hauskredit und zusätzliche krankenversicherung in schweden

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hamburger deern

hauskredit und zusätzliche krankenversicherung in schweden

Beitragvon hamburger deern » 10. Oktober 2010 15:28

hallo,

habe hier vor einigen jahren schon mal geschrieben... leider gab es dann aber in den letzten jahren ein paar "schwierigkeiten", so dass unser projekt auswandern erstmal auf eis gelegt wurde. jetzt hat sich mein mann allerdings nochmal auf eine interne ausschreibung in kista (stockholm) beworben und wir überlegen jetzt natürlich, was unsere schmerzgrenze an bezahlung wäre. dafür müssen wir natürlich wissen, wieviel wir im stockholmer umland zum leben bräuchten. ich muß dazu sagen, es ist seit jahren mein/unser traum wieder zurück nach stockholm zu gehen (haben 2002-2003 dort für ein jahr gelebt) und somit wären wir mit einem geringeren gehalt durchaus einverstanden... allerdings haben wir eben vier kleine kinder und die wollen eben auch versorgt sein.
somit würden wir gerne ins stockholmer umland ziehen (mit unseren beiden "großen" haben wir damals in der innenstadt gewohnt). ein haus mit garten... da wir hier im nord-osten hamburgs höhere immobilienpreise gewohnt sind, denke ich, dürfte es keine große umstellung für uns werden (für 5 000 000 sek sollte man selbst in bromma o.ä. was finden?!). aber die finanzierung scheint in schweden ja deutlich einfacher zu sein! daher würde es mich mal interessieren, was mich dann die hausfinanzierung tatsächlich im monat kosten würde? soweit ich weiß, gibt es ja kredite, bei denen nur die zinsen gezahlt werden, aber nicht getilgt wird. und die zinsen kann man dann noch auf die einkommensteuer anrechnen!? heißt das im klartext, ich bekomme einen kredit über 4000000 sek (jaja, ich weiß, vorausgesetzt man bekommt überhaupt einen kredit!) und zahle monatlich dann nur beispielsweise 12000 sek??? es wäre super nett, wenn mich da mal jemand aufklären könnte ;-)

bisher weiß ich nur, dass man 15% anzahlung haben sollte, es ratsam ist ein empfehlungsschreiben der hausbank zu haben, im idealfall noch einen chef in schweden o.ä. hat, der für einen ein gutes wort einlegt und am besten noch zwei jahre in schweden lebt und natürlich arbeit hat! soweit so gut. bis auf die zwei jahre in schweden sollte alles machbar sein (vorausgesetzt der job wird was!!), aber ich habe eben überhaupt keine vorstellung davon, wie die monatlichen raten dann eben "verhandelt" werden!? sagt man einfach, ich habe ca 45 000 sek im monat raus, davon kann ich 15000 sek monatlich für die bank aufbringen und die sagen dann "schön!"??

und wie sieht es mit der krankenversicherung aus? ich weiß, das es obligatorisch eine medizinsche grundversorgung gibt. aber sind weitere zusatzversicherungen nötig? und was ist da sinnvoll und auf was für kosten muß man sich da einstellen? hier in deutschland sind wir privat versichert, was bei sechs personen eine ordentliche summe im monat ausmacht... aber leider kommt man da ja nicht mehr raus... würde man also für 300 euro im monat eine vernünftige zusatzversicherung bekommen und müßte nur halb soviel an kredit/zinsen im monat zahlen, dann bräuchten wir in schweden deutlich weniger geld zum leben und könnten uns somit deutlich mehr familienleben leisten! milchmädchenrechnung, oder umsetzbar???

lieben dank im voraus!

hamburger deern

Sumac
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Re: hauskredit und zusätzliche krankenversicherung in schwed

Beitragvon Sumac » 11. Oktober 2010 06:05

http://www.hemnet.se/beskrivning/914741?r=3

guck mal hier, da bekommst du einen ersten überblick.
wenn du oben Boendekostnad anklickst, kommst du zu den banken, da hast du auch einen ersten überblick.
ob eine zusatzversicherung notwendig ist, hängt von deinen (euren) ansprüchen ab.

eine bemerkung am rande: im moment ist es keine gute zeit ein haus in SE mit euros zu kaufen, da der wechselkurs noch im "keller" ist, aber am steigen... das sollte man bei summen über 1000 euro beachten, denn ob ich dann 9000 skr oder 10.000 skr habe, macht schon einen unterschied. :D

hamburger deern

Re: hauskredit und zusätzliche krankenversicherung in schwed

Beitragvon hamburger deern » 11. Oktober 2010 11:55

vielen dank schon mal für deine antwort.... aber kann das denn sein!? habe mich gestern abend hier noch was durchgeklickt und dabei einen link zur SBAB gefunden. demnach würde man für eine immobilie die 6 000 000 sek kostet (brauchen mit unseren kindern ja ein etwas größeres haus), bei etwa 15% eigenleistung (also 5 000 000 kreditsumme) und 10 jahre laufzeit nur 13500 sek monatlich zahlen!? das wäre grob über den daumen gepeilt knapp die hälfte von dem, was wir hier für eine geringere kreditsumme zahlen müssen! das klingt für mich irgendwie unwirklich!? ich weiß, dass darin dann keine tilgung enthalten ist (was uns auch recht wäre!), aber ist das wirklich so einfach machbar? da kommt die deutsche skepsis zu tage... es scheint uns halt zuuu einfach!?

tja, die sache mit der krankenversicherung... die frage ist eben, ist die grundversorgung ausreichend?? ich weiß noch von unserem jahr in stockholm, dass kinder alle obligatorisch durchgeimpft werden... es war ein rieeeesen aufriss unsere kinder als nicht schweden impfen zu lassen, da es ja keine offizielle pers.nr. für sie gab... am ende haben sie eine fiktive nummer bekommen und wir haben den impfstoff aus der apotheke geholt, zur ärztin gebracht und wir mußten gerade mal 60 euro zahlen.... eben die kosten für den impfstoff, die impfung war umsonst! hier in deutschland haben wir für denselben (deutschen) impfstoff 120 euro pro kind gezahlt und 85 euro arztkosten! da hat man doch keine fragen!? somit denke ich schon, dass die grundversorgung ausreichend ist, oder!? gibt es wie in deutschland regelmäßige vorsorgetermine?? und was ist mit dem zahnarzt? wir brauchen keine prof. behandlung, keine einzelzimmer etc. aber ich möchte meiner tochter mit 13 auch nicht zwingend den mund silber verdrahten, wenn es auch schöner und unauffälliger geht, bzw. wenn sich mal einer einen zahn ausschlägt soll er dann auch einen vernünftigen zahnersatz bekommen.
bis vor drei jahren war ich noch als studentin versichert, dann mußte ich auch in die private wechseln.... auf einmal habe ich bei der vorsorge bessere tests bekommen, es gab zusätzliche untersuchungen und tests, die man bei kassenpatienten erst ab 50 macht... ich muß sagen, das fand ich ein unding! ist das in schweden auch so? gibt es dort auch eine zwei klassen medizin, oder werden alle gleich behandelt?? eigentlich heißt es ja, dass der medizinische standtart in schweden recht hoch ist!? vermutlich machen wir uns da zu viele gedanken!? haben in den letzten jahren nur leider einige krankheits- und todesfälle in der familie erleben müssen, so dass wir eben am eigenen leib erfahren durften, was eine gute medizinische versorgung bedeutet.

lange rede, kurzer sinn, braucht hier jemand tatsächlich eine zusätzliche krankenversicherung, oder reicht jedem die grundversorgung??

nochmals lieben dank und viele grüße,

deern

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Re: hauskredit und zusätzliche krankenversicherung in schwed

Beitragvon Imrhien » 11. Oktober 2010 18:20

Hej,
normale Zusatzversicherung ist vermutlich nicht unbedingt nötig. Oder vielleicht meldet sich noch jemand, der eine hat und kann berichten was man da an Vorteilen hat. Ich habe bisher noch nie gehört, dass es viele haben und dass es so viel bringt. Die Zahnversicherung könnte interessant sein, wobei man da auch schauen muss, was die machen. Denn da wird hier wohl relativ wenig gemacht. Es geht eher ncah dem Prinzip medizinisch notwendig und günstig als nach dem Schönheitsprinzip. In allen Fragen. Weniger ob es Dir gefällt oder gut geht dabei, sondern ob es medizinisch notwendig ist.
Das ist einerseits völlig gerechtfertigt, senkt ja die Kosten im System. Ist man selber betroffen und hat dadurch lange Wartezeiten oder bekommt etwas nicht obwohl man es möchte, dann ist es nervig. ABer in wie weit normale Zusatzversicherungen da wirklich helfen, das weiss ich nicht. Jedenfalls sollten die Kosten deutlich unter dem liegen, was Ihr in Deutschland privat zahlt. Zumal die Grundversorgung ja gegeben ist und die schon von den Steuern bezahlt werden. Ihr hättet dann ja eine PN und somit gar keine Probleme mehr an die normale Versorgung ran zu kommen.
Gerade als Privatversicherte werdet Ihr Euch umschauen... die Unterschiede zu Deutschland sind teils enorm. Aber so lange man nicht zu ländlich wohnt und mehr oder minder gesund ist, dürfte das gar kein sooo grosses Problem darstellen.
Im Umland um Stockholm gibt es jedenfalls sicher genug Auswahl. Da findet man schon eine Praxis in der man sich wohlfühlt.
Das mit dem Kredit könnte schon so einfach sein. Habs nicht nachgerechnet, bin auch kein Experte. Aber wenn man denn den Kredit bekommt, ist es tatsächlich deutlich günstiger hier. Ihr solltet, wenn das mit dem Job sicher ist, direkt eine Bank kontaktieren, am ehesten natürlich persönlich und am Besten noch mit einem Schweden in Begleitung.
Es kann sein, dass Ihr gar nicht erst einen Kredit bekommt, weil Ihr noch keine Steuern in Schweden gezahlt habt. Das war bei uns damals das Problem. Nicht genug Eigenkapital und vor allem noch neu im System. Da wussten die nicht ob sie uns trauen können :)
Da könnte die Begleitung vom Chef helfen. Oder ein Schreiben der Firma.
Wir mussten damals einen Kredit aus Deutschland nehmen, was finanziell natürlich deutlich heftiger ist und zwischenzeitlich eher ein sehr starker Nachteil war. Gerade steht die Krone ja dolle da für uns. Aber trotzdem zahlen andere mit einem vergleichbaren Haus hier weniger ab. Mieten ist fast teurer als Kaufen. Kommt natürlich auf das Haus an.
Da Ihr ins Umland von Stockholm wollt, kann ich empfehlen Richtung Norden zu schauen. Da gibt es super Bahnverbindungen zwischen Uppsala und Stockholm. Oder Järna soll sehr gut sein. Auch da gibt es gute Verbindungen. Und es ist nicht mehr sooo teuer wie der engste Speckgürtel.

Grüße
Wiebke

Tommy3

Re: hauskredit und zusätzliche krankenversicherung in schwed

Beitragvon Tommy3 » 11. Oktober 2010 18:40

Einfaches Rechenbeispiel:

Haus kostet 6.000.000. Beleihbar normalerweise bis 85%, d.h. 5.100.000 kr. Sagen wir Kreditsumme 5 MSEK.
Zinsen z.Zt rund 3.5% p.a. = 175 kkr/Jahr. Dadrauf 30% Steuererlass bleibt 0.7*175 kkr= 122.5 kkr/Jahr = 10.000 kr/Monat. Das sind dann nur Zinsen, keine Tilgung. Ja, es ist so billig.

Dann die Frage, ob du überhaupt Kredit kriegst. Bringt er 45.000/Monat nach hause bedeutet das einen Bruttoverdienst von 65-70 kkr (Glückwunsch!). Das sollte die Bank ermuntern. Sie werden sich allerdings fragen, ob es da noch ein zweites Einkommen in der Familie gibt, weil das in S der absolute Normalfall ist.
Und sie werden sicher fragen, ob ihr in D schuldenfrei seid oder da auch noch Kredite bedienen müsst.

hamburger deern

Re: hauskredit und zusätzliche krankenversicherung in schwed

Beitragvon hamburger deern » 12. Oktober 2010 11:36

hallo wiebke,

lieben dank für die ausführliche antwort!! wir finden es auch richtig, dass man die kosten für ein gesundheitssystem auf diese weise unten hält (würde in deutschland auch nicht schaden!)! hätten auch kein problem damit eine zusatzversicherung für die "nice to have" dinge abzuschließen... uns ist eben nur wichtig, dass im zweifelsfall eben doch einmal genauer hin geschaut wird, als einmal zu wenig... wie gesagt, sind diesbezüglich ein wenig vorbelastet. sind zwar zur zeit alle gesund, aber haben eben erleben müssen, dass sich sowas auch ganz schnell ändern kann... aber das hoffen wir jetzt einfach mal nicht!!!

tja, das mit dem kredit... ich denke, über kurz oder lang wird es damit schon werden. sollten wir nicht gleich einen bekommen, würden wir vermutlich erstmal eine alternative suchen. haben damals zur untermiete in stockholm vasastan gewohnt.... ist zwar ziemlich eng und ziemlich teuer, aber übergangsweise sollte das klappen! und dann weitersehen. aber das die kredite wirklich so günstig sind, ist natürlich klasse :-) ich denke, es dürfte kein problem werden, jemanden (einen schweden ;-)) zu finden, der mit uns zur bank gehen wird. im zweifelsfall kann mein mann auch sicher seinen alten chef von damals fragen!
wohin wir genau ziehen wollen, wird sich noch zeigen... hatte auch immer wieder mal an die gegend zwischen uppsala und stockholm gedacht... zur zeit wäre uns allerdings am liebsten erstmal in bromma, danderyd, oder lidingö was brauchbares zu finden (ja, ich weiß, das wollen gaaaanz viele andere auch ;-)), da wir unsere kinder erstmal auf die tyska skolan bringen wollten, damit die umstellung für sie eben nicht zuuu groß wird. aber naja, wie es denn tatsächlich kommen wird... wir werden sehen :-) glücklicherweise sind wir recht flexibel und können uns gut anpassen :-)


@tommy3:

lieben dank auch dir für deine antwort! wie gesagt, eine solche monatliche belastung wäre ein echter traum! hier zahlt man schon für eine 100 qm wohnung in schlechter wohngegend soviel an miete! für unsere ohren klingt das somit einfach nur unwirklich und paradisisch!
naja, noch haben wir den arbeitsvertrag nicht in der tasche ;-) aber das war damals das gehalt, das wir in stockholm hatten und das wir auch wieder bräuchten, bzw. für weniger würden wir auch nicht gehen... das ist nicht so überheblich gemeint, wie es vielleicht klingt!!! sind wie gesagt dazu bereit auf einiges an gehalt zu verzichten... nur deutlich weniger als die hälfte hier in d sollte es eben auch nicht sein, sonst beißt sich die katze irgendwie wieder in den schwanz ;-)
hier in deutschland haben wir natürlich noch unseren hauskredit... ob wir unser haus verkaufen, oder vermieten, das wissen wir noch nicht. ansonsten haben wir glücklicherweise keine schulden :-)
langfristig werde ich sicher auch arbeiten gehen. wobei was genau wissen wir auch noch nicht! am wahrscheinlichsten mache ich mich selbstständig, wie es auch hier in d geplant war/ist. studiert habe ich zwar, aber nie in dem job gearbeitet (wüßte auch nicht, ob man in s was mit romanistik und baugeschichte reißen könnte ;-)), somit wird sich das mit der zeit noch zeigen. ich denke, erstmal hätte ich genug damit zu tun unsere kinder dort beim einleben zu unterstützen!? aber langfristig sollte es mit einem job schon klappen... gehe ich jetzt mal naiverweise von aus!

lieben dank und viele grüße,

deern

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Re: hauskredit und zusätzliche krankenversicherung in schwed

Beitragvon Imrhien » 12. Oktober 2010 15:35

Hej,
versteh mich nicht falsch. Ich bin nicht sooo begeistert vom Gesundheistssystem. Ich bemühe mich nur es nicht zu schlecht darzustellen. Aber ich habe schon mehrfach lange warten müssen in Situationen, die vielleicht medizinisch vertretbar waren, für mich und die Familie aber psychisch nicht so schön. Nie was wirklich schlimmes aber das weiss man ja manchmal erst hinterher und während man wartet... Ähnliche Fälle gingen in Deutschland immer schneller, meist so nebenbei reingeschoben. Klar, damit ist das Wartezimmer voll aber irgendwie hat sich das trotzdem besser angefühlt dort.
Und auch, dass man so viel rechtfertigen muss, wenn man eine Untersuchung möchte, das nervt schon. Da bin ich in Deutschland auf mehr Verständnis gestossen. Ob nur weil sie dadurch verdienen, weiss ich nicht. Aber hier nervt es mich schon, dass ich immer wieder rechtfertigen und kämpfen muss, wenn ich was will. Auch wenn es für die Kosten im System natürlich toll ist...
Aber meinen Sohn erklären, dass er mit einer Schnittwunde an der Lippe (die ja tatsächlich gut verheilt ist) 6 Stunden auf einen Arzt warten musste, das fand ich schon ziemlich doof. Natürlich verstehe ich, dass das kein Notfall ist. Aber mein SOhn hatte trotzdem Schmerzen und war geschockt und so. Und dann wartet er daheim, von uns weiss keiner was man tun kann ausser kühlen und dann, sobald er sich entspannt hat, fährt man endlich zum Arzt (abends um 8 wenn er normal ins Bett geht, also müde ist) und dann wird dran rumgefingert und die ganze Aufregung kommt erneut hoch. Das ist schon nicht besoners schön. Es handelt sich um ein Kind und nicht um einen Erwachsenen, der verstehen kann, dass man halt warten muss, wenn es nicht lebensbedrohlich ist. Aber nebenbei gesagt, ich konnte es auhc nicht verstehen, wieso man da nicht einfach vor gelassen wird. Wir wohnen nicht sooo ländlich, dass es keine Ärzte gäbe und es soooo voll sein kann überall. Von einer Bekannten, die da arbeitet weiss ich, dass gerade an dem Wochenende tote Hose war. Sie selber wollte Patienten vorziehen, durfte aber nicht, weil sie nicht ordnungsgemäss im System angemeldet waren. Die mussten tatsächlich vor verschlossener Türe warten obwohl die Ärztin drinnen nichts zu tun hatte. Und das auch mit einem Kind! Aber es war halt auch da nicht lebensbedrohlich. Nur eine kleine offene Wunde am Kinn.

Ich finds also eher nicht so toll hier, was das angeht. Ansonsten gibt es auch andere Sachen, die mir besser gefallen. Just nu macht es mir Schweden allerdings gerade ein wenig schwer es zu lieben. Ich habe an verschiedenen Ecken Ärger und rege mich über das vereinheitlichte System auf.

Was die Arbeit von Dir angeht: Langfristig wirst Du bestimmt was finden. Zumal, wenn Du erst mal schwedisch kannst und nicht vorbelastet bist was Du machen willst/musst. Es wird nichts traumhaftes sein (wenn man nicht Glück hat) aber es kann ein guter Job sein. ich hab da auch ziemlich Glück gehabt und hab zwei anständige Stellen, wenn auch mit diversen kleineren Haken. Bin aber nicht entsprechend ausgebildet in den Bereichen und daher mehr als glücklich was zu haben.

Deutsche Schule: Ich kann nur sagen, schaut es Euch an. ich habe Gutes gehört aber auch, dass es eine hohe Fluktuation gibt. Die Frage ist halt wo Ihr wohnt. Wollt Ihr eher, dass die Kinder im Ort integriert sind, oder dass sie in der Schule deutsch sprechen? Tägliches Pendeln zur Schule ist machbar, kann aber auf Dauer nervig sein. Ausserdem haben sie keine Freunde in der Nähe.
Wir wohnen eh viel zu weit weg, daher stellte sich die Frage nicht ernsthaft. Geliebäugelt hatten wir damit auch nur so lange wir noch in Deutschland waren. Letztlich hat es sich rausgestellt, dass es nicht nötig war.
Unsere Kinder kamen/kommen auch mit dem normalen schwedischen System klar.
Wirklich sinnvoll ist die deutsche Schule meiner Meinung nach, wenn man plant nach 3 Jahren wieder nach Deutschland zu gehen. Oder wenn man in der Nähe wohnt. Mir wäre die Integration im Ort wichtiger, wobei auch da gibt es andere Meinungen zu und wenn sich das Kind da nicht wohlfühlt ist es dann auch nicht mehr hilfreich.

Grüße
Wiebke

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Re: hauskredit und zusätzliche krankenversicherung in schwed

Beitragvon janaquinn » 12. Oktober 2010 17:16

Hej,
vergiss bei all der schönen Zinsrechnerei bitte nicht, dass die "normalen" Kosten wie Strom, Müllabfuhr ect.. noch dazu kommen. Der letzte Winter war streng, da haben wir schon mal an die 5000,-Kr. pro Monat nur an Strom gezahlt, ausserdem Wasserrechnung usw.

Auch gibt heute kaum noch eine Bank einen ohne Tilgung, wir haben unser Haus nach 3,5 Jahren im Land nur mit Hilfe meines Chef´s kaufen können und das war schon heftig, diesen kredit durchzubekommen.
Und sei mir nicht böse, aber selbst mit Superverdienst kann es durch aus schwer werden ein 5 Mille Kredit bewilligt zu bekommen, den schaffen teilweise nicht mal mehr die Schweden.

Die Gegenden welche ihr euch ausgesucht habt zählen ja nicht unbedingt zu den billigsten in Stockholm...mir persönlich reicht Järna, da habe ich alles was ich brauche und es ist erschwinglich.
Von Vallentuna ect. gibt es übrigens sehr gute Anbindungen zur Deutschen Schule, einige meiner Freundinnen leben dort.
Grüsse JANA
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk

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Re: hauskredit und zusätzliche krankenversicherung in schwed

Beitragvon hamburger deern » 12. Oktober 2010 22:00

vielen dank euch beiden :)
werden erstmal abwarten, was die bewerbungen so bringen werden und dann mal sehen, wo wir landen werden :)

med vänliga hälsningar,

deern

Tommy3

Re: hauskredit und zusätzliche krankenversicherung in schwed

Beitragvon Tommy3 » 12. Oktober 2010 22:06

Hej,

meine unmassgebliche Meinung zur Krankenversorgung.
Normalerweise hat man in S keine Möglichkeit, die Qualität oder Unqualität der Krankenversorgung zu beeinflussen. Durch die Steuern wird die Krankenpflege finanziert und alle sind in der gleichen Liga. Das ist das erklärte Grundprinzip des schwedischen Sozialstaats. Leider führt das zu einer Abwimmelungsstrategie in der Erstversorgung (Vårdcentral). Da gibt es eine begrenzte Menge Versorgungsleistungen pro Jahr, und die Kranken müssen sich darum schlagen. Deshalb muss man ordentlich "weinen", um Termine zu kriegen. Ich finde es eine erniedrigende Mangelwirtschaft. Andere finden es toll.
Eine Zusatzversicherung verkürzt die Wartezeiten und ermöglicht Zugang zu bestimmten Vertragskrankenhäusern. Ich habe mich auch schon dafür interessiert, aber die Bedingungen waren zu schlecht. Bitte genau nachlesen!!

Schweden ist gut, wenn du gesund bist. Wenn du krank wirst, halte dir Rückzugsmöglichkeiten offen!


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