Homöopathie versus skeptisches Schweden

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Speedy
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Re: Homöopathie versus skeptisches Schweden

Beitragvon Speedy » 19. Dezember 2013 16:12

[quote="EuraGerhard
Wobei Homöopathie nicht das Geringste mit Naturheilkunde zu tun hat.

MfG
Gerhard[/quote]

Hi Gerhard,

genau das habe ich auch gedacht, als ich diesen Thread gelesen habe. Naturmedizin hilft sehr wohl. Bei der H. weiss ich das nicht.

Gruss Erika

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geli & uwe
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Re: Homöopathie versus skeptisches Schweden

Beitragvon geli & uwe » 19. Dezember 2013 16:29

Hej
Natürlich sind das 2 grundverschiedene Methoden.
Aber auch der Naturheilkunde gegenüber sind die Schweden eher skeptisch.
Und ich finde " Wer heilt hat recht"!!!
Geli
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Re: Homöopathie versus skeptisches Schweden

Beitragvon EuraGerhard » 19. Dezember 2013 17:00

Speedy hat geschrieben:Naturmedizin hilft sehr wohl.

Auch nicht immer, man kann das nicht verallgemeinern. Im Gegensatz zur Homöopathie gibt es aber tatsächlich Naturheilverfahren, deren Heilwirkung nachweisbar ist. Gesunde Skepsis ist aber trotzdem angebracht.

MfG
Gerhard

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Re: Homöopathie versus skeptisches Schweden

Beitragvon vibackup » 19. Dezember 2013 19:02

geli & uwe hat geschrieben:Und ich finde " Wer heilt hat recht"!!!

Ja, diese Haltung ist verlockend.
Und hat ja ganz klar etwas für sich, nicht zuletzt, dass sie unmittelbar einleuchtet.
Aber niemand heilt immer.
Und darin liegt die Gefahr: ich weiß ja nicht, wie oft ich heilen könnte, wenn ich meine Methode austauschen würde.
Ein Beispiel: eine Zeit lang wurde eine Methode praktiziert (Aderlass), mit der 25% derjenigen, die eine Lungenentzündung hatten, geheilt wurden.
Dann kam jemand, der die Methode abschaffen wollte!
Das konnte doch nur Leben gefährden, oder?
Als man es dann tat, überlebten 50%... das sind die Konsequenzen, wenn man seine eigene Erfahrung (die wichtig ist, gar keine Frage) zum Absolutmaß erhebt.
Wir müssen, wenn wir Entscheidungen treffen, die das Leben anderer so grundlegend beeinflussen, die größtmögliche Sorgfalt walten lassen und auch akzeptieren, dass wir manchmal mit Dingen falsch liegen, die uns lieb und teuer geworden sind.
Das fällt niemandem leicht; gerade dann nicht, wenn man diese Dinge sogar gelehrt hat, die eigene Berufsbahn darauf gebaut hat oder ähnliches.
Ich denke, dass es dennoch sachlich unvermeidlich und moralisch geboten ist.

//M

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Re: Homöopathie versus skeptisches Schweden

Beitragvon knut245 » 20. Dezember 2013 14:18

Das sehe ich auch so. Man sieht ja auch, dass immer mehr Ärzte sich zB der Homöopathie gegenüber öffnen und da, wo es passt, in ihre Behandlung einbeziehen. Die Betonköpfe, für die das alles Teufelszeug ist, werden doch weniger.

Ich muss immer schmunzeln, wenn meine Frau aus der Praxis erzählt, dass wieder ein Mann da war (sind eigentlich immer Männer), den die Frau geschickt hat, obwohl er Homöopathie ablehnt. Und wenn er dann nach einigen Wochen zähneknirschend einräumen muss, dass seine Beschwerden tatsächlich besser oder weg sind. Oft nach längerer erfolgloser Ärzte-Odyssee... Gibts einen besseren Beweis, dass es kein "Placebo-Effekt" ist, als wenn jemand die Behandlung ablehnt und es geht ihm trotzdem besser?

Mal davon ab, es kommt natürlich auch vor, dass man nicht gleich das richtige Mittel findet, und dann passiert nix - auch wenn die Patienten noch so vertrauen. Dürfte beim "Placebo-Effekt" ja auch nicht sein...
Hier könnte auch etwas sinnvolles stehen, zum Beispiel ein Bier.

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Re: Homöopathie versus skeptisches Schweden

Beitragvon vinbergssnäcka » 20. Dezember 2013 16:48

knut245 hat geschrieben: Gibts einen besseren Beweis, dass es kein "Placebo-Effekt" ist, als wenn jemand die Behandlung ablehnt und es geht ihm trotzdem besser?



Welcher Beweis?
liebe Grüsse

Heike

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Re: Homöopathie versus skeptisches Schweden

Beitragvon vibackup » 20. Dezember 2013 18:37

knut245 hat geschrieben:Das sehe ich auch so. Man sieht ja auch, dass immer mehr Ärzte sich zB der Homöopathie gegenüber öffnen und da, wo es passt, in ihre Behandlung einbeziehen. Die Betonköpfe, für die das alles Teufelszeug ist, werden doch weniger.

Naja, es gibt Geld dafür. Dass dürfte die Triebkraft sein. Und Leute glauben es. Und es ist, wenn man dennoch seine ärztliche Kunst beherrscht, harmlos.
Mit Beton hat das, glaube ich, wenig zu tun. Eher mit Silber.

knut245 hat geschrieben:Gibts einen besseren Beweis, dass es kein "Placebo-Effekt" ist, als wenn jemand die Behandlung ablehnt und es geht ihm trotzdem besser?

Ja, definitiv.
Du bist immer noch auf dem Niveau: Erfahrung des Einzelnen.
Damit kann man vieles "beweisen". Siehe mein Beispiel oben.

knut245 hat geschrieben:Mal davon ab, es kommt natürlich auch vor, dass man nicht gleich das richtige Mittel findet, und dann passiert nix - auch wenn die Patienten noch so vertrauen. Dürfte beim "Placebo-Effekt" ja auch nicht sein...

Du bist sicher, dass das kein klassischer Zirkelschluss ist?

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Re: Homöopathie versus skeptisches Schweden

Beitragvon HeikeBlekinge » 20. Dezember 2013 22:52

Nunja - dir sei verziehen, Michael ;-)
Ich kenne einige "klassische" Ärzte in Schweden die Homöopathie genauso verteufeln wie du es tust. Das ist in etwa so wie "nicht nach Planvorgabe arbeiten, geschweige denn eigenständig denken zu duerfen (wollen?). Der Staat - die Behandlungsvorlage- bestimmt halt.

Die Schulmediziner welche um 1835 herum deine "erste Statistik anfertigten" um die Unwirksamkeit von Hahnemanns Lehren zu beweisen, waren ebensolche "Denker". Bloss schlicht und einfach war damals ihr neuerworbenes Wissen gefährdet und das war ihr Antrieb!
Endlich durften Schulmediziner handeln, operieren, endlich ungefährdet Körper aufschneiden, Tote untersuchen etc...
Und dann kommt da doch wieder einer der die Naturheilkunde propagandiert!
Dieses unsägliche, unnuetze, vollkommen ueberholte und unbeweisbare Zeugs.

Du siehst meiner Meinung nach nur eine Seite.
Die, die du kennst.
Und du bist nicht bereit, die andere selbst zu testen.

Fuer mich persönlich zählt in erster Linie die Selbsterfahrung. Und die war im Zusammenhand mit der Homöopathie recht spektakulär bei uns. Denn wir waren genauso "voreingenommen" wie du.
Und es gab niemanden, der uns vorher "beeinflusste" also mental vorbereitete
Die Folgegeschichte im letzten Link von der krebskranken, falsch behandelten Patientin bedeutete Futter fuer die Gegner! Zu Recht! Bloss uebersiehst du eins:
Die Absicht der Verfasser und die Unfähigkeit des falschen Homöopathen!

Es gibt solche und solche! Immer schon und immerdar!
Und nicht alles ist schwarz oder weiss ;-)

Was das NS-Regime angeht und was die damit machen wollten kratzt mich wenig:
Diese kranken Gesellen wollten so einiges "erreichen". Ob dann eine Untersuchung zu ihren Ungunsten ausfällt noch weniger. Das ist sooo verda... lange her!

Heutzutage wird Homöopathie erfogreich betrieben. Jedenfalls von denen die sie beherrschen und richtig anzuwenden wissen.
Sie entlastet die Schulmedizin - oder kann es da wo zugelassen - enorm.
Sie hilft wo sie helfen kann. Und der echte Homöopath schickt seine totkranke Patientin zum Palliativmediziner - ganz im Gegenteil zu dem 1835er.

Ich schätze diesen Teil der Naturmedizin jedenfalls sehr.
(Ganz m Gegensatz zu Bachblueten oder Ölziehen - schuettel)

Gerade in Schweden werden so viele Menschen von der Allgemeinmedizin immer mehr allein gelassen! Ihr Mediziner seid euch selbst schuld mit eurer Hinhaltetaktik was menschenfreundliche und fristgerechte Versorgung angeht, das ihr euch nicht wundern solltet, wenn sich immer mehr Menschen nach Omega3, C-vitamin und blabla hingezogen fuehlen! Und dann halt auch nach alternativen, teilweise fragwuerdigen, Methoden!

Wenn ihr meint, das all das unnuetz sei, dann gebt den Patienten das was sie brauchen!

Punkt Aus Schluss!

lg
Heike
www.lilla-koksgarden.se


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Re: Homöopathie versus skeptisches Schweden

Beitragvon vibackup » 20. Dezember 2013 23:06

HeikeBlekinge hat geschrieben:Nunja - dir sei verziehen, Michael ;-)

Was?
HeikeBlekinge hat geschrieben:Ich kenne einige "klassische" Ärzte in Schweden die Homöopathie genauso verteufeln wie du es tust.

Der Teufel hat damit nichts zu tun.
Es handelt sich hier um - nach meiner Ansicht - verantwortungsvolles Handeln.

HeikeBlekinge hat geschrieben:Und dann kommt da doch wieder einer der die Naturheilkunde propagandiert!

Heike: Homöopathie ist nicht Naturheilkunde. Das sind zwei ganz verschiedene Dinge.

HeikeBlekinge hat geschrieben:Und du bist nicht bereit, die andere selbst zu testen.

Woher weißt du das?

HeikeBlekinge hat geschrieben:Gerade in Schweden werden so viele Menschen von der Allgemeinmedizin immer mehr allein gelassen! Ihr Mediziner seid euch selbst schuld mit eurer Hinhaltetaktik was menschenfreundliche und fristgerechte Versorgung angeht, das ihr euch nicht wundern solltet, wenn sich immer mehr Menschen nach Omega3, C-vitamin und blabla hingezogen fuehlen!

Dass das schwedische Gesundheitssystem nicht gut funktioniert, ist keine Frage.
Dass das in erster Linie eine politische Frage ist, auch nicht.
Omega3 ist aber vermutlich nicht so dumm, das hat deutlich mehr Evidenz auf seiner Seite als die Homöopathie.
Es geht nie darum, recht zu haben, sondern immer darum, jede einzelne Methode nur nach ihrem Effekt zu beurteilen.
Und zwar nach dem reproduzierbaren.
Dass das nicht immer leicht ist - granted.
Dass es manchmal Leute mit anderen Agenden und finanziellen Interessen gibt, die uns gerne blenden wollen - keine Frage.
Dennoch denke ich, dass ich mich neutral halten muss und mich deswegen nicht einer Glaubensrichtung anschließen darf, die auf wenigen, nicht reproduzierbaren Erfahrungen baut.
Als Laie darf man viel machen, was einen selbst betrifft.
Aber wenn man andere behandelt, dann muss man so sicher sein, wie es geht.
Und da reicht die eigene Erfahrung manchmal nicht aus. So sehe ich es.
Wir werden uns wohl nicht einig, fürchte ich.

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Re: Homöopathie versus skeptisches Schweden

Beitragvon HeikeBlekinge » 20. Dezember 2013 23:33

Mir sei verziehen, dass ich Homöopathie als Naturheilkunde bezeichnete!
Das wollte ich mitnichten gleichsetzen.

Michael: Sprich mich bitte nie wieder am Satzanfang mit meinem Namen an. Das mag ich nicht ;-)
(... und soetwas ist oberlehrerhaft und altklug!)

Du siehst das Verleugnen als verantwortungsvolles Handeln. Ok. Ich seh es als Ignoranz und Ueberheblichkeit.

Hast du? Was hast du "getestest"? Und wie? Unter welchen Voraussetzungen?
naja... man sieht: Ist alles relativ.
Und hier persönliche Erfahrungen austauschen - nee das klappt nicht und gehört nicht her ;-)

Dennoch denke ich, dass ich mich neutral halten muss und mich deswegen nicht einer Glaubensrichtung anschließen darf, die auf wenigen, nicht reproduzierbaren Erfahrungen baut.
Als Laie darf man viel machen, was einen selbst betrifft.
Aber wenn man andere behandelt, dann muss man so sicher sein, wie es geht.
Und da reicht die eigene Erfahrung manchmal nicht aus. So sehe ich es.
Wir werden uns wohl nicht einig, fürchte ich.


Du meinst mit Neutralität kommst du weiter oder sie schuetzt dich?
Seltsam.
Ich fuehle mich keiner Glaubensrichtung angeschlossen, geschweige denn wuerde ich die Hahnemannsche aufs Verderb verteidigen.
Wenn du dich hier so vehement als Mediziner profilierst dann must du evtl. auf Neutralität setzen? -ok.
Es verlangt doch hier niemand das du deine Behandlungsmethoden änderst!
Ein wenig Grau täte vielleicht trotzdem nicht weh?

Und wenn wir uns nicht einig werden - egal - mir tuts auch nicht weh.
Jeder hat seinen Eindruck wiedergegeben und gut ist.

lg
Heike
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