Hebamme in Schweden

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Py

Hebamme in Schweden

Beitragvon Py » 10. Januar 2006 18:40

Wer kann mir infos oder links zu diesm Thema sagen? und mir weiter helften. Ein traum, den ich mir gerne erfüllen würde.

Michael_Andresen

Re: Hebamme in Schweden

Beitragvon Michael_Andresen » 15. Januar 2006 00:55

Was genau willst Du denn wissen?

-wie man in Schweden Hebamme wird?
man macht Abitur, liest dann an der Uni zur Krankenschwester und spezialisiert sich als Hebamme

-wo man eine Hebamme herbekommt in S?
Beste Anlaufstelle ist die nächste MVC (mödrarvårdcentral)

-wie man ein deutsches Examen in Schweden anerkannt bekommt?
Wird beim socialstyrelsen beantragt analog zum Verfahren fuer Ärzte.
Geht relativ unkompliziert. Der Arbeitgeber kann aber wegen der abweichenden Ausbildung wollen, dass man "komplettiert"

Hmmm... mehr fällt mir nicht mehr ein. Hab ich es getroffen?

//M

http://www.m-andresen.org/sweden/

lili

Re: Hebamme in Schweden

Beitragvon lili » 9. November 2008 18:57

Reicht das deutsche Fachabitur aus umm in Schweden für ei Hebammstudium zu gelassen zu werden???
Für eine Antwort auf diese Frage schon einmal danke im Vorraus

jörgT
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Re: Hebamme in Schweden

Beitragvon jörgT » 9. November 2008 20:14

Die Hebammenausbildung ist in S. ein Studium. Du brauchst das Abi und den Tissus-Test, einen Sprachtest, wenn Du aus dem EU-Ausland kommst.
Ob das Fach-Abi da ausreicht, weiss ich nicht - worin unterscheidet sich das von einem "normalen" Abi???
Melde Dich doch an, dann bekommst Du sicher noch mehr Infos!
Jörg :smt006

hansbaer

Re: Hebamme in Schweden

Beitragvon hansbaer » 10. November 2008 02:14

Hallo Lili,

ich will den Traum nicht gleich zerstören, aber hier die Fakten, soweit ich sie weiß (und ich habe schon öfters in dem Bereich recherchiert):

Die Hebamme (Barnmorska) ist in Schweden eine Weiterbildung für Krankenschwestern. Man muss also erst Krankenschwester werden. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und ist ein Vollzeitstudium. Je nachdem kann es aber auch auf Teilzeit oder als Fernstudium gemacht werden.
Die Weiterbildung zur Barnmorska dauert dann weitere 1,5 Jahre, während der man aber schon als voll ausgebildete Krankenschwester arbeiten kann.

Neben der grundlegenden Befähigung zum Studium muss man die Gymnasiumskurse Mathe B, Samhällsvetenskap A (Gemeinschaftskunde o.ä.), Naturwissenschaft A haben - oder etwas vergleichbares. Tisus oder den Gymnasiumskurs Schwedisch als Fremdsprache B sollte man auch haben.

Um ins Krankenschwesterstudium hineinzukommen, sollte man schon 16 der 20 möglichen Gymnasiumspunkte haben - an "attraktiveren" Studienstandorten sollten es schon 17 oder 18 sein. Wie hoch Dein Fachabi anzusiedeln ist, kann Dir nur das Verket för högskoleservice sagen (http://www.vhs.se). Mein 1,6er Abi ergab gut 18 Punkte. Je nach Note würde ich also mit deutlicher weniger rechnen.

Die Anzahl der Gymnasiumspunkte konnte man bislang durch Abendgymnasiumskurse noch etwas verbessern - damit wird aber ab 2010 endgültig Schluss sein.

Ein alternativer Weg ist die sogenannte Högskoleprovet, einer Art "Geschicklichkeitstest" - 122 Multiple-Choice-Aufgaben rund um Logik und Sprache (Schwedisch und Englisch). Bei der muss man ca. 0,5 der möglichen 2,0 Punkte haben, um angenommen zu werden. Für Stockholm, Göteborg oder andere größere Städte sollten es schon mindestens 1,0 sein. Das ist nicht unschaffbar, aber wenn einem Mathe nicht liegt und das Schwedisch nicht gut ist, fallen schonmal 3 von 5 Aufgabenbereichen unter den Tisch, und dann ist das nicht mehr realistisch.

Zu beachten ist auch, dass du erst nach 2 Jahren Aufenthalt in Schweden Studienunterstützung beantragen kannst. Ich habe gehört, Auslandsbafög gibt es auch für 2 Jahre, aber ich bezweifle, dass das geht, wenn man gar nicht in Deutschland studiert.

In Schweden Hebamme zu werden ist also eine beschwerliche Angelegenheit. Du müsstest vermutlich Deine Vorqualifikationen etwas aufpolieren, und dann ist immer noch fraglich, wovon Du während der Ausbildung leben kannst.

Solltest Du jetzt den Alternativplan fassen, Dich in Deutschland zur Hebamme ausbilden zu lassen und dann nach Schweden zu gehen, muss ich Dich leider auch enttäuschen. Du wirst höchstwahrscheinlich keine Zulassung erhalten. Die deutsche Ausbildung dauert 3 Jahre, die schwedische 4,5 Jahre - dieser Unterschied macht, dass die deutsche Ausbildung als nicht gleichwertig gerechnet wird. Leider ist das eine ziemliche Sackgasse, denn die Möglichkeit einer Fortbildung gibt es nicht. Man kann nur versuchen, bei einer Hochschule die Möglichkeit zu bekommen, das normale Studium in verkürzter Form zu absolvieren.
Deutsche Krankenschwestern erhalten allerdings eine Zulassung in Schweden. Wenn Du also in Deutschland eine Krankenschwesternausbildung machst, könntest Du nach Schweden kommen und Dich dann hier zur Hebamme fortbilden - aber das ist schon ein von sehr weit her geholter Plan.

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Re: Hebamme in Schweden

Beitragvon jörgT » 10. November 2008 22:33

Noch eine Ergänzung zu hansbaer:
Du kannst schon die deutsche Ausbildung hier in Schweden anerkannt bekommen, allerdings musst Du drei Jahre ununterbrochen als Hebamme in D. gearbeitet haben - ich finde zwar gerade nicht die EU-Direktive zur Anerkennung vergleichbarer Ausbildungen, aber das ist natürlich auch ein langer Weg ...
Jörg

hansbaer

Re: Hebamme in Schweden

Beitragvon hansbaer » 10. November 2008 22:46

@jörgT: bist Du Dir da sicher? Ich weiß deswegen soviel darüber, weil meine Freundin gelernte Kinderkrankenschwester ist und keine Chance hat, eine Anerkennung zu bekommen. Die EU-Richtlinie sieht vor, einen Beruf anzuerkennen, wenn die Ausbildung "zumindest annähernd" gleich lang ist. Darauf basierend dürfte also kein Unterschied zwischen Kinderkrankenschwester und Hebamme sein. Es kann natürlich sein, dass das Socialstyrelsen bei Hebammen Arbeitserfahrungen anerkannt und bei der Kinderkrankenschwester nicht - aber das scheint mir unwahrscheinlich.

Ich wollte in dem Beitrag oben nur eine Warnung vorschieben, denn sich blind darauf zu verlassen, dass man alles anerkannt bekommt, funktioniert leider nicht immer - und besser vorher gewarnt sein als nachher das Nachsehen zu haben.

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Re: Hebamme in Schweden

Beitragvon Berta » 14. November 2008 15:37

Hej Ihr,

ich kenne mich gar nicht aus mit der Ausbildung zur Hebamme - weder in Schweden noch in Deutschland. Aber dazu möchte ich was sagen:
Hans hat geschrieben:Ich habe gehört, Auslandsbafög gibt es auch für 2 Jahre, aber ich bezweifle, dass das geht, wenn man gar nicht in Deutschland studiert.
Ich habe hier schon mal was dazu geschrieben und wiederhole es an dieser Stelle nochmal: Ich bin der Meinung, dass durch das im Oktober 08 in Kraft getretene neue BAFÖG auch komplett im europäischen Ausland durchgeführte Studien unter der Voraussetzung, dass die Sprache gesprochen wird, förderungswürdig sind, wenn eben der Hauptwohnsitz in Deutschland bleibt.
§5 Bafög hat geschrieben:(2) Auszubildenden, die ihren ständigen Wohnsitz im Inland haben, wird Ausbildungsförderung geleistet für den Besuch einer im Ausland gelegenen Ausbildungsstätte, wenn

1. er der Ausbildung nach dem Ausbildungsstand förderlich ist und zumindest ein Teil dieser Ausbildung auf die vorgeschriebene oder übliche Ausbildungszeit angerechnet werden kann oder
2. im Rahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit einer deutschen und mindestens einer ausländischen Ausbildungsstätte die aufeinander aufbauenden Lehrveranstaltungen einer einheitlichen Ausbildung abwechselnd von den beteiligten deutschen und ausländischen Ausbildungsstätten angeboten werden oder
3. eine Ausbildung an einer Ausbildungsstätte in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder in der Schweiz aufgenommen oder fortgesetzt wird

und ausreichende Sprachkenntnisse vorhanden sind.
Am Bafög sollte ein komplettes Studium im Ausland also nicht scheitern - bleiben noch die vielen anderen Hürden, zu denen ich nichts sagen kann.

Einen Gruß,
Berta.

hansbaer

Re: Hebamme in Schweden

Beitragvon hansbaer » 14. November 2008 17:44

Hallo Berta,

das ist aber ein Widerspruch in sich. Wenn man eine mehrjährige Ausbildung im Ausland macht, dann ist man melderechtlich gesehen dazu verpflichtet, sich abzumelden. Wie will man glaubwürdig belegen, dass man ein Wohnsitz im Inland hat, wenn man 1500 km entfernt ein Vollzeitstudium macht? Da merkt ja jeder sofort, dass daran etwas nicht stimmen kann. Ich glaube, das kann zu unangenehmen Fragen und zu noch unangenehmeren Rückzahlungsforderungen führen.

Die Wohnsitzfragen sind sind natürlich etwas schwierig, und eventuell könnte da ein Schlupfloch sein. Der Hauptwohnsitz ist so definiert, dass man sich dort überwiegend aufhält. Einen Nebenwohnsitz in D kann man nur haben, wenn man auch einen Hauptwohnsitz in D hat.
Ich interpretiere das also so, dass man in Deutschland nicht gemeldet sein darf, wenn man sich hauptsächlich im Ausland aufhält. In jedem Fall klingt es nach einer etwas wackligen Konstruktion, dass man einen Wohnsitz damit begründet, dass man ja zweimal im Jahr für vier Wochen in Deutschland ist.

Grüße,

Fabian

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Re: Hebamme in Schweden

Beitragvon Berta » 14. November 2008 18:50

Hallo Fabian,

du hast damit natürlich recht. Ich habe damit, außer, dass ich natürlich während meines Jahrs in Schweden weiterhin Bafög bezogen habe - hatte da aber ja kein Studium aufgenommen oder zuende geführt und meinen Wohnsitz in Deutschland - gar keine Erfahrung. Dieser Absatz ist auch neu und war damals noch gar nicht gültig.

Er ist einer derjenigen Änderungen, die als supertolle Innovationen des neuen Bafög angekündigt wurden. Von der praktischen Umsetzung habe ich keine Ahnung. Es heißt eben immer, dass eine Weiterführung oder Aufnahme eines Studiums in Deutschland verhältnismäßig unkompliziert über Bafög gefördert werden kann. Ob das aber nur für "Grenzgänger" gilt?

Hmmmh,
interessieren würde mich das schon. Weil: So klingt es erstmal, als sei es in der Theorie möglich, praktisch aber kaum durchführbar, sein Studium legal im Ausland durch deutsches Bafög zu fördern...

Gruß,
Berta.


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