Re: Immernoch deutsches Kindergeld?!

Beitragvon CarolinMaria » 22. Februar 2009 13:57

Nun danke erstmal vorab!

Wie wir das dann regeln werden wir ja sehen. Etwas zeit bleibt uns ja noch!

Übrigends bisher sind meine Kinder auch über meine Mutter versichert 1. da sie bei der Krankenkasse arbeitet und 2. ich ja z.Zt. noch Scülerin bin.

hansbaer

Re: Immernoch deutsches Kindergeld?!

Beitragvon hansbaer » 22. Februar 2009 15:14

Bibsche hat geschrieben:Seit wann muss ich denn das Kindergeld in Deutschland zurück zahlen,ist mir ja was ganz neues


Zu Unrecht bezogenes muss zurückgezahlt werden - der Rest natürlich nicht.

@Carolin: Infos zur Kindergeldhöhe in Schweden gibt es hier: http://www.forsakringskassan.se/sprak/tys/foralder/

@Sachsbaer: Mit der europäischen Krankenversicherung ist man eigentlich gleichgestellt, d.h. wenn man in Deutschland zu einem Arzt geht und die europäische Krankenversicherungskarte vorlegt, wird man genauso behandelt wie jeder in Deutschland Versicherte. Wenn man also die liebe Kö überlisten will, geht das also. Soweit ich sehe, zahlt die schwedische Krankenversicherung auch in Schweden fast alles - wenn man mal von Zahnbehandlungen absieht.
Der Rest der Konstruktion ist allerdings sehr fragwürdig. Das deutsche Melderecht schreibt vor, dass man sich bei Umzug innerhalb einer Woche ummelden muss - die Argumentation mit dem temporären Charakter des Aufenthalts kann da nicht greifen. Man kann nicht "sicherheitshalber" alles in Deutschland unbegrenzt weiterlaufen lassen. Natürlich muss man das nicht so eng sehen und kann noch einige Dinge eine Zeit lang weiterlaufen lassen, aber sicherlich nicht als Dauereinrichtung.

nysn

Re: Immernoch deutsches Kindergeld?!

Beitragvon nysn » 22. Februar 2009 17:00

Hier mal ein Beispiel - wie gut man es als Deutscher hat - und wie es sich also durchaus lohnen kann, seine diversen Vorteile auch nach Schweden "mitzunehmen":

Kindergeld: in D 164 Euro bis zum Alter von 25 Jahren
in Schweden: ca. 110 Euro bis zum Alter von 18 Jahren

Studiebidrag in Schweden . /. Bafög in Deutschland:
643 Euro Bafög, das nicht zurückgezahlt werden muss

in Schweden: max. 12 Halbjahre (termin) ca. 270 Euro, das man nicht zurückzahlen muss
der Rest Darlehen bis max. ca. 780 Euro
das Darlehen muss innerhalb von 25 Jahren zurückgezahlt werden

S-nina

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CarolinMaria
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Re: Immernoch deutsches Kindergeld?!

Beitragvon CarolinMaria » 22. Februar 2009 17:20

@S-nina:
Entschuldigung, aber ich stehe zur Zeit etwas auf der Leitung. Wie meinst du das: Vorteile als Deutscher nach Schweden "mitnehmen"?

Zur Zeit bekomme ich in Deutschland SchülerbaföG in Höhe von 570€ und Kindergeld, was ich beides nicht zurückzahlen muss. Wenn ich in Deutschland weiter studieren würde, müsste ich StudentenbaföG beantragen, was etwa genau soviel sein würde, ich aber etwa die Hälfte zurückzahlen müsste etwa 5 Jahr nach dem Abschluss.

Vielen Dank!
Caro :schwedentor2:

hansbaer

Re: Immernoch deutsches Kindergeld?!

Beitragvon hansbaer » 22. Februar 2009 17:27

S-nina hat geschrieben:Hier mal ein Beispiel - wie gut man es als Deutscher hat - und wie es sich also durchaus lohnen kann, seine diversen Vorteile auch nach Schweden "mitzunehmen":

Kindergeld: in D 164 Euro bis zum Alter von 25 Jahren
in Schweden: ca. 110 Euro bis zum Alter von 18 Jahren

Studiebidrag in Schweden . /. Bafög in Deutschland:
643 Euro Bafög, das nicht zurückgezahlt werden muss

in Schweden: max. 12 Halbjahre (termin) ca. 270 Euro, das man nicht zurückzahlen muss
der Rest Darlehen bis max. ca. 780 Euro
das Darlehen muss innerhalb von 25 Jahren zurückgezahlt werden

S-nina


Sorry, aber da stimmt einiges nicht.

Es gibt da nichts "mitzunehmen" - wenn man nicht mehr in Deutschland wohnt, hat man keinen Anspruch mehr auf diese Leistungen. Wenn man über eine Scheinadresse Kindergeld bezieht, dann ist das Betrug.

Ansonsten ist der Vergleich auf diese Art auch kaum machbar.

Schüler-Bafög muss zwar nicht zurückgezahlt werden, wird aber nur in der genannten Höhe gewährt, wenn die Einkommensverhältnisse entsprechend sind.
In Schweden hingegen zählt ausschließlich das eigene Einkommen. Ab dem 16. Lebensjahr kann man Studiebidrag für Schüler beziehen, und das ist deutlich mehr als das deutsche Kindergeld: http://www.csn.se/komv-folkh-gymn/studiemedel/hur-mycket-kan-du-fa.

Studenten-Bafög muss zur Hälfte zurückgezahlt werden. Auch hier wird man nur auf den vollen Förderungssatz kommen, wenn die Eltern entsprechend wenig verdienen.
Beim CSN kann man hingegen den vollen Satz beziehen, solange man nicht ein gewisses Einkommen übersteigt.

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Re: Immernoch deutsches Kindergeld?!

Beitragvon kukurz » 22. Februar 2009 17:44

Kindergeld gibt es nur bis zum 16. Geburtstag.

Jugendliche die das Gymnasium besuchen, also alle zwischen 16 und etwa zwanzig, bekommen (die Eltern) pro Monat 1050 Kronen, zehn mal im Jahr.

Dann gibt es noch, je nach Einkommen der Eltern, Zulagen; ebenso, wenn wenn man nicht zu Hause wohnt, abhängig vom Abstand zwischen Schule und Heim. Und Mehrkinderbetrag.

Erst ab zwanzig Jahren gelten andere Beträge.

nysn

Re: Immernoch deutsches Kindergeld?!

Beitragvon nysn » 22. Februar 2009 17:55

Ab dem 16. Lebensjahr kann man Studiebidrag für Schüler beziehen, und das ist deutlich mehr als das deutsche Kindergeld: http://www.csn.se/komv-folkh-gymn/studi ... -kan-du-fa.

Studenten-Bafög muss zur Hälfte zurückgezahlt werden. Auch hier wird man nur auf den vollen Förderungssatz kommen, wenn die Eltern entsprechend wenig verdienen.
Beim CSN kann man hingegen den vollen Satz beziehen, solange man nicht ein gewisses Einkommen übersteigt.


Mit Bafög kenne ich mich tatsächlich im Detail nicht aus - habe nur vorhin mal die deutsche Website angeschaut und war erstaunt, wie hoch der Höchstbetrag war.

Heute hatte die GP zufällig eine Aufstellung zu diesem Thema und ich war erstaunt, wie wenig man in Schweden bekommt, wenn man studiert - 7820 SEK für 4 Wochen, max. 12 terminer - davon sind 2684 SEK "bidrag", der nicht zurückgezahlt werden muss. Das restliche Geld muss wohl innerhalb von max. 25 Jahren zruückgezahlt werden.
Als Student darf man in S arbeiten und max. bis 53.500 SEK/termin verdienen - verdient man mehr, wird entsprechend weniger "studiemedel" ausgezahlt.

Sorry, so stand es in der GP.

Außerdem habe ich das so verstanden, dass das erst ab dem 20. Lebensjahr gilt.

Ab 16 Jahren erhalten die Eltern für Kinder kein Kindergeld mehr - das nennt sich dann "studiebidrag" ist aber gleich hoch wie das Kindergeld 1050 SEK. Nur wenn die Eltern weniger oder bis max. 125.000 SEK im Jahr verdienen, dann bekommt man noch max. 300 SEK dazu.

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Re: Immernoch deutsches Kindergeld?!

Beitragvon HeikeBlekinge » 22. Februar 2009 19:17

Sorry, aber da stimmt einiges nicht.

Es gibt da nichts "mitzunehmen" - wenn man nicht mehr in Deutschland wohnt, hat man keinen Anspruch mehr auf diese Leistungen. Wenn man über eine Scheinadresse Kindergeld bezieht, dann ist das Betrug.


Da pflichte ich Hansbaers erstem Satz ausdruecklich zu.
Besonders der Ausdruck "mitnehmen" oder Sachsenbaers "Beispiele" wie man Gesetze angeblich umgehen könne stossen mir uebelst auf.
1. Es gibt DURCHAUS (familiäre/steuertechnische) Umstände das Leute im Ausland zu 100% berechtigt sind Kindergeld aus D zu beziehen. Nochmal: Das ist NICHT an den Wohnort geknuepft! Wer das andersherum natuerlich auf die oben erwähnte Art und Weise missnutzt (nicht ausnutzt!) der macht sich strafbar!
und
1a. Man sollte solchen Leuten nicht unterstellen sie sind "Nießnutzer" wie hier leicht durch die Blume misszuverstehen/-lesen sein könnte. Denn so hat jedes Kind mit deutscher Staatsbuergerschaft Anrecht auf Ausgleich, dh sollte das Kindergeld welches ihm im Ausland zusteht niedriger ausfallen als das deutsche kann die Differenz beantragt werden (dazu gebt es spez. EU-Anträge) - sprich: In S gibt es tex 150€ in D 160€ = 10 € Differenz die in D beantragt werden können! Wer das Recht hat und es nicht tut aber ueber andere mault... najaaa ;-)
2. Jetzt aus dieser Kindergeld-Frage etwas zu machen, andere Beispiele reinzubringen, was auf Missbrauch deuten liesse ist total daneben!

Nicht Frechheit siegt, sonders die Rechte die einem zustehen. Und wer seine Rechte beansprucht (nicth nutzt!), der ist noch lange nicht frech!

Als Grauzone wuerde ich da eher den Beamtendschungel betrachten. Denn ob Finanzamt in D oder S, Familienkasse oder försäkringskassan - hat man einen Mitarbeiter an der Strippe oder vor sich der sich in solcherlei Dingen oder im EU-Recht 0% auskennt hat man die --- (förlåt) gezogen. Und Fachangestellte die sich damit auskennen sitzen leider NICHT im Kontor um die Ecke!
Wir hatten jetzt selbst wieder das Glueck einen kompetenten, zugegeben auch deutschsprachigen Mitarbeiter beim Skatteverket vermittelt zu bekommen, der sich mit EU-Anträgen, dem deutschen Steuergesetz (erzählt mal einem "einfachen" Skatteverket-Angestellten etwas von 1, 2 oder 3 Steuerklasse in D .. der denkt man sei verrueckt) und sowieso der ganzen Situation auskennt.
So jemand ist Gold wert wenn es um Durchsetzung der Rechte geht, die JEDEM zustehen der die deutsche Staatsbuergerschaft (noch) hat, sprich sein Aufenthaltsrecht im EU-Ausland hat.
Von vorhinein DARF man ja gar nicht schwedischer Staatsbuerger werden. DAS braucht nun mal seine vorgeschriebene Zeit, und dass einem bis dahin die bisherigen Rechte des Landes zustehen in dem man Staatsbuerger ist, DAS ist jawohl nur recht und billig und zudem schriftlich verankert!

Wollte ich mal so anmerken. Denn:
Mir kommt es so vor, das bei solcherlei Themen eine Art misslauniger Ton mitschwingt. Wenn beispielsweise erzählt wird das noch Ansprueche aus D bezogen werden oder dies beabsichtigt wird.
Leutchen, das kann ja wohl nicht sein! Und wenn sich >der Hartz4-Empfänger besser im System auskennt als die Beamten selbst<, dann kann ja nur was faul sein im Getriebe und nicht der Hartz4-Empfänger ist der Buhmann!

LG :wink:
Heike
www.lilla-koksgarden.se


>Wer wenig weiß redet viel, wer Wissen hat wird neugierig, wer viel Wissen hat schweigt<

nysn

Re: Immernoch deutsches Kindergeld?!

Beitragvon nysn » 22. Februar 2009 19:45

@S-nina:
Entschuldigung, aber ich stehe zur Zeit etwas auf der Leitung. Wie meinst du das: Vorteile als Deutscher nach Schweden "mitnehmen"?

Zur Zeit bekomme ich in Deutschland SchülerbaföG in Höhe von 570€ und Kindergeld, was ich beides nicht zurückzahlen muss. Wenn ich in Deutschland weiter studieren würde, müsste ich StudentenbaföG beantragen, was etwa genau soviel sein würde, ich aber etwa die Hälfte zurückzahlen müsste etwa 5 Jahr nach dem Abschluss.


Hej CarolinMaria,

vorhin habe ich die schwedischen Bedingungen für Studienbeitrag-/darlehen rein geschrieben, so wie sie heute in meiner Tageszeitung Göteborgs Posten veröffentlich worden sind. Mir persönlich erschien das recht wenig Geld (max. derzeit ca. 700 Euro) und ich kann mir nicht vorstellen, wie man in Schweden damit studieren/leben kann ohne Unterstützung der Eltern.

In deinem Fall würde ich davon ausgehen, dass wenn es rechtlich möglich ist, du besser fährst mit deutschem Bafög bzw. Kindergeld. Die jeweiligen deutschen Beträge erscheinen mir höher.

Dass man deutsches Kindergeld auch im Ausland weiterbeziehen kann oder irgendwelche Differenzbeträge erstattet bekommt, dafür gibt es anscheinend ganz legale Möglichkeiten. Die kenne ich im Einzelnen nicht.

Da du geschrieben hast, du möchtest erst mal in Schweden studieren, dann könnte ich mir vorstellen, dass es dann möglich sein müsste, dass du z. B. ein erstes Studienjahr als Auslandsstudium in Schweden machst und trotzdem noch deutsches Kindergeld für deine Kinder beziehen kannst bzw. deutsches Bafög für dich. So könntest du auch ausprobieren, ob es dir in Schweden gefällt und wie das Leben hier so ist.

An deiner Stelle würde ich mich eben beim Bafög-Amt in Deutschland erkundigen.

S-nina

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Re: Immernoch deutsches Kindergeld?!

Beitragvon Sachsbaer » 22. Februar 2009 19:52

@hansbaer,

irgend wie geht es ja auch, wenn ich nur zeitweilig ins Ausland gehe, da breche ich ja auch nicht alle Zelte ab.
Aber egal was man macht, man darf es natürlich nicht übertreiben, sprich Kindergeld in D und S beziehen, das geht ins Auge. Mit den S-Behörden, darf man es sich natürlich nicht verderben. Aber in D wissen die Behörden nur, was man ihnen auch mitteilt 8) , ansonsten haben die mit dem "Tagesgeschäft" so viel zu tun, das so was nie rauskommt. Also ist die Gefahr, das die D-Behörden in Vimmerby auf der Matte stehen gleich Null (solange man natürlich keine Reklame für sein tun macht und die Behörden aus dem Schlaf erweckt :wink: ).

Das mit dem Ki.ge. in Südamerika geht über die "zeitweilig im Ausland arbeiten" Schiene. Der Mann war Misionar und arbeitete also nur "zeitweilig" dort. Die Geburt der Kinder muss natürlich in D angemeldet werden. Also man schickt einen Geburtsschein nach D, bei verheirateten wo sie geheiratet haben, bei unverheirateten wo man selbst geboren ist. Die Geburt wird dann "beigeschrieben" und man erhält dann eine D-Geburtsurkunde, wo der Geburtsort dann in Südamerika liegt. Damit ist das Kind Deutscher, kann einen D-Pass beantragen und in D studieren. Das ganze macht man ja auch wenn man wirklich nur paar Jahre im Ausland arbeitet und ein Kind dort bekommt, muss man es auch bei den D-Behörden anmelden, damit er problemlos Deutscher ist. Evtl. will das Kind in D studieren oder zurück nach D ziehen, dann ist das überhaupt kein Problem, vorallem, wenn man in einem "nicht EU-Land" war.
Jörg, der alte "Sachsbaer"


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